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Septische Chirurgie

Die Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie deckt das gesamte Spektrum der Behandlung von Knochen-, Gelenk- und Weichteilinfektionen ab. Die Klinik verfügt über eine separate Station zur speziellen Therapie dieser Infekte. Neben der Behandlung von reinen Weichteil- oder Gelenk-infektionen hat sich die Klinik auf die Therapie von Implantat-assoziierten Knocheninfekten, z. B. von Protheseninfektion oder Infektionen nach Osteosynthesen, spezialisiert.

Es wird dabei das Konzept der chirurgischen Sanierung der Infektsituation durch radikales Debridement, ggf. Implantatentfernung, und der Einsatz von lokalen Antibiotikaträgern  in Kombination mit systemischer Antibiose verfolgt. Als lokale Antibiotikaträger kommen klassische Antibiotika-„Ketten“ aber auch moderne Knochenersatzmaterialien in Kombination mit Antibiotika zum Einsatz, die eine Knochenneubildung fördern und nicht mehr entfernt werden müssen. Für das Management von infizierten Gelenkprothesen, wie z. B. Hüft- (Abb. 1), Knie- (Abb. 2) oder Schulterendoprothesen, bestehen sämtliche Voraussetzungen zur erfolgreichen Infektsanierung, aber auch zur Reimplantation einer neuen Gelenkprothese. Wichtig in diesem Zusammenhang ist eine etablierte und enge Kooperation mit dem Institut für Medizinische Mikrobiologie zur Diagnostik der infektauslösenden Keime, damit die notwendige Antibiotikatherapie an der Resistenzlage der Bakterien ausgerichtet werden kann.

 

Abb. 1

 

Abb. 2

 

Abb. 3

Bezüglich der Therapie infizierter Osteosynthesen nach operativer Frakturversorgung kommt zur Infektion der Implantate oftmals ein Befall der ehemaligen Frakturregion erschwerend hinzu, der zu einer sog. „infizierten Pseudarthrose“ führt. Hierbei handelt es sich um die komplexe Situation einer Infektion mit gleichzeitiger Instabilität des Knochens. Hierbei muss zunächst der Infekt saniert werden, bevor mit der knöchernen Rekonstruktion der Pseudarthrose begonnen werden kann. Knochentransplantationen mit körpereigenem Knochen kommen hierbei oft zum Einsatz. In Fällen, bei denen eine Resektion des Knochens von mehr als 4 cm aufgrund des Infektbefalls erforderlich ist, wird oftmals eine Technik zur Knochenverlängerung durch einen Fixateur externe verwendet, um den Knochen durch „Zug“ im sog. „Kallusdistraktionsverfahren nach Ilizarov“ zu verlängern und die Stabilität des Knochens wieder herzustellen (Abb. 3).

Im Bereich der Sanierung von Weichteilinfektionen können heutzutage neben den Standard-Operationsverfahren durch den Einsatz von sog. „Vakuum-Sog-Verbandstherapie“ auch bei grösseren Defekten gute Therapieerfolge erzielt werden. Daneben stehen aber auch lokale und freie Lappenplastiken technisch zur Verfügung. Für die chirurgische Behandlung von diabetischen Fussulcera existiert eine etablierte Kooperation mit der Fussambulanz der hiesigen Medizinischen Poliklinik.