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Fünf Fragen an Martin Menger

Vorsitzender der Geschäftsführung der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH,zur Neuausrichtung der RHÖN-KLINIKUM AG und der zukünftigen Rolle des UKGM

Die RHÖN-KLINIKUM AG stellt ihr Portfolio völlig neu auf. Der Konzern will sich in Zukunft vor
allem auf Einrichtungen konzentrieren, die spitzenmedizinische Vollversorgung im wissenschaftlichuniversitären und maximalversorgungsnahen Umfeld bieten. Die Basis der „neuen Rhön“ werden die Standorte Bad Berka, Bad Neustadt a. d. Saale, Frankfurt (Oder) sowie die Universitätskliniken Gießen und Marburg mit rund 5.300 Betten bilden, die als weiterhin unabhängiger, homogener Unternehmensverbund unter dem sogenannten „Campus- Konzept“ geführt werden. Die Einrichtungen haben jeweils eine Kapazität zwischen 650 und 1.200 Betten. Die „neue Rhön“ startet mit einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro und beschäftigt schon heute rund 15.000 Mitarbeiter. Im umsatzorientierten Branchenranking nimmt das Unternehmen damit Platz vier unter den großen deutschen Klinikunternehmen ein. Zugleich werden 43 Kliniken und damit verbundene Unternehmen an das Gesundheitsunternehmen Fresenius Helios veräußert.

Frage: Die „neue Rhön“ will sich zukünftig auf fünf Standorte in dem homogenen Unternehmensverbund konzentrieren. Was bedeutet das und was verbirgt sich hinter dem Begriff „Campus-Konzept“?

Die Rhön-Kliniken in Bad Berka, Bad Neustadt, Frankfurt an der Oder und Gießen-Marburg sind von ihrer medizinischen Ausrichtung, ihren Angeboten an die Bevölkerung, ihrer Größe und ihrer Bedeutung für die jeweilige Region vergleichbar und näher beieinander als im bisherigen Verbund, zu dem auch Grund- und Regelversorger zählten. Daher lassen sich Prozesse und Planungen innerhalb des Konzerns besser und schneller aufeinander abstimmen. Es geht bei diesem Konzept um spitzenmedizinische Spezialangebote mit unserem Uniklinikum als Dreh- und Angelpunkt

Und das UKGM soll im Mittelpunkt des neuen Verbundes stehen?

Unser Universitätsklinikum wird mit seiner Innovationskraft das medizinische Drehkreuz der neuen Rhön. Die insgesamt zehn Kliniken sollen verzahnt und das UKGM führend werden in der Ausbildung, aber auch der Fort- und Weiterbildung unserer Ärzte. Unterm Strich werden alle Patienten und alle Mitarbeiter unter dem Dach der neuen Rhön von den hier in Mittelhessen erforschten, entwickelten und in die Praxis überführten medizinischen Entwicklungen und Verfahren direkt, schnell und unmittelbar profitieren.

Wird es neue Schwerpunkte am UKGM geben?

Gießen und Marburg sind Orte der Hochschulmedizin
und damit Orte der Exzellenz und des medizinischen Fortschritts. Daher gehört Veränderung im Sinne von Verbesserung der Medizin zum Wesen des UKGM. Selbstverständlich werden wir uns weiter entwickeln, aber stets entlang unserer Stärken und unserer international anerkannten Expertise in Sachen Lunge, Herz, Kinderherz, Onkologie, Infektiologie und einigen anderen mehr.

Im Jahr 2012 war die öffentlichen Diskussion zum UKGM oft sehr kritisch. Wird die Neuausrichtung des Konzerns an dieser Stelle etwas verändern?

Nach der jetzigen Entscheidung der Neuausrichtung unseres Unternehmens wird sich die politische und öffentliche Debatte, die im Hinblick auf die tatsächliche Personalbesetzung sehr oft polarisierend und falsch wiedergegeben wurde, meines Erachtens nach und nach beruhigen. Dann können wir uns ausschließlich auf unser Kerngeschäft konzentrieren, nämlich Spitzenmedizin und exzellente Pflege für unsere Patienten anzubieten und eine hervorragende Versorgung in und für die Region Mittelhessen zu gewährleisten.

Es sollen 43 Kliniken verkauft werden. Weshalb hält die RHÖN-KLINIKUM AG gerade am UKGM fest?

Ein Verkauf des UKGM stand nicht zur Debatte. Das Uniklinikum wird Motor der medizinischen Entwicklung innerhalb der neuen Rhön sein. Daher werden in Gießen und Marburg auch weitere Investitionen erfolgen. Patienten sollen hier weiterhin exzellent ausgebildete Ärzte und Pflegekräfte vorfinden, die neuesten und besten Geräte, moderne Gebäude und Räume und rundherum eine optimale Versorgung.