A A A
-->

„Netzwerk Kardiogener Schock“

Erster Patient wohlauf nach Behandlung mit mobiler Herz-Lungen-Maschine am UKGM in Gießen

Das im Januar dieses Jahres vorgestellte neue „Netzwerk Kardiogener Schock“ konnte im September den ersten Patienten nach erfolgreichem Einsatz der mobilen Herz- Lungen-Maschine zur Verlaufskontrolle begrüßen. Der Rettungshubschrauber „Christoph Hessen“ hatte den Patienten und das UKGM-Rettungsteam wohlbehalten aus einer beteiligten Netzwerkklinik nach Gießen ins Universitätsklinikum geflogen. Hier wurde der Patient weiteren lebensnotwendigen Untersuchungen und intensivmedizinischer Behandlungen unterzogen.

Akutes Herz-Kreislaufversagen, der sogenannte kardiogene Schock, ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Wenn der Kreislauf zusammen bricht, hängt zunächst das Leben des Patienten, aber auch die Schwere möglicher Folgeschäden, von einer schnellen Stabilisierung oder Wiederbelebung ab. Eine große Herausforderung für die Rettungsteams vor Ort: Behandlungsstrategien wie Herzdruckmassage, Medikamente, Elektroschocks kommen zum Einsatz, um das Herz wieder ausreichend schlagen zu lassen. Ein Wettlauf mit der Zeit, denn je länger der notwendige Kreislauf aussetzt, desto größer sind die Schäden an Herz und Gehirn. Im Regelfall wird der Patient vor Ort reanimiert und zur weiteren Versorgung in die Klinik gebracht. Auf dem Transportweg kann es jedoch immer wieder zu einem lebensbedrohlichen Abfall des Kreislaufes bis hin zum Herzstillstand kommen.

Mit dem seit Anfang des Jahres 2013 existierenden
„Netzwerk Kardiogener Schock“ kommt die Herz- Lungen-Maschine jetzt zum Patienten, kann in kürzester Zeit vor Ort angeschlossen werden und das Herz- Kreislaufsystem stabilisieren. Möglich macht das die bislang kleinste Herz-Lungen-Maschine der Welt, das „Cardiohelp System“. Es passt in jeden Einkaufskorb und lässt sich sowohl im Rettungswagen als auch im Hubschrauber schnellstmöglich zum Patienten bringen. Im Frühsommer kam es nun im in Reichelsheim stationierten Rettungshubschrauber „Christoph Hessen“ zum Einsatz.

Prof. Christian Hamm, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie am UKGM Gießen und sein Team haben für das Netzwerk eine Struktur geschaffen, die es ermöglicht, dass innerhalb kürzester Zeit ein Spezialteam, bestehend aus einem Kardiologen, Herzchirurgen und einem Kardiotechniker, mit dem Gerät vor Ort im Einsatz sein kann.

Dr. Matthias Bayer, Netzwerkkoordinator: „Hierdurch können wir Patienten von jedem Ort in Mittelhessen aus in einem stabilem Kreislaufzustand in die Uniklinik bringen und hier mit den neuesten Behandlungsmethoden versorgen. Patienten, die möglicherweise ansonsten verstorben wären. Denn mit den bis dato bestehenden Möglichkeiten der Behandlung des kardiogenen Schocks hat diese Erkrankung eine Sterblichkeit von über 50 Prozent“.

Genau diese Gefahr bestand auch bei dem nun erfolgreich behandelten ersten Patienten. Nach einem akuten Verschluss einer Herzkranzarterie musste er zunächst wiederbelebt werden und ließ sich schließlich nur noch mit Hilfe der mobilen Herz-Lungen- Maschine „CardioHelp“ stabilisieren. Nach Übernahme in der Kardiologie des UKGM Gießen konnte der Patient durch weitere Untersuchungen und letztlich auch durch die Entwöhnung von der Herz- Lungen-Maschine erfolgreich behandelt werden. Aktuell stellte er sich nach erfolgreicher Rehabilitation ohne ersichtliche Einschränkungen zur Verlaufskontrolle vor und nutzte die Möglichkeit sich bei seinem „Cardio- Help®“-Team zu bedanken.

Weitere Informationen Link zur Klinik: http://www.ukgm.de/ugm_2/deu/ugi_kar/index.html