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Mit Sprache heilen

Neues Weiterbildungsangebot hilft Ärzten über Sprachbarrieren hinweg

Im Bereich der medizinischen Versorgung arbeiten zunehmend Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Bei nicht ausreichenden Sprachkenntnissen
können Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Ärzten und Patienten auftreten, die weitreichende Folgen haben. Daher bietet das Dr. Reinfried Pohl-Zentrum
für medizinische Lehre (RPZ) in Kooperation mit dem Sprachenzentrum an der Philipps-Universität Marburg ab Juni 2014 den Weiterbildungskurs „Fit für den
Job“ speziell für ausländische Ärztinnen und Ärzte an.

Der Kurs ist für ausländische Ärzte konzipiert, die bereits in hessischen Kliniken arbeiten oder sich dort bewerben möchten. Im Umfang von vier Wochen
Unterricht wird ein praxisnahes Training durchlaufen, bei dem sowohl die Sprache als auch das Kommunikationsverhalten der Teilnehmer im Fokus stehen. Das
Angebot umfasst einen berufsspezifischen Sprachkurs sowie ein Kommunikationstraining für typische Situationen im stationären klinischen Bereich. Zentrale
ärztliche Aufgaben wie das Erheben einer Anamnese, das Führen von Aufklärungsgesprächen und Telefonaten, die Patientenübergabe, sowie die Kommunikation
mit Pflegepersonal und ärztlichen Kollegen werden nach der Erarbeitung im Sprach-
kurs unter Einsatz von Simulationspatienten trainiert. „So erhalten die Teilnehmer direkt Feedback zu ihrem Kommunikationsverhalten“, erklärt Andrea
Schönbauer, die das Angebot am RPZ koordiniert.

Nachdem die Teilnehmer sprachliche Sicherheit gewonnen haben, werden auch kulturelle Unterschiede im Arzt-
Patienten- und Arzt-Kollegen-Verhältnis im Vergleich zum Herkunftsland thematisiert und potentielle Konfliktfelder wie zum Beispiel der Umgang mit
Tabuthemen besprochen. Der Kurs endet mit einer Prüfung, die vom hessischen Landesprüfungsamt für die Approbation (Anerkennung) der in Deutschland
arbeitenden ausländischen Ärzte anerkannt wird und sich an den bundeseinheitlichen Kriterien orientiert.

Dr. Susanne Duxa, Leiterin des Sprachenzentrums, erläutert: „Unsere Erfahrung in der Erstellung von Curricula, der Durchführung von fachsprachlichem
Unterricht für Studierende der Medizin in Deutsch und Englisch als Fremdsprache sowie im Testen und Prüfen ergänzt sich hier auf ideale Weise mit der
Expertise in der praxisnahen Medizinerausbildung am Dr. Reinfried Pohl-Zentrum.“

Der Dekan des Fachbereichs Medizin, Professor Dr. Helmut Schäfer begrüßt das Sprach- und Kommunikations- training für ausländische Ärzte auf akademischem
Niveau: „Ich freue mich, dass von der Philipps-Universität ein Impuls ausgeht zur Verbesserung der sprachlichen Kommunikation in der Krankenversorgung,
Lehre und
Forschung." Ermöglicht wurde die Entwicklung dieses Kurses durch eine Spende des Marburger Mäzens Prof. Dr.
Reinfried Pohl, der auch für das Zentrum für medizinische Lehre Pate stand.

Die Anmeldung zu dem 160 Lehreinheiten umfassenden Angebot zum Preis von 2.200 Euro ist ab sofort möglich. Der erste Kurs wird am 23. Juni 2014 starten.
Pressestelle Philipps-Universität Marburg.