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Patienteninformation Pleuraerguss

Was ist ein Pleuraerguss?

Als Pleuraerguss bezeichnet man eine Flüssigkeitsansammlung zwischen den Pleurablättern (Lungen- und Rippenfell). Ein Pleuraerguss kann ein- oder beidseitig auftreten. Für das Entstehen eines Pleuraergusses gibt es zahlreiche Ursachen.

Ursachen

Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche): ist die häufigste Ursache. Durch die reduzierte Pumpfunktion des Herzens wird weniger Flüssigkeit ausgeschieden und sammelt sich in verschiedenen Körperhöhlen, z.B. dem Pleuraspalt.
Pneumonie (Lungenentzündung): es entwickelt sich häufig ein Pleuraerguss als entzündliche Mitreaktion, besonders wenn die Entzündung auf das Rippenfell übergreift.
Bösartige Tumoren, z.B. Lungenkrebs oder Lungenmetastasen können ebenso Ursache für Pleuraergüsse sein. Als Begleiterscheinung kann ein Pleuraerguss auch bei Nierenerkrankungen, Leberzirrhose, rheumatischen Erkrankungen und einer Bauchspeicheldrüsenentzündung auftreten.

Symptome

Kleine Ergüsse verursachen häufig nur geringe Schmerzen, die meist atemabhängig sind. Je größer der Erguss, desto geringer die Schmerzen, aber desto größer die Atemnot. Bei großen Ergüssen beobachtet man oft eine schnelle und flache Atmung sowie eine Blaufärbung der Lippen als Ausdruck des Sauerstoffmangels.

Diagnostik
Vorgeschichte und körperliche Untersuchung: Häufig weist die Vorgeschichte häufig schon auf die Ursache hin, z.B. Lungenentzündung oder Herzinsuffizienz. Bei der körperlichen Untersuchung fällt ein Erguss durch eine Dämpfung bei Abklopfen und beim Abhören durch eine Abschwächung des Atemgeräusches auf.

Röntgen und Ultraschall: Mit dem Ultraschall können bereits kleine Ergüsse (ab 50 ml) nachgewiesen werden. Im Röntgenbild der Lunge werden Ergussmengen ab 200 ml sichtbar.

Computertomographie: Mit Hilfe dieser Untersuchung werden selbst kleinste Ergüsse nachweisbar

Pleurapunktion: Unter Ultraschallkontrolle wird bei lokaler Betäubung der Pleuraraum punktiert und mit einer Spritze Flüssigkeit zur weiteren Untersuchung gewonnen (Eiweißgehalt, Bakterien, Entzündungs- u. Tumorzellen)

Thorakoskopie: Diese Untersuchung kann bei wiederholten oder unklaren Pleuraergüssen nötig sein. Dabei werden meist in Vollnarkose eine Kamera und mehrere Hohlnadeln in den Brustkorb eingeführt. So kann der Pleuraraum komplett angesehen und ggf. Gewebeproben entnommen werden.

Therapie

Das Ziel ist zunächst die Behandlung des Grundleidens. Bei großen Ergüssen und nicht ausreichend behandelbarem Grundleiden gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Pleurapunktion: Bei zunehmenden Beschwerden (Atemnot, Sauerstoffmangel) kann ein Erguss durch eine Punktion entlastet werden (maximal 1000 ml in einer Sitzung)

Thoraxsaugdrainage: Bildet sich ein Erguss nicht zurück oder ist der Pleuraraum infiziert, so wird für einige Tage über einen kleinen Hautschnitt ein Katheter in den Pleuraraum eingelegt, der besaugt wird. So wird der Erguss kontinuierlich entleert.

Pleurodese: Ist das Grundleiden nicht behandelbar (bösartige Tumoren) und der Pleuraerguss läuft rasch nach, so kann über die einliegende Drainage ein Medikament appliziert werden, das zum Verkleben der beiden Pleurablätter führt.