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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den drei Universitäten Gießen, Dresden und Heidelberg die Fortsetzung des Sonderforschungsbereiches/Transregio 79 mit dem Titel „Werkstoffe für die Geweberegeneration im systemisch erkrankten Knochen“ bewilligt. Beteiligt sind außerdem das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg und die Leibniz-Institute für Festkörper- und Werkstoffforschung und für Polymerforschung in Dresden. Die Federführung liegt bei der JLU (Sprecher: Prof. Dr. Christian Heiß, Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der JLU).

Ziel dieses interdisziplinären Forschungsverbundes ist es, neue Knochenersatzmaterialien und Implantatwerkstoffe für den systemisch erkrankten Knochen zu entwickeln, zu untersuchen und zu testen. Im Mittelpunkt stehen zwei Erkrankungen, die jeweils ein deutlich erhöhtes Knochenbruchrisiko mit sich bringen: Osteoporose, eine weit verbreitete und vor allem im Alter auftretende Knochendegeneration sowie die bösartige Tumorerkrankung Multiples Myelom, die zu lokal umgrenzter Zerstörung des Knochengewebes führt.

Der modernen Unfallchirurgie und Orthopädie stehen zwar eine Vielzahl an Knochenersatzmaterialien wie auch dauerhaften Implantaten zu Verfügung; diese sind jedoch nicht an die spezifischen Bedingungen von systemischen Krankheitsbildern angepasst, die generell zu einer deutlichen Verschlechterung der Knochenfraktur- und -defektheilung führen. Aufgabe des Forschungsverbundes wird es deshalb sein, neuartige Lösungen für solche Formen von Knochendefekten zu entwickeln und in geeigneten Zellkultur- und Tiermodellen zu untersuchen. Am Ende des auf insgesamt zwölf Jahre angelegten Vorhabens sollen die Ergebnisse dann in die klinische Anwendung übertragen werden.

Wichtige Teilprojekte des SFB/TRR 79 werden dabei in der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie/Labor für Experimentelle Unfallchirurgie u. a. von Herrn Prof. Dr. Heiß, Prof. Dr. Dr. Alt sowie Frau Prof. Dr. Lips durchgeführt. Weitere Teilprojekte werden von Prof. Dr. Wenisch, Institut für Veterinär-Anatomie, -Histologie und –Embryologie der Justus-Liebig-Universität, Gießen, Prof. Dr. Janek, Physikalisch-Chemisches Institut der Justus-Liebig-Universität, Gießen und Dr. Kampschulte, Zentrum für Radiologie, Sektionsbereich experimentelle Radiologie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Gießen geleitet.

Nach einem mit exzellent bewerteten Begutachtungstermin im Dezember 2013, bei dem sowohl die Ergebnisse der ersten Förderperiode als auch die Anträge für eine Fortsetzung des Forschungsverbundes vorgestellt wurden, hat die DFG zugestimmt, den SFB/TRR 79 in einer zweiten Förderperiode (Juli 2014 – Juni 2018) mit 9,9 Millionen zu finanzieren.

Kontakt:
Dr. Sylvie Drahorad (Koordinatorin)
Zentrale Verwaltung des SFB/TRR 79
Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
Rudolf-Buchheim-Str. 7
35385 Gießen
Tel.: 0641/985-44668
Fax: 0641/985-44666
E-Mail: R.S.Transregio@chiru.med.uni-giessen.de
 

Webseite des SFB/Transregio 79