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Frischzellenkur statt künstlichem Kniegelenk bei Knorpelschäden

Frischzellenkur statt künstlichem Kniegelenk bei Knorpelschäden
Orthopädie am UKGM in Gießen bietet verbessertes modernes Verfahren an

Unsere Kniegelenke müssen schon im Normalfall täglich harte Arbeit leisten, da sie beim Gehen ständig unser Körpergewicht tragen. Werden sie stark belastet, zum Beispiel durch regelmäßige Stop- and Go-Sportarten wie Fußball oder Handball, dann kann es auch schon bei jungen Menschen zu Verschleiß am Knorpel kommen, der als Puffer zwischen den Gelenkknochen für eine reibungslose Bewegungsabfolge sorgt. Die Folgen sind fortschreitendende Entzündungen (Arthrosen) im Gelenk und Schmerzen bei Belastung. Im fortgeschrittenen Stadium, meist bei altersbedingtem Verschleiß, kann nur noch ein künstliches Kniegelenk Abhilfe schaffen. In einem frühen Stadium kann man jedoch mit einem modernen minimal-invasiven Verfahren Knorpelschäden erfolgreich behandeln. Das Verfahren nennt sich Matrixgestützte autologe Chondrozytentransplantation, kurz MACI und wird in der Gießener Orthopädie unter der Leitung von Prof. Dr. Markus Rickert angeboten.

Dabei wird dem Patienten bei einer Kniespiegelung (Arthoskopie) mit einer kleinen zylinderförmigen Stanze eine minimale Menge an Knorpelgewebe entnommen, auf eine spezielle Kollagenmembran übertragen und zur Anreicherung an eine Spezialfirma eingeschickt. Dort wachsen dann in drei bis vier Wochen neue, körpereigene Zellen nach. Der Patient bleibt nach der OP maximal ein bis zwei Tage in der Klinik und kann sein Bein voll belasten. Der Schnitt im Knie ist gerade mal ein halber bis ein Zentimeter lang und nach zwölf Tagen werden die Fäden gezogen. Sind die neuen Zellen erfolgreich gewachsen, kommt der Patient nach spätestens vier Wochen zur Transplantation wieder. In einem zweiten Eingriff wird das verschlissene Gewebe aus dem Knorpel entfernt und die Membran mit den neuen Knorpelzellen passgenau eingefügt. „Diese Methode hat für die Patienten zahlreiche Vorteile“, sagt Funktionsoberarzt Dr. Dirk Stolz, der auf den Eingriff spezialisiert ist. „Dadurch dass wir hier körpereigene Zellen transplantieren gibt es keine Abstoßungsreaktionen. Außerdem ist dieses Gewebe viel besser als Ersatzknorpelmaterial, da es genauso elastisch ist, wie der ursprüngliche gesunde Knorpel. Gerade bei jungen Patienten können wir so eine Arthrose verhindern und oftmals erreicht man mit diesem Eingriff sogar nahezu hundertprozentig den Zustand eines komplett gesunden Knorpels.“

Nach der Transplantation bleiben die Patienten zwei bis vier Tage in der Klinik und müssen das operierte Knie bis zu acht Wochen durch die Hilfe von Gehstützen entlasten. Dann ist das neue Gewebe eingeheilt. Stop-and-GoSportarten sollten dann ein halbes Jahr lang ausgelassen werden, Schwimmen, Walken oder Fahrrad fahren sind aber gut machbar.

Mit diesem Verfahren haben die Gießener Orthopäden schon eine zehnjährige Erfahrung. Weil der ursprüngliche Anbieter der Zellmembranen zwischenzeitlich nicht mehr zur Verfügung stand, konnte dieser Eingriff allerdings länger nicht angeboten werden. Jetzt stellt ein deutsches Unternehmen die entsprechende Technologie in verbesserter Form und mit kürzeren Wartezeiten zur Verfügung und deshalb ist das gesamte Verfahren ab sofort wieder für Patienten am UKGM möglich.

Weitere Informationen Terminvereinbarungen für die Kniesprechstunde: 06 41/9 85-4 29 25

Mehr zur Gießener Orthopädie im Internet unter: www.orthogiessen.de