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Selektive Interne Radiotherapie (SIRT)

Strahlende Mikrokügelchen bekämpfen Leberkrebs und -metastasen

Patienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium haben oft nur begrenzte Chancen auf Heilung. Sie können aber von einer Behandlung profitieren, die eine verlängerte Überlebenszeit und verbesserte Lebensqualität verspricht. Die Selektive Interne Radiotherapie (SIRT) kann die Prognose für Patienten mit inoperablen Lebermetastasen und primären Lebertumoren, wie Leberzellkrebs oder Gallengangkrebs, verbessern.

Bei der SIRT handelt es sich um ein medizinisch anspruchsvolles Verfahren, das ein Zusammenwirken verschiedener Fachdisziplinen erfordert. Entscheidend für die Therapie ist unter anderem, dass Patienten über eine gute Leberfunktion verfügen und sich die Tumoren vorwiegend in der Leber befinden. Diese Voraussetzungen werden in einem Tumorboard, bestehend aus Interventionellen Radiologen, Nuklearmedizinern und Onkologen, geprüft. Erfüllt der Patient die Kriterien, nehmen Dr. Dagmar Steiner (Nuklearmedizin) und Dr. Andreas Breithecker (Radiologie) am Standort Gießen den Eingriff vor. Dazu bringen sie über einen Leistenkatheter radioaktive Mikrokügelchen in die Leberarterie ein. Die Kügelchen wandern zu den Tumoren und bestrahlen die Krebszellen im Körperinneren. Im Vergleich zur Bestrahlung von außen werden umgebende Organe und gesunde Zellen geschont. Aufgrund der geringen Nebenwirkungen kann der Patient üblicherweise nach zwei Tagen das Krankenhaus verlassen. Verläuft die Therapie erfolgreich, kann die SIRT die Überlebenszeit verlängern1,2,3 und die Lebensqualität verbessern.