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Spinale Neurochirurgie

Die chirurgische Behandlung von Erkrankungen der Wirbelsäule ist ein Schwerpunkt unserer Klinik. Wir führen im Jahr rund 600 Wirbelsäulenoperationen durch und bieten sämtliche gängigen Verfahren von der endoskopischen Technik bis zur komplexen rekonstruktiven Chirurgie an. Hierbei legen wir größten Wert auf ein individualisiertes, möglichst minimal invasives und funktionserhaltendes Vorgehen.

Einleitung

Die Wirbelsäulenchirurgie machte einen wesentlichen Entwicklungsschritt durch die Einführung der mikrochirurgischen Technik in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Seither gehören Operationen, die wir mit feinsten Instrumenten unter hoher mikroskopischer Vergrößerung durchführen, zu den Standardverfahren bei der Behandlung von Bandscheibenvorfällen, Spinalkanalstenosen aber auch Tumoren, Missbildungen und Gefäßerkrankungen des Spinalkanals.

Anhaltende Bestrebungen, die Belastungen der Operation für den Patienten möglichst gering zu halten, führten zur zunehmenden Verbreitung der minimal invasiven Wirbelsäulenchirurgie (engl. minimally invasive spine surgery = MISS). Hierbei erlauben die ausgereiften Zugangs- und Stabilisierungssysteme sogar die Behandlung komplexer Instabilitäten über kleinste Hautschnitte unter Schonung der Muskulatur.

 

Soweit sinnvoll und technisch möglich bieten wir unseren Patienten eine minimal invasive oder sogar eine endoskopische Operation an. Die endoskopische Technik setzen wir mittlerweile regelhaft zur Behandlung von Bandscheibenvorfällen der Lendenwirbelsäule ein.

Um die natürliche Funktion der Wirbelsäule nach einer Operation zu erhalten, setzen wir dynamische Verfahren wie Bandscheibenprothesen oder dynamische Stabilisierungen ein, wenn dies das individuelle Krankheitsbild zulässt.

Für komplexe Wirbelsäulenoperationen steht uns ein eigens hierfür vorgesehener Operationssaal zur Verfügung, der mit modernster intraoperativer Bildgebung und Navigationstechnik ausgestattet ist. Im Rahmen des universitären Kompetenzzentrums Wirbelsäule – Gießen (UKW) werden hier auch interdisziplinäre Operationen zusammen mit Spezialisten der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie und der Klinik für Orthopädie durchgeführt. Unsere eigene Intensivstation und die enge Kooperation mit der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie bietet uns zudem die Möglichkeit, auch ältere und schwer vorerkrankte Patienten zu operieren.

 
Die chirurgische Behandlung von Erkrankungen der Wirbelsäule ist ein Schwerpunkt unserer Klinik. Hierbei legen wir größten Wert auf ein individualisiertes, wissenschaftlich fundiertes und möglichst wenig invasives Vorgehen.

Angebotene Verfahren im Bereich der Wirbelsäulenchirurgie

Wir führen Operationen in allen Abschnitten der Wirbelsäule durch. Hierbei werden die Erkrankungen über einen ventralen Zugang (von vorne über Hals, Brust- oder Bauchraum) oder einen dorsalen Zugang (von hinten über Nacken oder Rücken) erreicht. Sämtliche gängigen Operationsverfahren an der Wirbelsäule werden von der Klinik für Neurochirurgie angeboten. Hierzu zählen im Einzelnen:

Ambulante und stationäre Beratung und Behandlung

Im Rahmen unserer Wirbelsäulen-Sprechstunde und in dringlichen Fällen natürlich auch außerhalb der Sprechzeiten beraten wir unsere Patienten ausführlich, individuell und gemäß aktueller wissenschaftlicher Leitlinien. Da viele Entscheidungen auf der Basis bildgebender Befunde getroffen werden, sollten möglichst aktuelle MRT-, CT- oder Röntgenaufnahmen mitgeführt werden; auch auswärtige neurologische und internistische Befunde sind für die weitere Therapieplanung hilfreich. Ergänzende Untersuchungen können über die Klinik für Neuroradiologie und die Klinik für Neurologie von uns veranlasst werden.

Häufig kommen bei Wirbelsäulenerkrankungen vor einer chirurgischen Therapie konservative Maßnahmen wie Krankengymnastik oder Schmerztherapie in Frage. Diese können von uns geplant und zusammen mit der kooperierenden Abteilung für Schmerztherapie im Hause und ambulanten wie stationären Rehabilitationseinrichtungen der Umgebung umgesetzt werden.

Ist nach einer Operation eine Weiterbehandlung (z.B. Rehabilitationsbehandlung, Strahlentherapie) vorgesehen, so bereiten wir diese mit Hilfe unseres Sozialdienstes vor oder organisieren sie über die kooperierenden Fachabteilungen.

Nachsorgetermine werden über unsere Poliklinik-Sprechstunde 6 Wochen nach erfolgter Operation und abhängig vom behandelten Krankheitsbild in weiteren Intervallen vergeben.

Ansprechpartner

PD Dr. med. Karsten Schöller, Oberarzt und Leiter Funktionsbereich Wirbelsäulenchirurgie