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Schlaganfall

Unter dem Begriff "Schlaganfall" werden Hirnblutungen (ca.15-20 %), Hirninfarkte (ca. 80 %) und Thrombosen der Hirnvenen (< 5 %) zusammengefaßt. Schlaganfälle stellen die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für dauerhafte Behinderung und Pflegebedürftigkeit dar.

Ursachen und Symptome des Schlaganfalls
Das Gehirn als eines der stoffwechselaktivsten Organe benötigt ein Drittel des im Körper zirkulierenden Blutes für seine Sauerstoff- und Nährstoffversorgung. Durch einen plötzlichen Verschluss einer blutzuführenden Arterie kommt es zu einer abrupten Durchblutungsstörung eines umschriebenen Hirnareals, und es treten neurologische Ausfälle wie Lähmungen, Mißempfindungen oder Taubheitsgefühl, Sprechstörungen, Wortfindungsstörungen, Sehstörungen oder Störungen des Bewusstseins auf. Derartige Symptome können vorübergehend sein. In diesem Fall werden die Symptome vom Patienten oft nicht Ernst genommen. Im Gegensatz zum Herzinfarkt, welcher mit Schmerzen einhergeht, sind vorübergehende neurologische Ausfälle schmerzlos und führen nicht dazu, daß der Patient einen Arzt aufsucht. Dennoch sind diese als Warnzeichen zu betrachten und häufig Vorbote eines schweren Schlaganfalles mit bleibenden Lähmungen.

Therapie des Hirninfarktes
Die vier evidenzbasierten Therapieformen des akuten Schlaganfalls umfassen die frühe Aspiringabe bei Hirninfarkten, die Behandlung auf einer Schlaganfallspezialstation (Stroke Unit) für ischämische und hämorrhagische Schlaganfälle, die systemische Thrombolyse bei zerebralen Ischämien und die Entlastungskraniotomie bei raumforderden Hirninfarkten. Entscheidend ist, dass der Patient so schnell wie möglich in die Klinik kommt:

DER SCHLAGANFALL IST EIN NOTFALL!

Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben, haben ein hohes Wiederholungsrisiko. Daher ist eine genaue Abklärung der vielfälltigen Ursachen nötig. Nur in Kenntnis der individuellen Ursachen und Risiken ist eine gezielte Sekundärprophylaxe möglich.
Die Neurologische Klinik verfügt über alle Möglichkeiten der akuten Schlaganfallbehandlung und agiert auf der Basis strukturierter Therapiekonzepte, die auch neurochirurgische und neuroradiologisch interventionelle Maßnahmen beinhalten. Ausgewählten Problemfällen steht die Zerebrovaskuläre Spezialsprechstunde unserer Hochschulambulanz zur Verfügung.

Wir orientieren wir uns an den Leitlinien der American Heart Association.
Informationen für Betroffene erteilen außerdem die Deutsche Schlaganfallgesellschaft und die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe.

Für akute neurologische Erkrankungen, welche eine umgehende neurologische Abklärung und Weiterbehandlung erfordern, besteht in unserer Klinik die Neurologische Notfallambulanz.