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Neuroendokrine Tumore

Die Klinik für Gastroenterologie und Endokrinologie befasst sich seit vielen Jahren speziell mit Fragestellungen zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit neuroendokrinen Tumoren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf den Tumoren des gastroenteropankreatischen Systems (GEP-Tumoren).

Neben der kompetenten Behandlung von Patienten mit neuroendokrinen Tumoren sehen wir unsere Aufgabe in der Sammlung und Auswertung von klinischen und prognostischen Daten sowie der Planung und Durchführung klinischer Therapiestudien mit dem Ziel einer stetigen Verbesserung der Therapiemöglichkeiten für Patienten mit diesem seltenen Krankheitsbild. In der Marburger Klinik sind bis heute nahezu eintausend Patienten mit dieser seltenen Tumorerkrankung behandelt worden. Gleichwohl ist es notwendig, Erfahrungen und Erkenntnisse sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene auszutauschen sowie Forschungsprojekte in größerem Verbund durchzuführen. Daher arbeiten wir einerseits im deutschen NET Register  und andererseits auch im europäischen Verbund (ENETS) aktiv mit.

Patienten mit neuroendokrinen Tumoren werden bei uns ambulant oder stationär behandelt. Die Details zur telefonischen oder persönlichen Kontaktaufnahme sowie die Ansprechpartner in der Spezialambulanz finden Sie hier.

Was sind Neuroendokrine Tumore? 
Neuroendokrine Tumoren stellen mit einer Neuerkrankungsrate von ca. 2 pro 100.00 Einwohner und Jahr eine vielseitige Gruppe seltener Tumore dar. Sie entstehen aus Zellen des neuroendokrinen Systems. Da diese Zellen diffus im Körper verteilt sind, können neuroendokrine Tumoren an vielen Stellen innerhalb aber auch außerhalb des Gastrointestinaltraktes auftreten. Diese Tumoren können durch eine unkontrollierte Hormonfreisetzung auffallen, die je nach Art des vom Tumor gebildeten Hormons für gut definierte Krankheitsbilder verantwortlich ist. Diese Tumore werden als funktionell aktive Tumore bezeichnet. Über die Hälfte der neuroendokrinen Tumoren weisen jedoch keine hormonassoziierte Symptomatik auf und werden daher als funktionell nicht-aktive Tumoren bezeichnet.
Neuroendokrine Tumore können im Verlauf gutartig (benigne) oder bösartig (maligne) sein. Im Gegensatz zu benignen neuroendokrinen Tumoren werden maligne Tumoren oft erst dann diagnostiziert, wenn sie Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet haben. Bei den malignen Tumoren kann der Verlauf der Erkrankung von rasch, innerhalb weniger Monate progredienten Formen bis hin zu Verläufen über Jahrzehnte variieren. Im Rahmen der Multiplen Endokrinen Neoplasie (MEN) Typ I können neuroendokrine Tumoren des Pankreas auch zusammen mit anderen Tumoren des endokrinen Systems vergesellschaftet sein.

Detailiertere Hintergrundinformation zu funktionell aktiven und nicht-aktiven neuroendokrinen Tumoren erhalten Sie hier.

Diagnostik von Neuroendokrinen Tumoren 
Wegweisend für die Diagnose eines neuroendokrinen Tumorleidens können einerseits die spezifischen hormon-assoziierten Symptome sein, andererseits treten unspezifische Beschwerden im Sinne von Leistungsknick, Gewichtsverlust, oder abdominellen Schmerzen auf. Nicht selten sind die Tumore asymptomatisch und werden als Zufallsbefund nachgewiesen. In der Diagnostik kommen grundsätzlich die gleichen Verfahren zum Einsatz wie bei anderen Tumorerkrankungen. Darüber hinaus stehen jedoch auch einige spezifische Methoden zur Verfügung.

Detailiertere Hintergrundinformation zur Diagnostik neuroendokriner Tumore erhalten Sie hier.

Behandlung von Neuroendokrine Tumoren 
Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung ist es sinnvoll, das Therapiekonzept interdisziplinär und in Zusammenarbeit mit einem Zentrum zu entwickeln, in dem eine große Erfahrung in der Behandlung neuroendokriner Tumorerkrankungen besteht.
Neben der Chirurgie stehen mehrere nicht-chirurgische Ansätze wie spezifische Hormontherapien und radiologische Verfahren zur Verfügung. Bei der Auswahl der Therapieverfahren ist die große klinische Bandbreite der Erkrankung zu berücksichtigen. Patienten, die innerhalb weniger Monate ein schnell zunehmendes Tumorleiden entwickeln, stehen anderen Patienten gegenüber, die in über 90% einen gutartigeren Verlauf nehmen. Auch Patienten mit einem diffus metastasierten neuroendokrinen Tumor können mehr als 10 Jahre nach Diagnosestellung überleben. An unserem Zentrum werden eine Vielzahl von Patienten mit individuell auf Sie zugeschnittenen Therapiekonzepten behandelt und oft über viele Jahre interdisziplinär betreut.

Detailiertere Hintergrundinformation zu Therapiemöglichkeiten neuroendokriner Tumore erhalten Sie hier.

Natürlich können auf diesen Seiten nicht alle Fragen beantwortet werden, sie ersetzen auch kein ärztliches Beratungsgespräch. Sollten Sie weitergehende Informationen wünschen oder Anregungen haben, so freuen wir uns über eine Kontaktaufnahme per Telefon, Fax oder E-Mail and die Adresse der Spezialambulanz für Neuroendokrine Tumore.