
Bedeutung der Thematik:
"Unwürdig sterben zu müssen - das ist einer der großen Ängste in unserer Gesellschaft. Diese Angst richtet sich sowohl auf eine unerwünschte technisch-medizinische Überversorgung als auch darauf, bei zunehmender Ressourcenknappheit nicht mehr auf eine angemessene und kompetente Versorgung am Lebensende hoffen zu können." (Deutscher Bundestag, 2005) Eine überzeugende Antwort auf die nachvollziehbaren Ängste vieler Menschen vor Fremdbestimmung, Einsamkeit und Schmerzen am Ende des Lebens liefert das interdisziplinäre und interprofessionelle Versorgungskonzept Palliative Care. Ziel von Palliative Care ist es, Schwerkranken und sterbenden Menschen bis zuletzt einen würdigen Lebensraum zu schaffen und dabei ihre Wünsche, Bedürfnisse und Wertvorstellungen sowie die ihrer nächsten Angehörigen und Bezugspersonen in den Mittelpunkt zu stellen. Das Vorbeugen und Lindern von Leiden durch frühzeitiges Erkennen, Einschätzen und Behandeln von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art bilden einen wesentlichen Eckpfeiler des Palliative Care-Ansatzes.
Die Mehrzahl der Pflegenden ist mit Krankheit, Leid, Sterben, Tod und Trauer in ihrem beruflichen Handlungsfeld konfrontiert. Die Begegnung mit den Grenzbereichen des menschlichen Daseins stellt an diese Berufsgruppe besondere Anforderungen, welche sie häufig selbst an ihre persönliche Grenzen führt. Diese Arbeit ist nicht möglich, ohne sich selbst z.B. mit der Frage nach der Verletzlichkeit und Endlichkeit des eigenen Lebens zu beschäftigen oder sich mit rechtlichen, sozialen und institutionellen Bedingungen, die den Umgang mit Schwerstkranken, Sterbenden und Tod bestimmen auseinander zu setzen, oder ohne den eigenen Umgang mit Belastungen und der eigenen Betroffenheit zu reflektieren. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse sind unabdingbar für eine kompetente, durch Vertrauen und Empathie geprägte Betreuung und Begleitung von Schwerkranken, Sterbenden und deren Bezugspersonen.
Ihr Nutzen:
Die Begleitung von Menschen mit unheilbaren Erkrankungen, mit unterschiedlichen religösen und spirituellen Bedürfnissen, mit unterschiedlichem sozialen und kulturellen Hintergrund, mit unterschiedlichen Symptomen und Beschwerden sowie unterschiedlichen Verhaltens- und Erlebensweisen setzt spezifisches Fachwissen, ein hohes Maß an psychosozialen Kompetenzen, die Fähigkeit vernetzt zu denken und mehr noch eine besondere Einstellung und Haltung zu Leben, Krankheit, Leid, Sterben, Tod und Trauer voraus. Die Weiterbildung "Palliative Care - Pflege Basiskurs" ermöglicht Ihnen eine Vertiefung und Erweiterung Ihres Fachwissens, eine Stärkung Ihrer Handlungskompetenz, eine Förderung Ihrer psychosozialen und spirtuellen Kompetenzen, eine persönliche und reflexive Begegnung mit Palliative Care, Schwerstkranke, Sterbende und deren Bezugspersonen mit unterschiedlichen religiösen und spirituellen Bedürfnissen und Fragen, mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergrund, mit unterschiedlichen Symptomen und Beschwerden sowie unterschiedlichen Verhaltens- und Erlebensweisen im Sinne von Palliative Care kompetent zu begleiten.
Qualifizierungsstruktur:
Der "Palliative Care - Pflege Basiskurs" entspricht den Rahmenvereinbarungen nach SGB V § 39 a. Die Weiterbildung umfasst insgesamt 200 Unterrichtsstunden. Die erfolgreiche Absolvierung wird durch Leistungsnachweise konstatiert. Nach erfolgreicher Absolvierung der Module 1 bis 6 erhalten Sie einen zertifizierten Abschluss mit dem Titel "Palliative Care - Pflege Basiskurs". Die Weiterbildung beinhaltet den Grundkurs "Basale Stimulation® in der Pflege". Sie wird in Kooperation mit der Hospiz- und Palliativakademie Mittelhessen durchgeführt und findet auch dort statt.
Inhalte:
Modul 1 "Palliative Care - Pflege Basiskurs"
Inhalte: Die Palliative Care-Idee und ihre Grundprinzipien; Organisationsformen von Palliative Care; Palliative Care im internationalen Vergleich; Medizinische, pflegerische und seelisch-geistige Probleme und Konflikte am Ende des Lebens (Erwachsene und Kinder); Die professionelle Pflegefachkraft in Palliative Care- Einrichtungen; Theoretische und praktische Beschäftigung mit ganzheitlichen und individuellen Betreuungskonzepten, die sich auf die spezifischen Bedingungen der Begleitung und Betreuung von Schwerkranken, Sterbenden und deren Angehörigen beziehen; Biographiearbeit
Modul 2 "Palliative Care - Pflege Basiskurs"
Inhalte: Betrachtung ausgewählter spezifischer Pflegephänomene (Übelkeit und Erbrechen; Obstipation und Diarrhoe; Mobilität und Bewegung; Mundtrockenheit; Atmung; Fatigue; Exulzerierende Wunden; Portversorgung und zentralvenöse Zugänge; Das Konzept der "Basalen Stimulation® in der Pflege" (Grundkurs) und die Entwicklung einer (palliativ) pflegerischen Grundhaltung
Modul 3 "Palliative Care - Pflege Basiskurs"
Inhalte: Grundlagen kommunikationspsychologischer Prozesse (Wahrnehmung und Interpretation; Gespräche und Beziehungen gestalten; Aktives Zuhören; Ziele transparent machen und vereinbaren; Kommunikation und Interaktion im Team
Modul 4 "Palliative Care - Pflege Basiskurs"
Inhalte: Betrachtung ausgewählter spezifischer Pflegephänomene (Schmerz; Angst; Hoffnung; Verwirrung; Aggression; Depression; Sexualität); Evidence Based Nursing
Modul 5 "Palliative Care - Pflege Basiskurs"
Inhalte: Reflexion der individuellen Einstellung zu Krankheit, Sterben, Tod und Trauer; Der "gute" Tod - spirituell-religiöse, ethische und rechtliche Aspekte; Trauer- und Sterbeprozesse; Sterbe- und Trauerbegleitung; Rituale des Sterbens - eine transkulturelle Perspektive
Modul 6 "Palliative Care - Pflege Basiskurs"
Inhalte: Teil 1: Hospitation in einer Palliative Care-Einrichtung (8 h); Teil 2: Reflexionstag mit Präsentation der Hausarbeiten; Abschluss; Überrreichung Zertifikate "Palliative Care - Pflege Basiskurs (8 h)
Termine Kurs 2011/2012:
Module
Datum
Ort
Modul 1
19.09.-23.09.2011
Hospiz- und Palliativakademie, Charlotte-Bamberg-Str. 14, 35578 Wetzlar
Modul 2
02.11.-04.11.2011
Hospiz- und Palliativakademie, Charlotte-Bamberg-Str. 14, 35578 Wetzlar
Modul 3
12.12.-16.12.2011
Hospiz- und Palliativakademie, Charlotte-Bamberg-Str. 14, 35578 Wetzlar
Modul 4
16.01.-20.01.2012
Hospiz- und Palliativakademie, Charlotte-Bamberg-Str. 14, 35578 Wetzlar
Modul 5
27.02.-02.03.2012
Hospiz- und Palliativakademie, Charlotte-Bamberg-Str. 14, 35578 Wetzlar
Modul 6
26.04.-27.04.2012
Hospiz- und Palliativakademie, Charlotte-Bamberg-Str. 14, 35578 Wetzlar
Termine Kurs 2012:
Module
Datum
Ort
Modul 1
30.01.-03.02.2012
Hospiz- und Palliativakademie, Charlotte-Bamberg-Str. 14, 35578 Wetzlar
Modul 2
12.03.-16.03.2012
Hospiz- und Palliativakademie, Charlotte-Bamberg-Str. 14, 35578 Wetzlar
Modul 3
23.04.-27.04.2012
Hospiz- und Palliativakademie, Charlotte-Bamberg-Str. 14, 35578 Wetzlar
Modul 4
04.06.-06.06.2012
Hospiz- und Palliativakademie, Charlotte-Bamberg-Str. 14, 35578 Wetzlar
Modul 5
27.08.-31.08.2012
Hospiz- und Palliativakademie, Charlotte-Bamberg-Str. 14, 35578 Wetzlar
Modul 6
08.10.-09.10.2012
Hospiz- und Palliativakademie, Charlotte-Bamberg-Str. 14, 35578 Wetzlar
Zeiten:
Jeweils 09.00 - 16.30 Uhr
Konditionen:
Die Seminargebühren für Beschäftigte der UKGM GmbH betragen 500.- €. Für Teilnehmer, die nicht Beschäftigte der UKGM GmbH sind, betragen die Seminargebühren 1650.- €.
Hier kommen Sie zur Anmeldung
Ansprechpartnerin: Angelika Hammes, Tel.: 0641/985-40075, Email: Angelika.Hammes@uniklinikum-giessen.de