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Neues Behandlungsangebot für Patienten

Wenn der fortwährende Stress am Arbeitsplatz krank macht, wenn plötzliche körperliche Beschwerden plagen, für die auch der Arzt keine organischen Ursachen findet, dann sind die Spezialisten der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am UKGM unter der Leitung von Prof. Johannes  Kruse gefragt.

„Wir beobachten in den vergangenen Jahren eine deutliche Zunahme  an psychischen aber auch psychosomatischen Erkrankungen.  Damit meinen wir Patienten,  die aufgrund von psychischen Belastungen  wie Arbeitsstress, soziale Probleme oder traumatische Erfahrungen auch körperlich krank werden  aber auch solche, die aufgrund  einer andauernden oder  schwerwiegenden Erkrankung eben auch psychische Probleme bekommen. Seelische Erkrankungen, die durch dauerhaften und für den Einzelnen nicht mehr zu bewältigenden Druck am Arbeitsplatz entstehen, der sogenannte Burnout“, sind mittlerweile in Deutschland führend  in der Krankschreibung und Frühberentung.  Darauf muss man reagieren“,  so Prof. Kruse.

Um dem Anstieg der Patientenzahlen gerecht  zu werden, hat die Klinik jetzt am UKGM in Marburg eine eigene Station mit 20 stationären Betten und fünf tagesklinischen Behandlungsplätzen eröffnet. „Ganz besonders in unserer Fachdisziplin ist es schon bei der Diagnostik enorm wichtig, den Patienten  ausreichend Raum und Zeit bieten zu können,  um die Ursache für die jeweilige Erkrankung festzustellen.  Gerade bei Patienten, die ein rein körperliches Krankheitsverständnis haben, braucht  es hinreichende professionelle Zuwendung, um das Verständnis für die psychischen Ursachen der Erkrankung zu wecken und die Motivation für eine psychotherapeutischen Behandlung  aufzubauen“, betont Oberärztin Beate Kolb-Niemann, stellvertretende Direktorin der Klinik. „Unsere  über 35-jährige Erfahrung in der Psychosomatischen  Medizin bildet dabei die Grundlage.  Die Patienten  erhalten  in den neuen  Räumen eine moderne Komplexbehandlung, bei der wir aktuelle psychotherapeutische  Behandlungskonzepte anwenden. Durch den unmittelbaren Zugang zu den anderen  Disziplinen er universitären medizinischen  Versorgung im Haus können hier auch begleitende organische  Erkrankungen der Patienten  jederzeit von Experten diagnostiziert  und behandelt werden. So erhalten  unsere Patienten  ein persönlich auf sie zugeschnittenes Therapieangebot, das körperliche und seelische Leiden gleichermaßen berücksichtigt“, so Kolb-Niemann.  Genau dies wurde auch bei der Ausstattung der Zimmer in der neuen  Station berücksichtigt. Zum einen bieten die Zimmer für körperlich kranke Patienten  alle Voraussetzungen für eine medizinische Behandlung, wie zum Beispiel die technischen  Anschlüsse für die Gabe von Sauerstoff, zum anderen  können  die Patienten  die Zimmer auch persönlich gestalten, etwa durch das Aufhängen  eigener Bilder.