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Periphere Nervenchirurgie

Einführung:

Die peripheren Nerven sind Leitbahnen, die vom Gehirn (bzw. Rückenmark) zum Zielorgan (z.B. willkürliche Muskeln) und umgekehrt die dazu benötigten Nervenpotentiale tragen. Willkürliche Bewegungen des Körpers sowie das Gefühl können nur mit einer erhaltenen Integrität des peripheren Nervensystems vernünftig funktionieren.

Auf den folgenden Seite erhalten Sie einige allgemeine Informationen über periphere Nervenschädigungen, deren chirurgische Behandlungsmöglichkeiten und einige häufig gestellte Fragen.

Der Funktionsverlust eines peripheren Nervs kann durch verschiedene innere sowie äußere beeinflussende Faktoren verursacht werden. Einige Krankheiten, wie z. B. Polyneuropathie oder diabetisches Syndrom im Rahmen einer Multiorganerkrankung können zur  Funktionsbeeinträchtigung von peripheren Nerven führen. Die Schädigung von peripheren Nerven durch offene sowie geschlossene Verletzungen können entsprechende Ausfälle verursachen. Außerdem kann auch ein peripherer Nerv durch Verletzungen der Nachbarstrukturen (z. B. spätentwickeltes Narbengewebe), sowie auch alters- und populationsbedingte Nervenkanalverengungen geschädigt werden. Einige Beispiele sind Thoracic-outlet-Syndrom, Sulcus-Ulnaris-Syndrom, Carpaltunnelsyndrom, Peronaeus-Syndrom etc.

Geschichte der chirurgischen Behandlung von peripheren Nerven: Bis zum Mittelalter wurden Verletzungen von peripheren Nerven nicht versorgt wegen eines falschen Verständnisses, dass Manipulationen an peripheren Nerven zu epileptischen Anfällen führen. Die erste Nervennaht wurde von Aviccena (11. Jahrhundert) durchgeführt. Aviccena hat nicht direkt die Nervenfasern genäht, sondern das umliegende Bindegewebe zusammengeführt. Mit der modernen Entwicklung von mikrochirurgischen Methoden (insbesondere Einführung des Operationsmikroskopes, von Mikronahtmaterialien und des intraoperativen Nervenmonitorings) können wir heute die feinsten Nervenfasern auf ihre Funktion prüfen und wieder verbinden.

Nun einige Beispiele von häufigen Erkrankungen des peripheren Nervensystems

Kompressionsneuropathien (Nervenengpaßsyndrome)   
Verletzungen von peripheren Nerven  Häufig gestellte Fragen
Lähmungen des Plexus brachialis (Armplexus)  Häufig gestellte Fragen:
Tumoren des peripheren Nervensystems  
Periphere Nervenproblemen bei Säuglingen und Kinder  
Rekonstruktive Neurochirurgie  

  Technologische Unterstützung: Folgende spezifischen technologischen Methoden werden in der Diagnostik und chirurgischen Behandlung von Erkrankungen peripherer Nerven aktiv Eingesetzt   Präoperative Diagnostik:

  • Röntgen, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT)
  • MR-Neurographie (3T-MR-Neurographie)
  • Ultrasonographie
  • Elektrophysiologie

  Intraoperative Verfahren:

  • Mikroneurochirurgie
  • Endoskopische Chirugie
  • Intraoperatives Monitoring (SSEP, MEP, NLG, EMG. AEP, VEP etc.)
  • Intraoperative Untraschalldiagnostik

  Mit den vorhandenen technologischen und personellen Voraussetzungen, klinischer Infrastruktur und hohe, international anerkannte Kompetenz bieten wir das gesamte Spektrum von chirurgischen Behandlungsmethoden bei Erkrankungen der peripheren Nerven an. Einige davon sind:  

  • Primäre Nerevnrekonstruktionen bei komplexen Armplexusläuhmung bei Erwachsenen
  • Primäre Nerevnrekonstruktionen bei Geburtstraumatischen  Armplexusläuhmung bei Säuglingen
  • Nervenrekonstruktion durch Nerventransfer sowie Nerventransplantation oder Kombinationen davon
  • Sekundäre Sehnenersatz-Operation zur Wiederherstellung von fehlenden Funktionen des Armes, der Hand und des Fußes
  • Sekundäre Muskeltransfer-Operation zur Wiederherstellung von fehlenden Funktionen des Armes, der Hand und des Fußes
  • Freifunktionelle Muskel Transplantation (FFMT) zur Wiederherstellung von Funktionen des Armes und der Hand
  • Osteotomien und Korrekturoperationen zwecks Dekompression sowie zur Verbesserung der Funktion
  • Funktionsschonende Operationen bei Nerventumoren
  • Gesichtsnervenlähmung (wie neu entstandene, sowie langbestehende)

Durch die hohe Zahl von Behandlungen und eine strukturierte Rotationsplan für Ärzte bieten wir eine fundierte Ausbildung nicht nur im Spezialgebiet peripherer Nervenchirurgie, sondern auch in allen Subspezialisierungen des Faches Neurochirurgie an.

Kontakt: Bei besonderen Fragen rufen Sie uns an oder schicken eine E-mail unter folgender Adresse: Spezialsprechstunde für Armplexus- und periphere Nervenchirurgie, Universitätsklinikum Giessen. Tel: 0641/ 985 57165 eMail: neurochirurgie@neuro.med.uni-giessen.de