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Pflegeexperte Kontinenz

Bedeutung der Thematik:

 

Inkontinenz ist ein weltweit verbreitetes pflegerelevantes Phänomen und nach wie vor ein gesellschaftliches Tabu-Thema. Unabhängig vom Geschlecht nimmt das Risiko mit steigendem Alter und den damit verbundenen körperlichen und geistigen Einschränkungen zu. Allein in Deutschland sind über 5 Mio. Menschen aller Altersgruppen betroffen. Nach den statistischen Auswertungen des Hilfsmittelverbrauchs gibt es ca. 10 Mio. Betroffene. Viele von Inkontinenz betroffene Menschen suchen keine professionelle Hilfe auf, sondern versuchen ihr Leiden aus Angst vor Stigmatisierung zu verheimlichen. Die Aufgaben der professionellen Pflege bestehen darin, die Kontinenz zu fördern, Risikofaktoren und Anzeichen einer Inkontinenz differenziert zu erkennen und die Betroffenen mit der erforderlichen Sensibilität sowie mit hoher Fach- und Beratungskompetenz zu unterstützen.

 

Ihr Nutzen:

 

Ziel der Fachqualifizierung zum Pflegeexperten Kontinenz ist es, das Fachwissen der Teilnehmer/innen auf den neuesten Stand der medizinischen und pflegewissenschaftlichen Erkenntnisse zu bringen und sie zu befähigen, Patienten mit Kontinenzproblemen während einer stationären Versorgung sowie im ambulanten Sektor individuell und zielgerichtet zu beraten, zu begleiten und in ihrem Selbstmanagement kompetent zu unterstützen. 

 

Qualifizierungsstruktur:

 

Die Fachqualifizierung umfasst insgesamt 128 Unterrichtstunden (1 h = 45 Minuten), eine fachspezifische Klausur am Ende des Moduls 3 und eine Hausarbeit. Sie schließt mit der Präsentation der Hausarbeit vor einem Fachgremium ab. Nach erfolgreicher Absolvierung aller Anteile der Fachqualifizierung erhalten die Teilnehmer/innen im Rahmen des Kolloquiums ein Zertifikat mit dem Titel „Pflegeexpertin/-experte für Kontinenz".

 

Inhalte:

 

Modul 1 "Pflegeexperte Kontinenz"

Inhalte: Allgemeine medizinische, sozial-rechtliche und pflegewissenschaftliche Grundlagen; Sicht der Betroffenen und gesellschaftliche Aspekte; Fachinformationsrecherche; Anatomie und Physiologie; Selbstversorgungsdefizit "Ausscheiden"; Expertenstandard Harnkontinenzförderung; Anwendung von Assessmentinstrumenten  

Modul 2 "Pflegeexperte Kontinenz"

Inhalte: Prävention und Kontinenzförderung; Allgemeine und spezielle Präventionsmaßnahmen; Differenzierte Inkontinenzanamnese; Maßnahmen zur Kontinenzförderung; Beckenbodentraining; Diätetische Aspekte.  

Modul 3 "Pflegeexperte Kontinenz"

Inhalte: Formen und Therapie der Harn- und Stuhlinkontinenz; Inkontinenzformen und Klassifikation; Spezielle Diagnostik und Therapie der weiblichen und männlichen Harninkontinenz; Inkontinenz in der Neurologie (z.B. bei Demenz); Spezielle Hilfsmittelversorgung 

 

Modul 4 "Pflegeexperte Kontinenz"

Inhalte: Inkontinenzpflege und Anleitung zur Selbstpflege; Kompensation der Harn- und Stuhlinkontinenz; Anleitung zum Toilettentraining und Blasentraining; Anleitung zum intermittierenden Katheterismus.  

Modul 5 "Pflegeexperte Kontinenz"

Inhalte: Praxismodul - Hospitation in der Kontinenzberatung  

Modul 6 "Pflegeexperte Kontinenz"

Inhalte: Kontinenzberatung; Kontinenzberatungsstellen; Bewertung von Fachinformationen für Patienten; Hilfsmittel zur Kontinenzförderung und zur Kompensation einer Inkontinenz

  

Kolloquium

Inhalte: Präsentation der Abschlussarbeiten; Reflexion der Weiterbildung

  

Modul „Patienten- und Angehörigenedukation“ 

Inhalte: Prinzipien, Wirkmechanismen und Konzepte von Patienten- und Angehörigenedukation; Lerntypen und -stile; Ziel- und Ressourcen orientierte Beratung; Pflegeberatung; Planung, Strukturierung, Gestaltung und Evaluation einer Beratung; Präsentationstechniken usw.

 

Termine

Die Fachqualifizierung "Pflegeexperte Kontinenz" wird zur Zeit nicht angeboten.

 

AnsprechpartnerinBärbel Schelly, B.A., Tel.: 0641/985-40464, Email: Baerbel.Schelly@pflege.med.uni-giessen.de