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Molekulare Epidemiologie

Die Epidemiologie umfasst die Lehre vom Auftreten, den Ursachen und der Verhütung der Infektionskrankheiten in der Bevölkerung. Infektionskrankheiten können in Abhängigkeit von Ort und Zeit sporadisch, epidemisch/pandemisch oder endemisch auftreten. Die wichtigsten Infektionsquellen sind die Erkrankten, die Ausscheider sowie die Keimträger, die möglichst rasch identifiziert werden müssen, um Infektionsketten zu unterbrechen.

In der molekularen Epidemiologie werden molekularbiologische Techniken für Untersuchungen zur Aufklärung von Infektionsketten, z. B. beim gehäuften Auftreten von multiresistenten Keimen verwendet. Hierzu zählt unter anderem die Genotypisierung mittels Fragmentierung des Genoms und Auftrennung der DNA-Banden mittels Puls-Feld-Gelelektrophorese oder die Sequenzierung definierter Genomabschnitte. Durch diese Techniken lässt sich z. B. der Verwandtschaftsgrad von Erregern der gleichen Spezies bestimmen. Wenn genetisch nah verwandte Erreger bei Patienten einer Station gehäuft nachweisbar sind, könnte ein Hygieneproblem vorliegen. Die Abteilung für Krankenhaushygiene des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin kann damit sofort entsprechende Maßnahmen zur Kontrolle und nachhaltigen Beseitigung des Problems in die Wege leiten. Durch die Techniken der molekularen Epidemiologie können solche Probleme schnell identifiziert werden, bevor eine potentielle Gefährdung für die Patienten entstehen kann.