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Serum-Augentropfen

Serumaugentropfen werden bei Patienten mit schweren Hornhautdefekten oder chronisch trockenem Auge mit großem Erfolg angewandt.

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

Serumaugentropfen werden bei bestimmten Erkrankungen des Auges verwendet:
- schwer trockenes Auge (Keratoconjunctivitis sicca)
- Graft-versus-host Erkrankung nach Blutstammzell- oder Knochenmarktransplantation
- Verbrennungen
- Verätzungen u.a.

Kontakt
Die Ambulanz für autologe Serumaugentropfen befindet sich in der Blutspendezentrale.
Gießen: Gebäude: Langhansstr. 7, Eingang am Steg
Marburg: Gebäude: Baldingerstraße

Terminvereinbarung
Gießen: Tel. 0641/985-41506, -41505 (Herr Misterek)
Marburg: Tel:  06421/58-66283 (Frau H. Theis)

Sprechzeiten   
Gießen: Mo – Do 09-12:00 u 14:00-18:00, Fr 09-12:00
Marburg: Mo, Do, Fr 08-15:00, Di u. Mi 12-18:00

Aufnahme
Bitte bringen Sie für die Untersuchungen und Behandlungen die folgenden Unterlagen mit:
- Überweisungsschein
- Versicherungskarte
- Kostenübernahmeerklärung Ihrer Krankenkasse
- Ausgefülltes Formular Ihres Augenarztes/des überweisenden Arztes

Alle Ihnen zur Verfügung stehenden medizinischen Dokumente
- Arztbriefe/Behandlungsberichte
- Notfall-/Medikamentenausweise
- Liste der aktuell eingenommenen Medikamente
- Laborwerte

Ärztlicher Ansprechpartner
Dr. A. Möller, Dienstärzte

Pflegeteamleitung
H.-J. Misterek, Krankenpfleger

Autologe Serumaugentropfen (Informationen über die Ambulanz/Leistung)

  
Indikation

Serumaugentropfen stellen bei schweren Verlaufsformen oft die einzig wirksame Behandlung dar. Wachstumsfaktoren im Blutserum begünstigen die Vermehrung und Differenzierung der Epithelzellen von Horn- und Bindehaut und fördern somit den Heilungsprozess. Autologe Serumaugentropfen werden aus Eigenblut hergestellt und enthalten keinerlei weitere Zusätze. Der behandelnde Augenarzt stellt die Indikation für eine Behandlung und fordert die Serumaugentropfen für den Patienten an.

Die Eigenblutspende

Autologe Serumaugentropfen werden aus dem Blut des Patienten hergestellt. Daher steht am Anfang die Blutspende. Hierfür ist eine Anforderung des behandelnden Augenarztes erforderlich. Vor der Eigenblutspende wird mittels eines Fragebogens und einer kurzen ärztlichen Untersuchung festgestellt, ob der Patient die gesundheitlichen Voraussetzungen für die Eigenblutspende erfüllt. Die Blutentnahme erfolgt aus einer Vene in der Armbeuge in einen Blutbeutel, der mit einer Punktionsnadel versehen ist. Je nach vorgesehener Therapiedauer werden bis zu 500 ml Blut entnommen. Die Blutspende wird im Allgemeinen gut vertragen. Nach der Blutspende sollten Sie sich 30 Minuten in unserer Ambulanz aufhalten, bevor Sie wieder am Straßenverkehr teilnehmen. Bitte nutzen Sie die Pause und nehmen reichlich Getränke zu sich. Schwere körperliche Belastungen werden in den ersten 24 Stunden nach der Blutentnahme nicht empfohlen.

Vorbereitung auf die Eigenblutspende

Bei der Blutspende verliert der Körper Flüssigkeit. Daher ist es wichtig, zuvor ausreichend zu trinken (mindestens 1,5 Liter). Auf Alkoholgenuss sollte verzichtet werden. Außerdem sollte man vor einer Blutspende auf jeden Fall eine (nicht zu fettreiche) Mahlzeit zu sich genommen haben. Fette Speisen können dazu führen, dass die anschließende Herstellung der Serumaugentropfen nicht möglich ist.

Anwendung der Serumaugentropfen

Serumaugentropfen werden in sogenannte Applikatoren abgefüllt, aus denen sie in das Auge getropft werden. Die Applikatoren sind tiefgefroren und werden unmittelbar vor der Anwendung aufgetaut. Der hygienische Umgang bei der Anwendung sollte dabei selbstverständlich sein, d.h. man sollte vermeiden, dass Keime in die Applikatoren gelangen.

Unerwünschte Wirkungen

Schwerwiegende Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Bei langzeitiger Anwendung, über mehrere Jahre, kann es zu Fibrinablagerungen auf der Hornhaut kommen. Eine bakterielle Verunreinigung bei der Anwendung oder aufgrund falscher Lagerung der Augentropfen kann zu schweren Augenentzündungen führen. Sollten Nebenwirkungen nach der Anwendung der Serumaugentropfen auftreten, wenden Sie sich bitte an Ihren Augenarzt.

Abgabe, Lagerung und Haltbarkeit der Serumaugentropfen

Die Herstellung und Prüfung dauert ca. 3 Tage. Nach dieser Zeit stehen die Serumaugentropfen zur persönlichen Abholung oder dem Versand bereit.

Gießen:
Die Abgabe erfolgt durch die Liebig Apotheke. Diese befindet sich im Foyer des Hauptgebäudes der Universitätsklinik.

Marburg:
Abgabe über die Blutbank

Die Serumaugentropfen werden nach der Herstellung eingefroren und haben eine Haltbarkeit von 16 Wochen. Für Patienten bedeutet dies, dass bei längerer Anwendung 3 bis 4 Blutentnahmen im Jahr erforderlich sind. Der Transport der Serumaugentropfen erfolgt tiefgekühlt mit Trockeneis in einer Styroporbox, die wir zur Verfügung stellen. Beim Patienten zuhause werden die Serumaugentropfen im Tiefkühlfach bei -18°C (3 Sterne Fach) gelagert. Nach Auftauen bzw. Anbruch dürfen die Applikatoren nur noch 24 Stunden verwendet werden, damit ein Keimwachstum vermieden wird.

Wer trägt die Kosten?

Ein Recht auf Kostenerstattung durch die Krankenkasse besteht nicht. Viele Krankenkassen sind jedoch im Einzelfall zur Erstattung der Kosten bereit. Hierfür ist eine individuelle Antragstellung mit ärztlicher Indikationsstellung erforderlich.

Gebrauchs- und Fachinformationen