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Operative Intensivmedizin

Unsere Klinik betreibt die Operative Intensivstation (16 Betten) und die Operative Intermediate Care Station (15 Betten) und ist damit maßgeblich für die intensivmedizinische Versorgung der Patienten aus den Kliniken für Allgemein-, Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie, Unfallchirurgie, Urologie, Orthopädie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hals-, Nasen- und Ohrenklinik, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Augenklinik.

Die Operative Intensivstation ist eine Station der maximalen Versorgungsstufe. Hier werden kritisch kranke Patienten nach großen Operationen oder nach schweren Unfällen behandelt. Für diese Aufgaben ist die Station mit insgesamt 16 Betten mit modernsten Überwachungs- und Beatmungsgeräten ausgestattet. Selbstverständlich werden schwer kranke Patienten auf unserer Operativen Intensivstation nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt. Im Umfeld einer großen Universitätsklinik nutzen wir aktuelle Therapiekonzepte und modernste Technik zur Behandlung unserer Patienten als Menschen mit Würde und Achtung. Bei uns brauchen Sie keine Angst vor Apparatemedizin zu haben.

Information für Angehörige und Besucher:

Sie sind auf unserer Station willkommen. Es ist für uns selbstverständlich, dass Sie Ihren Angehörigen in einer schweren Krankheitsphase nahe sein möchten. Wir bemühen uns darum Ihnen flexible Besuchszeiten zu ermöglichen, aber wir möchten auch um Verständnis bitten, dass unter normalen Umständen die Kernbesuchszeiten weitestgehend eingehalten werden sollten. Patienten auf einer Intensivstation bedürfen einer viel umfangreicheren Betreuung als Patienten auf einer Normalstation. Erfahrungsgemäß ist insbesondere der Vormittag sehr arbeitsintensiv. Die Kernbesuchszeiten fallen aus diesen Gründen bei uns in die Nachmittagsstunden.

Bitte haben Sie auch Verständnis, wenn wir außerhalb der oben angeführten Anrufzeiten häufig nicht persönlich ans Telefon  gehen können, da wir die Zeit benötigen, um ihre Angehörigen und andere Patienten zu versorgen. In Ausnahmefällen sind nach Rücksprache häufigere Kontaktaufnahmen (Besuche, telefonische Auskunft ) selbstverständlich möglich. Aus rechtlichen Gründen kann eine telefonische Auskunft nur an uns persönlich bekannte Angehörige erfolgen. Wir bitten hier um Ihr Verständnis.

Ort:

Sie finden die Operative Intensivstation im Neubau Chirurgie (Gebäude 43), Ebene 00. An der Pforte im Foyer gehen Sie bitte einige Meter in Richtung hintere Verbindungstür. Dort befindet sich der Wartebereich. Am Zugang zur Intensivstation müssen Sie klingeln, um auf die Station zu gelangen. Es wird sich zügig ein Mitarbeiter um Sie kümmern.

Leistungsspektrum der Operativen Intensivstation:

Die Behandlungsschwerpunkte der Operativen Intensivstation liegen auf der postoperativen Betreuung von Patienten der verschiedenern operativen Fachdisziplinen. Weitere Schwerpunkte bilden die Behandlung von Patienten mit Organversagen, schwer verletzter Patienten und von Patienten mit einer schweren Sepsis (umgangssprachlich „Blutvergiftung“).

Als Intensivstation der maximalen Versorgungsstufe, können wir unseren Patienten nahezu alle Verfahren der modernen Intensivmedizin zugute kommen lassen. Der Einsatz der verschiedenen Techniken wird für jeden Patienten individuell geplant.

Operative Intermediate Care Station (OIMC)

Im Juli 2007 wurde die Operative Intermediate Care Station (OIMC) am Universitätsklinikum eröffnet, um die Kapazitäten intensivmedizinischer Versorgung besonders für Patienten der verschiedenen operativen Fächer zu erhöhen und mehr Bettplätze zur Überwachung und Therapie schwer- und schwerstkranker Patienten zur Verfügung zu stellen. Die großen Fortschritte in den operativen Behandlungsmöglichkeiten, sowohl was die Größe und Dauer möglicher Operationen angeht als auch die Durchführung von ausgedehnten operativen Eingriffen bei Patienten in fortgeschrittenem Lebensalter und/ oder mit mehreren gravierenden Vorerkrankungen können ihren Erfolg wie auch ihren Sinn nur unter der Voraussetzung finden, dass eine Nachbehandlung der operierten Patienten in einer geeigneten Intensiveinheit möglich ist. Entsprechendes gilt übertragen auch für die Versorgung von Menschen nach schweren Unfällen. Durch die Einrichtung von 10 Intensivbetten auf der OIMC konnten die Intensivbehandlungsmöglichkeiten in der perioperativen Phase (d.h. in der Zeit vor und nach Operationen) wesentlich verbessert werden. Die Station ist interdisziplinär angelegt, d.h. Patienten aus allen Bereichen des Klinikums werden hier behandelt.

Wir bemühen uns, die Besuchszeiten und Besuchsmöglichkeiten nicht allzu streng zu sehen, sondern den Bedürfnissen von Patienten und Angehörigen anzupassen. Wartezeiten können entstehen, wenn unaufschiebbare Pflege- oder Behandlungsmaßnahmen am Patienten oder im Zimmer durchgeführt werden müssen. Wir bitten Sie um Verständnis, möglicherweise warten auch andere Angehörige, weil Ihr Angehöriger versorgt werden muss. In der Besuchszeit bemühen sich die Dienst habenden Ärzte der Station, Ihnen für ein persönliches Gespräch zur Verfügung zu stehen. Nötigenfalls können gesonderte Termine vereinbart werden. Telefonische Auskunft über Ihren Angehörigen können Sie von unseren Ärzten auch vormittags, am besten zwischen 8.30 Uhr und 11 Uhr erhalten.

Der Neubau sieht für den Intermediate Care Bereich nicht nur eine größere Gesamtzahl von Betten vor, sondern auch ausschließlich Ein- und Zweibettzimmer mit Nasszelle, sodass sich unsere Möglichkeiten wesentlich verbessern werden.

Aufgaben und Zielsetzung

Unser Ziel ist es, die Kerneigenschaften der modernen Intensivmedizin -stetige Aufmerksamkeit, rasches Eingreifen, hohe fachliche Kompetenz und den Einsatz moderner Medizintechnik- mit den Grundsätzen einer patientenzentrierten Medizin zu verbinden, die dem Patienten als ganzem Menschen mit allen seinen Bedürfnissen gerecht wird. Aus unserer Sicht besteht der professionellste Anspruch jeder medizinischen Versorgung in einer fachlich wie menschlich in gleicher Weise umfassenden Herangehensweise an den kranken Mitmenschen. Die eher geringe Bettenzahl ermöglicht es uns, unsere Patienten und ihre Angehörigen gut zu kennen.
Ganz allgemein gesprochen, sehen wir unsere Aufgabe darin, Patienten (mit ihren Angehörigen) möglichst gut und sicher durch die schwierigen Phasen ihres Krankheits- und Genesungsverlaufes zu geleiten.

 Schwierige Phasen im Verlauf können in der Zeit nach einer großen Operation (bzw. einem schwereren Unfall) auftreten, während der viele Körperfunktionen störanfällig sind und der Überwachung, oft auch der gezielten Unterstützung bedürfen, bis sich die normalen Funktionsgleichwichte im Körper wieder stabilisiert haben. Ein Beispiel sind Kontrollen des Wasserhaushaltes und der Blutsalze, wo geringe Abweichungen zu Herz- Kreislaufkomplikationen, Atemstörungen oder gefährlichen Herzrhythmusstörungen führen können, wenn sie nicht rechtzeitig korrigiert werden.
Gerade bei Patienten, die sich im fortgeschrittenen Lebensalter großen Operationen unterziehen müssen, kann die stetige Überwachung und das rechtzeitige Feststellen und Korrigieren allfälliger eigentlich geringer Störungen dazu beitragen, größere Probleme oder gar Komplikationen zu verhüten.
Ebenso profitieren Menschen, bei denen wichtige Organfunktionen (Lunge, Herz, Leber oder Niere) schon vor ihrer Operation eingeschränkt waren, von einer ausreichend langen Überwachung sowie einer ihren Problemen angepassten Intensivtherapie. Die Mehrzahl dieser Patienten wird geplant, aufgrund einer entsprechend großen Operation und/ oder ihrer Begleiterkrankungen, auf die OIMC aus dem OP bzw. von der Operativen Intensivstation übernommen.
Manche Patienten durchleben nach der Operation bzw. einem Unfall eine Phase gestörten Bewusstseins mit Unruhe oder Verwirrung, ein so genanntes Durchgangssyndrom. Diese Patienten brauchen ständige Überwachung, manchmal auch eine medikamentöse Dämpfung, um sich nicht selber zu gefährden.
Notfallpatienten aus allen Bereichen der Klinik oder den Ambulanzen finden auf der OIMC umgehend Überwachung, Betreuung und Behandlung.
Auch in schwerer Pflegebedürftigkeit oder aufwändigen Behandlungs- z.B. Ernährungsregimes- kann in Einzelfällen ein Grund zur Betreuung auf der OIMC bestehen.

Sehr bald nach ihrer Einrichtung hat sich die OIMC zu einer Art Drehscheibe entwickelt, Patienten aus vielen Bereichen werden aufgenommen und versorgt und, je nach Entwicklung des Krankheitsbildes und des weiteren Behandlungsbedarfes, in verschiedene Bereiche weiterverlegt.

Physiotherapie:

Ein Mitarbeiter der Krankengymnastik (Physiotherapie-) Abteilung ist täglich auf der OIMC eingesetzt und kümmert sich um Atemgymnastik, Aktivierung und Mobilisation der Patienten.

Als Patient auf der OIMC

Es ist niemals leicht, Patient in einem Krankenhaus zu sein und erst recht nicht, als Patient auf einer Intensivstation behandelt werden zu müssen.
Zu den körperlichen Beschwerden und auch zur inneren Beunruhigung, die die Erkrankung bzw. die Operation oder der Unfall mit sich bringen, kommen die Belastungen durch eine neue Umgebung, anfangs fremde Mitarbeiter und eine ungewohnte Atmosphäre sowie unverständliche Vorgänge und Gerätschaften.
Wenn die unmittelbar störenden körperlichen Beschwerden, etwa Schmerzen, gestillt sind, bewegt den Patienten mehr als alles andere die Frage, ob der Krankheitsverlauf normal ist und wie er sich weiter entwickeln wird.

Unser Ziel ist, Ihre Beschwerden (Schmerzen, Übelkeit, Durst, Unruhe) bestmöglich mit Medikamenten und anderen geeigneten Maßnahmen zu lindern. Nicht immer ist das Erwünschte möglich, z.B. bestehen nach manchen Operationen Vorschriften zur Nahrungsaufnahme.

Vor der Durchführung von möglicherweise schmerzhaften Maßnahmen verabreichen wir Schmerzmittel oder ein kurz wirkendes Beruhigungsmittel.
Flüssigkeit wird als Infusion („Tropf“) zugeführt und das Gleichgewicht von Zufuhr und Ausscheidung kontrolliert. Medikamente geben wir, je nach Zustand und Notwendigkeit intravenös oder als Tabletten.
Blut und Blutbestandteile werden nötigenfalls ersetzt.
Die Ernährung erfolgt oft teilweise als Infusionsernährung, wenn Sie noch nicht oder noch nicht genug essen können oder dürfen, denn der Körper braucht Baustoffe, um die Wundheilung zu ermöglichen und Infektionen abzuwehren. Dasselbe gilt für Vitamine, Spurenelemente und besondere Nahrungsbestandteile, die während schwerer Krankheit wichtig sind.
Eine gestörte Nachtruhe bildet auf vielen Intensivstationen ein Problem. Nötige Pflege-und Behandlungsmaßnahmen im Zimmer, nächtliche Aufnahmen von Notfallpatienten, und die Alarme durch die Überwachungsgeräte lassen oft keine echte Ruhe aufkommen. Hier sind besonders unsere Mehrbettzimmer belastet. Wir wissen und bedauern dies, können aber derzeit wenig an den baulichen Gegebenheiten ändern. Der Einsatz von Medikamenten kann einige, aber leider nicht alle dieser Probleme lösen.
Für Fragen und Gespräche stehen wir ebenfalls zur Verfügung, beispielsweise sind Erklärungen über Maßnahmen und Abläufe meistens gut geeignet, die Angst in Grenzen zu halten. Während der Körperpflege ergibt sich oft eine gute Gesprächsmöglichkeit mit unseren Pflegekräften; die Ärzte der Station suchen jeden Patienten mehrmals täglich auf und sehen nach seinem Befinden und Bedürfnissen. Vorhandene Befunde werden Ihnen erklärt und Behandlungsmaßnahmen erläutert. Wichtig ist, dass Sie auch von Ihrer Seite her im Gespräch mit uns bleiben, denn nicht alles, was wichtig ist, lässt sich an den Monitoranzeigen oder bei der körperlichen Untersuchung feststellen.

Aufgrund der beschränkten räumlichen Situation bitten wir Sie, an persönlichen Gegenständen nur das Nötigste mitzubringen: Kulturbeutel mit persönlichen Pflegemitteln, ggf. Rasierzeug, Brille, Hörgeräte, Zahnprothese, Fotos und, wenn Bedarf besteht Lesestoff, aber bitte keine Wertsachen, großen Koffer und, aus Gründen der Krankenhaushygiene, keine Topfpflanzen. Sämtliche zur Körperpflege notwendigen Materialien sind auf der Station vorhanden. Über Nahrungsmittel von zu Hause bzw. als Mitbringsel entscheidet die aktuelle körperliche Verfassung bzw. die einzuhaltenden Diätvorschriften.

OIMC und Operative Intensivstation

Operative Intensivstation und OIMC stehen beide unter Leitung der Klinik fürAnästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie. Die Operative Intensivstation ist gewissermaßen die „Schwesterstation“ zur OIMC.
Häufig werden stabilisierte, nicht mehr beatmungspflichtige Patienten frühzeitig von der Operativen Intensivstation auf die OIMC verlegt. Diese geplanten Verlegungen bedeuten für den Patienten einen ersten Schritt auf ihrem Genesungsweg, nämlich dass maschinell gestützte Organersatzverfahren (z.B. Beatmung) nicht weiter notwendig sind.
Umgekehrt müssen manchmal Patienten, bei denen gravierende akute Zustandsverschlechterungen aufgetreten sind, auf die Operative Intensivstation gebracht werden, da der Personalschlüssel der OIMC eine längerfristige Beatmungsbehandlung (wiewohl von Technik und Qualifikation her durchführbar) nicht vorsieht. Ebenso müssen Patienten, die Nierenersatz- oder andere extrakorporale Behandlungsverfahren benötigen, und auch Patienten mit bestimmten isolationspflichtigen Infektionen auf der Operativen Intensivstation aufgenommen werden.
Der Unterschied zwischen beiden Stationen besteht hauptsächlich in der Ausrichtung auf den Einsatz der maschinell gestützten Organersatzverfahren (künstliche Beatmung, Nierenersatztherapie, maschinelle Kreislaufunterstützung) auf der Operativen Intensivstation, die entsprechend über einen höheren Personalschlüssel verfügt.
Auf der OIMC mit ihrem niedrigeren Personalschlüssel werden vorwiegend stabilisierte Patienten, die nicht beatmet sind, aber weiterhin intensivtherapeutischer Begleitung bedürfen, behandelt.
Unsere Patienten sind ganz überwiegend bei Bewusstsein (wenn auch nicht immer bewusstseinsklar). Insofern empfinden sie die krankheitsbedingten körperlichen Einschränkungen und Beschwerden belastender als in der Zeit, als durch die Wirkungen der Narkosemedikamente eine bewusste Wahrnehmung der Situation nicht möglich war.
Dies verpflichtet uns in besonderem Maße zu einem patientenzentrierten Umgang, dessen Kernanliegen es ist, empathisch auf unseren Patienten, einen Mitmenschen, zuzugehen und sein Leiden möglichst zu lindern.
Psychisch und manchmal auch physisch gesehen fordert dieser Anspruch unsere Mitarbeiter maximal, denn zu der fachgerechten Intensivversorgung kommt die Kommunikation und emotionale Fürsorge, auf die Patienten und Angehörige unserer Einstellung nach unbedingten Anspruch haben. Die Vorgaben für den Personalbedarf einer Station berücksichtigen die letztgenannten Gesichtspunkte bedauerlicherweise nur ungenügend.

OIMC und andere Einrichtungen des Klinikums

Als interdisziplinäre Einheit arbeitet die OIMC eng mit den verschiedensten Abteilungen und Einrichtungen zusammen.

Visiten der operativen Abteilungen finden wenigstens einmal am Tag statt, sodass der Behandlungs- und Heilungsverlauf umfassend betreut wird. Nötigenfalls können die Dienst- und Oberärzte der chirurgischen Abteilungen jederzeit gerufen werden.
Zu den Mitarbeitern und Spezialisten der Diagnostik- Abteilungen des Klinikums (Radiologie, Labormedizin und Mikrobiologie) besteht ein enger Kontakt.
Dasselbe gilt für sämtliche Fachgebiete der nicht- operativen Medizin, hauptsächlich Neurologie und für die Spezialisierungen der Inneren Medizin. Für sämtliche denkbaren diagnostischen oder therapeutischen Fragestellungen, die ein Patient -sei es als führendes Problem, sei es als scheinbarer Nebenschauplatz- mitbringen kann, wird sich so eine angemessene Lösung finden lassen.
Eine regelmäßige Visite zur Ernährungstherapie findet statt, eine pharmazeutische (Apotheken-) Visite ist in der Planung.
Die physiotherapeutische (krankengymnastische) Behandlung ist fest in den Tagesablauf eingebunden.
Das Team von Sozialdienst und Pflegeüberleitung wird eingeschaltet, wenn im Vorfeld einer Verlegung bzw. Entlassung ein Rehabilitationsplatz oder eine Kurzzeitpflege, häusliche Pflegebetreuung oder Pflegehilfsmittel oder eine Pflegestufen- Einrichtung notwendig werden.
Auf Wunsch oder bei Notwendigkeit stehen uns auch die Mitarbeiter der Kliniksseelsorge zur Verfügung.