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Achtung Cholesterin!

Zuviel macht schon Kinder krank Schwerpunkt Gastroenterologie am UKGM in Gießen informiert

Wir brauchen es unbedingt, doch zu viel macht uns krank. Ohne Cholesterin könnte niemand überleben. Grund: Cholesterin ist ein grundlegender Bestandteil unserer Zellen und damit des gesamten Körpers. Es gehört zu den Lipiden und wird im Blut über Lipoproteine transportiert. In unserem Körper produziert die Leber diesen wichtigen Stoff und wir nehmen ihn zusätzlich zur Leber-Eigenproduktion über die Nahrung auf. Und genau da liegt das Problem. „Wenn wir zuviel Cholesterin, zum Beispiel durch tierische Fette, zu uns nehmen, wird es nicht mehr verarbeitet, sondern lagert sich an den Arterienwänden ab und verengt sie immer mehr. Das wiederum behindert den Blutdurchfluss und die Organe werden nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt“, sagt Prof. Elke Roeb, Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen Leberstiftung, zum „Tag des Cholesterins“.

Experten gehen davon aus, dass in Deutschland rund 30 Prozent der Bevölkerung Cholesterinwerte haben, die weiter abgeklärt werden sollten. Menschen mit dem sogenannten Metabolischen Syndrom, die an hohen Blutfettwerten und Übergewicht leiden, haben auch häufig eine Fettleber, die am Ende zur Leberzirrhose führen kann. Sie kann weitere Erkrankungen verursachen. Ein ungesunder Lebensstil und zu wenig Bewegung fördern zum Beispiel diese Erkrankung bereits in jungen Jahren. Immer mehr Kinder und Jugendliche sind von hohen Blutfettwerten und Übergewicht betroffen. „Der jährliche Tag des Cholesterins“ macht unter anderem auf diesen Teufelskreis aufmerksam. Speziell um Erkrankungen der Leber kümmert sich der Deutsche Lebertag, der unter dem Motto „Achtung! Leber!“ stand. Der Schwerpunkt Gastroenterologie (Leiterin Prof. Dr. E. Roeb) des UKGM in Gießen unterstützt diese Maßnahmen durch zahlreiche Aufklärungsveranstaltungen.

Fettleber und die Folgen

Fettleber-Erkrankungen gehören zu den wichtigsten und häufigsten Ursachen einer Leberzirrhose (Endstadium chronischer Lebererkrankungen). In der Folge kann unter Umständen auch Leberkrebs entstehen. Um dieses Risiko für Folgeerkrankungen frühzeitig zu diagnostizieren, ist es wichtig zu erkennen, ob die Leber erkrankt ist. Das geschieht durch regelmäßige Testung der Leberwerte. Sind diese erhöht und der Patient ist zum Beispiel an einer Fettleber erkrankt, kann eine Leberpunktion zeigen, ob ein Risiko für weitere Lebererkrankungen besteht. Nicht jede Fettleber führt zur Leberentzündung, die eine Vernarbung des Lebergewebes oder einen Tumor verursachen kann. Während früher häufiger bei Patienten mit einer Hepatitis- Virus-Infektion eine solche Leberpunktion durchgeführt wurde, findet sie heute auch regelmäßig bei Patienten mit Fettleber statt. Von einer Fettleber ist in Deutschland zum Beispiel die Hälfte aller Diabetiker betroffen. Also rund vier Millionen Menschen. Ebenso hat etwa die Hälfte aller sehr stark Übergewichtigen eine Fettleber mit dem damit einhergehenden erhöhten Risiko für Lebererkrankungen. Wird dieses Risiko rechtzeitig erkannt, kann man der Entwicklung einer weiteren Erkrankung mit einer Ernährungsumstellung gezielt gegensteuern. Dazu gehören unter anderem Gewichtsreduktion, eine gesunde Lebensweise und ein genaueres Auge auf die fetthaltigen Lebensmittel. Ebenso sollten regelmäßig die Leberwerte beim Hausarzt kontrolliert werden.