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Quartalsgewinn niedriger
Probleme mit Uniklinikum belasten »Rhön«-Bilanz

Gießen (si). Die Rhön-Klinikum AG hat
gestern erstmals wirtschaftliche Probleme
eingeräumt, die ihr durch Entwicklungen am
Universitätsklinikum Gießen und Marburg
entstanden sind. Der Konzerngewinn in den
ersten drei Monaten dieses Jahres werde dadurch
etwa fünf bis neun Millionen Euro
niedriger ausfallen als erwartet, teilte das
Unternehmen mit.
Es nannte drei Gründe. Zum einen habe
das Uniklinikum die Kosten im Personalbereich
nicht so stark senken können wie geplant.
Zum anderen hätten die beiden medizinischen
Fachbereiche Rechnungen für
Leistungen des Uniklinikums, die sie an Anspruch
genommen hätten, noch nicht bezahlt.
Darüber hinaus hätten sich Vergütungsabschläge
durch die Krankenkassen
negativ ausgewirkt. Unterm Strich hält Rhön
jedoch an seinen Gewinnerwartungen für
das Gesamtjahr fest. So geht die AG insbesondere
davon aus, das die beiden Universitäten
die offenen Rechnungen im zweiten
Quartal voll begleichen werden. Auch bei
den Krankenkassen hält es Rhön noch für
möglich, dass durch anstehende Budgetverhandlungen
zusätzliche Mittel fließen. Keine
Prognosen gab der Konzern zur Entwicklung
der Personalkosten am Uniklinikum ab.
Die Rhön AG verbreitete diese Informationen
gestern mit einer ad-hoc-Meldung – eine
solche muss immer dann veröffentlicht werden,
wenn die Informationen so wichtig sind,
dass sie den Börsenkurs eines Unternehmens
beeinflussen. Der Kurs der Rhön-Aktie sank
daraufhin in einem ansonsten festen Gesamtmarkt
um 2,85 Prozent. Sie war damit
schwächsterWert im Index MDax, in dem 50
Unternehmen gelistet sind.
Aufsichtsrat bestätigt Menger
Derweil hat der Aufsichtsrat des Uniklinikums
gestern erwartungsgemäß den 52-jährigen
Rhön-Manager Martin Menger zum
neuen Geschäftsführungsvorsitzenden bestellt.
Er löst Irmgard Stippler ab, die erst
vor elf Monaten in das Haus gekommen war.
Sie scheidet nach Querelen mit Rhön auf eigenenWunsch
aus.

Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-13)
Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/
veröffentlicht von 2012-04-13 bis 2012-06-13