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Geschichte der Augenklinik

Die Augenklinik im Wandel der Zeit

 

Marburg - ein fruchtbarer Flecken für die Augenheilkunde

In Marburg hat die Augenheilkunde einen seltsamen Vorläufer in Johann Heinrich Jung, der sich Jung-Stilling nannte. Als Student gehörte er zum Straßburger Freundeskreis Goethes und erlernte dort die Kunst des Starstechens bei Lobstein. Goethe schrieb später “Nun hat Jung seit einigen Jahren mit Mut und frommer Dreistigkeit viele Staroperationen vollbracht und sich dadurch einen ausgebreiteten Ruf erworben”. In Marburg veröffentlichte er 1791 ein Buch über seine "Methode zur Ausziehung des grauen Stares". Doch erst mehr als 100 Jahre später wurde der erste Lehrstuhl für Augenheilkunde an der Philipps - Universität gegründet und der 33-jährige Hermann Schmidt-Rimpler 1873 zum Ordinarius berufen. Gearbeitet hat er in einem wackeligen Hinterhaus aus Holz mit acht Betten. Doch bereits zehn Jahre später wurde nach modernsten Gesichtspunkten die Universitäts-Augenklinik an der heutigen Stelle errichtet. Die damalige Aufteilung der Klinik, nämlich die Belegung des Erdgeschosses mit Poliklinik und Hörsaal, bzw. Krankenzimmern im 2. und 3. Stockwerk, haben sich bis heute bewährt. Das Gebäude wurde 1944 erheblich beschädigt und in den folgenden Jahren bis 1957 wiederhergestellt.

Berühmte Ophthalmologen wie Theodor Axenfeld, Karl Stargardt und Alfred Bielschowsky forschten, leiteten und lehrten in der Marburger Augenklinik. Hervorzuheben ist der Beitrag von Alfred Bielschowsky zur Gründung der ”Blindenstudienanstalt” im Jahr 1916. Anlass war das erschütternde Schicksal vieler junger Männer, die im Kriege durch Verwundung erblindeten. Klinische Schwerpunkte wechselten in den vergangenen Jahrzehnten und wurden wesentlich durch die jeweiligen Ordinarien geprägt.

Zwischen 1989 und 2008 wurde die Klinik von Herrn Prof. Dr. med. Peter Kroll geleitet, der engagiert umbaute, Organisationsstrukturen änderte sowie neueste diagnostische und operative Verfahren einführte. Während seines Ordinariats erfolgte die deutschlandweit erste Fusionierung und anschließende Privatisierung zweier Universitätskliniken zur Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH.

Seit Dezember 2008 hat die Universitätsaugenklinik Marburg mit Herrn Prof. Dr. med. Walter Sekundo einen neuen Ordinarius. Der Umzug aus der alten Augenklinik im Lahntal ins "Kopfzentrum" auf die Lahnberge ist im März 2011 erfolgt.