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Dentale Implantate

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, die die biologische Funktion der natürlichen Zähne übernehmen können. Sie weisen eine dem natürlichen Zahn vergleichbare Belastbarkeit und guten Halt auf.

  • Implantate werden seit mehr als 20 Jahren routinemäßig zum Ersatz von Zähnen im Knochen verankert. Sie dienen hauptsächlich der Aufnahme von Kronen, Brücken und Prothesen.
  • Gehen Zähne verloren, baut sich der Knochen durch die fehlende Belastung mit der Zeit ab. Ist jedoch ein Implantat eingebracht, wird der Knochen an dieser Stelle weiterhin beansprucht, womit der Knochenschwund weitestgehend ausbleibt.
  • Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass es beim Einsatz von Implantaten möglich ist, die Struktur des Zahnfleisches, bzw. die kleinen Zahnfleischzipfel (Zahnfleischpapillen) die sich zwischen den Zähnen befinden, zu erhalten. Die natürlichen Verhältnisse bleiben so bestehen und der künstliche Zahn ist nicht von den übrigen Zähnen zu unterscheiden. Wird eine Lücke dagegen mit einer herkömmlichen Brücke versorgt, kann durch den Knochenschwund und den damit verbundenen Rückgang des Zahnfleisches der Gesamteindruck mit der Zeit beeinträchtigt werden.

 

 

Voraussetzungen

allgemeinmedizinisch:
Implantationen sind nur bei gravierenden Grunderkrankungen kontraindiziert. Zu diesen zählen:

  • Störung der Blutgerinnung (Implantation unter stationären Bedingungen möglich)
  • Autoimmunerkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. nicht eingestellter Diabetes mellitus, Knochenerkrankungen)
  • krankhafte Veränderungen der Mundschleimhaut
  • Erkrankungen, die die dauernde Einnahme von Medikamenten erfordern (Cortison, Chemotherapeutika, etc.)
  • schwerste Herz-Kreislauferkrankungen
  • Bisphosphonatnekrosen der Kiefer

Hinsichtlich des Alters des Patienten gibt es nach oben hin keine Beschränkungen. Bei Jugendlichen bis 18 Jahre sollten jedoch noch keine Implantate verankert werden, weil sie sich noch im Wachstum befinden und das Kieferwachstum durch den operativen Eingriff beeinflusst wird.

zahnmedizinisch:
Implantate sollten nur bei einem gesunden Gebiss in Erwägung gezogen werden. Dabei ist es insbesondere auch sehr wichtig, dass die Patienten eine gute Mundpflege betreiben. Natürlich können wir hier Anleitungen geben und eine professionelle Zahnreinigung durchführen. Eine nachhaltig gute Mundhygiene stellt eine wesentliche Voraussetzung für den Langzeiterfolg einer Implantatbehandlung dar. Wesentlich für den Erfolg einer Implantation ist ein ausreichendes Knochenangebot. Würde ein Implantat an einer Stelle verankert, wo der Knochen sehr dünn ist, würde dieses unter Belastung innerhalb kürzester Zeit wieder verlorengehen. Um so etwas zu vermeiden, muß bei diesen Patienten zunächst der Knochen aufgebaut werden. Hierzu wird an einer anderen Stelle körpereigener Knochen entnommen und an den Ort der Implantation verpflanzt. Entnahmestellen können z. B. die Region der Weisheitszähne oder des Beckenkammes sein. In besonders schwierigen Situationen augrund eines geringen Knochenangebotes, anatomischer Besonderheiten und atypischen Nervverläufen können wir Ihnen die Möglichkeit einer modernen CT-gestützten Implantatinsertion (Med-3d-Verfahren) bieten. Bei diesem Verfahren wird zuächst ein Computertomogramm mit einer im Mund befindlichen röntgendichten Schiene angefertigt. Die Daten des Computertomogramms werden in ein virtuelles Kiefermodell umgewandelt, an dem im Computer die Implantatinsertion simuliert werden kann. Hiernach wird eine individuelle, sehr präzise Bohrschablone erstellt, mit der ein sehr genaues Einbringen der Implantate möglich ist.
Aufgrund langjähriger Erfahrung in der Implantologie können wir Ihnen ein auf Sie zugeschnittenes, individuelles Konzept anbieten, bei dem wir natürlich Ihre Wünsche und finanziellen Möglichkeiten berücksichtigen.

 

Behandlungsablauf

Zur Planung der Implantation werden Abformungen von den Kiefern genommen, Röntgenbilder (mit Messkugeln) angefertigt, Zähne, Zahnfleisch und Schleimhaut werden genau untersucht. Die gute Planung einer Behandlung mit dentalen Implantaten stellt einen entscheidenden Baustein für den Erfolg dar. Sie wird in aller Regel gemeinsam mit der Abteilung für Zahnärztliche Prothetik, also interdisziplinär, abgestimmt durchgeführt. Aber auch Versorgungen durch Ihren Hauszahnarzt sind möglich.

Die eigentliche Implantation wird im meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Nur in Ausnahmefällen ist eine Vollnarkose notwendig. Nach Betäubung des Operationsgebietes, wird der Kieferknochen im Implantationsgebiet freigelegt und das Bett für die Implantation vorbereitet. Nach Überprüfung der lokalen Knochenverhältnisse wird mit verschiedenen Instrumenten eine genau passende Bohrung für jedes Implantat in den Kieferknochen eingebracht. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, werden die Implantate eingeschraubt. Danach wird das Zahnfleisch über dem Implantat vernäht.
Die Einheilphase dauert 4-6 Monate. Während dieser Zeit werden die Patienten mit einem provisorischen Zahnersatz versorgt, das bedeutet, dass sie auch in der Einheilphase über Zahnersatz verfügen und nicht zahnlos sind. In manchen Fällen kann es sein, dass vor der Anpassung des provisorischen Zahnersatzes einige Tage der Wundheilung abgewartet werden müssen. Am Ende der Einheilphase folgt im Rahmen eines kleinen operativen Eingriffs die Freilegung der Implantate. Hierbei werden die Implantate durch einen Schleimhautschnitt dargestellt. Die Implantate werden mit Verlängerungspfosten versehen und das Provisorium so umgearbeitet, dass es auf die Konstruktion passt. Nach Abschluss der Wundheilung wird mit der Herstellung des endgültigen Zahnersatzes begonnen.

 

Mögliche Komplikationen

Wie bei jeder medizinischen Therapie ist auch die Implantation mit gewissen Risiken verbunden. Während der Implantation im Unterkieferseitenzahnbereich kann es zu Verletzungen des im Knochen verlaufenden Nerven kommen. Diese Schädigung kann zeitweise oder dauerhaft zur Taubheit der Unterlippen- und Kinnregion auf der Seite führen, auf der der Nerv verletzt wurde.
Im Oberkiefer können der Nasenboden oder die Kieferhöhle verletzt werden. Diese heilen in der Regel wieder aus. Es ist jedoch möglich, dass in einem solchen Fall vor der Implantation, nach Ausheilen der Wunde der Knochen an dieser Stelle durch Knochentransplantation aufgefüllt werden muss.
Wie bei allen operativen Eingriffen kann es zu Nachblutungen oder Wundheilungsstörungen kommen. In der Regel sind jedoch keine weiteren Komplikationen zu befürchten.
In sehr seltenen Fällen kann es vorkommen, dass die gesetzten Implantate nicht im Knochen einheilen und aufgrund von auftretenden Entzündungen wieder entfernt werden müssen.

 

Verhaltensregeln für Patienten mit dentalen Implantaten

Am Operationstag und am folgenden Tag sollten Sie auf Kaffee, schwarzen Tee, Alkohol, Zigaretten und auf körperliche Anstrengungen verzichten. Die operierten Regionen sollten von außen gut gekühlt werden.
Unmittelbar nach der Einbringung der Implantate in den Knochen sollten diese für einen Zeitraum von 4-6 Monaten nicht voll belastet werden, da sich in dieser Zeit der Knochen umbaut und Störungen in dieser Phase zum Implantatverlust führen können.

 

Nachsorge

Von großer Bedeutung ist die regelmäßige und gründlich durchgeführte Mundhygiene. Implantate sowie eigene Zähne sind adäquat zu säubern, wobei zusätzlich zur normalen Zahnbürste auch weitere Hilfsmittel wie Zahnseide, Superfloss, Interdentalbürsten, Mundduschen etc. angewendet werden sollten. Hier leiten wir Sie entsprechend an. Natürlich kann aber auch Ihr Zahnarzt oder eine geschulte Fachkraft Ihnen die Anwendungstechniken gerne erläutern.
Weiterhin sind regelmäßige Kontrollen im Abstand von 6-12 Monaten dringend angeraten.

 

Erfolgsaussichten

Von wissenschaftlicher Seite wurden zahlreiche umfassende Studien durchgeführt. Daher verfügt man heute über fundierte Daten zur Lebensdauer von Implantaten: nach 10 Jahren sind im zahnlosen Unterkiefer noch mehr als 90 % der Implantate funktionstüchtig, im Oberkiefer sind es noch ca. 80 - 85 %. Es gehen also nur sehr wenige Implantate verloren. Hierbei ist hervorzuheben, dass zum einen nach Verlust eines Implantates der Zahnersatz - je nach Konstruktion - vielfach ohne größere Änderungen weitergetragen werden kann und zum anderen häufig erneut eine Implantation möglich ist. Suchterkrankungen wie Drogen, übermäßiger Tabletten- oder Alkoholkonsum beeinflussen die Lebensdauer der Implantate negativ. Ebenso gefährdet starkes Rauchen die Einheilung und den Langzeiterfolg von Implantaten.

Besonderes an unserer Klinik:
Es gibt so genannte Indikationsklassen für dentale Implantate, diese wurden von der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (www.dgi-ev.de) maßgeblich definiert:

  • Einzelzahnlücke
  • Schaltlücke (Fehlen mehrerer Zähne)
  • Freiendsituation (Fehlen der hintersten Zähne)
  • Zahnlosigkeit

Entsprechend dieser Klassifizierung wird ein Behandlungsplan erstellt. Dieser muss sowohl den persönlichen Bedürfnissen des Patienten als auch kaufunktionellen Ansprüchen genügen. Um ein möglichst optimales Behandlungsergebnis zu erzielen arbeiten wir eng mit der Abteilung für Prothetik der hiesigen Zahnklinik zusammen (Prof. Dr. Wöstmann/ OA Dr. Rehmann). Gemeinsam entwickeln wir Konzepte für Ihre ganz persönliche Behandlung.
Der zweite häufig genutzte Weg ist die Zusammenarbeit eines Zahnarztes aus Ihrer Umgebung mit unserer Klinik. In einer solchen Konstellation hat idealerweise der behandelnde Zahnarzt ein Behandlungskonzept für Sie erstellt und arbeitet mit uns zusammen an der reibungslosen Umsetzung. Das bedeutet, die Implantatinsertion erfolgt durch unsere Abteilung, die prothetische Versorgung der Implantate wird nach der Einheilphase durch Ihren Hauszahnarzt vorgenommen.
Auch schwierigste Fälle, wie Knochenverlust durch Unfallfolgen oder auf Grund einer Tumorerkrankung können letztendlich mit Implantaten zu zufriedenstellenden Ergebnissen und deutlicher Erhöhung der Lebensqualität führen.

 

Dentale Implantate

Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Howaldt
Kliniksdirektor

Tel.: 0641/985-46271 Fax: 0641/985-46279
mkg@uniklinikum-giessen.de
Priv.-Doz. Dr. Dr. Philipp Streckbein
Facharzt für MKG - Chirurgie -plastische Operationen- / Fachzahnarzt für Oralchirurgie / FEBOMFS

Tel.: 0641/985-46271 Fax: 0641/985-46279
philipp.streckbein@uniklinikum-giessen.de
Dr. Andreas May
Fachzahnarzt für Oralchirurgie / Curriculum Implantologie / Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie

Tel.: 0641/99-46112 Fax: 0641/99-46109
andreas.may@dentist.med.uni-giessen.de
Dr. Sameh Attia, M.Sc.
Fachzahnarzt für Oralchirurgie / Curriculum Implantologie / Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie, iMASDER

Tel.: 0641/99-46112 Fax: 0641/99-46109
sameh.attia@dentist.med.uni-giessen.de
Dr. Daniel Schmermund
Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

Tel.: 0641/985-46271 Fax: 0641/985-46279
daniel.schmermund@uniklinikum-giessen.de