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Autoimmunerkrankungen

Autoimmunerkrankungen der Haut

Ansprechpartner: Prof. Dr. med. Thilo Jakob, Direktor der Klinik für Dermatologie und Allergologie


Autoimmunerkrankungen entstehen, wenn das Immunsystem des menschlichen Körpers Strukturen des eigenen Organismus als fremd ansieht und Abwehrreaktionen einleitet. Durch Vermittlung von Autoantikörpern bzw. bestimmter weißer Blutkörperchen (Lymphozyten) können komplexe Krankheitsbilder ausgelöst werden, die vielfach auch andere Organsysteme (Niere, Magen-Darm-Trakt, Gelenke, u.a.) befallen. Die Autoimmunsprechstunde der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie widmet sich der Diagnostik und Therapie solcher Erkrankungen.


Zu den Autoimmunerkrankungen der Haut zählen die sogenannten Kollagenosen (Sklerodermie, Lupus erythematodes, Dermatomyositis, Mischkollagenosen), die sich auch an anderen Organsystemen manifestieren können.


Einen Schwerpunkt der Autoimmunsprechstunde bildet die Beschäftigung mit den blasenbildenden Autoimmunerkrankungen der Haut. Zu diesen Krankheitsbildern, die durch in der Blutbahn zirkulierende Autoantikörper hervorgerufen werden, gehören das Bullöse Pemphigoid, der Pemphigus vulgaris, das Schleimhautpemphigoid, die lineare IgA-Dermatose und die Epidermolysis bullosa acquisita. Bei diesen Krankheitsbildern, die sich an Haut und/oder Schleimhäuten manifestieren, kommt es zur Spaltbildung innerhalb der oberen Hautschichten; die Spalten füllen sich mit Flüssigkeit und werden dann als Blasen wahrgenommen.

Weiterhin werden in der Autoimmunsprechstunde Patienten mit Gefäßentzündungen, sogenannten Vaskulitis-Erkrankungen, betreut, denen meist Ablagerungen von Antikörper-Antigenkomplexen in den Gefäßwänden zugrunde liegen.


Vor der Entscheidung über das therapeutische Vorgehen ist zunächst eine sorgfältige Einordnung der Erkrankung notwendig. Neben Hautbiopsien untersucht man vor allem das Serum betroffener Patienten, in dem sich häufig zirkulierende Autoantikörper nachweisen lassen. Da neben der Haut nicht selten auch innere Organsysteme betroffen sein können, ist in vielen Fällen eine Konsultation anderer am Universitätsklinikum vertretener Disziplinen (z. B. Innere Medizin/Rheumatologie, Neurologie, Augenheilkunde, Radiologie) geboten.
Zu den eingesetzten therapeutischen Verfahren zählt die Verabreichung entzündungsmodulierender (Dapson, Hydroxychloroquin), immunsuppressiver (Kortikosteroide, Azathioprin, Mycophenolat Mofetil, u.a.) oder immunmodulierender Medikamente (z.B. Immunglobuline (IvIg), Biologicals wie Rituximab).