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Behinderung der Nasenatmung

Lasertherapie der behinderten Nasenatmung

Die chronisch behinderte Nasenatmung ist eines der häufigsten Symptome, mit denen der HNO-Arzt konfrontiert wird. Der sog. "Stockschnupfen" verursacht bei längerem Fortbestehen eine deutliche Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens. Die chronische Obstruktion führt sekundär zur Mundatmung mit nachfolgender Austrocknung der Schleimhäute in Mundhöhle und Rachen, Ausbildung von zähem Schleim und einer erhöhten Infektanfälligkeit.
Eine chronische Nasenatmungsbehinderung ist sehr häufig das Endresultat einer chronischen Schleimhautschwellung der unteren Nasenmuscheln.

Das Anpassungsvermögen der unteren Nasenmuschel an die physiologischen Erfordernisse ist gestört und es treten irreversible Schwellungszustände auf. An erster Stelle möglicher Ursachen ist die Rhinitis allergica zu nennen. Die saisonale allergische Rhinitis wird meist durch Pollenallergene ausgelöst. Bei der perennialen allergischen Rhinitis liegt eine ganzjährige Allergenexposition vor. Als Hauptvertreter sind die Hausstaubmilben sowie Tierepithelien und Schimmelpilze zu nennen. Bei der hyperreflektorischen oder vasomotorischen Rhinitis handelt es sich um eine nicht allergische oder nicht infektiöse, permanente oder in Schüben auftretende krankhafte Reaktion der Nasenschleimhaut. Es liegt eine Unfähigkeit des autonomen Nervensystems vor, auf verschiedenste Reize der Nasenschleimhaut mit einer adäquaten vasomotorischen Antwort zu reagieren.

Da bei einer chronischen Nasenatmungbehinderung konservative Therapiemaßnahmen oft nur für eine begrenzte Zeit eine Beschwerdelinderung bewirken, ist in vielen Fällen eine chirurgische Therapie erforderlich. Es wurden in den vergangenen Jahrzehnten viele Therapieverfahren und Operationstechniken zur Behandlung des sog. "Stockschnupfens" beschrieben. Alle chirurgischen Maßnahmen haben letztendlich zum Ziel die vergrößerte untere Nasenmuschel zu verkleinern. Aufgrund umfassender eigener Erfahrungen erachten wir derzeit die laserchirurgischen Verfahren bei der schleimhautbedingten Vergrößerung der unteren Nasenmuscheln als Therapieverfahren der Wahl.

Voraussetzung für eine sinnvolle und erfolgreiche laserchirurgische Behandlung vergrößerter Nasenmuscheln ist, dassdie Nasenatmungsbehinderung überwiegend auf einer starken Schleimhautschwellung beruht. Ist sie dagegen durch ein vergrößertes oder ausladendes Os turbinale (Knochen der unteren Nasenmuschel) bedingt, so sind konventionell-chirurgische Verfahren angezeigt. Es muss daher bei allen Patienten die Nase mittels starrer und flexibler Endoskope untersucht werden, um einerseits das Ausmaß der Muschelvergrößerung zu beurteilen aber auch um andererseits weitere pathologische Veränderungen, wie beispielsweise eine Verbiegung der Nasenscheidewand oder eine von den Nasennebenhöhlen ausgehende Polypenbildung sicher ausschließen zu können

Unter den verschiedenen Lasersystemen kommen besonders der CO2- und der Nd:YAG-Laser zur Anwendung. Die Auswahl des zur Muschelreduktion eingesetzten Lasertyps richtet sich nach der Lokalisation des die Nasenatmung am stärksten beeinträchtigenden Muschelabschnittes. Der CO2-Laser eignet sich besonders, wenn die Nasenatmungsbehinderung auf einem vergrößerten Muschelkopf - und dies ist am häufigsten der Fall - beruht. Ist dagegen weniger der Muschelkopf als vielmehr die gesamte Muschelschleimhaut hyperplastisch, so favorisieren wir den Nd:YAG-Laser. Das Behandlungskonzept ist aufgrund der unterschiedlichen Gewebewirkung für beide Lasertypen verschieden.

CO2-Laser

Da das CO2-Laserlicht vorwiegend vom Zellwasser absorbiert wird und somit die Eindringtiefe des Laserlichtes weniger als 1 mm beträgt, wird die Muschelschleimhaut mit dem CO2-Laser im Sinne einer Exzision oder Vaporisation abgetragen. Unter den verschiedenen CO2-Laserverfahren hat sich die sog. Einzelspot-Technik als die am besten geeigneste Methode erwiesen. Hierbei werden einzelne Laserspots (Laserleistungsdichte: 2038 W/cm2; Applikationsdauer: 1 s) im Muschelkopfbereich unter mikroskopischer Kontrolle im nichtabgeschwollenen Zustand appliziert. 

Hierdurch kommt es zu einer Schleimhautschrumpfung mit nachfolgender Vernarbung. Es verbleiben jedoch genügend intakte Schleimhautinseln, von denen eine rasche Reepithelisierung der Muschelschleimhaut ausgeht.m Andererseits ist eine maßvolle Narbenbildung insbesondere bei der allergischen Rhinitis gewünscht, um dadurch die in der Schleimhaut ablaufenden allergischen Reaktionen nachhaltig zu unterbrechen.
Der für die Nasenatmungsbehinderung relevante vordere Muschelabschnitt kann mit dieser Technik nachhaltig reduziert werden.

Nd:YAG-Laser

Ein vollständig anderes Behandlungsprinzip liegt der Muschelreduktion mit dem Nd:YAG-Laser zugrunde. Die Nd:YAG-Laserstrahlung dringt bis zu 1 cm in das Gewebe ein und wird am Schwellkörper der unteren Nasenmuschel absorbiert. Diese Absorption induziert eine Vernarbung mit sekundärer Schrumpfung der Muschel. Makroskopisch resultiert hieraus eine straffere untere Nasemuschel, deren Schwellungspotential eingeschränkt ist.

Die Behandlung mit dem Nd:YAG-Laser erfolgt unter Zuhilfenahme eines speziell für die endonasale Laserapplikation entwickelten Endoskopes. Über das Endoskop wird eine flexible Laserlichtfaser eingeführt. Unter optischer Kontrolle können alle Abschnitte der Nasenmuschel behandelt werden.
Die Laserlichtapplikation erfolgt im sog. "noncontact"-Verfahren, das heißt ohne Kontakt des Lichtleiters mit der Muschelschleimhaut. Es kommt bei Verwendung niedriger Leistungen von 5 bis 10 Watt initial nur zu einer Abblassung der Schleimhaut.

Im weiteren Verlauf kommt es zu einer Schrumpfung der Muschelschleimhaut und damit zu einer Verbesserung der Nasenatmung. Der positive Effekt für die Nasenatmung ist häufig erst nach Wochen vollständig abgeschlossen.
Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß die Laser-Behandlung der vergrößerten unteren Nasenmuscheln wenig traumatisierend und nebenwirkungsarm ist. Die Behandlung kann ambulant und in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. In den weit überwiegenden Fällen muss keine Nasentamponade eingelegt werden. Die Therapieergebnisse sind denen der konventionell-chirurgischen Verfahren vergleichbar oder sogar überlegen. Die Langzeitergebnisse sind unabhängig vom Lasertyp und der angewendeten Operationstechnik sehr zufriedenstellend. Die Behandlung von Kindern ist bei Beachtung der jeweiligen Behandlungsparameter problemlos möglich.