Patienteninformation Familiäres Pankreaskarzinom
Mitarbeiter des Projekts:
Klinik für Innere Medizin, Schwerpunkt Gastroenterologie, Endokrinologie u. Stoffwechsel
Prof. Dr. med. Thomas Mathias Gress
Prof. Dr. Peter H. Kann
Klinik für Strahlendiagnostik
Prof. Dr. Klaus Jochen Klose
Prof. Dr. rer.physiol. Johannes Heverhagen
Zentrum für Humangenetik
Prof. (apl.) Dr. med. Manuela Koch
Früherkennungsprogramm
Der Fallsammlung ist ein jährliches Früherkennungsprogramm für Hochrisikopersonen aus den Pankreaskarzinom-Familien angeschlossen. Als Hochrisikopersonen werden alle Familienmitglieder eingestuft, die maximal zehn Jahre jünger als ein erstgradig Verwandter sind, der selbst an einem Pankreaskarzinom erkrankte, oder aber mindestens 40 Jahre alt sind.
Dieses Früherkennungsprogramm umfasst nach Abwägung der Risiken und des potentiellen Nutzens eine jährliche Anamnese und körperliche Untersuchung, eine Endosonographie, ein MRT des Pankreas mit MRCP und eine Blutuntersuchung auf CA 19-9. Bei unklaren oder pathologischen Untersuchungsergebnissen werden ggf. weitere Untersuchungen, wie z.B. eine ERCP, veranlasst. Im Falle eines Tumorbefundes erfolgt eine Pankreasresektion.
Dieses Früherkennungsprogramm wird den Hochrisikopersonen im humangenetischen Beratungsgespräch bei Aufnahme in die Fallsammlung empfohlen. Das Früherkennungsprogramm wird von einer Beobachtungsstudie begleitet, in der untersucht werden soll, in welchen Stadien Pankreaskarzinome durch das Früherkennungsprogramm erkannt werden.
Bei jedem im Rahmen des Früherkennungsprogramms stattfindenden Untersuchungstermin werden vom jeweils untersuchenden Arzt auf einem Erfassungsbogen medizinische Daten festgehalten. Es handelt sich hierbei um die Ergebnisse der einzelnen regelmäßig vorgesehenen Untersuchungen, sowie um die Ergebnisse der weiterführenden Diagnostik, falls eine solche stattfindet. Diese Daten werden in der Studienzentrale gesammelt, sofern die jeweilige Hochrisikoperson damit einverstanden ist.
Gemeinsam mit dem weiter oben erwähnten Beratungsbrief, in welchem das humangenetische Beratungsgespräch zusammengefasst wird, wird eine Einverständniserklärung für das Früherkennungsprogramm mit begleitender Beobachtungsstudie an jede Hochrisikoperson verschickt. Dort willigt die jeweilige Hochrisikoperson in die elektronische Aufzeichnung und Weitergabe von medizinischen Daten ein. Im Falle ihrer Einwilligung wird die Hochrisikoperson darum gebeten, die unterschriebene Einverständniserklärung an die Studienzentrale FaPaCa zu schicken und dieser dabei auch ihre aktuelle Adresse mitzuteilen. Die Studienzentrale kann dann der Hochrisikoperson vor jedem Untersuchungstermin einen Erfassungsbogen zukommen lassen. Die Hochrisikoperson wird darum gebeten, den Erfassungsbogen zur Untersuchung mitzubringen, wo er vom jeweils untersuchenden Arzt ausgefüllt und unterschrieben wird.
Eine Kopie des Bogens erhält das untersuchende Zentrum. Das Original leitet die Hochrisikoperson selbst an die Studienzentrale weiter, nachdem sie ihre persönlichen Daten in einem hierfür vorgesehenen, vom Bogen abtrennbaren Feld eingetragen hat.