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Familienpsychosomatik

Diagnostik und Therapie psychosomatischer Erkrankungen in Familien, bei Kindern und Jugendlichen

Chronische Erkrankungen stellen bei den betroffenen Kindern, Jugendlichen und ihren Familien hohe Anforderungen an die Fähigkeiten zur seelischen Verarbeitung. Die in der Tradition der psychoanalytischen Familientherapie stehende Familienpsychosomatik des Zentrums für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Abteilung Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie,  bietet in dieser Situation Hilfe und Unterstützung an.

Erstinterview und Behandlungen

Im Rahmen der Familienpsychosomatik werden zunächst orientierende ambulante Erstgespräche mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien geführt. Neben Beratung und testpsychologischer Einschätzung werden, je nach Problemsituation, stationäre psychosomatische Behandlungen empfohlen oder ambulante Therapien in Form von Familientherapien, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapien oder Paarberatungen für die Eltern vermittelt. Stehen soziale Probleme im Vordergrund, bemühen wir uns um eine angemessene Sozialberatung.

Im Behandlungsspektrum der Familienpsychosomatik finden sich vor allem folgende Erkrankungen bzw. Störungsbilder:

  • Psychosomatische Faktoren bei Organerkrankungen, wie etwa:
    • Diabetes mellitus Typ 1 
    • Rheuma, Autoimmunerkrankungen
    • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen 
    • Kurzdarm-Syndrom 
    • Andere, z. T. seltene Störungen in Langzeittherapie.
  • Seelische Störungen mit erheblicher körperlicher Beeinträchtigung (Somatoforme Störungen):
    • Gastrointestinale Somatisierung (Bauchschmerz, Colon irritabile, Obstipation etc.) 
    • Somatoforme Schmerzstörung (Schmerzverstärkungssyndrome bei Rheuma, chron. Kopfschmerz etc.) 
    • Und weitere, z. T. kombinierte Formen der Somatisierung
  • Essstörungen
  • Dissoziative Störungen
  • Störungen der Mutter-Kind-Beziehung in der Neugeborenenzeit und frühen Kindheit
  • Verarbeitung von traumatischen Lebensereignissen

 

Testpsychologie
Zur diagnostischen Abklärung der Symptomatik werden zudem standardisierte Testverfahren hinzugezogen. Dabei geht es insbesondere um die Dimensionen Angst und Depression, Störungen der emotionalen Regulation, körperlicher Beschwerdedruck sowie familiäre Ressourcen und Belastungen.

Betreuung der Eltern von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen
Eltern von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen haben die Möglichkeit, in intensiven Gesprächen ihre Sorgen und Probleme zu thematisieren. So können Wege des Umgangs mit ihrem Kind und Chancen der Verarbeitung dieser besonderen Lebenssituation aufgezeigt werden. Nach dem stationären Aufenthalt (vgl. auch: http://www.ukgm.de/ugm_2/deu/ugi_kia/10109.html) ist die Weiterführung der Gespräche im ambulanten Setting möglich. Auch eine Anbindung an das Netz Früher Hilfen wird vermittelt.

Stationäre pädiatrisch-psychosomatische Komplexbehandlung
Bei besonderen psychosomatischen Fragestellungen bietet die Klinik im Rahmen einer stationären Komplextherapie eine intensive therapeutische Einzelbetreuung an. Im Rahmen dieser Behandlungsoption werden die Patient/innen durch ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Psychologen, Kunsttherapeuten, Pädagogen, Pflegepersonal und weiteren Spezialtherapeuten im Rahmen der Station Köppe (http://www.ukgm.de/ugm_2/deu/ugi_kia/10107.html) betreut. Die Dauer der Komplextherapie beträgt in der Regel vier Wochen mit einer Verlängerungsoption um zwei weitere Wochen. Regelmäßige körperliche Untersuchungen, zusätzliche Optionen, wie etwa Ernährungsberatung und Familiengespräche sollen dazu beitragen, dass den jungen Menschen ein selbstverantwortlicher Umgang mit der chronischen Erkrankung und somit ein weitgehend "beschwerdefreies" Leben im familiären Alltag möglich werden kann.

Kultur-Projekte im Rahmen der stationären Behandlung von chronisch kranken Kindern (Pantomine, Tanz, Kunst, Musik) werden von "Kroki" - dem Förderverein für chronisch kranke Kinder e. V. (www.krokiverein.de) getragen und bieten den jungen Patient/innen, ergänzend zum psychotherapeutischen Setting der Komplexbehandlung, einen Raum, um sich auf kreative Weise mit dem eigenen Köerper und Gefühlen auseinander setzen zu können.

 

 

 

 

Ansprechpartner:
Oberarzt Prof. Dr. med. Burkhard Brosig
Dr. Dipl. Päd. Kathrin Müller

Termine nach Vereinbarung unter Telefon 0641/985-46610 oder unter
E-Mail: burkhard.brosig@uk-gm.de