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Ein Jahr Tegut Lädchen für alles

Im Zentrum für Psychische Gesundheit

Die Lebensmittelpunkt gGmbH, Tochtergesellschaft des Lebenshilfewerkes Marburg Biedenkopf, hatte zum 1. Geburtstages des Tegut „Lädchen für alles“ eingeladen. Es gab ein gemeinsames Frühstück am Standort im Zentrum für Psychische Gesundheit.
Das Lädchen mit Cafeteria ist in der Klinik ein Treffpunkt und Ort der Begegnung für Mitarbeiter, Patienten, Besucher, Schüler der umliegenden Schulen, Studenten und Bewohner des Stadtteils Ortenberg.
Die Arbeit im Lädchen ist für Menschen mit Behinderung mehr als nur Teilhabe am Arbeitsleben. Mit viel Motivation und Spaß leisten sie einen sehr wichtigen Beitrag zum Gemeinwesen.
Jeder Mitarbeiter im Lädchen erhält die Möglichkeit, sich vollständig und gleichberechtigt einzubringen. Also nicht nur Hilfen und Unterstützung zu erhalten, sondern sich auch aktiv für den wirtschaftlichen Erfolg des Konzeptes einzusetzen. Hiermit beschreitet die Lebensmittelpunkt gGmbH den Weg von der Integration zur Inklusion für Menschen mit Handicap. Damit leistet das Lädchen ein Beitrag von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung.
Trotz der guten Akzeptanz werden mit diesem wohl Deutschland weit einzigartigem Projekt nicht immer schwarze Zahlen geschrieben.Aber nur am wirtschaftlichen Ergebnis will der Betreiber des „Lädchens“ den Erfolg nicht messen. „Wir haben hier ein Integrationsprojekt der ganz besonderen Art – ein kleiner Supermarkt in einer Psychiatrischen Klinik ist bundesweit einmalig. Wir schaffen hier Arbeitsplätze für Nichtbehinderte, für Menschen mit einem Vermittlungshemmnis und für behinderte Menschen aus Werkstätten“, stellte Geschäftsführer Roland Wagner bei seiner Begrüßung fest. Er dankte allen Wegbegleitern, die im ersten Jahr dieses einzigartige Projekt mit unterstützt haben. Prof. Dr. Carsten Conrad von der Leitung der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie zeigte sich mit seinen Glückwünschen erfreut über das Angebot, das sich zu einem wichtigen Bestandteil der Klinik entwickelt hat. Er brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass man gemeinsam noch sehr viele Geburtstage feiern sollte.
Der stellvertretende Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Michael Haberhausen stellte fest, dass dieses Angebot auch für die Eltern und Jugendlichen ein guter Anlaufpunkt sei. Durch die jetzt geplanten Umbauarbeiten am Standort sei vielleicht mit einer noch höheren Besucherfrequenz zu rechnen.

Auch Knut John von der Firma Tegut merkte an, dass der Einzelhandel in der heutigen Zeit ein recht schwieriges Geschäft sei. Trotzdem unterstütze Tegut solche sozialen Projekte. An der Akzeptanz liegt es sicherlich nicht. Von der Belegschaft und Patienten der Klinik wird das Angebot sehr gut angenommen. Auch Studenten und Schüler finden oft den Weg in das Lädchen für ein Getränk oder einen Pausensnack. Um die Besucherfrequenz noch zu erhöhen und vor allem die Bewohner des Stadtteils Ortenberg anzusprechen, ist am 23. Oktober in dem Lädchen ein DHL Paketshop eröffnet worden. Im Rahmen einer bundesweiten Aktion errichtet die Deutsche Post in Marburg vier neue DHL Paketshops. Insgesamt wächst die Zahl in der Stadt damit auf 18 Standorte. Einer davon ist das „Lädchen für alles“. Hier können frankierte Pakete, Päckchen und Retouren eingeliefert, sowie Postwertzeichen erworben werden. Ein weitere Neuheit ist der Bring Service. Nach telefonischer Bestellung oder Warenauswahl im Lädchen bringt der Fahrdienst die Einkäufe den Bewohnern des Stadtteiles an bestimmten Tagen nach Hause.