A A A
-->

Urodynamik und Inkontinenz

Unter einer Harninkontinenz leiden sehr viele Frauen unterschiedlichen Alters. Jedoch wird leider viel zu oft das Problem aus Scham verschwiegen. Auch sind die Betroffenen sehr ängstlich gegenüber einer bevorstehenden Untersuchung bezüglich ihrer Problematik eingestellt.

Häufig liegt der Grund für diese Unannehmlichkeit an einer Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur, u.a. durch stärkeres Übergewicht, mehrere vorangegangene Geburten, starke körperliche Belastungen, und genetische Veranlagung. Aber auch durch eine zurückliegende Gebärmutterentfernung kann es zu ungewolltem Harnverlust kommen.

Die in der Regel schmerzlose urodynamische Messung untersucht u.a. eine Harninkontinenz (ungewollter Urinverlust). Diese wird unterteilt in verschiedene Formen. Hierzu gehört die Belastungsinkontinenz (bei Druckerhöhung in der Bauchhöhle wie z. B beim Husten, Lachen, Niesen, Hüpfen, Treppensteigen) und die Dranginkontinenz (mit plötzliche eintretendem nicht zu unterdrückendem Harndrang).
Zunächst wird von der Patientin ein Inkontinenzfragebogen ausgefüllt, der dann mit dem ärztlichen Personal noch einmal durchgegangen wird. Nach Untersuchung einer zuvor abgegebenen Urinprobe wird dann noch einmal eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt. Bei einem auffälligem Urinbefund, also einem vorliegenden Harnwegsinfekt, kann die Messung nicht durchgeführt werden. Die Patientin wird antibiotisch behandelt und stellt sich dann nach erfolgter Therapie erneut vor.

Bei unauffälligem Urinbefund wird dann mittels eines Einmalkatheters der Restharn in der Blase gemessen und alle Vorbereitungen für die eigentliche Messung getroffen: eine dünne Sonde wird über die Harnröhre in die Blase geschoben wie auch eine Sonde in den Enddarm. Über die Blasensonde wird kontrolliert angewärmte Kochsalzlösung über ein Computermesssystem in die Blase gefüllt, währenddessen wir die Patientin einige Male zum Husten aufgefordert, hierdurch wird der Druck in der Bauchhöhle erhöht. Die Messung wird so lange weitergeführt, bis die Patientin einen sehr starken Harndrang angibt oder ein normales Blasenvolumen (ca. 350-400 ml) erreicht wird. Danach wird die Blasensonde langsam rausgezogen, hierbei wird u.a. die Harnröhrenlänge ermittelt. Für den letzten Schritt der Urodynamik wird diese Sonde wieder in die Blase eingeführt und diesmal unter Husten rausgezogen.

Zusammenfassend wird während der urodynamischen Messung überprüft, inwieweit die Harnblase ihrer Speicherfunktion nachgehen kann, ob die Blasenmuskulatur ihren Aufgaben nachkommt und ob der Verschluss der Harnröhre durch die Beckenbodenmuskulatur intakt ist. Nach erfolgter Untersuchung wird noch ein Gespräch geführt über die Befunde und mögliche Therapieoptionen.

Sollten die Inkontinenzbeschwerden nach durchgeführter empfohlener Therapie nicht rückläufig sein, kann gerne eine Vorstellung in der Inkontinenzsprechstunde erfolgen.

Aber auch andere Probleme wie z.B. durch Senkungen der Gebärmutter, der Blase wie auch von Darmanteilen, die ebenfalls zu einer Inkontinenz führen können, dürfen seht gerne in der Inkontinenzsprechstunde besprochen werden.

 
Unsere Sprechzeiten für die Urodynamik wie auch für die Inkontinenzsprechstunde:
 
Freitags, von 8:30 Uhr bis 12:00 Uhr