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| Experten informieren am Hämophilie-Zentrum des Uniklinikums über Therapiemöglichkeiten | |
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GIESSEN (fod). Das Gießener Universitätsklinikum verfügt mit dem Interdisziplinären Schwerpunkt für Hämostaseologie und dem angeschlossenen modernen Labor über eines der führenden Gerinnungszentren in Deutschland. Und das gerade im Bereich der Behandlung der Bluterkrankheit, medizinisch Hämophilie genannt, die je nach fehlendem Gerinnungsfaktor unterschiedliche Varianten hat und noch unheilbar ist.
Im Comprehensive Care Center für dieses vor allem durch das Vorkommen in europäischen Adelshäusern wie dem von Queen Victoria von Großbritannien und der russischen Zarenfamilie bekannt gewordenen Krankheitsbildes werden allein im Quartal rund 1500 Patienten aus nah und fern versorgt. Diese Zahl nannte am Wochenende die Leiterin Prof. Bettina Kemkes-Matthes am Rande der alljährlichen Patientenfortbildung, zu der sie mit ihren Mitarbeitern in die „Blutbank“, sonst Ort für Blutspenden, eingeladen hatte. Mit etwa 60 Gästen verzeichnete man eine sehr gute Resonanz. Als erster Referent berichtete Orthopäde und Unfallchirurg Oberarzt Dr. Oliver Bischel, dass es heute bei Gelenkerkrankungen durch Einblutungen vor allem in Knie, Ellenbogen und Sprunggelenk „gute Möglichkeiten gibt, dem Patienten die Lebensqualitäten wiederzugeben, wenn man alle Möglichkeiten ausschöpft“. Schlage eine konservative Therapie nicht an und liege eine Arthrose vor, ließe sich beQim Knie chirurgisch durch den Einsatz einer Endoprothese die Funktion weitgehend wiederherstellen und der Reibungsschmerz beseitigen. Schwieriger gestalte es sich bei Ellenbogen und Oberem Sprunggelenk des Fußes, für die alternativ auch eine Versteifungs-OP infrage kommt. „Jeder Patienten ist individuell zu behandeln“, betonte Bischel. Dank des von Janina Hesse vom Paul-Ehrlich-Institut in Langen vorgestellten Deutschen Hämophilieregisters konnten Therapien optimiert werden. „Mit den erhobenen Daten können wir verschiedene Fragen der Forschung beantworten“, sei es das Ziel, sich einen Überblick über das gesamte Patientenleben zu verschaffen. Bereits etwa 1100 Patienten aus ganz Deutschland seien ins 2009 gegründete Register aufgenommen worden, warb Hesse auch bei den in Gießen Betreuten dafür. Die beiden Hämophilie-Assistentinnen Bärbel Böttner und Christiane Kelm wollten dann noch von allen Teilnehmern wissen, wie die Betreuung am Gießener Schwerpunkt weiter optimiert werden kann und welche Wünsche bestehen. Schon jetzt gilt: Mindestens zweimal im Jahr soll jeder Patient für eine Untersuchung kommen, bei schweren Fällen auch einmal pro Quartal. Bei einem Notfall ist immer einer der Ärzte 24 Stunden lang über das „Gerinnungs-Handy“ erreichbar. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-05-16) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-16 bis 2012-07-16 | |
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| Kraftanstrengung gefordert | |
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UKGM-Geschäftsführer Menger appelliert an Mitarbeiter
(tt). Der Vorsitzende der Geschäftsführung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM), Martin Menger, hat Aussagen von Gießener Betriebsratsmitgliedern im Anschluss an eine Betriebsversammlung zurückgewiesen, befristete Verträge, die auslaufen, würden nicht mehr besetzt. „Die Geschäftsführung ist gehalten, sämtliche Befristungen vor dem Auslaufen zu prüfen. Dies geschieht und es gibt zahlreiche Verlängerungen von Verträgen. Darüber hinaus haben wir dem Betriebsrat ein geordnetes Verfahren zugesagt und wollen dies auch umsetzen“, hießt es in einem Schreiben Mengers an die Beschäftigten. Gleichzeitig trat der UKGM-Geschäftsführer Meldungen entgegen, nach denen sich die Leistungszahlen des Großkrankenhauses verschlechtert hätten. „Die Leistungsentwicklung des UKGM ist - im Vergleich zum Vorjahresmonat - gut. Die Fallzahlen stiegen standortübergreifend um 8,1 Prozent“, so Menger. Dagegen sei die wirtschaftliche Entwicklung in den ersten vier Monaten allerdings negativ, „insbesondere im Hinblick auf die Erlössituation, was bei gleichzeitig steigenden Kosten problematisch ist“. Hier müsse das Haus gegensteuern. Der Stellenzuwachs von über 400 Vollkräften seit 2008 schlage sich natürlich auch in den Personalkosten nieder, die im Vergleich zu 2011 erneut gestiegen seien. Auch im Bereich des medizinischen Bedarfs verzeichne das UKGM erhebliche Kostensteigerungen im Vergleich zum Vorjahr. Es gelte nun, das Universitätsklinikum in einer „gemeinsamen Kraftanstrengung wieder fit zu machen“ und die derzeitige Kostenbelastung deutlich zu reduzieren. Seit seiner Wahl zum Vorsitzenden der Geschäftsführung sei er dabei, Gespräche zu führen und Maßnahmen einzuleiten, die alle Beteiligten auf einen konstruktiven Pfad des Vertrauens zurückbringen sollen, so Menger. Unterdessen hat der Verband deutscher Universitätsklinika (VUD) an das Land Hessen appelliert, seiner besonderen Verantwortung gerecht zu werden. Die Rhön AG habe ihr Ziel verfehlt und sei bislang durch eine ungewöhnlich hohe Fluktuation des Führungspersonals aufgefallen, so der VUD. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-05-12) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-14 bis 2012-07-14 | |
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| UKGM: Handlungsunfähigkeit beklagt | |
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Betriebsrat informiert Beschäftigte über Übernahmeangebot durch Fresenius - Scharfe Kritik an Geschäftsführung
(tt). „Die Beschäftigten sind nicht mehr bereit, für Gewinne und Baulasten zu arbeiten.“ Mit diesen Worten bilanzierte Klaus Hanschur eine mehr als zweistündige Betriebsversammlung am Standort Gießen des Uni-Klinikums Gießen und Marburg (UKGM), in deren Verlauf der Betriebsratsvorsitzende 500 Mitarbeiter des Großkrankenhauses über die Pläne des Gesundheitskonzerns Fresenius informierte, die Rhön-Klinikum AG zu übernehmen. Abgeschlossen werden solle das Geschäft im dritten Quartal, sagte Hanschur im Anschluss der Versammlung vor Journalisten. „Überhaupt nicht gut angekommen“ seien gestern die Ausführungen des Vorsitzenden der UKGM-Geschäftsführung, Martin Menger. Die Geschäftsführung zeige ungeachtet aller Forderungen des Betriebsrats keinerlei Bereitschaft, den Beschäftigten entgegenzukommen und sie in die weiteren Überlegungen bei der Personalplanung einzubinden, kritisierte Hanschur. Noch nicht einmal dem Moratorium, während der Verhandlungen über den Personalzuschnitt den Stellenabbau auszusetzen, habe die Leitung zugestimmt. Nach wie vor würden befristete Stellen, die auslaufen, nicht besetzt werden, ergänzte Betriebsratskollege Andreas Schaub. Der Geschäftsführung warf er vor, sie handele ohne „jede strategische Planung“. Margot Lodde beklagte die Handlungsunfähigkeit an der Spitze des drittgrößten Uni-Klinikums in Deutschland. „Für ein Klinikum mit mehr als 9000 Beschäftigten gibt es keine Ansprechpartner“, konstatierte die Arbeitnehmervertreterin. Es würden keine Entscheidungen mehr getroffen. Dies gelte für Stellenbesetzungen genauso wie für den Ersatz defekter Geräte. Klaus Hanschur betonte, der Betriebsrat habe großes Interesse, dass es zu keinem Stillstand komme. „Wir sind an einer Weiterentwicklung des Klinikums interessiert und dass es seinen Aufgaben gerecht wird.“ Als Grundübel für die wirtschaftliche Misere des UKGM, das von der Rhön AG betrieben wird, hätten sich die Baulasten herauskristallisiert. Deren Kosten dürften in keinem Fall auf dem Rücken der Beschäftigten hereingeholt werden. Die Frage der Arbeitsbedingungen genieße für den Betriebsrat oberste Priorität, unterstrich Hanschur. Ein weiterer Abbau von Stellen gefährde die Existenz des größten Arbeitgebers in der Region. Vor diesem Hintergrund halte der Betriebsrat an seiner Forderung fest, keine Stellen zu reduzieren und die Belastungen für die Mitarbeiter zu verringern. Sollte die Geschäftsführung an ihrer unnachgiebigen Haltung festhalten, werde der Betriebsrat sich der Themen „Dienstplangestaltung und Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz“ annehmen, kündigte Hanschur eine härtere Gangart an. „Da werden wir sehr genau hinschauen.“ Erneut machte der Arbeitnehmervertreter sich dafür stark, die Möglichkeit eines Rückkaufs des Klinikums durch das Land ernsthaft zu prüfen. „Diese Variante ist eine sehr realistische.“ Für den 21. Mai kündigte er ein Treffen des Gesamtbetriebsrats und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) an, bei dem unter anderem die Möglichkeiten, den Einfluss des Landes am UKGM deutlich zu stärken, auf der Tagesordnung stehen werden. Zum ersten Mal hatte in der vergangenen Woche mit Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) eine Vertreterin der Landesregierung die Option eines Rückkaufs ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Diese Möglichkeit sieht eine bei der Privatisierung im Jahr 2006 einfügte Klausel vor, nach der bei einem Verkauf des UKGM die Bedingungen neu zu verhandeln sind. Für den Fall, dass Fresenius das Großkrankenhaus übernimmt, fordert der Betriebsrat, dass dem Unternehmen ein Weiterverkaufsverbot auferlegt wird, sagte Hanschur. Er warnte den Konzern vor einer überhöhten Renditeerwartung von zehn bis 20 Prozent, wie die Rhön AG dies getan habe. „Diesen Fehler darf Fresenius nicht machen.“ |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-05-11) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-14 bis 2012-07-14 | |
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| Türkisch-Deutsches Transplantations-Symposium an JLU - „Zusammenarbeit sehr wert voll“ | |
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GIESSEN (fod). Es ist das erste Mal überhaupt, dass im neuen Biomedizinischen Forschungszentrum der Justus-Liebig-Universität (JLU) am Seltersberg eine wissenschaftliche Tagung stattfindet. Das zweitätige 2. Türkisch-Deutsche Transplantations-Symposium ist also aus zwei Gründen etwas Besonderes. Experten gleich dreier türkischer Universitäten mit angeschlossenen Kliniken sind unter den etwa 60 Teilnehmern zu finden. Und sogar ein Mitglied der türkischen Regierung, Agah Kafkas, stellvertretender Gesundheitsminister seines Landes, ist nach Gießen angereist.
Die hessische Landesregierung war bei der Eröffnung durch Jörg-Uwe Hahn, Minister für Justiz, Europa und Integration, vertreten. Die deutschen Teilnehmer stammen vom Gießener Universitätsklinikum und anderen deutschen Transplantationszentren. Organisatoren sind die in Gießen ansässige Türkisch-Deutsche Gesundheitsstiftung und die Chirurgische Universitätsklinik. Zwei Tage lang werden auf Englisch in Vorträgen und Präsentationen aktuelle Themen der Transplantationsmedizin behandelt. Das Spektrum reicht von Fragen des Vorgehens bei einzelnen Organen wie Herz, Niere, Lunge oder Leber bis hin zu neuen Verfahren wie den Einsatz von Stammzellen und biomedizinische Forschung. „Wissenschaft macht nur dann Sinn, wenn man das Wissen teilt“, sagte Dr. Yasar Bilgin, Vorsitzender der Gesundheitsstiftung, bei der Begrüßung. Und so wurde auch von den übrigen Rednern der Wille zum Ausbau der Kooperation zwischen den medizinischen Fakultäten der Universitäten betont. „Die hessisch-türkische Zusammenarbeit ist sehr wertvoll“, bekräftigte Jörg-Uwe Hahn und dankte der JLU für die Unterstützung des wissenschaftlichen Austausches. „Es ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, die Kooperation auf andere Fachdisziplinen auszuweiten“, meinte Unipräsident Joybrato Mukherjee in Bezug auf erst vor wenigen Wochen bei einem Türkei-Besuch einer hessischen Delegation unter Leitung von Ministerpräsident Volker Bouffier unterzeichnete Vereinbarungen. „Sie arbeiten unter Bedingungen, von denen wir in Deutschland nur träumen können“, wusste Chirurgie-Direktor Prof. Winfried Padberg von der bei den Partnern bereits weit entwickelten Infrastruktur im Bereich Transplantation zu berichten. Was der stellvertretende Minister Agah Kafkas bestätigte: „Es gibt kein Organ, das wir nicht transplantieren können.“ Und das in mittlerweile landesweit 82 Transplantationszentren. Dem stehen in Deutschland etwa 50 gegenüber, zumeist an Universitätskliniken wie in Gießen lokalisiert. „Im Vergleich zu anderen Ländern gibt es bei uns viel mehr Lebenstransplantationen“, fuhr Kafkas fort, „das zeigt auch, dass der familiäre Bund bei uns sehr stark ist.“ Der Islam unterstütze im Übrigen die Organspende und sehe es sogar als „Pflicht“ an, wusste Yasar Bilgin zu berichten: „Im Koran heißt es, wer ein Leben rettet, rettet die gesamte Menschheit.“ |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-05-11) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-14 bis 2012-07-14 | |
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| Universitätsklinikum: Gewinn bricht weg | |
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Gießen (si). Die Querelen um das Universitätsklinikum Gießen und Marburg schlagen sich jetzt offenbar auch in den Leistungszahlen nieder.
Nach drei guten Monaten zu Jahresbeginn habe es im April einen regelrechten »Absturz« gegeben, sagte der Geschäftsführungsvorsitzende Martin Menger am Donnerstag bei einer außerordentlichen Betriebsversammlung. Unterm Strich könne man in diesem Jahr froh sein, wenn das Klinikum eine »schwarze Null« erwirtschaften werde. Im Vorjahr hatte es nach Steuern einen Gewinn von über 15 Millionen Euro ausgewiesen – und damit die Erwartungen des Rhön-Konzerns klar verfehlt. Im April sei das Umsatzziel um drei Millionen Euro unterschritten worden, sagte Menger. Bezogen auf den Jahresumsatz von rund 650 Millionen Euro bedeutet das für den Einzelmonat ein Minus von etwa fünf Prozent. Menger deutete an, dass es Probleme sowohl bei den Erlösen als auch bei den Kosten gebe. Details ließ er offen. Konkret wurde er bei den Personalkosten, die weiter stiegen, und zwar allein am Standort Gießen von 14,92 Millionen Euro pro Monat im Vorjahr auf 16,02 Millionen in diesem Jahr, also um über sieben Prozent. Sie seien ebenso zu hoch wie die Sachmittelkosten, die sich weiter erhöhten. Darüber hinaus gehen jetzt auch die Patientenzahlen zurück. Das verlautete aus gut informierten Kreisen des Klinikums. Offiziell bestätigt wurde es nicht. Rhön-Vorstandsmitglied Erik Hamann hatte bei der Bilanzpressekonferenz des Konzers vor zwei Wochen auf Frage dieser Zeitung gesagt, Rhön werde zu einzelnen Häusern generell keine Patientenzahlen mehr nennen – daran hält sich auch das UKGM, das früher dazu stets konkrete Angaben gemacht hat. Der Betriebsrat um den Vorsitzenden Klaus Hanschur hatte bei der gestrigen Sitzung den etwa 500 erschienenen Mitarbeitern noch einmal die Details zum Angebot des Medizin-Konzers Fresenius erläutert, die Rhön AG und damit das Uniklinikum zu übernehmen. Jetzt drohe Stillstand, wie nach der Fusion vor sieben Jahren. Den dürfe es nicht geben, hieß es. Das Land sei gefordert, seinen Einfluss auszuüben. Dies könne auch den Rückkauf bedeuten, so die Betriebsräte. Die Gewerkschaft ver.di hat inzwischen ausgerechnet, was der Kauf kosten würde: Etwa 500 bis 800 Millionen Euro. Eine Reaktion darauf gibt es noch nicht. »Abgetaucht« sind offenbar die vom Land am Klinikum eingesetzten Mediatoren. Die Betriebsrate hatten mit ihnen nach dem ersten Treffen Anfang April jedenfalls keinen Kontakt mehr. Dabei wollten die Streitschlichter eigentlich schon Ende letzten Monats ihre Abschlussempfehlung vorlegen. Die Mitarbeiter seien sehr verunsichert, sagten die Betriebsräte. Einige hätten inzwischen von sich aus gekündigt. Nach AZ-Informationen haben sich bislang nur 50 Mitarbeiter definitiv entschieden, in den Landesdienst zurückzukehren – 4000 kommen dafür in Frage. Die Erklärungsfrist endet, wenn sie nicht verlängert wird, mit Ablauf des nächsten Monats. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-05-11) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-14 bis 2012-07-14 | |
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| Liz Taylor und Edward Kennedy prominente Betroffene | |
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Prof. Eberhard Uhl sprach vor Medizin-Senioren über Hirntumore – Gutartige Meningeome und böse Gliome
Gießen (if) Sie galt als die schönste Frau der Welt; er war der letzte einer weltbekannten Politikerdynastie. Beide hatten sie eines gemeinsam: Hirntumore. Elizabeth Taylor, die glamouröse Diva, die seit Jahren immer wieder neben Kopfschmerzen über Herzprobleme und eine kaputte Hüfte geklagt hatte, sei »von einem langen Leiden erlöst worden «, hieß es dazu im März vorigen Jahres. Als dagegen Edward, der jüngste der Brüder Kennedy, kaum ein Jahr vor seinem Tod 2009 überraschend zusammengebrochen war, sprach man zuerst von einem epileptischen Anfall aus heiterem Himmel. Erst in der Klinik stellte sich heraus: Ein Hirntumor in der linken Gehirnhälfte, ein Gliom, hatte sich gemeldet. Bei der jüngsten Seniorenvorlesung, moderiert von Prof. Henning Stürz, machte Prof. Eberhard Uhl (neuer Chef der Neurochirurgischen Universitätsklinik) deutlich: »Hirntumor ist nicht gleich Hirntumor. Es gibt über 100 verschiedene Formen.« Uhl war Anfang des Jahres als Nachfolger von Prof. Böker aus Klagenfurt ans Gießener Uniklinikum gekommen. Die gutartigen Meningeome, wie das von Liz Taylor, so erläuterte er anschaulich, gehen von den Hirnhäuten aus und wachsen (wenn überhaupt) langsam. Sie machen sich oft erst spät mit diffusen Beschwerden bemerkbar, und es sei davon auszugehen, dass sie nicht streuen. Hochgefährlich dagegen sind die aggressiven Gliome. Sie sind die Bösen unter den »primären Hirntumoren«: rasch wachsend und über medikamentöse Behandlung kaum beeinflussbar. Die dritte Spezies schließlich sind Absiedlungen von Lungen- oder Brustkrebs oder vom gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Manchmal machen sich Hirntumore mit Kopfschmerz oder Übelkeit bemerkbar, aber auch Sehstörungen, Gangunsicherheiten und Doppelbilder können darauf zurückzuführen sein. Die Computertomografie erlaubt heute eine rasche Abklärung der Lokalisierung. Im Ultraschall und im Röntgenbild zeigt sich: Unscharf begrenzt ist das Gliom, scharf abgegrenzt das Meningeom. Bei der möglichst kompletten Entfernung des Tumors unter höchstmöglichem Erhalt der Funktionen könne vor allem die präoperative Untersuchung unter Einsatz der funktionellen Kernspintomografie wertvolle Hinweise vermitteln. Fluoreszenzgestützte Operationen – bei denen der Patient vor dem Eingriff einen Wirkstoff aufnimmt, der sich im Tumorgewebe anreichert, sodass er – für den Chirurgen sichtbar – unter Blaulicht aufleuchtet, erfordern dann die Entscheidung: Möglichst radikale Tumorresektion mit dem Risiko von Funktionseinbußen oder ein eher begrenzteres Vorgehen, um möglichst viel Lebensqualität zu erhalten. »Für mich steht die Forderung ›primum nihil nocere‹ (vor allem: nicht schaden) mit dem Ziel eines maximalen Therapieerfolges unter minimaler Belastung des Patienten im Vordergrund«, bekannte Uhl. »Dazu bedarf es dann – auch in der Nachsorge – der engen interdisziplinären Zusammenarbeit beispielsweise mit Neurologen, Neurophysiologen, Strahlentherapeuten und Neuroradiologen. « Abschließende Fragen aus dem Auditorium galten möglichen Ursachen des Entstehens von Hirntumoren und der Vermutung, eine Zunahme könne auf den Gebrauch von Handys zurückzuführen sein. Uhl, sagte, bisherige Studien hätten diesen Zusammenhang nicht bestätigt. Zudem müsse die gewachsene Lebenserwartung in Betracht gezogen werden. In der nächsten Seniorenvorlesung der Reihe »Medizin Aktuell« wird am Dienstag, 22. Mai, Prof. Bernd Wöstmann, der Leiter der Poliklinik für zahnärztliche Prothetik, das Thema »Zahnersatz und Allgemeingesundheit « aufgreifen. Beginn ist um 17 Uhr im Anatomischen Institut, Aulweg 123. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-05-11) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-14 bis 2012-07-14 | |
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| Zehn Transplantationen gleich nach der Lehre | |
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Deutsch-türkisches Symposium setzt die Zusammenarbeit von Uniklinikum Gießen und Inönü-Universität Malatya fort
Gießen (if). Premiere vor der Premiere: Noch vor der in Kürze bevorstehenden offiziellen Eröffnung präsentiert sich das großzügige, neue »Biomedizinische Forschungszentrum Seltersberg« (Ecke Aulweg/ Schubertstraße) beim »2. Türkisch-deutschen Transplantations- Symposium« seit gestern auch als idealer Austragungsort für künftige hochkarätige internationale wissenschaftlicher Tagungen. Der am Vorabend eingeflogenen türkischen Delegation – an ihrer Spitze der Stellvertretende Gesundheitsminister der Türkei, A. Kafkas, sowie der Rektor der Inönü-Universität Malatya, Prof. Celik, und derVizepräsident der Uludag-Universität Bursa, Prof. M. Parlak, gehörten mit den Professoren A. Selimoglu und S.Yilmaz auch die Mediziner an, die in Malatya das Leber-Transplantationsprogramm leiten. In kürzester Zeit war – wie Prof. Winfried Padberg berichtete – an der erst in den achtziger Jahren errichteten Medizin-Fakultät der zehn Jahre zuvor gegründeten Universität der boomenden ostanatolischen 400 000 Einwohner-Stadt ein Leber-Transplantationsprogramm angelaufen, das schon heute mit rund 200 Transplantationen jährlich als weltweit zweitgrößtes und modernstes Zentrum dieser Art gilt und sich anschickt, mit prognostizierten 600 Leberverpflanzungen jährlich die weltweite Führung zu übernehmen. Der Direktor der Abteilung Allgemein-und Transplantationschirurgie im Gießener Uniklinikum hatte sich nach dem ersten, ransplantations- Symposium dort über die höchst anspruchsvolle Technik der Leber-Lebendspende informiert, nachdem sich zuvor zwei türkische Hospitanten im Transplantationszentrum Gießen mit der Methode der Lebendspenden- Nierentransplantation vertraut gemacht hatten. »Wieder daheim hatten sie nach zwei Wochen bereits mehr als zehn solcher Nierentransplantationen durchgeführt«, hob der Gießener Klinikchef anerkennend hervor, der zusammen mit Dr. Yasar Bilgin von der mitveranstaltenden »Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung« die Begrüßung der rund hundert Teilnehmer und die Leitung des Symposiums übernahm. In seinem Grußwort plädierte der stellvertretende hessische Ministerpräsident Jörg- Uwe Hahn für »kultursensible Zugänge« zu persönlicher Gesundheitsberatung mit dem Ziel einer besseren gesundheitlichen Versorgung von Migranten. Der Hessischen Landesregierung sei es – so der Minister der Justiz, für Integration und Europa – gelungen, in dieser Hinsicht bereits zusammen mit der Gesundheitsstiftung solche Projekte zu realisieren. Nachdem Universitätspräsident Prof. Joybrato Mukherjee auf die Bedeutung des internationalen wissenschaftlichen Erfahrungsaustausches eingegangen war und für eine Fortsetzung im kommenden Jahr plädierte, lud der Vizepräsident der Uludag- Universität Bursa, Prof. M.Parlak dazu ein, als Austragungsort die Hauptstadt der gleichnamigen türkischen Partnerprovinz Hessens zu wählen. Auf besonders großes Interesse stießen die grundsätzlichen Ausführungen von Dr. Nuri Yilmaz: Der Präsident des Zentralrates der Muslime – und damit höchste islamische Autorität in der Türkei – ging auf die Frage der Organtransplantation aus der Sicht des Islam ein: »Menschliches Leben ist im Islam unantastbar. Wer ein Leben rettet, ist ein Retter der Menschheit. Lassen Sie uns unsere Organe spenden, wenn damit ein Leben gerettet wird.« Dass diese Aufforderung nicht auf taube Ohren stößt, zeigen die Zahlen der türkischen Transplantationsstatistik: Wo immer Lebendspende möglich ist, stößt sie auf breite Bereitschaft dazu. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-05-11) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-14 bis 2012-07-14 | |
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| Was noch fehlt, ist die Baugenehmigung | |
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Es hängt nur noch an der Genehmigung des Bauantrages durch die Stadt, dann könnte der Rettungshubschrauber Christoph Hessen acht bis zehn Monate später von seinem neuen Standort Gießen aus seinen Dienst aufnehmen, erklärte gestern Günther Lohre, Vorstand des Johanniter Landesverbandes Hessen/Rheinland-Pfalz/Saar am Rande der internationalen Rettungsmesse Rettmobil in Fulda gegenüber dem Anzeiger. Alle anderen Entscheidungen zum Standort Gießen, seien sie nun politischer oder luftfahrtrechtlicher Art, sind getroffen und abgesegnet.
Das Thema Stationierung eines Rettungshubschraubers in Gießen ist nicht Jahre, sondern Jahrzehnte alt. Viele Gießener werden sich noch an den provisorischen Landeplatz auf dem Sportfeld des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses erinnern. Von dort, und später dann von dem neuen, provisorischen Landeplatz unterhalb der Zahnklinik im Aulweg mussten die Patienten stets noch einmal in einen Rettungswagen umgeladen werden, weil ein direkter Landeplatz auf dem Dach der alten Chirurgie nicht möglich war. Ein unhaltbarer Zustand für ein bedeutendes Universitätsklinikum mit dem größten Transplantationszentrum des Landes. Mit dem Neubau der Chirurgie war wenigsten das Thema Direktanflug vom Tisch. Seit April vergangenen Jahres können die Hubschrauber direkt auf dem Dach landen. Parallel dazu ist das Thema Stationierung eines Rettungshubschraubers nicht weniger alt. Hintergrund: Mittelhessen liegt eher minder als mehr im Schnittpunkt der vorgeschriebenen Zeiteinsatzradien der Rettungshubschrauber aus Kassel, Siegen, Fulda und Frankfurt. Ein großer Teilbereich, quasi von Lollar nach Norden hin bis Korbach war sogar eine weiße Zone, also außerhalb der Radien. Doch so richtig wollte keiner an das Thema heran. Vor nunmehr fast drei Jahren fasste die Johanniter Unfallhilfe das Thema dann konkret an. Zusammen mit der Firma Heli-Flight in Reichelsheim haben die Johanniter schon seit 2003 Jahren einen Rettungshubschrauber für Sekundärtransporte im Einsatz. Rufname: Christoph Hessen. Dieser wurde auch bei dringendem Bedarf, wenn die anderen anderweitig im Einsatz waren, für Primäreinsätze gerufen (Primäreinsatz = Transport von Unfallopfern - Sekundäreinsatz = Verlegungs- oder Transplantationsflüge). Zunächst folgte ein schier unendlicher Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess bei den zuständigen politischen Ebenen, gepaart mit den notwendigen Genehmigungsverfahren. Als einen maßgeblichen Unterstützer nennt Günther Lohre den Gießener Regierungspräsidenten Dr. Lars Witteck, der die Versorgungslücken erkannte. Die ihm unterstehende Abteilung 22, zuständig als Aufsichtsbehörde für die Luftrettung in Hessen, gab schließlich grünes Licht, nachdem auch der hessische Sozialminister Stefan Grüttner dem zugestimmt hatte, und erteilte den Johannitern den Versorgungsauftrag. Zuvor hatte es noch im Dezember 2010 eine Versuchsphase gegeben. Vier Wochen lang flog Christoph Hessen von einem provisorischen Landeplatz in der Lahnstraße seine Einsätze. Viel zum Gelingen des Standortes Gießen beigetragen haben nach den Worten von Lohre auch der Ärztliche Leiter Rettungsdienst des Landkreises, Dr. Simon Little, und der Leiter der anästhesiologischen Klinik des Gießener Uni-Klinikums, Professor Markus Wiegand. Zwischenzeitlich haben die Johanniter das als künftigen Standort für das Luftrettungszentrum Gießen bestimmte Grundstück von der Stadt erworben. Es liegt ebenfalls in der Lahnstraße genau gegenüber der Wertstoffannahmestelle zwischen dem Gelände von ferrum-Recycling und einem anderen Wertstoffunternehmen. Bis vor einiger Zeit war es die alte Wertstoffannahme von Zaug. Wenn die Baugenehmigung bei der Stadt durch ist, und daran dürfte kein Zweifel mehr bestehen, wird das alte Wertstoffgebäude abgerissen. An seiner Stelle entsteht dann das neue Luftrettungszentrum Gießen, wobei die Landeplattform mit den Hangar auf zehn Meter hohen Stützen errichtet wird. Das hat den Vorteil, so der Johannitervorstand, dass die Geräuschentwicklung bei Landung und Start ist geringer und auch die Luftverwirbelung der Rotoren kaum noch spürbar ist. Im unteren Bereich entstehen dann noch sie Sozialräume für die Rettungsflieger, Ärzte und Rettungsassistenten. Rund 2,4 Millionen Euro investieren die Johanniter in das neue Zentrum nach den Worten von Lohre. Und zwischenzeitlich steht auch schon ein dritter Johanniterhubschrauber in Reichelsheim, von denen einer dann nach Gießen kommt. Klar ist aber auch so Lohre, dass Christoph Hessen weiterhin ein Sekundärhubschrauber ist, der in Notfällen als Primärrettungsgerät eingesetzt werden kann. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-05-10) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-10 bis 2012-07-10 | |
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| Frist wird möglicherweise verlängert | |
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Wiesbaden . Mitarbeiter des privatisierten Universitätsklinikums Gießen-Marburg (UKGM) erhalten möglicherweise mehr Zeit, um über ihre Rückkehr in den Landesdienst zu entscheiden. Ein von den Sozialdemokraten eingebrachtes Gesetz zur Fristverlängerung stieß gestern im Landtag auch bei Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) und den Regierungsfraktionen von CDU und FDP nicht auf taube Ohren. Das Bundesverfassungsgericht hatte dem früher beim Land beschäftigten UKGM-Personal die Rückkehroption eingeräumt, die allerdings nach bisheriger Regelung zum 30. Juni auslaufen soll. Wegen des beabsichtigten Verkaufs der Unikliniken durch den jetzigen Betreiber Rhön AG an den Gesundheitskonzern Fresenius hält es der SPD-Abgeordnete Thomas Spies für geboten, den beunruhigten Mitarbeitern längere Bedenkzeit einzuräumen. Auch Kühne-Hörmann bekräftigte, es gehe darum, keine weitere Unruhe am UKGM zu schüren und vorrangig die Interessen der Beschäftigten zu wahren. Allerdings verwies die Ministerin auf eine Reihe rechtlicher Fragen, die im parlamentarischen Beratungsprozess zu klären seien, unter anderem nach der Situation der Mitarbeiter, die bereits die Rückkehroption gezogen hätten. Es gelte die ideologischen Differenzen über die umstrittene Privatisierung "zurückzustellen". Die wurden zuvor freilich noch einmal ausgiebig im Landtag ausgetragen. Die Grünen verlangen einen "echten Neuanfang" beim UKGM. Die Möglichkeit für Neuverhandlungen bis zum Rückkauf der Kliniken ergibt sich laut Ministerin aber erst nach vollzogenem Eigentümerwechsel, also "frühestens im dritten Quartal". |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-05-10) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-10 bis 2012-07-10 | |
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| "Für jeden Patienten individuelles Konzept" | |
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GIESSEN (fod). Die Diagnose Hirntumor verbreitet heute bei vielen Menschen immer noch Angst und Schrecken. Besteht doch größtenteils noch die Annahme, dass dieser Befund einem Todesurteil gleichkommt und die Lebenserwartung auf nur wenige Wochen schrumpft. Aber die Realität sieht in den meisten Fällen ganz anders aus, wie jetzt die Zuhörer im Vortragsprogramm für Senioren des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität (JLU) von Prof. Eberhard Uhl, dem neuen Leiter der Klinik für Neurochirurgie des Gießener Universitätsklinikums, erfuhren. In seinem Vortrag über Möglichkeiten und Grenzen der operativen Behandlung von Hirntumoren präsentierte er verschiedene OP-Verfahren, "bei denen an oberster Stelle immer der Erhalt der Funktionen und der neuronalen Strukturen stehen muss".
Es gehe darum, "für jeden Patienten ein ganz individuelles Konzept zu erstellen", das Alter, Lage und Ausdehnung des Tumors berücksichtigt, erläuterte Uhl. "Maximaler Behandlungseffekt bei minimaler Belastung": So laute die oberste Maxime, wenngleich an die sechs Stunden dauernde Operationen keine Seltenheit seien. "Für den Patienten bedeutet es eine große Belastung, die ganze Zeit über möglichst bewegungslos liegen bleiben zu müssen", betonte der Neurochirurg. Aber auch ihm seinen Arztkollegen und Mitarbeitern wird eine ganze Menge abverlangt. "Erfolgreich können wir allerdings nur in Kooperation mit anderen Fachdisziplinen sein", nannte Eberhard Uhl hier die Abteilungen für Diagnostische Radiologie mit ihren Bildgebungsverfahren, Neuroonkologie und -pathologie sowie Strahlentherapie. Denn zumeist werde die Tumormasse chirurgisch so weit verkleinert, dass danach eine Strahlen- oder Chemotherapie die restliche Behandlung übernimmt. Vor der Öffnung der Schädeldecke muss der Tumor genau lokalisiert werden. Mittels Magnetresonanz- (MRT) und Computertomographie (CT) lässt sich heute nicht nur dreidimensional erkennen, in welcher Gehirnregion er liegt, sondern auch durch Tests Funktionsausfälle feststellen. Längst müsse die Schädelöffnung nicht mehr so groß sein wie früher, "das sorgt für eine geringere Infektionsgefahr und kleinere Wundflächen", so Uhl, wobei das Gehirn selbst schmerzunempfindlich sei und nur Haut und Hirnhäute lokal betäubt werden. Während des Eingriffs "läuft durchgehend die Neuronavigation" und das elektrophysiologische Monitoring. Zur weiteren Sicherheit dient die Fluoreszenzmarkierung: "Der Patient bekommt vorher ein Medikament gespritzt, das sich im Tumor anreichert, sodass dieser durch blauviolette Beleuchtung vom umliegenden gesunden Gewebe abgegrenzt werden kann", erläuterte der Arzt. Liegt er in der Nähe des Sprachzentrums, wird zudem durch Fragen an den Patienten überprüft, wie nahe der Chirurg diesem kommt. Während die bei sechs von 100 000 Menschen vorkommenden Meningeome meist gutartig seien, sind Glioblastome, bei bis zu vier unter 100 000, die häufigsten bösartigen Tumore. Viele, vor allem langsam wachsende, müssten aber gar nicht operiert werden, solange sie nicht für schwere Funktionsausfälle sorgen. "Man kann sie über viele Jahre beobachten", so Uhl. "Die Hände sind uns dagegen gebunden, wenn ein Tumor am Hirnstamm wächst, da eine Entfernung kaum ohne Defizite", wie spätere Lähmungen, "möglich ist." Auch an der Hirnbasis lokalisierte machten es schwierig, da hier mehrere Hirnnerven entlanglaufen. Keinen Sinn mache es zudem, wenn er komplett in das Sprachzentrum hineinwachse oder verbindende Nervenfasern betroffen seien. Gleichzeitig warnte der Neurochirurg aber auch davor, bei einem noch nicht entdeckten Hirntumor auftretende unsymptomatische Auffälligkeiten wie Gedächtnisstörungen als Alterserscheinung abzutun. "Häufig kann es dann passieren, dass der Tumor relativ groß wird", bevor sich schwere Ausfälle zeigen und ein wesentlich größerer Eingriff notwendig wird. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-05-10) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-10 bis 2012-07-10 | |
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| Schlüsselloch!Chirurgie gegen »offenen Rücken« | |
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In Gießen bisher über 30 Kinder vor der Geburt »minimal-invasiv« operiert – Prof. Kohl: »Oft ablehnende Haltung«
Gießen (if). Die »Schlüsselloch-Chirurgie« – bekanntlich lange belächelt – ist als schonende Methode inzwischen längst zur Routine geworden. Mittlerweile hat sie auch bei der operativen Behebung angeborener Fehlbildungen Früh- und Neugeborener Einzug in die OPs gehalten. Seit vor zwei Jahren das »Deutsche Zentrum für Fetalchirurgie und minimal-invasive Therapie« (DZFT) von der Universitätsfrauenklinik Bonn ins Uniklinikum Gießen übersiedelte, sind hier mehr als 30 Kinder, bei denen bei der vorgeburtlichen Diagnostik eine »Spina bifida« – ein offener Rücken – erkannt wurde, bereits pränatal operiert worden. Die OP erfolgte nicht wie in einigen anderen Zentren »offen«, sondern minimal-invasiv noch vor der Geburt über kleine Zugänge im Bauch der Mutter. In rund vierstündigen Eingriffen wurde dabei der offene Wirbelkanal mit einem Gewebefleck verschlossen, um später drohenden Lähmungen zu begegnen. »Wir sehen in minimal-invasiven Verfahren eine positive Entwicklung«, lautete bei der eben beendeten Chirurgentagung in Berlin die offizielle Position zum Thema Chirurgie der winzigsten »Sorgenkinder«. Anders allerdings steht es offenbar um den Einsatz innovativer Methode, wenn es um das vorgeburtliche operativeVorgehen bei kindlichen Fehlbildungen geht: Die »Fetalchirurgie« – ob offen oder, wie in Gießen neuerdings schonender minimal-invasiv – stößt auf Vorbehalte. »Eines der hartnäckigsten Probleme, gegen das wir ankämpfen, ist die noch oft ablehnende Haltung vieler Pränatalmediziner, Kinderärzte und Neurochirurgen gegenüber den neuen Therapiemöglichkeiten«, beklagt Prof. Thomas Kohl, Leiter des DZFT. Häufig, so berichtete der Kinderarzt im Leitz-Hörsaal beim 1. Deutschen Symposium zur pränatalen Spina-bifida-Chirurgie, werde Eltern, bei deren Kind im pränatalen Ultraschall schon sehr früh ein »offener Rücken « zu erkennen sei, aus Unwissenheit nicht nur direkt zu einem Schwangerschaftsabbruch geraten. Es werde sogar ausdrücklich empfohlen, neue Behandlungsmethoden nicht wahrzunehmen. »So entscheiden sich die meisten betroffenen Schwangeren zu einer Abtreibung«. Kohl betonte, in den USA habe sich eindrucksvoll gezeigt, dass bereits ein pränataler »offener Eingriff«, in dessen Verlauf die Gebärmutter geöffnet und die offene Stelle im Rücken des Feten verschlossen wird, der nachgeburtlichen Behandlung vorzuziehen sei. Nun gehe man von einer weiterenVerbesserung der Ergebnisse durch das – maßgeblich von ihm und seinen Mitarbeitern – in fünfzehnjähriger Forschungsarbeit entwickelte und weltweit nur in Gießen praktizierte pränatale minimal-invasive Vorgehen aus. »Wir haben an unserem neuen Standort am Universitätsklinikum Gießen mehr als 30 Kinder mit Spina bifida pränatal operiert«; hatte Kohl bereits wenige Tage zuvor bei der Auftaktveranstaltung des »Seniorenprogramms « berichtet. »29 Kinder überstanden den Eingriff wohlbehalten, und beinahe alle Kinder wurden erst im letzten Schwangerschaftsviertel geboren«. Folgeschäden durch Frühgeburtskomplikationen seien kaum noch beobachtet worden. Einige Kinder seien bei dem schonenderen minimal-invasiven Eingriff zum errechneten Geburtstermin zur Welt gekommen, ergänzte er beim Symposium im Leitz-Hörsaal vor dem Fachpublikum. Anders als beim offenen Vorgehen seien keine Blutungen aufgetreten, Bluttransfusionen nicht erforderlich geworden und keine beeinträchtigenden Schäden an der Gebärmutter entstanden. »Damit ist uns unsere größte Sorge, eine frühe Frühgeburt noch vor der 30.Woche, in den meisten Fällen genommen worden«. Vor kaum zehn Jahren las man es noch anders. Im »Spiegel« hieß es unter der Überschrift: »Experiment im Mutterschoß: Mit dem Endoskop dringt er (Kohl) in die Gebärmutter Schwangerer vor, um die missgebildeten Feten zu operieren. Der Eingriff ist riskant. Eltern sehen darin trotzdem ihre letzte Hoffnung.« Pränatale OP auch am Zwerchfell Die »Spina bifida«, die sich durch einen unterbliebenen Verschluss von Rückenmark und Wirbelbögen bereits in der Frühschwangerschaft ausbildet, kann zu Lähmungserscheinungen, Empfindungsstörungen und dem gefürchteten »Wasserkopf« führen. Die minimal-invasive pränatale Operationsmethode wird in Gießen auch bei Kindern eingesetzt, bei denen sich ein Loch im Zwerchfell zeigt – eine »Zwerchfellhernie«. Oft kommen solche Kinder lebensbedrohlich unterentwickelt zur Welt, weil ihre Lungen sich nicht entwickeln konnten. 70 bis 80 Prozent könnten über den vorgeburtlichen Eingriff gerettet werden. Ohne vorgeburtliche Behandlung liege die geschätzte Überlebensrate nur bei rund 30 Prozent. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-05-10) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-10 bis 2012-07-10 | |
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| Von Schwangerschaft auf Probe bis zum Tiermodell | |
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Vortragsreihe der Medizinischen Gesellschaft beginnt am 16. Mai – Propping-Referat zum Auftakt
Gießen (pm). Die Medizinische Gesellschaft Gießen lädt im Sommersemester zur Vortragsreihe ins Biochemische Institut, Friedrichstraße 24, ein. Am 16.Mai findet die erste Vortragsveranstaltung mit der traditionellen Abfolge von zwei Präsentationen statt: Nach der Demonstration eines besonderen Krankheitsfalles durch Dr. Dirk Faas (Abteilung für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie, UKGM Gießen) wird Gastsprecher Prof. Peter Propping (Institut für Humangenetik, Biomedizinisches Zentrum der Universitätsklinik Bonn) zum Thema »Wird die Schwangerschaft auf Probe zum Normalfall? Die nächste Stufe der genetischen Revolution « sprechen. Propping war von 1984 bis 2008 Direktor des Instituts für Humangenetik der Universität Bonn, zwischenzeitlich Dekan der dortigen Medizinischen Fakultät und ist seit 2008 Mitglied des Hochschulrates der Universität Bonn. Er gehört dem Präsidium der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina an und ist Mitglied im Nationalen Ethikrat. Seine Arbeitsgebiete umfassen die medizinische Genetik, insbesondere die genetischen Grundlagen erblicher neuropsychiatrischer und Tumorkrankheiten, seine Forschungsarbeiten wurden durch zahlreiche Ehrungen und Preise ausgezeichnet. Am 13. Juni wird zunächst Dr. Bernd A. Ishaque (Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, UKGM Gießen) die Demonstration eines besonderen Krankheitsfalles vorstellen. Danach wird Prof. Marcus Rickert, neu berufener Direktor derselben Klinik und Nachfolger von Prof. Stürz, den Hauptvortrag zum Thema »Wenn die Knorpelbeläge schwinden, was dann? Behandlungsoptionen bei Gonarthrose « halten. Am 11. Juli findet die dritte und letzte Veranstaltung des Sommersemesters statt: Nach der Demonstration eines besonderen Falles aus der Geschichte der Bakteriologie, vorgestellt von Katharina Kreuder-Sonnen, M.A. (Institut für Geschichte der Medizin, JLU Gießen), wird der Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin, Prof. Volker Roelcke, zum Thema »Reduktion und Standardisierung: Zur Entstehung des Konzepts ›Tiermodell‹ und Formen des Tier-Mensch-Übergangs in der medizinischen Forschung« sprechen. Alle Veranstaltungen finden ab 18:15 Uhr im Ernst-Leitz-Hörsaal des Biochemischen Instituts, Friedrichstraße 24, statt. Interessierte Zuhörer und Gäste sind herzlich willkommen. Fragen zur Vortragsreihe beantwortet: Prof. Klaus T. Preissner (Vorsitzender der Medizinischen Gesellschaft Gießen), Institut für Biochemie, Tel. 0641/ 99-47500 oder per E-Mail: klaus.t.preissner@biochemie.med.unigiessen. de. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-05-10) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-10 bis 2012-07-10 | |
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| Neurochirurg Eberhard Uhl über Möglichkeiten und Grenzen der operativen Behandlung von Hirntumoren | |
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(fod). Die Diagnose Hirntumor verbreitet heute bei vielen Menschen immer noch Angst und Schrecken. Besteht doch größtenteils noch die Annahme, dass dieser Befund einem Todesurteil gleichkommt und die Lebenserwartung auf nur wenige Wochen schrumpft. Aber die Realität sieht in den meisten Fällen ganz anders aus, wie jetzt die Zuhörer im Vortragsprogramm für Senioren des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität (JLU) von Prof. Eberhard Uhl, dem neuen Leiter der Klinik für Neurochirurgie des Gießener Universitätsklinikums, erfuhren. In seinem Vortrag über Möglichkeiten und Grenzen der operativen Behandlung von Hirntumoren präsentierte er verschiedene OP-Verfahren, „bei denen an oberster Stelle immer der Erhalt der Funktionen und der neuronalen Strukturen stehen muss“.
Es gehe darum, „für jeden Patienten ein ganz individuelles Konzept zu erstellen“, das Alter, Lage und Ausdehnung des Tumors berücksichtigt, erläuterte Uhl. „Maximaler Behandlungseffekt bei minimaler Belastung“: So laute die oberste Maxime, wenngleich an die sechs Stunden dauernde Operationen keine Seltenheit seien. „Für den Patienten bedeutet es eine große Belastung, die ganze Zeit über möglichst bewegungslos liegen bleiben zu müssen“, betonte der Neurochirurg. Aber auch ihm seinen Arztkollegen und Mitarbeitern wird eine ganze Menge abverlangt. „Erfolgreich können wir allerdings nur in Kooperation mit anderen Fachdisziplinen sein“, nannte Eberhard Uhl hier die Abteilungen für Diagnostische Radiologie mit ihren Bildgebungsverfahren, Neuroonkologie und -pathologie sowie Strahlentherapie. Denn zumeist werde die Tumormasse chirurgisch so weit verkleinert, dass danach eine Strahlen- oder Chemotherapie die restliche Behandlung übernimmt. Vor der Öffnung der Schädeldecke muss der Tumor genau lokalisiert werden. Mittels Magnetresonanz- (MRT) und Computertomographie (CT) lässt sich heute nicht nur dreidimensional erkennen, in welcher Gehirnregion er liegt, sondern auch durch Tests Funktionsausfälle feststellen. Längst müsse die Schädelöffnung nicht mehr so groß sein wie früher, „das sorgt für eine geringere Infektionsgefahr und kleinere Wundflächen“, so Uhl, wobei das Gehirn selbst schmerzunempfindlich sei und nur Haut und Hirnhäute lokal betäubt werden. Während des Eingriffs „läuft durchgehend die Neuronavigation“ und das elektrophysiologische Monitoring. Zur weiteren Sicherheit dient die Fluoreszenzmarkierung: „Der Patient bekommt vorher ein Medikament gespritzt, das sich im Tumor anreichert, sodass dieser durch blauviolette Beleuchtung vom umliegenden gesunden Gewebe abgegrenzt werden kann“, erläuterte der Arzt. Liegt er in der Nähe des Sprachzentrums, wird zudem durch Fragen an den Patienten überprüft, wie nahe der Chirurg diesem kommt. Während die bei sechs von 100 000 Menschen vorkommenden Meningeome meist gutartig seien, sind Glioblastome, bei bis zu vier unter 100 000, die häufigsten bösartigen Tumore. Viele, vor allem langsam wachsende, müssten aber gar nicht operiert werden, solange sie nicht für schwere Funktionsausfälle sorgen. „Man kann sie über viele Jahre beobachten“, so Uhl. „Die Hände sind uns dagegen gebunden, wenn ein Tumor am Hirnstamm wächst, da eine Entfernung kaum ohne Defizite“, wie spätere Lähmungen, „möglich ist.“ Auch an der Hirnbasis lokalisierte machten es schwierig, da hier mehrere Hirnnerven entlanglaufen. Keinen Sinn mache es zudem, wenn er komplett in das Sprachzentrum hineinwachse oder verbindende Nervenfasern betroffen seien. Gleichzeitig warnte der Neurochirurg aber auch davor, bei einem noch nicht entdeckten Hirntumor auftretende unsymptomatische Auffälligkeiten wie Gedächtnisstörungen als Alterserscheinung abzutun. „Häufig kann es dann passieren, dass der Tumor relativ groß wird“, bevor sich schwere Ausfälle zeigen und ein wesentlich größerer Eingriff notwendig wird. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-05-10) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-14 bis 2012-07-14 | |
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| Mützchen und Schnuffeltuch erleichtern Start ins Leben | |
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Uni-Frauenklinik informiert heute Abend werdende Eltern - Willkommensgeschenk
(ies). Wenn ein Baby im Anmarsch ist, geht es für viele werdende Eltern erst richtig los. Was braucht der Neuankömmling eigentlich alles, was muss im Vorfeld gekauft werden und welche Ausstattung ist überhaupt nötig? Unter dem Motto „An alles gedacht?“ stellt die Firma Sommerlad „Baby-Boxen“ zur Verfügung, die neben einer kleine Grundausstattung von Mützchen, einem Schnuffeltuch und einem weichen Lätzchen auch eine wichtige Checkliste enthalten, auf der alle wichtigen Punkte hervorgehen, was so alles benötigt wird. In Kooperation mit dem Gießener Anzeiger ist hier außerdem ein Anzeigengutschein enthalten, ein 25 Euro-Rabattgutschein von „Baby Sommerlad“ und Informationsmaterial zur Eltern-helfen-Eltern-Initiative „Hallo Welt“. Die formschönen „Babyboxen“ werden zunächst in Kooperation mit dem UKGM verteilt. An jedem ersten Dienstag findet hier immer ein Informationsabend für werdende Eltern statt. Fragen können gestellt werden, ein Frauenarzt, ein Kinderarzt, der Narkosearzt und auch eine Ernährungsberaterin stehen hier mit bestem Wissen beratend zur Seite. Prof. Hans-Rudolf Tinneberg, Direktor der Uni-Frauenklinik, wies besonders auf die Wichtigkeit der vorherigen Beratung hin. „Jede Schwangerschaft verläuft anders und wir möchten individuell auf jede einzelne eingehen können, ob dies nun eine risikoreiche Schwangerschaft oder eine völlig unkomplizierte ist.“ Da bietet der Informationsabend eine besondere Orientierungshilfe, hier werden die Baby-Boxen dann auch verteilt werden. Kerstin Sommerlad, selbst zweifache Mutter, freute sich sehr, mit diesem Präsent vielen jungen Eltern zur Seite stehen zu können. „Grade bei der ersten Schwangerschaft ist es sehr wichtig, kompetente Hilfe und Beratung an seiner Seite zu haben.“ Der erste Infoabend mit Beraterteam und Kreißsaal-Besichtigung, bei dem die „Baby-Boxen“ zum Einsatz kommen, findet heute Abend ab 19 Uhr im Universitätsklinikum in Gießen in der Klinikstraße 33, in den Konferenzräumen 3.151 / 3.151c (3. Etage) statt, die über den Haupteingang mit dem Aufzug erreichbar sind. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-05-08) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-08 bis 2012-07-08 | |
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| SPD will Verträge für Uniklinik neu verhandeln | |
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Verlängertes Rückkehrrecht in den Landesdienst soll Mitarbeiter schützen - Auch Schwarz-Gelb für Veränderungen
WIESBADEN. Die SPD will die geplante Übernahme des Klinikbetreibers Rhön AG durch den Gesundheitskonzern Fresenius nutzen, um die Verträge für das privatisierte, zu Rhön gehörende, Universitätsklinikum Gießen-Marburg (UKGM) neu zu verhandeln. Vize-Fraktionschef Thomas Spies bot der Landesregierung dazu gestern "ergebnisoffene" Gespräche an. Das Land verfügt, wie die zuständige Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) letzte Woche bestätigt hat, im Falle eines UKGM-Eigentümerwechsels über neuen Spielraum bis hin zur Rückkaufoption. Zur jetzigen Betreiberpraxis der Rhön AG haben sich nicht nur Unigremien und Beschäftigte extrem unzufrieden geäußert, sondern auch die Ministerin. Spies sieht eine "weite Palette" von Änderungen zwischen völligem oder teilweisem Rückkauf oder mehr Eingriffsrechten des Landes bei Forschung und Lehre sowie Personalplanung, die im überparteilichen Einvernehmen mit Fresenius gegebenenfalls ausgehandelt werden könnten. Das bisherige Privatisierungsmodell betrachten die Sozialdemokraten als "offensichtlich gescheitert". Spies rügte den Ministerpräsidenten, weil seine vorzeitige Festlegung auf eine Zukunft mit Fresenius die Verhandlungsposition des Landes schwächen könne. Die Regierungsparteien halten die Privatisierung der Uniklinik trotz der aktuellen Probleme weiterhin für einen Erfolg. Dennoch wollen auch sie Veränderungen beim UKGM. Ein neuer Partner müsse ein Uniklinikum anders behandeln als ein Kreiskrankenhaus, sagte die CDU-Abgeordnete Karin Wolff. "Dafür besteht unsererseits eine klare Vorgabe." Auch die FDP will "nachjustieren", wie der Abgeordnete Matthias Büger betonte. Einen Rückkauf des Uniklinikums lehne die Fraktion jedoch ab, "zum derzeitigen Zeitpunkt". Die SPD will zunächst die Interessen der rund 4000 ehemals beim Land beschäftigten UKGM-Mitarbeiter schützen. Das Bundesverfassungsgericht hat ihnen ein Rückkehrrecht in den Landesdienst eingeräumt. Die von der Regierung gesetzte Frist dafür läuft aber am 30. Juni ab. Angesichts der durch das Fresenius-Angebot entstandenen Unwägbarkeiten sollen die Betroffenen nun bis Ende des Jahres Zeit für ihre Entscheidung erhalten. Wolff hat für die CDU eine sorgfältige Prüfung des SPD-Gesetzentwurfs zugesagt, der am Mittwoch in erster Lesung im Landtag verhandelt wird. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-05-08) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-08 bis 2012-07-08 | |
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| Schulterschluss zur Förderung mittelhessischer Medizinwirtschaft | |
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Sieben Institutionen unterstützen das Medizinwirtschaftscluster "timm" mit 70 000 Euro
GIESSEN (red). Eine Fördersumme in Höhe von 70 000 Euro überreichten kürzlich das mittelhessische Regionalmanagement und sechs weitere regionale Institutionen in Form eines symbolischen Schecks an das Clustermanagement "timm" (Technologie & Innovation Medizinregion Mittelhessen). Regierungspräsident Dr. Lars Witteck erklärte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Regionalmanagements: "Die Unterstützung einer unbestrittenen Zukunftsbranche durch ein Cluster, das Wirtschaft und Wissenschaft vernetzt, ist aktive Wirtschaftsförderung. timm hilft durch die Initiierung von gemeinsamen Projekten, aus Ideen Produkte werden zu lassen. So entstehen Arbeitsplätze und Wertschöpfung für unsere Region". Dr. Iris Stallkamp, eine von zwei hauptamtlichen Clustermanagerinnen bei timm, ist "Kümmerer" und vermittelt Ideen: "Unser Ziel ist es, Ergebnisse der Wissenschaftler an den Hochschulen weiter zu entwickeln, um daraus in Projekten mit Unternehmen konkrete Produkte zu entwickeln." Während Stallkamp für Pharma und Lifescience zuständig ist, betreut ihre Kollegin Christina Eckhardt den Bereich Medizintechnik und erklärt: "timm hilft auch bei der Beschaffung von Fördermitteln. Seit der Gründung im Jahr 2007 bis 2011 ist es uns gelungen, für 16 Projekte über sieben Millionen Euro nach Mittelhessen zu holen. Die Spanne der von uns betreuten Projekte reicht von der Luftqualität in Operations-Räumen bis zum Monitoring von Beatmungsgeräten", so die Clustermanagerin. Neben der Betreuung der Unternehmen ist der Wissensaustausch untereinander ein Anliegen des Clusters: dieser wird bei Fachveranstaltungen und breit angelegten Foren gefördert. Auch die Außenvertretung der Region gehört zu den Aufgaben: durch timm ist Mittelhessen bei den Deutschen Biotechnologietagen in Frankfurt am 9. und 10. Mai präsent und nimmt seit der Gründung auf dem hessischen Gemeinschaftsstand an der weltweit wichtigsten Medizintechnikmesse Medica teil. Um diese Aktivitäten sowie den Kontakt mit den Mitgliedern auszuweiten, wurde das bislang dreiköpfige timm-Team im März mit Annette Mench verstärkt. Diese Unterstützung des Standortes Mittelhessen wird durch die sieben Förderer von timm ermöglicht: Neben dem Regionalmanagement beteiligen sich mit jährlich 10 000 Euro die Universitätsstädte Gießen und Marburg, die Landkreise Gießen und Marburg-Biedenkopf und die Universitätsklinikum Gießen Marburg GmbH (UKGM). Angesiedelt ist das Clustermanagement an der der mittelhessischen Patentverwertungs-Agentur TransMit GmbH, die timm ebenfalls mit 10 000 Euro pro Jahr unterstützt. Die Hauptfinanzierung übernimmt das Land Hessen im Rahmen seiner Clusterförderung aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Dass die Unternehmen den Nutzen des Clusters erkennen, zeigen die steigenden Mitgliederzahlen: "Mit den vier Neuen seit Januar 2011 hat timm 21 Mitglieder", erläutert Dr. Stallkamp. Die neuen Mitglieder sind die Berger Med GmbH (Gießen), DIOP GmbH & Co. KG (Rosbach), das Medizinische Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde des Universitätsklinikums am Standort Marburg und die Thomas Recording GmbH (Gießen). Warum sich ein Unternehmen am Cluster beteiligt, formuliert Wilhelm Sänger, Geschäftsführer der DRG Diagnostics GmbH aus Marburg so: "Durch das Netzwerk "timm" haben wir einen sehr guten Zugang zu anwendungsrelevanten Forschungsergebnissen aus den mittelhessischen Hochschulen. Für uns hat sich daraus eine vielversprechende Produktentwicklung in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe der Uni Gießen ergeben, durch die wir auch einen neuen qualifizierten Mitarbeiter gewinnen konnten." Weitere Unternehmen können sich jederzeit am Cluster beteiligen. "Die Medizintechnik ist eine Wachstumsbranche, auch in Mittelhessen", erklärt Dr. Peter Stumpf. Der Geschäftsführer der TransMit GmbH sieht in der präklinischen Forschung ein weiteres Zukunftsfeld: "Wir würden gerne dafür sorgen, dass Grundlagenergebnisse aus den Hochschulen noch besser für die Pharmaindustrie zugänglich gemacht werden. Vor allem in der Identifizierung von neuen Wirkstoffen gegen Krankheiten existieren teilweise noch große Lücken", so Stumpf. Um diese Perspektive zu verwirklichen, die vielen Menschen helfen kann, wird timm weitere Partner auf europäischer Ebene ansprechen. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-05-08) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-08 bis 2012-07-08 | |
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| Weiter heftige Debatte um Klinikum | |
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Gegner und Befürworter der Privatisierung mit unterschiedlichen Forderungen
Gießen/Wiesbaden (dpa/Reuters/si). Nach dem Kaufangebot des Medizinkonzerns Fresenius an die Aktionäre der Rhön AG ist die Debatte um das Universitätsklinikum Gießen und Marburg, das seit 2006 zu Rhön gehört, wieder voll entbrannt. Die SPD forderte gestern bei einer Pressekonferenz in Wiesbaden feste Garantien für Forschung und Lehre in dem Haus. Der Abgeordnete Thomas Spies warf der Landesregierung außerdem vor, sich vorschnell auf Fresenius als Nachfolger des Rhön-Klinikums festgelegt zu haben. »Man muss sich alle Optionen offenhalten «, verlangte er. Dazu gehöre auch der Rückkauf des Klinikums. Die Privatisierung vor sechs Jahren sei ganz offensichtlich gescheitert. Die Regierungsparteien CDU und FDP widersprachen prompt und werteten die Privatisierung weiter als Erfolgsgeschichte. Die geplante Fusion von Rhön und Fresenius gebe dem Land neuen Handlungsspielraum bis hin zum Rückkauf, hatte Kühne- Hörmann vergangene Woche im Wissenschaftsausschuss gesagt – und dem Rhön- Konzern vorgeworfen, er betreibe die Uniklinik mit ihrem Lehr- und Forschungsauftrag wie ein Kreiskrankenhaus. Die CDU-Abgeordnete Karin Wolff erklärte nun, der Wechsel des Betreibers könne dem Klinikum neue Impulse geben. Dafür werde sich die schwarz-gelbe Landesregierung in den Gesprächen mit Fresenius einsetzen. Diese sollten »unverzüglich« aufgenommen werden. Wolff erinnerte auch daran, dass Rhön 360 Millionen Euro allein in die Modernisierung und Errichtungen von Gebäuden an beiden Standorten investiert habe; »dies wäre für das Land nicht leistbar gewesen«, sagte sie. Die FDP lehnt einen Rückkauf des Uniklinikums weiter ab. Erst die Privatisierung habe den Standort Gießen wieder interessant gemacht, erklärte der Abgeordnete Matthias Büger. Tatsächlich habe das Land nach der Übernahme durch Fresenius die Möglichkeit, mit dem Klinikbetreiber neu zu verhandeln. Hier werde das Land »an der einen oder anderen Stelle nachjustieren«. Die oppositionellen Grünen verlangten harte Verhandlungen mit Fresenius. Zuerst müsse das Land aber mit allen Beteiligten ein Gesamtkonzept für das Klinikum festlegen, erklärte die Abgeordnete Kordula Schulz-Asche. Fresenius längst nicht am Ziel Fresenius kann den Rhön-Konzern nur dann übernehmen, wenn mindestens 90 Prozent der Rhön-Aktionäre dem Angebot zustimmen. Ob das gelingt, ist nach Einschätzung von Experten keineswegs sicher. Fürchten muss Fresenius unter anderem, dass einige Kleinaktionäre auf die Briefe ihrer Bank nicht reagieren und es sozusagen verschlafen, ihre Aktien anzudienen. Finanzkreisen zufolge halten Privatanleger 15 Prozent an Rhön-Klinikum. Auch Index-Fonds, die rund drei Prozent an Rhön halten, dürften auf die Offerte nicht reagieren, so lange der Klinikbetreiber in dem Nebenwerteindex notiert ist. Der zweitgrößte Rhön-Aktionär, der schwedische Pensionsfonds Alecta, hält sich ebenfalls bedeckt. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass Fresenius nur dann genügend Rhön-Papiere einsammeln kann, wenn derVorstand des fränkischen Konzerns den Aktionären ausdrücklich empfiehlt, die Offerte anzunehmen. »Bisher steht der Vorstand der Offerte neutral gegenüber«, heißt es aus dem Umfeld von Rhön. »Denkbar ist, dass der Vorstand die Offerte als Beitrag zur Konsolidierung grundsätzlich unterstützt, aber einen höheren Preis fordert«, sagte ein Beteiligter. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-05-08) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-08 bis 2012-07-08 | |
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| „Rückkehr zum Land muss ernsthaft geprüft werden“ | |
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UKGM-Betriebsratsvorsitzender zur Klinikfusion
(tt). Zum ersten Mal hat mit der hessischen Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) ein Mitglied der Landesregierung im Wissenschaftsausschuss die Möglichkeit einer Rückführung des fusionierten Uni-Klinikums Gießen und Marburg (UKGM) zum Land aufgezeigt. Dazu könnte es kommen, wenn die vom Gesundheitskonzern Fresenius vorbereitete Übernahme der Rhön-Klinikum AG zustande kommt und das Land die Anteile des Rhön-Konzerns übernimmt. In jedem Fall eröffne eine Verschmelzung der Rhön AG mit der Fresenius-Tochter Helios dem Land neuen Handlungsspielraum. Land und Rhön haben sich bei der Privatisierung 2006 darauf verständigt, dass im Falle einen neuen Betreibers von Rhön übernommene Kliniken aus dem neuen Verbund ausscheiden können. Klaus Hanschur, Betriebsratsvorsitzender des UKGM in Gießen, sprach angesichts einer möglichen Rücknahme von einer „sehr realistischen Perspektive, die die Arbeitnehmervertretung in ihrem Forderungskatalog bereits aufgeführt habe. „Eine Rückkehr zum Land muss jetzt ernsthaft geprüft werden. Und dabei wollen wir eingebunden werden“, unterstrich Hanschur. Die scharfe Kritik der Ministerin am Rhön-Konzern - Kühne-Hörmann: „Alles ist besser als die Rhön AG“ - sei nach den Erfahrungen mit dem Betreiber nicht verwunderlich. „Zur dieser Erkenntnis hat die Landesregierung zu lange gebraucht“, so der Arbeitnehmervertreter. Das gesamte Geschäftsmodell sei darauf ausgelegt gewesen, „Krankenhäuser wie die Produktion von Autos industrialisiert zu führen. Und das geht nicht“. Unterdessen trifft die UKGM-Geschäftsführung dem Vernehmen nach bis auf Weiteres keine das Großkrankenhaus betreffende Struktur- oder Personalentscheidungen mehr. Diese würden nur noch in enger Absprache mit der möglichen Tochter Helios - die bei einer Verschmelzung auch das Sagen hätte - über die Rhön-Zentrale festgelegt, wie es hieß. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-05-05) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-07 bis 2012-07-07 | |
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| Ältestes Schlaflabor Deutschlands steht auf den Marburger Lahnbergen - Neuentwicklung | |
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MARBURG (gec). Der Patient auf Zimmer eins ist ein typischer Fall von Schlafapnoe: Mehrmals in der Nacht setzt sein Atem ganz aus. Dann schnappt er rasselnd nach Luft und schnarcht laut weiter. Um das zu wissen, muss Prof. Ulrich Koehler nur einen Blick auf den Monitor werfen, der im Überwachungszimmer steht. Nacht für Nacht werden im Marburger Uni-Schlaflabor elf Patienten „verkabelt“, um ihren Schlafproblemen auf die Spur zu kommen. Die Monitore zeigen die Sauerstoffsättigung des Blutes, Herzschlag, Schnarchgeräusche, Blutdruck, Atemdehnung, Muskelspannung und viele weitere Parameter.
Auf Zimmer vier liegt ein besonders schwerer Fall: Der Atem des 50-Jährigen steht in der Nacht rund 60 Mal still. Wenn er in die Tiefschlafphase kommt, sinkt der Sauerstoffgehalt seines Blutes auf 60 Prozent: „Das ist wie auf dem Mount Everest“, erklärt Koehler. Das Schlafmedizinische Zentrum auf den Marburger Lahnbergen ist das älteste und eines der renommiertesten Schlaflabore in Deutschland. Anfang der 80er Jahre, als die Schlafapnoe hierzulande noch fast unbekannt war, erkannten die Marburger Experten bereits die Bedeutung der nächtlichen Atemaussetzer. Sie entwickelten den so genannten „Marburger Koffer“, mit dem die Patienten ihren Schlaf zu Hause untersuchen konnten. „Damals sind wir abends zu den Patienten gefahren, um ihnen die Geräte anzulegen“, erinnert sich Koehler, der das Schlafmedizinische Zentrum heute leitet. Den Marburger Koffer gibt es im Prinzip bis heute - er ist allerdings viel kleiner geworden. Und die Handhabung wird den Patienten in der Klinik erklärt. Bestätigt sich der Verdacht, verbringen die Betroffenen zwei Nächte im Schlaflabor, wo sie noch gründlicher untersucht werden. Inzwischen ist auch klar, welche Brisanz die Krankheit hat: Zwei bis vier Prozent der Bevölkerung - vor allem übergewichtige Männer - leiden unter der sogenannten Schlafapnoe. Das bedeutet, dass die Atmung nachts immer wieder aussetzt, wodurch die Sauerstoffversorgung des Blutes einbricht. Der Körper reagiert auf die Atemstörung, indem er sich selbst aus der Tiefschlafphase herausholt. Das führt zu enormen Stress - Bluthochdruck ist eine häufige Folge. Aber auch Schlaganfälle und Herzinfarkte können folgen. Besonders gefährlich ist das für Lkw- oder Busfahrer. Denn die Krankheit führt dazu, dass die Patienten tagsüber oft in einen Sekundenschlaf fallen. Viele tödliche Unfälle gehen darauf zurück. Deshalb sagt Koehler: „Jede unklare Tagesschläfrigkeit gehört im Grunde im Schlaflabor abgeklärt.“ Wer unter der Krankheit leidet, muss aber auch als Lkw-Fahrer seinen Beruf nicht aufgeben. Die Patienten tragen nachts eine Atemmaske, mit der die Schlundmuskulatur durch Luftdruck gedehnt wird. Die nächtlichen Aussetzer hängen nämlich damit zusammen, dass die Muskulatur im Rachen so erschlafft, dass der Atemweg blockiert wird. Mit der Maske können die Patienten wieder gut schlafen: „Viele fühlen sich wie neu geboren“, erzählt Koehler. Schwierig sei die Maske allerdings für diejenigen, die trotz Schlafapnoe tagsüber nicht müde sind. Das Marburger Schlaflabor ist heute das Interdisziplinäre Schlafmedizinische Zentrum für ganz Hessen. Die Patienten kommen aus ganz Deutschland in die Klinik auf den Lahnbergen: Jedes Jahr werden 1500 Menschen stationär und mehr als 2000 ambulant behandelt. Die meisten Hilfesuchenden leiden unter Schlafapnoe. Aber auch neurologische Erkrankungen, falsche Schlafgewohnheiten, Erkrankungen der Wirbelsäule oder Herzschwäche können die Ursache für schlechten Schlaf sein. Das Schlaflabor ist auch eine „Kaderschmiede für technische Neuentwicklungen“, sagt Koehler: Preisgekrönt wurde die „Marburger-Atem-Antwort-Messung“, die den Zusammenhang von Atmung und Blutgasen überprüft. Neu entwickelt wurde das „Lung Sound Monitoring“, das vor allem der Diagnostik von Kindern mit asthmatischen Symptomen dient, und die nasale Langzeit Inhalation, mit der Medikamente während des Schlafes langsam in die Atemwege der Patienten eingebracht werden. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-05-03) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-03 bis 2012-07-03 | |
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| Mehr Handlungsspielraum für Land bei Uniklinik | |
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Wiesbaden (dpa/lhe) - In den Querelen um die privatisierte Uniklinik Gießen-Marburg könnte eine Fusion der Klinikkonzerne Rhön und Fresenius dem Land neuen Handlungsspielraum geben. Dies reiche bis zu einem möglichen Rückkauf der Uniklinik, sagte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden. Am jetzigen Klinikbetreiber Rhön Klinikum AG ließ sie vor dem Wissenschaftsausschuss kaum ein gutes Haar: Alles sei besser, als die Position, die Rhön einnimmt. Der Medizinkonzern Fresenius hatte vergangene Woche ein Kaufangebot für die Rhön Klinikum AG abgegeben.
Das Übernahmeangebot sei kein Grund für einen «Heimfall», also die Rücknahme der umstrittenen Privatisierung, erläuterte Kühne-Hörmann. Wenn die Fusion aber erfolgreich verlaufe, eröffneten sich dem Land bessere Chancen, seine Interessen an der Uniklinik durchzusetzen. Bedingung sei, dass die Bankenaufsicht Bafin und das Kartellamt die milliardenschwere Übernahme genehmigten und 90 Prozent der Rhön-Aktionäre zustimmten. Dann greife eine Klausel, der zufolge von Rhön übernommene Kliniken aus dem Verbund ausscheiden könnten. Das Land könne dann entweder mit dem neuen Besitzer bessere Bedingungen aushandeln, die Uniklinik zurückkaufen oder einen neuen Betreiber finden. «Es ist eine Chance, aus den Erfahrungen, die wir gemacht haben, zu lernen», sagte Kühne-Hörmann. Ohne die Fusion bleibe alles wie gehabt, aber: «Beim alten Zustand möchte ich nicht landen.» Rhön behandele die Uniklinik mit ihrem Lehr- und Forschungsauftrag wie ein Kreiskrankenhaus, sagte die Ministerin. «Ein möglicher neuer Besitzer muss verstehen, dass es sich nicht um ein normales Krankenhaus, sondern um ein Universitäts-Klinikum handelt.» Die bundesweit erste Privatisierung einer Hochschulklinik 2006 galt als Leuchtturm-Projekt der Regierung von Roland Koch (CDU). Seitdem hat Rhön in Gießen eine neue Klinik gebaut. Doch eine neue Tumor-Therapie funktioniert nicht, Beschäftigte klagen über Arbeitsverdichtung. Berichte über einen Abbau von 500 Stellen hat Rhön zwar dementiert, trotzdem stehen Einsparungen auf dem Programm. Das Land sieht die von ihm bezahlte Lehre und Forschung gefährdet, wenn die Ärzte mit der Patientenversorgung ausgelastet sind. Die Uni-Leitungen fordern eine Rücknahme der Privatisierung. Kühne-Hörmann rechnete damit, dass sich die aktienrechtlichen Prüfungen mindestens bis zur Sommerpause hinziehen. Doch wenn die Fusion feststehe, werde das Land seine Möglichkeiten prüfen und entsprechende Vorschläge machen. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-05-03) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-03 bis 2012-07-03 | |
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| »Rückkauf möglich« | |
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Ministerin kritisiert Rhön-Konzern scharf
Gießen/Wiesbaden (dpa/si). In den Querelen um das privatisierte Universitätsklinikum Gießen und Marburg könnte eine Fusion der Klinikkonzerne Rhön und Fresenius dem Land neuen Handlungsspielraum geben. Dies reiche bis zu einem möglichen Rückkauf der Uniklinik, sagte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Mittwoch in Wiesbaden. Am jetzigen Klinikbetreiber Rhön-Klinikum AG ließ sie vor dem Wissenschaftsausschuss kaum ein gutes Haar: Alles sei »besser als die Position, die Rhön einnimmt«. Der Medizinkonzern Fresenius hatte vergangene Woche (wie berichtet) ein Kaufangebot für die Rhön-Klinikum AG abgegeben. Das Übernahmeangebot sei kein Grund für einen »Heimfall«, also die Rücknahme der umstrittenen Privatisierung, erläuterte Kühne- Hörmann. Wenn die Fusion aber erfolgreich verlaufe, eröffneten sich dem Land bessere Chancen, seine Interessen an der Uniklinik durchzusetzen. Bedingung sei, dass die Bankenaufsicht Bafin und das Kartellamt die milliardenschwere Übernahme genehmigten und 90 Prozent der Rhön-Aktionäre zustimmten. Dann greife eine Klausel, der zufolge von Rhön übernommene Kliniken aus dem Verbund ausscheiden könnten. Das Land könne dann entweder mit dem neuen Besitzer bessere Bedingungen aushandeln, die Uniklinik zurückkaufen oder einen neuen Betreiber finden. »Es ist eine Chance, aus den Erfahrungen, die wir gemacht haben, zu lernen«, sagte Kühne-Hörmann. Ohne die Fusion bleibe alles wie gehabt, aber: »Beim alten Zustand möchte ich nicht landen.« Rhön behandele die Uniklinik mit ihrem Lehr- und Forschungsauftrag wie ein Kreiskrankenhaus, sagte die Ministerin. »Ein möglicher neuer Besitzer muss verstehen, dass es sich nicht um ein normales Krankenhaus, sondern um ein Universitäts-Klinikum handelt.« Kühne-Hörmann rechnete damit, dass sich die aktienrechtlichen Prüfungen mindestens bis zur Sommerpause hinziehen. Doch wenn die Fusion feststehe, werde das Land seine Möglichkeiten prüfen und entsprechendeVorschläge machen. Die bundesweit erste Privatisierung einer Hochschulklinik 2006 galt als Leuchtturm- Projekt der Regierung von Roland Koch (CDU). Seitdem hat Rhön in Gießen eine neue Klinik gebaut. Doch eine neue, in Marburg geplante Tumor-Therapie funktioniert nicht, Beschäftigte klagen über Arbeitsverdichtung. Berichte über einen Abbau von 500 Stellen hat Rhön zwar dementiert, dennoch stehen Einsparungen auf dem Programm. SPD: Fresenius ist nicht besser Die Übernahme des Rhön-Konzerns und damit des Uniklinikums durch Fresenius sei ein »Fehler«, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Spies, im Anschluss an die Sitzung. Damit verschärften sich die »Risiken und Unsicherheiten «. Es gebe keine Hinweise, dass sich die Situation durch den neuen Betreiber verbessern werde, zumal Fresenius »den hohen Kaufpreis aus dem Betrieb herausnehmen « müsse. Die Landesregierung solle nun sicherstellen, dass alle Maßnahmen zum Wohle von Patienten und Beschäftigten, Forschung und Lehre ausgeschöpft würden. Dabei sei die SPD bereit zur Kooperation. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-05-03) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-03 bis 2012-07-03 | |
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| Unterstützung für UKGM-Beschäftigte | |
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GIESSEN (fod). Immer wieder bleiben
am Samstag Passanten an der Ecke Seltersweg/ Löwengasse stehen, um ihre Unterschrift auf eine der Listen zu setzen. Sie zeigen damit ihre Ablehnung eines etwaigen Stellenabbaus am Gießener und Marburger Universitäts-klinikum. Viele suchen auch das Gespräch mit Beschäftigten beider Standorte und weiteren Mitgliedern des Aktionsbündnisses „Gemeinsam für unser Klinikum“, die für den Erhalt von 500 Stellen demonstrieren. „Heute läuft es sehr gut“, stellt der Gießener Betriebsratsvorsitzende Klaus Hanschur fest. Die bisherige Zahl von rund 15 000 Unterschriften dürfte am Wochenende enorm angewachsen sein. Laut Klaus Hanschur erfahre man viel Rückendeckung aus der Bevölkerung,von Politikern, Gewerk-schaften wie auch von allen ärztlichen Abteilungsleitern beider Kliniken. Er gab zu bedenken, dass der Gesundheits-konzern Fresenius, der jüngst ein Übernahmeangebot für den Konkurrenten Rhön-Klinikum AG angekündigt hat, auch eine Aktiengesellschaft ist und auf hohe Gewinne aus sei, Doch wäre dies im Falle des heimischen Klinikums nicht möglich, meint der Betriebsrats-vorsitzende. Und stellt klar, dass man, „egal wer der Eigentümer ist“, einen Stellenabbau nicht hinnehmen werde, „ohne Wenn und Aber“. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-30) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-30 bis 2012-06-30 | |
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| Faszinierende Einblicke in verschlossene Welt | |
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5. Gießener Herz und Gefäßtag lockt mehrere Hundert Besucher ans Uniklinikum - Im Mittelpunkt bildgebende Verfahren
GIESSEN (fod). Sonst ist hier nur Ärzten und anderem Fachpersonal der Zutritt gestattet. Doch am Samstag öffneten sich beim 5. Gießener Herz- und Gefäßtag am Uniklinikum für vier Stunden auch einmal die Türen zu Herzkatheterlabor und den Räumen mit den mehrere Millionen Euro teuren Magnetresonanz- MRT) und Computer-tomografen (CT). Eine Gelegenheit, die sich einige Hundert Besucher nicht entgehen lassen wollten. Alle zehn Minuten machte sich eine Führung mit bis zu 15 Personen auf den Rundgang durch das Zentrum für Bild-gebung im Klinikneubau. Getreu dem diesjährigen Motto „Herz und Gefäße sichtbar machen“ konnte man MRT und CT sowie die dazugehörige Technik von ganz Nahem in Augenschein nehmen. Den MRTRaum zu betreten empfahl sich jedoch nicht, denn wie MTRA Ines Richter mit einem Schlüsselbund vorführte, erzeugt die Apparatur ein sehr starkes Magnetfeld, das jedes Metall im Raum verbietet. Die Detailgenauigkeit der dadurch und mit einem gespritzten Kontrastmittel gewonnenen drei-dimensionalen Aufnahmen, die auf einem Monitor zu sehen waren, verblüffte die Besucher. Auch im Herzkatheterlabor wurde mit großem Interesse zugeschaut, als Dr. Astrid Most an Simulationspuppe „Elvis“ vorführte, wie der Katheter über Leiste und Arterie bis zum Herz vorgeschoben wird und die winzigen Gefäße mittels dem Kontrastverfahren der Koronarangiografie sichtbar gemacht werden. Dagegen von außen durch Ultraschall (Echokardiografie) lässt sich die Funktion der Herzklappen und das Füllen von Vorhöfen und Kammern mit Blut kontrollieren, wie Dr. Marko Dahmer am lebenden Objekt demonstrierte. Doch auch ohne Führung gab es allerhand Interessantes zu sehen und hören. So hatte im Foyer der Chirurgie Kardiotechniker Johannes Gehron wieder die Herz- Lungen-Maschine aufgebaut, die mit all ihren Schläuchen, Rädchen und Kammern bei jedem Herz- und Gefäßtag ein Hingucker ist. Direkt daneben stand relativ unscheinbar ein kleines Gerät, das sich als tragbare Herz-Lungen-Maschine entpuppte. Laut Gehron habe sie die gleiche Funktion der Kreis-lauferhaltung wie der große Bruder, könne jedoch auch bei Notfällen und Transporten eingesetzt werden. „Weniger Komplikationen“ als vorher sind das Resultat. Am Tisch nebenan erläuterte OP-Schwester Katrin Stolberg die große Palette bei einem chirurgischen Eingriff verwendeter Instrumente. Von Skalpell und Pinzette bis hin zum Brennermesser, mit dem im Körper-inneren Gefäße aufgeschnitten und die Wundstellen sofort verödet werden können. Am Morgen hatte Regierungs-präsident Dr. Lars Witteck den Herz- und Gefäßtag eröffnet. Zur Einstimmung auf das Thema folgten mehrere, auch für Laien gut verständliche Kurzvor-träge. So erfuhren die Besucher unter anderem von Prof. Stephan Achenbach, stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik I (Kardiologie/Angiologie), dass ein CT häufig eingesetzt wird, um auszuschließen, dass ein Herzkranz-gefäß verengt ist. „Damit können wir den Patienten den Eingriff im Herzkatheterlabor ersparen.“ Ein Herz-MRT wird dagegen gemacht, „wenn man sich den Herzmuskel anschauen möchte“, erläuterte Prof. Gabriele Krombach, Leiterin der Diagnostischen Radiologie. Die beiden Ärzte wie auch die Hauptorganisatoren Prof. Andreas Böning, Direktor der Herz-, Kinderherz- und Gefäßchirurgie, und Prof. Christian Hamm, Leiter der kardiologie/ Angiologie, konnten zum Ende überaus zufrieden mit der Besucherresonanz sein. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-30) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-30 bis 2012-06-30 | |
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| »Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen« | |
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Klare Worte des Ärztlichen Direktors beim 5. Herz- und Gefäßtag des Klinikums – Vier Stationen und über 200 Besucher
Gießen (if). Wohin steuert das Uniklinikum? Die brisante Frage nach den Absichten eines privaten Krankenhausträgers, scheinbar unvermittelt zwei Tage zuvor ausgelöst, wurde am Samstagmorgen bei der Eröffnung des »5. Gießener Herz- und Gefäßtages« durch den Ärztlichen Direktor des Standorts Gießen beantwortet. »Wir lassen uns durch Diskussionen nicht aus der Ruhe bringen und sind zuversichtlich, dass die Patienten es uns durch ihren Zuspruch danken werden«, erklärte Prof. Jens-Peter Klußmann, der Direktor der Hals- Nasen-Ohrenklinik, im Hörsaal der neuen Chirurgie, nachdem Regierungspräsident Dr. LarsWitteck in seinem Grußwort Genugtuung und Dankbarkeit dafür bekundet hatte, dass die schwelende Frage die hohe Qualität der hier geleisteten Spitzenmedizin nicht beeinträchtigt habe. »Sie haben Ihre große, verantwortliche Tätigkeit unter solchen Diskussionen nie leiden lassen«, rühmte er. Prof. Christian Hamm, der kommissarische Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie – zusammen mit dem Direktor der Klinik für Herz-, Kinderherz- und Gefäßchirurgie, Prof. Andreas Böning als Gastgeber firmierend – betonte die positive Rolle der engen interdisziplinären Zusammenarbeit, die in Gießen hervorragend funktioniere. Auf die Erfolge eingehend, berichtete er, dass nahezu die Hälfte der in den vergangenen zwei Jahrzehnten um sechs Jahre gewachsenen durchschnittlichen Lebenserwartung auf den Leistungen der modernen Herz- und Gefäßmedizin beruhe. Einen anschaulichen Eindruck von den dazu erforderlichen Voraussetzungen gewannen in des Wortes wahrster Bedeutung die über 200 Besucher, die, statt einen Stadtbummel zu unternehmen, sich bei einem kilometerlangen Parcours an vier Stationen im Neubau über die im Klinikum verfügbare hoch entwickelte Medizintechnik informierten. Herz und Gefäße sind heute in einer Qualität sichtbar zu machen, die auch den Laien in Staunen versetzt. Während im Hörsaal bei erfreulich kompakten Vorträgen die Ergebnisse der Ultraschall- Untersuchungen des Herzens sowie die bei Computertomografie und MRT - der Magnetresonanz-Tomografie – gewonnenen Bilder zu sehen waren und der Verlauf einer Untersuchung mit dem Herzkatheter gezeigt wurde, scharten sich im Foyer die Besucher um den Mini-Herz-OP, an dem Kardiotechniker Johannes Gehron Rede und Antwort stand. Die Gefäßspezialisten demonstrierten dort Ultraschalldiagnostik am Beispiel der Carotis, der Halsschlagader. Gegenüber gab es am Stand der Deutschen Herzstiftung von Rosi Richardts Informationsmaterial. Und ein paar Schritte weiter informierte die Südpark- Klinik Bad Nauheim mit ihrem Chef, Dr. Michael Coch, über Reha-Maßnahmen und gesunde Ernährung. Ehe sie den Heimweg antraten, gab es dazwischen für die Besucher immer wieder die gerne genutzte Gelegenheit, mit den Ärzten ins Gespräch zu kommen. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-30) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-02 bis 2012-07-02 | |
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| 1500 Unterschriften gegen Stellenabbau | |
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Bündnis »Gemeinsam für unser Klinikum« warb im Seltersweg für sein Anliegen
Gießen (srs). Das Aktionsbündnis »Gemeinsam für unser Klinikum« hat am Samstag im Seltersweg für Unterstützung geworben. Mitglieder der Initiative, die sich gegen Stellenabbau am Uniklinikum zu Wehr setzen, sammelten an einem Stand an der Löwengasse innerhalb von fünf Stunden 1500 Unterschriften. Nach Angaben des Gießener Betriebsratsvorsitzenden am Uniklinikum, Klaus Hanschur, verzeichnet das Bündnis somit seit Beginn der Unterschriftensammlung Mitte März insgesamt 16 500 Unterschriften. Zur möglichen Übernahme des Klinikum- Betreibers, der Rhön AG, durch das Bad Homburger Unternehmen Fresenius erklärte Hanschur am Stand, zwischen den beiden Konzernen gebe es keine großen Unterschiede. »Beide sind Aktiengesellschaften. Beide wollen Gewinne machen und die Beschäftigten ausquetschen«, sagte er. »Die Rhön AG ist an ihrer Unfähigkeit gescheitert. Für Fresenius sind wir gewappnet.« Zukünftig sei das Land »möglichst stark« wieder ins Boot zu holen, hofft er. Ziel der Unterschriftenaktion sei, die Bevölkerung für die Anliegen zu gewinnen. Es gehe um die medizinische Versorgung in Mittelhessen. Passanten informierten sich am Stand, viele berichteten von eigenen Erfahrungen am Klinikum. »Stundenlange Wartezeiten« in der Notaufnahme habe er schon erlebt, erzählte Marcus Kauer. Ein weiterer Personalabbau sei nicht zu verantworten. »Die Unsicherheit für die Beschäftigten muss ein Ende haben«, so eine Unterzeichnerin. Das Aktionsbündnis »Gemeinsam für unser Klinikum« unterstützen unter anderen die Betriebsräte des Uniklinikums Gießen und Marburg, die Gewerkschaften DGB und ver.di, Marburger Verbände der SPD, der Grünen, der Partei Die Linke und der DKP sowie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, Bezirk Marburg. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-30) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-02 bis 2012-07-02 | |
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| Klinik-Fusion soll keine Stellen kosten | |
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FRANKFURT (dpa). Der Chef der zum
Medizinkonzern Fresenius gehörenden Krankenhaus-Tochter Helios, Francesco De Meo, will aus der Fusion mit den Rhön-Kliniken Größenvorteile ziehen. Er bezifferte den Marktanteil beider Klinik-Gruppen in Deutschland nach der geplanten Übernahme von Rhön durch Fresenius auf acht Prozent. Es würde ein Krankenhauskonzern mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro und etwa 80000 Beschäftigten entstehen. „Der Sitz des gemeinsamen Unternehmens wird der bisherige Firmensitz von Helios in Berlin sein“, sagte Francesco De Meo. Befürchtungen wegen Stellen-streichungen trat De Meo entgegen: „Ich habe Verständnis für die Befürchtungen von Verdi. Sie sind aber unbegründet, da wir Tarifverträge haben und oft über dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlen.“ Zudem sei es zu früh, um über Stellenkürzungen zu sprechen. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-28) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-30 bis 2012-06-30 | |
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| Klinikfusion: "Alle Konsequenze offenlegen" | |
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SPD fordert Ministerin auf, im Wissenschaftsausschuss Stellung zur geplanten Übernahme der Rhön AG zu beziehen
GIESSEN (tt). Bei den mehr als 9000 Beschäftigten des Uni-Klinikums Gießen und Marburg (UKGM) herrscht angespannte Ruhe. Die Ankündigung des Gesundheits-dienstleisters Fresenius, den Rhön-Konzern übernehmen zu wollen, ist das Gesprächsthema an den Standorten. Mögliche Folgen für das drittgrößte Krankenhaus in Deutschland ließen sich auch gestern noch nicht aus-machen. „Das liegt jetzt alles an Fresenius“, sagte UKGM Sprecher Frank Steibli. Der Konzern aus dem Dax mit Sitz in Bad Homburg sei nun am Zug: Er müsse dem Vorstand der Rhön AG ein Konzept vorlegen. Über dessen Annahme müsse dann der Aufsichtsrat entscheiden, sagte Steibli. Der jetzige Helios-Vorstand um den Geschäftsführer Francescso De Meo werde die künftige Aktiengesellschaft führen, hieß es aus Kreisen von Fresenius. Offen erscheint damit die Zukunft des Rhön-Vorstandes, dem der Vorsitzende der Geschäftsführung des UKGM, Martin Menger, angehört. Dieser wollte sich mit Blick auf sein Vorstandsmandat am Freitag nicht äußern, ließ er über UKGM-Sprecher Steibli ausrichten. Der Gießener Betriebsratsvorsitzende Klaus Hanschur hat angekündigt, er wolle die bevorstehende Übernahme des Rhön-Konzerns zum Thema einer Betriebsversammlung machen. Die SPD-Landtagsfraktion hat Wissenschafts-ministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) aufgefordert, in der Sitzung des Wissenschaftsausschusses am Mittwoch zu den Übernahmeabsichten Stellung zu nehmen. Das UKGM habe möglicherweise bald neue Eigentümer und das mit noch fünf Prozent beteiligte Land einen neuen Verhandlungspartner, so der sozialpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und Gießener SPD-Chef, Gerhard Merz. „Wir wollen nun von der Ministerin im Einzelnen wissen, welche rechtlichen und vertraglichen Konsequenzen sich für das Universitätsklinikum Gießen-Marburg ergeben.“ Außerdem sei die Ministerin aufge-fordert, zu berichten, welche Rechte des Landes nun durch den Eigentümer-wechsel tangiert seien. Es müsse ausgeschlossen sein, dass das Land weiter an Einfluss verliere, sagte Merz. „Darüber hinaus interessiert uns auch, in welcher Weise die Landesregierung über die Übernahme-absichten informiert wurde.“ Die Ministerin müsse alle Konsequenzen offenlegen. Kritische Töne kommen auch vom SPD-Unterbezirk. Sorge bereite vor allem, dass die Beschäftigten nunmehr den Verkaufsgewinn der Rhön-AG und zusätzlich die Kaufpreisabschreibung und die Rendite von Fresenius erwirtschaften müssten, sagte die Sozialdemokratin Ulrike Kopmann-Wöber, die dem Betriebsrat des UKGM angehört. „Damit das nicht über noch weiter wachsenden Arbeitsdruck geschieht, müssen Öffentlichkeit, Gewerkschaft, Betriebsrat und Beschäftigte weiter alle Augen offen halten.“ Der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks, Matthias Körner, meinte: „Die Situation am Uniklinikum Gießen und Marburg wird durch diesen Verkauf nicht besser werden. Die Rhön AG hat den Kaufpreis durch erhöhten Arbeitsdruck erwirtschaftet. Fresenius wird das Gleiche versuchen.“ |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-28) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-30 bis 2012-06-30 | |
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| Stadtgespräch | |
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Wie aus heiterem Himmel schien am
Donnerstag die Meldung zu kommen, dass der Gesundheitskonzern Fresenius die Aktiengesellschaft Rhön-Klinikum übernehmen und mit seiner Tochter-gesellschaft Helios verschmelzen will. Welche Auswirkungen das auf den Klinik-Standort Gießen haben wird – das lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt freilich nicht sagen. Konkretes ist da von den möglicherweise künftigen „Herren“ nicht zu hören. Lediglich der lapidare Satz: „Uns ist bewusst, dass ein Universitäts-klinikum durch seine enge Verzahnung mit Forschung und Lehre einen besonderen Status hat, der berücksichtigt werden muss.“ Diese Feststellung einer Helios-Sprecherin ist in der Vergangenheit auch von Rhön rauf und runter bemüht worden – sinngemäß. Dabei darf nicht ver-gessen werden, dass ob der Entwicklung in Gießen und Marburg in den letzten Wochen immer wieder die Rede davon war, verlorenes Vertrauen wieder zurück-gewinnen zu wollen. Ja, so weit war das gekommen mit dem besonderen Status. Dass es nun von heute auf morgen und dazu völlig überraschend ein Übernahmeangebot gegeben haben soll – leise Zweifel scheinen angebracht. Rhön-Gründer Eugen Münch, der mit seiner Frau 12,45 Prozent der Aktien hält, hat noch am Tag der Veröffentlichung umgehend sein Placet (und natürlich das seiner Frau...) gegeben. Wohl kaum ohne vorhergehende intensive Prüfung. Und auch Ministerpräsident Volker Bouffier hat am gleichen Tag die Fusion der Medizinkonzerne Fresenius und Rhön als Ausweg für Probleme am privatisierten Uniklinikum Gießen-Marburg bezeichnet. Deshalb begrüßte der CDU-Politiker am Donnerstag in Wiesbaden das Übernahmeangebot. „Ich freue mich, dass meine Bemühungen um die Zukunft des Klinikums Gießen-Marburg jetzt in ein konkretes Stadium getreten sind“, ließ er über die Staatskanzlei mitteilen. Heißt im Umkehrschluss: Offenbar doch keine allzu überraschende Wendung der Dinge. Oder? * Dazu passt, was Kollege Thorsten Thomas an dieser Stelle vor exakt drei Wochen fast schon prophetisch zu Papier gebracht hatte: Derzeit lasse es sich nicht einmal sagen, wo das Groß-krankenhaus mit seinen mehr als 9000 Beschäftigten in der Jahresmitte stehen wird. Überlegungen gebe es viele. Selbst von Interessenten für eine Übernahme, die es dem Vernehmen nach geben solle, hatte (tt) hier berichtet. Dass es allerdings so schnell kommen könnte – dafür reichten unsere seherischen Kräfte dann doch nicht ganz aus... * Unter die Rubrik „Spekulationen“ fallen allerdings erste Mutmaßungen von dritter Seite, die Gedankenspiele in puncto Stellenstreichungen am Uniklinikum seien schon im Hinblick auf eine mögliche Fusion entstanden. Das Argument: Ein schlankerer Betrieb verursache weniger Kosten, werfe also mehr ab und sei deshalb für potenzielle Käufer um so interessanter. Auch wenn das nicht völlig unlogisch klingt – dafür gibt es keinerlei Belege. * |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-28) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-30 bis 2012-06-30 | |
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| Betriebsrat befürchtet bei Übernahme der Rhön AG durch Fresenius zunächst keine Auswirkungen | |
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(tt). Klaus Hanschur kann in diesen Tagen so schnell nichts mehr erschüttern. Der in vielen Tarifauseinandersetzungen gestählte Betriebsratsvorsitzende am Gießener Universitätsklinikum, der zurzeit fast täglich mit der Geschäftsführung des Uni-Klinikums Gießen und Marburg (UKGM) um die Personalausstattung des drittgrößten Krankenhauses in der Republik ringt, sieht in der Ankündigung des in Bad Homburg ansässigen Gesundheitskonzerns Fresenius, die Rhön-Klinikum AG übernehmen und mit der Tochtergesellschaft Helios verschmelzen zu wollen, zunächst erst einmal keine direkten Auswirkungen auf das UKGM. „Das Universitätsklinikum ist eine GmbH. Da gibt es Verträge, die einzuhalten sind - ganz gleich von wem.“
Für den Arbeitnehmervertreter ist dabei nach eigenen Angaben von untergeordnetem Interesse, wer Eigentümer des Klinikums ist. „Wir werden unseren Weg gehen“, betonte der Betriebsratsvorsitzende, der am Standort Gießen mehr als 4000 Beschäftigte vertritt. Der Betriebsrat werde „ohne Wenn und Aber“ für vernünftige Arbeitsbedingungen sowie den Erhalt der Stellen eintreten. Daran werde sich auch bei einem Betreiberwechsel nichts ändern. In jedem Fall müsse das Land die Gelegenheit nutzen und seinen Einfluss im Hinblick auf das UKGM ausweiten, sagte Hanschur. Dies gelte vor allem in der Frage der Neubauen sowie für Forschung und Lehre. Als Interessenvertreter der beiden letztgenannten Bereiche appellieren der Präsident der Justus-Liebig-Universität (JLU), Prof. Joybrato Mukherjee, und der Dekan des Fachbereichs Medizin, Prof. Trinad Chakraborty, an das Land, „in dieser Situation alle Optionen intensiv zu prüfen, die sich für die Sicherung der Forschung und Lehre sowie einer qualitativ hochwertigen Krankenversorgung in der Universitätsmedizin in Mittelhessen ergeben“. Ziel müsse es sein, Lehre, Forschung und Krankenversorgung bestmöglich zu sichern. Vor diesem Hintergrund müsse in den Gesprächen mit Fresenius auch die Option einer Rückführung an das Land geprüft werden. Dem Rhön-Konzern warfen Mukherjee und Chakraborty „völlig falsche Erwartungen“ vor. Von einer Uni-Klinik mit ihren Verpflichtungen für Forschung und Lehre seien die von Rhön einkalkulierten Überschüsse aus dem laufenden Geschäft nicht zu erwirtschaften, so der JLU-Präsident. „Das UKGM, immerhin die drittgrößte Universitätsklinik in Deutschland, kann mit seinen besonderen Aufgaben und Herausforderungen, nicht zuletzt in Forschung und Lehre, nur dann erfolgreich sein, wenn der Träger und Betreiber sich wirklich zu der Flaggschiff-Funktion eines Universitätsklinikums bekennt.“ Der hielt sich auf Anfrage des Anzeigers am Donnerstag noch bedeckt. „Uns ist bewusst, dass ein Universitätsklinikum durch seine enge Verzahnung mit Forschung und Lehre einen besonderen Status hat, der berücksichtigt werden muss“, teilte Helios-Sprecherin Constanze von der Schulenburg mit. Als „Anlass für dringend notwendige Neuverhandlungen über die Zukunft des Uniklinikums Gießen-Marburg“ hat derweil Oberbürgermeisterin (OB) Dietlind Grabe-Bolz (SPD) das Übernahmeangebot von Fresenius an die Aktionäre des Rhön-Klinikums gewertet. Sollte der Eigentümer des Klinikums wechseln, müsse das Land den Gesellschaftsvertrag neu formulieren, so die OB. „Das Land muss als Gesellschafter seiner Verpflichtung nachkommen. Das bisherige Modell der Privatisierung ist gescheitert. Der gesamte Klinikumsbetrieb hat unter dem Diktat des falsch ausgehandelten Vertrages Not gelitten. Das muss sich ändern. Das Land muss seine Verpflichtung ernst nehmen und annehmen,“ sagte die OB. Für die Stadt sei das Universitätsklinikum einer der größten und wichtigsten Pluspunkte in der Standortqualität Gießens. „Wenn Fresenius tatsächlich einen um fast 50 Prozent überhöhten Preis für die Aktien der Rhön-Klinikum AG auf den Tisch legen will, muss dieser Kaufpreis über Gewinne refinanziert werden. Unsere Sorge ist, dass dies vor allem auf dem Rücken der Beschäftigten passieren soll.“ Dies sagte der Gießener SPD-Stadtverbands- und Fraktionsvorsitzende Gerhard Merz, zugleich sozialpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Für seine Partei stünden die Auswirkungen für die Bediensteten am UKGM, aber auch darüber hinaus im Mittelpunkt des Interesses. Es sei dann noch einmal eine deutlichere Verschlimmerung der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter an allen Standorten des neuen Mega-Konzerns zu erwarten, als dies ohnehin am UKGM zu beobachten gewesen sei. Die Gesundheitsexpertin der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Maritta Kruckewitt, sieht die Landesregierung in der Pflicht. Sie weist darauf hin, „dass bei einer Übernahme des Rhön-Klinikums durch Fresenius das UKGM wieder dem Land zum Rückkauf angeboten werden müsse. Die Landesregierung müsse keinen neuen Betreiber akzeptieren. Sie habe damit jetzt die Chance, ihre Fehler aus der Privatisierung des Uniklinikums im Jahr 2006 zu korrigieren“. Es könne nicht sein, dass die Beschäftigten in Wäscherei oder Pflegedienst mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes für Renditen, Unterfinanzierung in Forschung und Lehre oder nicht geförderte Investitionen bezahlen müssten, so Kruckewitt. Das UKGM wollte gestern zu dem Übernahmeangebot keine Stellung nehmen. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-27) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-27 bis 2012-06-27 | |
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| Fetalchirurg Prof. Thomas Kohl spricht über Operationen an Ungeborenen | |
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GIESSEN (fod). Ein noch ungeborenes Kind wegen einer Fehlbildung im Mutterleib operieren - das klingt irgendwie nach Science Fiction. Und doch ist es am Gießener Universitätsklinikum längst Realität. Seit Prof. Thomas Kohl, der als führender Fetalchirurg Europas gilt, 2010 dort aus Bonn kommend das Deutsche Zentrum für Fetalchirurgie und minimalinvasive Therapie (DZFT) etablierte. Zum Auftakt des Seniorenvorlesungsprogramms des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität (JLU) stellte der Arzt verschiedene Operationsverfahren vor, wie sie etwa bei Spina bifida, dem „offenen Rücken“, einer Zwerchfellhernie oder dem Zwillingstransfusionssyndrom zum Einsatz kommen. Die in Gießen bei einer Spina bifida, laut Kohl „häufigste Ursache für eine Querschnittslähmung oder Körperbehinderung“, angewandte pränatale endoskopische OP-Methode ist bislang einmalig. Andernorts wie in den USA wird in solchen Fällen offen operiert und nicht über von außen eingeführte Instrumente wie eine Kamera, die gerade einmal einen Durchmesser von zwei bis fünf Millimetern haben. „Viele Eltern sagen, ohne diese Operationsmöglichkeit würden sie das Kind abtreiben“, wusste der Chirurg zu berichten. Denn eine solche bereits zwischen dem 22. und 28. Schwangerschaftstag auftretende Fehlbildung, bei der sich das Rückenmark nicht richtig zu einem Röhrchen faltet und das Mark ungeschützt zur Außenwelt liegt, kann neben schweren Lähmungen später auch andere Erkrankungen nach sich ziehen. In den vergangenen acht Jahren hätten er und sein Team etwa 30 Kinder auf diese Weise zwischen der 17. und 21. Schwangerschaftswoche operiert, und das bei Vollnarkose für Mutter wie auch Kind, so Kohl. Zum Verschluss der offenen Stelle wird ein circa 20 Millimeter messender Gewebeflicken, aus Dünndarmgewebe gewonnen, darüber genäht, erläuterte er anhand eines Films aus dem OP.
Eingriff dauert vier Stunden Der minimalinvasive Eingriff dauert zwar rund vier Stunden, zeigt jedoch gute Erfolge. So würden 80 Prozent der Säuglinge erst nach der 32. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen und dann eine normale Entwicklung nehmen, wie Aufnahmen im Garten spielender Kinder belegten, die der Arzt ebenfalls für seine Zuhörer mitgebracht hatte. Eine weitere Indikation für den pränatalen Eingriff ist eine Zwerchfellhernie, wenn sich durch eine große Öffnung dieses wichtigsten Atemmuskels Bauchorgane wie Leber oder Darm nach oben in den Brustkorb verschieben. Die Folge davon sei eine „lebensbedrohliche Unterentwicklung der Lunge“, sagte Kohl. Dies erst nach der Geburt zu operieren, „wäre viel zu eingreifend“ und hätten viele Säuglinge in der Vergangenheit nicht überlebt. Beim endoskopischen Verfahren, das von der zwölften Schwangerschaftswoche bis kurz vor der Geburt durchgeführt werden kann, wird neben der Behandlung der Hernie und richtigen Positionierung der Organe für bis zu drei Wochen ein kleiner Latexballon zur Beseitigung des Verschlusses in der Lunge eingebracht. Bereits nach zehn Tagen habe sich das Atemorgan deutlich weiterentwickelt, erfuhren die Zuhörer, wenngleich noch eine längere nachgeburtliche Folgebehandlung nötig sei, so Thomas Kohl. Ein anderer OP-Grund ist das Zwillingstransfusionssyndrom: Eineiige Zwillinge teilen sich hier einen Mutterkuchen, doch verschiebt sich das zur Versorgung von der Mutter kommende Blut in Richtung eines der Ungeborenen, während das andere anämisch wird. „Unbehandelt stirbt in 80 bis 90 Prozent der Fälle ein Zwilling“, sei dies ein sehr ernster Zustand. Doch die Beseitigung des Gefäßverschlusses mittels Laserablation sorge dafür, dass 80 Prozent der Kinder „ohne irgendwelche Schäden geboren werden“, berichtete der Fetalchirurg. Das von Prof. Henning Stürz organisierte Seniorenprogramm zu verschiedensten medizinischen Themen umfasst in diesem Sommersemester fünf Termine. Der Nächste ist am 8. Mai, wieder um 17 Uhr im großen Hörsaal der Anatomie im Aulweg 123. Prof. Eberhard Uhl, Leiter der Neurochirurgie, wird dann über Möglichkeiten und Grenzen der operativen Behandlung von Hirntumoren berichten. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-27) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-27 bis 2012-06-27 | |
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| Gießener Herz- und Gefäßtag zu bildgebendem Verfahren wie MRT und CT | |
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GIESSEN (fod). Gerade bei Kardiologie und Angiologie, den medizinischen Fachdisziplinen rund um Herz und Blutgefäße, wurden im Laufe des vergangenen Jahrzehnts enorme Fortschritte in Diagnostik und Therapie erzielt. Dank High-End-Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) können Mediziner heute dreidimensionale Aufnahmen des schlagenden Herzens erstellen oder Verengungen in wenigen Millimeter dünnen Gefäßen erkennen. Und damit letztlich Leben retten. Der am Samstag, 28. April, bereits zum fünften Mal am Gießener Universitätsklinikum stattfindende Herz- und Gefäßtag steht in diesem Jahr ganz im Zeichen solcher Untersuchungs- und Behandlungsmethoden.
„Das Herz und die Gefäße sichtbar machen“ haben die Organisatoren von den Kliniken für Kardiologie/Angiologie, Radiologie und Herz-, Kinderherz- und Gefäßchirurgie ihre Veranstaltung überschrieben, die am Samstag von 10 bis 14 Uhr dauert. Ort ist Foyer und Hörsaal der Chirurgie in der Rudolf-Buchheim-Straße 7, wo es Vorträge und Stände zu unterschiedlichen Themen geben wird. Den größten Zulauf dürften aber sicherlich die geführten Rundgänge durch das Zentrum für Bildgebung im Klinikneubau erhalten, bei denen Experten an vier Stationen Blicke hinter sonst nicht zugängliche Kulissen ermöglichen werden. „Eine seltene Gelegenheit“, wie Radiologie-Leiterin Prof. Gabriele Krombach betonte, als sie das Programm gemeinsam mit Prof. Andreas Böning, Direktor der Herz-, Kinderherz- und Gefäßchirurgie, Prof. Stephan Achenbach, stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik I (Kardiologie/Angiologie) und Dr. Ahmed Koshty, Leiter der Sektion für Gefäßchirurgie, vorstellte. Demnach bekommen die Besucher vorgeführt, wie die jeweils 1,5 bis zwei Millionen Euro teuren MRT- und CT-Geräte in Diagnose und Therapie eingesetzt werden, was auf den Aufnahmen alles zu erkennen ist und wie Radiologen und Chirurgen danach vorgehen. Zudem führt der Weg ins Herzkatheterlabor mit seinen verschiedenen Diagnose- und Interventionsmöglichkeiten sowie in Räume mit Ultraschallgeräten (Echokardiographie), die am Klinikum laut Stephan Achenbach zu mehr als 15 000 Untersuchungen des Herzens jährlich eingesetzt werden. Wie Andreas Böning und seine Kollegen betonen, bestehe am Gießener Klinikum zwischen Kardiologie, Radiologie und Herzchirurgie eine hervorragende Kooperation. Auf allen Seiten sei eine große Expertise zu Erkrankungen rund um Herz und Gefäße vorhanden. Experten leicht verständlich Dank gleich dreier MRTs im Haus können zudem lange Wartezeiten wie in anderen Kliniken vermieden werden. Dies alles möchte man nun auch den Besuchern beziehungsweise der Bevölkerung zeigen. Dabei wird man an den Ständen OP-Instrumente, Herzkatheter, Gefäßprothesen oder Herz-Lungen-Maschine „auch mal anfassen können“, so Böning. In nicht zu langen Vorträgen wollen die Experten leicht verständlich das ganze Spektrum der diagnostischen Bildgebung von Herz und Gefäßen präsentieren. So wird unter anderem Ahmed Koshty die Vorgehensweise bei einem Bauchaortenaneurysma erläutern, der zehnthäufigsten Todesursache in Deutschland. Während Gabriele Krombach und Stephan Achenbach über Magnetresonanz- und Computer-Tomographie des Herzens sprechen. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-27) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-27 bis 2012-06-27 | |
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| Klinikum: Angebot von Fresenius löst heftige Diskussion aus | |
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Gießen/Frankfurt (si). Wenn es stimmt, was der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Erik Hamann am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz des Rhön-Klinikums in Frankfurt sagte, dann war nicht einmal die Spitze seines Unternehmens informiert. Unmittelbar vor Börsenöffnung kurz vor 9 Uhr verbreitete das Bad Homburger Unternehmen Fresenius die Nachricht, dass es Rhön übernehmen will – und damit das Uniklinikum Gießen und Marburg, die größte Tochter das Bad Neustädter Konzerns. Erst recht überrascht waren die Menschen in Mittelhessen, als sie die Nachricht hörten. Hochschulen und Politik hatten sich in den letzten Wochen zwar immer wieder mit Rhön beschäftigt. Doch dabei ging es um den befürchteten Stellenabbau im Klinikum und dessen wirtschaftliche Zukunft. Eine Übernahme war als vages Gerücht gehandelt und von der Geschäftsführung strikt dementiert worden. Welche Folgen der Eigentümerwechsel für das Haus haben könnte, war am Donnerstag eine heiß diskutierte Frage. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Antwort allerdings noch völlig offen. Fresenius selbst hat sich dazu bisher nicht geäußert. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) begrüßte die Übernahmeofferte. Die Landesregierung werde unverzüglich Gespräche mit Fresenius aufnehmen, um die Interessen des Landes zur Sicherung der Krankenhausversorgung sowie von Forschung und Lehre aufzunehmen, sagte er im Landtag. »Dabei muss klar sein, dass ein Universitätsklinikum vom neuen Partner anders gesehen und behandelt werden muss als ein normales Krankenhaus«, meinte er im Landtag. JLU-Präsident Joybrato Mukherjee und der Gießener Medizin-Dekan Trinad Chakraborty sprachen von einer »neuen Situation«. Das Land müsse jetzt alle Optionen prüfen – auch die einer »Rückführung des Universitätsklinikums in die öffentliche Hand«. Als Ziel gaben sie die bestmögliche Sicherung von Spitzenforschung, hervorragender Lehre und exzellenter Krankenversorgung aus. »Aufzuräumen« sei mit den »völlig falschen Erwartungen« von Rhön an das Universitätsklinikum. Die Marburger Uni-Präsidentin Katharina Krause sprach sich sogar ausdrücklich für eine Rücknahme der Privatisierung aus. Der Übergang an einen neuen privaten Träger werde bei den Beschäftigten des Klinikums und der Bevölkerung in Marburg nur schwer Akzeptanz finden, sagte sie. Das brachte ihr allerdings einen Rüffel von Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) ein. »Im Gegensatz zu Frau Krause betrachte ich die Übernahme von Rhön als große Chance«, schreibt sie. Für die Gewerkschaft ver.di ist jetzt die Landesregierung am Zug. Sie müsse keinen neuen Betreiber akzeptieren. Bei einer Übernahme durch Fresenius habe das Land ein Rückkaufrecht, so ver.di Sekretärin Marita Kruckewitt. Es habe jetzt »die Chance, die Fehler aus der Privatisierung des Universitätsklinikums im Jahre 2006 zu korrigieren«. Ver.di Hessen verbreitete die Einschätzung, dass der entstehende »Krankenhaus-Riese« womöglich eine neue Runde beim Personalabbau einleiten werde. Mit der bevorstehenden Fusion zu einem Konzern mit rund 80 000 Beschäftigten würden sich die Nachteile öffentlicher und kirchlicher Betreiber verschärfen, die finanziell nicht so gut ausgestattet seien wie Privatunternehmen. »Wir werden auch unter dem neuen Eigentümer gegen Stellenabbau kämpfen«, sagte der Gießener Betriebsratsvorsitzende Klaus Hanschur . Für Details sei es noch zu früh. Jetzt müsse man abwarten und beobachten. Er glaube im Übrigen nicht, dass es zwischen den beiden Konzernen große Unterschiede gebe, sagte Hanschur. Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sprach sich dafür aus, den Gesellschaftervertrag zwischen Land und Eigentümer neu zu verhandeln. Unter der bisherigen Vereinbarung habe der gesamte Klinikumsbetrieb gelitten. »Das bisherige Modell der Privatisierung ist gescheitert«, so die OB. Der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel und der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Gerhard Merz äußerten sich »besorgt« über die Übernahmepläne. Wenn Fresenius tatsächlich einen um fast 50 Prozent höheren Preis für die Aktien der Rhön-Klinikum AG zahlen wolle, müsse dieser Kaufpreis über Gewinne finanziert werden. Es sei zu befürchten, dass dies »vor allem auf dem Rücken der Beschäftigten passieren« werde, so Schäfer-Gümbel und Merz. Sie forderten das Land auf, den Beschäftigten ein Rückkehrrecht in den Landesdienst über den 30. Juni hinaus einzuräumen, nämlich bis Ende des Jahres. Die Entscheidung zur Privatisierung sei falsch gewesen. Auch die Grünen sehen sich mit dem Übernahmeangebot in der Annahme bestätigt, dass die Privatisierung des Uniklinikums durch CDU und FDP falsch gewesen sei. Die Partei »Die Linke « forderte die SPD in Wiesbaden auf, den Verkauf der Schmidt-Kliniken an den Rhön-Konzern zu stoppen. Das Unternehmen Fresenius hatte gestern bekanntgegeben, dass es für rund 3,1 Milliarden Euro die Rhön-Klinikum AG übernehmen will. Deren Häuser sollen dann mit denen der Fresenius-Tochter Helios zusammengeführt werden. Mit 128 Krankenhäusern und 70 Versorgungszentren entstünde der mit Abstand größte deutsche Krankenhauskonzern. Helios war übrigens schon 2005 einer der Bieter für das Uniklinikum Gießen und Marburg gewesen, das Land entscheid sich damals allerdings für Rhön als Käufer. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-27) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-27 bis 2012-06-27 | |
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| Fresenius will Rhön-Gruppe samt Uniklinikum übernehmen | |
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Bad Neustadt/Gießen (dpa). In Deutschland soll ein privater Krankenhaus-Riese entstehen. Der Konzern Fresenius hat ein Übernahmeangebot für den Konkurrenten Rhön-Klinikum angekündigt. Dessen 53 Kliniken, darunter das Uniklinikum Gießen-Marburg, sollen mit den Häusern der Fresenius-Tochter Helios zusammengeführt werden, Helios ist bereits nach der Übernahme der Damp-Gruppe in Schleswig-Holstein der größte private Klinikbetreiber in Deutschland. Die Übernahme werde rund 3,1 Milliarden Euro kosten. Das Rhön-Klinikum musste im ersten Quartal 2012 indes einen Gewinnrückgang hinnehmen. Der Überschuss sei um 10,3 Prozent auf 34,1 Millionen Euro gefallen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Das ist ein stärkerer Rückgang als erwartet. Gestiegene Patientenzahlen sorgten aber für einen Anstieg des Umsatzes um 5,4 Prozent auf 682,3 Millionen Euro, hieß es. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier sieht die geplante Fusion der Medizinkonzerne Fresenius und Rhön als Ausweg für Probleme am privatisierten Uniklinikum Gießen-Marburg. Deshalb begrüßte der CDU-Politiker das Übernahmeangebot von Fresenius für die Rhön Klinikum AG, dem auch die Uniklinik gehört. »Ich freue mich, dass meine Bemühungen um die Zukunft des Klinikums Gießen-Marburg jetzt in ein konkretes Stadium getreten sind«, sagte er laut Mitteilung der Staatskanzlei. Die Regierung werde unverzüglich mit Fresenius über die Interessen des Landes bei Krankenversorgung, Forschung und Lehre sowie die Zukunft der Beschäftigten zu sprechen. An der Uniklinik Gießen-Marburg hatten Pläne für einen Stellenabbau zuletzt große Unruhe ausgelöst. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-27) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-27 bis 2012-06-27 | |
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| Motto: »Herz und Gefäße sichtbar machen« | |
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Beim »5. Gießener Herz- und Gefäßtag« stehen am Samstag die diagnostischen Möglichkeiten im Mittelpunkt
Gießen (if). Als die Gießener Herz- und Gefäßspezialisten im Uniklinikum vor rund fünf Jahren bei ihrem ersten »Gießener Herz- und Gefäßtag« über ihre Arbeit berichteten, da mussten Gießener Herzpatienten oft noch tagelang auf einen Termin für eine Untersuchung im Kernspin-Tomographen warten. Inzwischen stehen drei der millionenteuren Großgeräte bereit, um Fragen nach dem Zustand von Herzmuskel oder Herzklappen beurteilen zu können. Das Thema Wartezeiten hat sich damit praktisch erledigt. Zugleich eröffnen Computertomographen der neuesten Generation Alternativen zur bisherigen Untersuchung per Herzkatheter. Als unverzichtbares »Arbeitspferd« der Herz- und Gefäßdiagnostik ist der Ultraschall im Klinikum rund 15000-mal pro Jahr im Dauereinsatz. Am Samstag werden Herz- und Gefäßspezialisten über ihre Arbeit berichten. »Das Herz und die Gefäße sichtbar machen«, lautet das Motto des 5. Gießener Herz- und Gefäßtages, zu dem am Samstag das Gießener Herz- und Gefäßzentrum mit seinen Kliniken für Kardiologie/Angiologie, mit Herz-, Kinderherz und Gefäßchirurgie sowie der Radiologie einlädt. Im Foyer der Chirurgie – unter der blauen Kugel – werden Herz-Team und Gefäßspezialisten von 10 Uhr an über ihre Arbeit berichten und dabei auf die für die individuelle Interventions- und Operationsplanung unverzichtbaren, im Klinikum heute verfügbaren diagnostischen Möglichkeiten eingehen. »Damit«, so Prof. Dr. Andreas Böning, der Herzchirurg, und Prof. Dr. Christian Hamm, der Kardiologe, in ihrer Einladung, »können wir eine auf den jeweiligen Patienten zugeschnittene, möglichst wenig invasive, aber langfristig erfolgreiche Therapie planen«. Die Besucher können sich im Foyer auf einem »Markt der Möglichkeiten« an Ständen über Herzkatheter, chirurgische Techniken, den Einsatz der Herz-Lungenmaschine und die Echokardiographie, aber auch über die Grundlagen der Magnetresonanz- und Computertomographie zusätzlich zu den jeweiligen Vorträgen von Prof. Stephan Achenbach und der Radiologin Professor Gabriele Krombach informieren. Über Ultraschallmöglichkeiten spricht Dr. H. Rixer, auf Herzkatheter geht Privatdozent Dr. Holger Nefe ein. Ab 13 Uhr erläutert Prof. Daniel Sedding die Ultraschall-Diagnostik der Gefäße, während Dr. Ahmend Koshty, der Gefäßchirurg, die Möglichkeiten der Erkennung der lebensgefährlichen Aussackungen der Aorta erklärt. Im Rahmen von Führungen werden die Besucher das »Zentrum für Bildgebung« im Neubau besichtigen können. Wer mit dem Auto anfährt, sollte den Wagen im Parkhaus II abstellen und den Chirurgie-Eingang benutzen. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-27) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-27 bis 2012-06-27 | |
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| Videoüberwachung beim Zähneputzen | |
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Zahnmediziner und Psychologen von den Unis Gießen und Marburg für Untersuchungen zur Mundhygiene ausgezeichnet
GIESSEN/MARBURG (red). Zahnmediziner und Psychologen der Universitäten Marburg und Gießen freuen sich über einen Wrigley Prophylaxe Sonderpreis 2012. Verliehen wurde die Auszeichnung an die Marburger Dr. Jutta Margraf-Stiksrud und Jörg Illig sowie die Gießener Tobias M. Winterfeld, Dr. Nadine Schlüter und Professorin Carolina Ganß auf der 26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) in Dresden, bei der mehr als 400 Zahnmediziner aus dem deutschsprachigen Raum zwei Tage lang aktuelle Entwicklungen in der Kariesforschung diskutierten. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft der DGZ und ist mit insgesamt 10 000 Euro dotiert, heißt es einer Pressemitteilung der Universität Marburg. Für den Sonderpreis gibt es zusätzlich 1000 Euro. Neben den jungen Wissenschaftlern aus Mittelhessen wurden ein Zahnarzt aus Ulm, zwei Zahnärzte am Gesundheitsamt Unna sowie zwei Forschungsgruppen in München und Zürich ausgezeichnet. Jury-Mitglied Professor Klaus König, Nijmegen, hob die hohe Zahl der Bewerbungen hervor und unterstrich in der Begründung der Juryentscheidung „die fachübergreifende Relevanz der prämierten Arbeiten“. Können junge Erwachsene richtig Zähne putzen? Um dieser Frage nachzugehen, filmten Jörg Illig und Dr. Jutta Margraf-Stiksrud zusammen mit dem Gießener Team die Mundhygiene von 18-Jährigen. Die Auswertung des Videos ergab: Die jungen Erwachsenen putzten weitgehend noch so, wie sie es als Kinder gelernt hatten. Zusätzlich hatten sich ganz individuelle Bewegungsabläufe eingeschlichen. Viele Regionen in der Mundhöhle wurden von der Zahnbürste nie besucht. Die Technik der Mundhygiene sollte Jugendlichen besser vermittelt werden, so die Autoren. Die Jury würdigte die aufwändige Videoanalyse mit einem Wrigley Prophylaxe Sonderpreis. Seit 18 Jahren wird der Wrigley Prophylaxe Preis für herausragende Prophylaxeprojekte in den Bereichen Wissenschaft, Praxis und öffentliches Gesundheitswesen verliehen. Mehr als 250 Forschungsarbeiten wurden eingereicht, über 50 wurden prämiert. Die unabhängige Jury besteht aus Universitätsprofessoren, dem DGZ-Präsidenten und einem Vertreter des öffentlichen Gesundheitswesens. Stifter des Preises ist das Wrigley Oral Healthcare Program, die Gesundheitsinitiative des weltweit führenden Kaugummiherstellers. Zuckerfreien Kaugummi empfehlen viele Zahnärzte als wissenschaftlich anerkannte Zahnpflege für zwischendurch. Denn Kauen regt den Speichelfluss an, den wichtigsten natürlichen Schutzmechanismus zur Vorbeugung von Karies. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-23) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-23 bis 2012-06-23 | |
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| Hanschur: Rhön-Konzern verantwortlich für Bruch | |
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Klinikum: Betriebsratsvorsitzender spricht bei SPD - Delegierte verabschieden Antrag
(tt). Der Betriebsratsvorsitzende am Standort Gießen des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM), Klaus Hanschur, erwartet von dem Wechsel an der Spitze des Großkrankenhauses grundsätzlich keine positiven Auswirkungen auf die Beschäftigten im Hinblick auf die Diskussion über die Stellenpläne an der drittgrößten deutschen Uni-Klinik. Der Geschäftsführung des UKGM und vor allem der Rhön-Klinikum AG, die das Klinikum betreibt, warf Hanschur, der als Gast beim SPD-Stadtverbandsparteitag im Bürgerhaus Kleinlinden sprach, „Taschenspielertricks und eine Blockadehaltung“ vor. Nach wie vor würden dem Betriebsrat zugesagte Unterlagen über den geplanten Stellenabbau vorenthalten. Auch habe die Geschäftsführung noch immer keinem Moratorium zugestimmt, den Stellenabbau während der Phase der Verhandlungen mit den Mediatoren auszusetzen. Die Verantwortlichen für den „Bruch“ in der Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung sieht Hanschur eindeutig bei der Konzernzentrale. „Dort interessiert niemanden, ob das Klinikum funktioniert“, sagte Hanschur, der von Betriebsratskollegin Ulrike Kopmann-Wöber begleitet wurde. Er warnte vor einem Personalbbau in der von Rhön geplanten Größenordnung: „Damit würde das Klinikum an die Wand gefahren.“ Hanschur widersprach Aussagen aus der Geschäftsführung und des Rhön-Konzerns, die Pläne für eine feste Zahl abzubauender Stellen stets dementiert hatten. „Das stimmt nicht. Wir haben die Bestätigung über eine Zielgröße von 500 Stellen erhalten; 250 in diesem und 250 im nächsten Jahr.“ In der noch mit der ehemaligen Geschäftsführung im vergangenen Jahr getroffenen Betriebsvereinbarung stehe ausdrücklich nichts von einem Abbau von 250 Stellen drin. Freude über Zustimmung Hanschur bedauerte die häufigen Veränderungen an der Spitze des UKGM in den vergangenen sieben Jahren. Nach der Fusion und der Privatisierung der beiden Nachbarstandorte habe der Betriebsrat das Ziel verfolgt, „die Funktionsfähigkeit des Klinikums aufrechtzuerhalten.“ Während dieser Zeit habe, bei allen unterschiedlichen Sichtweisen in der Sache, ein konstruktives Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitgeber bestanden. Als Beleg für diese Aussage führte Hanschur den Umzug in den neuen Trakt im vergangenen Jahr an. Damals habe es teilweise keine Planung für die Zeit danach gegeben. Im Unterschied zu heute habe die damalige Geschäftsführung mit Dr. Irmgard Stippler und Dr. Christian Höftberger - beide haben das UKGM inzwischen verlassen - positiv reagiert und konstruktiv bei der Suche nach Lösungen mitgeholfen. Erfreut zeigte sich der Betriebsratsvorsitzende über die große Zustimmung aus der Bevölkerung. „Das gibt uns eine Menge Rückenwind.“ An die Gießener SPD appellierte Hanschur, nicht nachzulassen im Einsatz für das Krankenhaus. „Wir werden nicht akzeptieren, dass man unser Klinikum kaputtmacht“, schloss Hanschur lautem Beifall der 60 Delegierten. Der kurz darauf im Amt des SPD-Vorsitzenden bestätigte Gerhard Merz sagte, es gehe um die Zukunft eines funktionsfähigen Universitätsklinikums, „einem zentralen Anker für unsere Universität“. Gießens Opel heiße Klinikum. Daran habe sich gar nichts geändert, spielte Merz auf die Bedeutung des Hauses der Maximalversorgung mit seinen mehr als 9000 Arbeitsplätzen an. Das Land forderte der SPD-Politiker auf, seinen fünfprozentigen Gesellschafteranteil am UKGM zum Wohle der Öffentlichkeit wahrzunehmen, und einen direkten Einfluss auf die Politik der Geschäftsführung auszuüben. Angesichts der für das Krankenhaus, seiner Beschäftigten und der Patienten bedrohlichen Lage, seien in jedem Falle alternative Betreibermodelle zu prüfen. Dies sieht auch ein von den Delegierten einstimmig verabschiedeter zwölf Punkte umfassender Antrag vor. In der Vorlage warnt die SPD vor einer Konzernstrategie, „die sich offensichtlich ausschließlich an dem betriebswirtschaftlichen Ziel einer vollständigen Erwirtschaftung der Kosten des Finanzbedarfs für Investitionen sowie der vertraglich vereinbarten Leistungen für Forschung und Lehre in Höhe von insgesamt 40 Millionen Euro aus dem laufenden Klinikbetrieb orientiert“. Die Leitung der Rhön AG sowie des UKGM fordern die Sozialdemokraten auf, zu der Politik der vertrauensvollen Kooperation mit allen Beteiligten zurückzukehren. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-21) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-23 bis 2012-06-23 | |
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| Betriebsrat des Uniklinikums schließt »juristische Eskalation« nicht aus | |
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Zukunft des UKGM Thema beim SPD-Parteitag – Hanschur sieht Renditeerwartungen von Rhön als Ursache für Probleme – Merz: Rückabwicklung unrealistisch
Gießen-Kleinl inden (mö). Zur Zurückhaltung haben die beiden Mediatoren, die den Konflikt ums Universitätsklinikum Gießen- Marburg beilegen sollen, vor einigen Tagen aufgerufen. Das hat Klaus Hanschur, den Vorsitzenden des Betriebsrats des Standorts Gießen, am Donnerstagabend nicht davon abgehalten, den Betreiber Rhön AG mit deutlichen Worten davor zu warnen, an Plänen zum Personalabbau festzuhalten. »Als Betriebsrat können wir diesen Konflikt auch juristisch eskalieren lassen«, sagte Hanschur im Rahmen eines Grußworts an die Delegierten des SPD-Parteitag in Kleinlinden. Hanschur sieht gegenwärtig keine Anzeichen dafür, dass der Betreiber und die neue Geschäftsleitung vom Plan, in den kommenden beiden Jahren 500 Stellen abzubauen, abgerückt sind. »Die neuesten Zahlen lassen keinen Zweifel daran, dass der Arbeitgeber einen Schwenk gemacht hat«, sagte Hanschur. Dieser Schwenk sei irgendwann nach dem Umzug in den Neubau am Standort Gießen im vergangenen Jahr vollzogen worden. Die mit dem Umzug einhergehenden Probleme, die bei den Mitarbeitern zu einer »katastrophalen Stimmungslage« geführt hätten, seien von der damaligen Geschäftsführung (»die hat sofort reagiert«) und dem Betriebsrat noch gemeinsam gelöst und »ein Kollaps des Standorts« verhindert worden, berichtete Hanschur. Die Beschäftigten hätten seinerzeit wieder Vertrauen in die Arbeitsabläufe gefasst und den Eindruck gewonnen, dass der Geschäftsführung »die Stabilität des Hauses wichtiger ist als der schnelle Gewinn«. Danach indes »kam die Katastrophe«, für die Hanschur die Konzernzentrale der Rhön-Klinikum AG in Bad Neustadt verantwortlich macht. Dort gebe es eine völlig unrealistische Renditeerwartung. Gewinnmargen von 10 bis 20 Prozent, um die Aktionäre zu befriedigen, seien eine Illusion. Hanschur: »Wenn ein Universitätsklinikum eine Schwarze Null schreibt, dann ist das schon verdammt gut.« Dem Arbeitgeber warf Hanschur »Taschenspielertricks « vor, wenn lanciert werde, wonach die Betriebsräte dem Abbau von 250 Stellen selbst zugestimmt hätten. Richtig sei, dass die Betriebsräte zu Beginn derVerhandlungen im Jahr 2010 ein Papier unterschrieben hätten, in dem der Arbeitgeber die Zahl 250 genannt habe. In der 2011 dann ausgehandelten Vereinbarung sei diese Zahl nicht mehr aufgetaucht. Insofern habe es nie eine Einigung über einen Stellenabbau gegeben. Hanschur warb um Unterstützung für die laufende Unterschriftensammlung. Mittlerweile hätten 15000 Menschen in Mittelhessen unterschrieben. SPD-Chef Gerhard Merz forderte die Landesregierung auf, sich von der Rhön AG »nicht am Nasenring durch die Arena führen zu lassen«. Die Landesregierung habe die Interessen der Öffentlichkeit zu vertreten und nicht die eigenen. Die Delegierten des Parteitag beschlossen eine zwölf Punkte umfassende Resolution. In der heißt es an einer Stelle, dass bei einem Scheitern der Gespräche als »letzte Konsequenz auch über Alternativen zur privatwirtschaftlichen Organisation des Universitätsklinikums nachgedacht werden muss«. Eine »komplette Rückabwicklung« der Privatisierung hält aber auch Merz für »nicht realistisch«. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-21) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-23 bis 2012-06-23 | |
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| Spontane Blutung ohne Wunde | |
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GIESSEN (fod). Vielen sprechen von ihr als „Krankheit der Könige“. Litten in der Vergangenheit doch viele Mitglieder von europäischen Adelshäusern unter der Bluterkrankheit, medizinisch Hämophilie genannt. Ausgehend von der ursprünglichen Trägerin Queen Victoria von Großbritannien hatte sich die Erbkrankheit vor allem im britischen Königshaus und in der russischen Zarenfamilie verbreitet. Bis heute ist die Hämophilie, bei der die Blutgerinnung aufgrund eines je nach Krankheitsform fehlenden Gerinnungsfaktoren gestört ist, unheilbar. Mit rund 800 000 Patienten ist das Von Willebrand-Syndrom, von dem Frauen und Männer etwa gleich häufig betroffen sind, die in Deutschland häufigste Variante. Gefolgt von Hämophilie A, die bei jedem 8000. zu finden ist, und der Hämophilie B, die bei jedem 30 000. vorliegt. Da es sich in beiden letzteren Fällen um eine X-chromosomale Vererbung handelt, sind hier fast nur Männer die Erkrankten. Dies und noch viel mehr konnte man gestern im Neubau des Uniklinikums von Dr. Ronald Fischer und weiteren Mitarbeitern des interdisziplinären Schwerpunkts Hämostaseologie (Leitung: Prof. Bettina Kemkes-Matthes) erfahren, die dort anlässlich des Welthämophilietages über das tückische Krankheitsbild informierten, das erstmals im siebten Jahrhundert im jüdischen Talmud Erwähnung fand. Laut Dr. Fischer sei in schwereren Fällen noch nicht einmal eine Wunde für das Entstehen einer Blutung erforderlich. Können diese jederzeit „spontan“ auftreten, am ehesten an „Zielgelenken“, die vorher schon einmal von einem Unfall betroffen waren und nun einen chronischen Gelenkschaden aufweisen. Träger der Krankheit sollten daher stets einen Ausweis mit sich führen, sodass in einem Notfall richtig geholfen werden kann. Wenngleich sich Bluter dank eines mitgeführten Notfallsets auch selbst dafür rüsten können. Denn heute besteht die Möglichkeit, sich bei einer beginnenden Blutung sofort den jeweils fehlenden Gerinnungsfaktor zu spritzen. „Viele legen sich zur Sicherheit ein zweites oder drittes Depot am Arbeitsplatz, in der Schule oder einem anderen Ort an“, wusste der Mediziner zu berichten. Aber auch ohne Notfall ist eine dauerhafte Therapie erforderlich. Prophylaktisch müssten sich Betroffene bis zu dreimal wöchentlich den Gerinnungsfaktor in die Vene spritzen. Diese sogenannte Heim-Selbstbehandlung würden Patienten im Krankenhaus erlernen. Auch Kinder und Jugendliche werden zur Vermeidung von Folgeschäden auf diese Weise behandelt und übernehmen es irgendwann selbst. Der Gießener Schwerpunkt, von dem über 200 Bluter ambulant betreut werden, ist als Referenzzentrum für Hämophilie A und B sowie das Von Willebrand-Syndrom anerkannt und arbeitet interdisziplinär mit anderen Fachabteilungen des Klinikums zusammen.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-18) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-18 bis 2012-06-18 | |
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| Uniklinik-Betriebsrat: Vertrauen zerstört | |
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Auch nach dem Wechsel in der Geschäftsführung bleibt das Arbeitsklima angespannt
GIESSEN (dpa). Der Betriebsrat des privatisierten Universitätsklinikums Gießen-Marburg (UKGM) sieht auch nach dem Wechsel in der Geschäftsführung das Vertrauensverhältnis gestört. "Unsere Geduld ist am Ende. Ich bin gespannt, wie man das Vertrauen wieder aufbauen will", sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Dirk Gehrke, am Dienstag in Gießen. Die Gewerkschaft Verdi erwartete, dass sich die Klinikbetreiberin, die Rhön-Klinikum AG, deutlich bewege. Ein kalter Stellenabbau - dabei werden etwa Verträge nicht verlängert, freie Stellen nicht neu besetzt - müsse gestoppt werden. Betriebsrat und Verdi sahen auch Wiesbaden in der Pflicht. "Das Land muss seine Verantwortung wahrnehmen, dass Krankenhäuser vernünftig finanziert werden können", sagte Verdi-Mitarbeiter Georg Schulze-Ziehaus. Sollten das die Verträge zwischen Land und Rhön nicht sicherstellen, seien sie zu überdenken. Der Gießener Betriebsratschef Klaus Hanschur erklärte, man warte weiterhin auf nötige Unterlagen der Geschäftsführung, um über die Zukunft des Krankenhauses reden zu können. Zudem habe der Betriebsrat wichtige Informationen nur aus der Zeitung erfahren. Seit Ende Februar schwelt der Streit um das Klinikum, ausgelöst von Berichten über den möglichen Abbau von 500 Stellen. Seit vergangener Woche ist Martin Menger der neue Vorsitzende der UKGM-Geschäftsführung. Er hatte angekündigt, Vertrauen zurückgewinnen zu wollen. Menger führe zahlreiche Gespräche, auch mit der Arbeitnehmerseite, sagte UKGM-Sprecher Frank Steibli. Zudem würden mit dem Betriebsrat alle nötigen Informationen besprochen. Die Marburger Betriebsratsvorsitzende Bettina Böttcher sagte: "Es nützt nichts, wenn man die Geschäftsführung austauscht. Wir brauchen eine vernünftige Unternehmenskultur." |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-18) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-18 bis 2012-06-18 | |
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| »Täglich weinende Mitarbeiter« im Uniklinikum | |
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Betriebsräte und ver.di widersprechen Geschäftsführung – Fast 15000 Unterschriften gegen Stellenabbau gesammelt
Gießen (kw). Die Betriebsräte im Universitätsklinikum Gießen und Marburg haben nie dem Abbau von 250 Stellen zugestimmt. Das betonten Betriebsratsmitglieder und Vertreter der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am Dienstag bei einem Pressegespräch im DGB-Haus. Falsch sei auch die Behauptung der Geschäftsleitung, dass im Pflegebereich in den letzten Jahren deutlich mehr Personal eingestellt worden sei. Die Mitarbeiter seien völlig überlastet, die Versorgung der Patienten sei in Gefahr, die Renditeerwartungen des Betreibers Rhön-Klinikum AG seien unrealistisch, bekräftigten die Arbeitnehmervertreter. Sie reagierten damit auf ein »Faktenpapier «, das das Klinikum – wie berichtet – Ende März veröffentlicht hatte. Zwar stimme es, dass die Geschäftsleitung im Jahr 2010 den Wunsch nach einem Abbau von bis zu 250 Stellen im patientenfernen Bereich geäußert habe, sagte Georg Schulze-Ziehaus, ver.di-Landesfachbereichsleiter Gesundheit. Die Betriebsräte hätten das abgelehnt; in den Anfang 2011 unterzeichneten Betriebsvereinbarungen sei dann auch keine Rede mehr von einem Stellenüberhang gewesen. Überstunden als Stellen gerechnet? Im selben Papier erklärte die Klinikum- Führung, es seien von Anfang 2009 bis Januar dieses Jahres 420Vollzeitstellen im patientennahen Bereich neu geschaffen worden, davon 190 in der Pflege. In Wirklichkeit berechne die Geschäftsleitung die Stellen anhand der angefallenen Personalkosten, so Schulze-Ziehaus. Die seien aber vor allem deshalb gestiegen, weil die Mitarbeiter Überstunden machen mussten, die sich nicht abbauen ließen und deshalb bezahlt wurden. In Wirklichkeit finde seit Jahren ein »schleichender Stellenabbau« statt. Konkrete Zahlen lägen den Betriebsräten leider nicht vor. »Wir haben die Tür nie zugeschlagen, aber wir werden hingehalten«, beschrieb der Gießener Betriebsratsvorsitzende Klaus Hanschur die schlechte Kommunikation mit den Chefs. Die ständig wechselnde Geschäftsführung sei »auf Tauchstation«, ergänzte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Dr. Dirk Gehrke. Ob der neue Geschäftsführer Martin Menger das verlorene Vertrauen wiederherstellen könne, werde sich zeigen. Gespräche über den künftigen Kurs seien dringend nötig. Schon jetzt, so Gehrke, »können wir es nicht mehr ertragen, was wir täglich an Überlastungsanzeigen und weinenden Mitarbeitern erleben«. Sollte die Belastung weiter steigen, »so befürchten wir, dass Abteilungen an einigen Stellen zusammenklappen «, sagte Hanschur. Immer mehr Beschäftigte erwögen die Rückkehr in den Landesdienst, berichtete Bettina Böttcher,Vorsitzende des Betriebsrats in Marburg. Hanschur betonte, tatsächlich habe eine Rhön-Arbeitsgruppe Ende Februar mehrfach die Zielvorgabe von 500 abzubauenden Stellen genannt, was die Geschäftsführung nach der Veröffentlichung dementiert hat. Land soll Finanzierung überdenken Gemeinsam fordern ver.di und die Betriebsräte den Rhön-Konzern auf, den Stellenabbau sofort zu stoppen. Damit wissen sie sich einig mit bisher fast 15000 Unterzeichnern eines »Bürgerbegehrens«, das eine Marburgerin gestartet hat. In Gießen sollen am Samstag kommender Woche (28. April) Unterschriften an einem Infostand an der Ecke Seltersweg/Löwengasse gesammelt werden. Gefordert sei auch das Land. Sollten die Verträge mit Rhön vorsehen, dass alle Investitionen aus Entgelten für die Krankenversorgung bezahlt werden müssen, so müsse dies geändert werden, unterstrich Schulze- Ziehaus. Die Finanzierung der Arztausbildung sowie von Forschung und Lehre sei eine öffentliche Aufgabe. Allerdings dürften nicht Steuergelder für die Renditen privater Anleger ausgegeben werden. Für das wirtschaftliche Ergebnis in Universitätskliniken sei eine »schwarze Null« ein positives Ergebnis. Verteilt wurde beim Gespräch ein Brief der Marburger Uni-Präsidentin Prof. Katharina Krause an die Mitglieder der Philipps-Universität, in der sie die Klinika-Privatisierung 2006 als »kapitalen Irrtum« bezeichnet. Ausdrücklichen Forderungen nach einer Rückführung in die Gemeinnützigkeit schließe sich ver.di derzeit nicht an, sagte Schulze- Ziehaus. Die Gewerkschaft hege aber aus Zweifel daran, dass das derzeitige Betreibermodell auf Dauer funktionieren kann. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-18) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-18 bis 2012-06-18 | |
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| Uralt – aber noch immer nicht heilbar | |
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Spezialteam informierte beim Welt-Hämophilietag – Krankheit der Männer
Gießen (if). »Dafür hat sich noch nie jemand richtig interessiert.« Uwe N., von einem Krankenbesuch kommend und eben im Begriff, die Klinik zu verlassen, hält unversehens inne: Eine Informationstafel »Das Gerinnungssystem « hat sein Interesse geweckt. Jetzt schildert der Mittfünfziger Christine Kelm sein Problem: »...und immer wieder blaue Flecken «.Wie die Hämophilieassistentin, so standen gestern auch ihre Kollegin Bärbel Böttner zusammen mit der Hämophilie-Schwester Bettina Keiner, der MTA Petra Freitag und Diplom-Biologin Annette Kirsch aus Anlass des weltweit begangenen »Welt-Hämophilietages« im Foyer des Klinikums Besuchern Rede und Antwort. Seit dem Vorjahr auch offiziell als »Hämophiliezentrum « fungierend, sieht das Gießener Spezialteam seine Aufgabe in der Betreuung und Beratung von Blutern. »Dabei wollen wir den von Blutgerinnungsstörungen Betroffenen nicht nur eine optimale medizinische Versorgung bieten, sondern namentlich auch die Eltern betroffener Kinder beraten «, betont Dr. Ronald Fischer. Während Dr. Mohammed Alrifai einer Besucherin eben den Fachbegriff »Hämophilie« als »Bluterkrankheit« ins Deutsche übersetzt, berichtet ein Stück weiter am Informationsstand Oberarzt Fischer, dass rund 10 000 Menschen in Deutschland an der auf dem X-Chromosom lokalisierten, uralten, aber bisher nicht heilbaren genetisch bedingten Bluterkrankheit leiden, von der praktisch ausschließlich Männer betroffen sind. Deren erblich bedingte Unfähigkeit, einen der beiden Blutgerinnungsfaktoren VIII und IX zu bilden, wird allerdings von den Müttern, die als Überträgerinnen fungieren, selbst jedoch nicht erkranken, weitergegeben. Die Beratungstätigkeit bei schwangeren Frauen zählt daher zu einer der Hauptaufgaben der Ärzte im Zentrum. »Kürzlich hatten wir 35 Schwangere an einem einzigen Tag«, hört man. Für den ärztlichen Dienst ist »Rund-um-die- Uhr Erreichbarkeit« erforderlich. Nicht selten kommen Anrufe in der Nacht, wenn womöglich am offenbar besonders riskanten achten oder neunten Tag nach einem Eingriff eine Blutung nicht zum Stehen kommen will. Im Notfalldepot des Zentrums befinden sich Medikamente und Blutprodukte, die dann eingesetzt werden müssen. Im Klinikum selbst ist die Expertise der Blutgerinnungsspezialisten in der Zahnmedizin, in der HNO und in der Kinderklinik häufig gefragt: Schon kurz nach der Geburt zeigt sich, ob ein kleiner Junge betroffen ist. Besonders eng sind die Kontakte mit der Orthopädie: Einblutungen in den Gelenken gehören zu den gefürchtetsten Komplikationen bei Blutern und machen oft schon in jungen Jahren einen Gelenkersatz erforderlich. Es sind allein 200 von der Krankheit Schwerstbetroffene, die das Team vor einer solche Entwicklung zu schützen sucht. Zu all dem kommt die Aufgabe der Weiterbildung – neuerdings gibt es eine Zusatzbezeichnung Hämophilie für Kinder-, HNOÄrzte und Orthopäden. Und damit das Team im »Comprehensive Care Center« (CCC) nicht unter Langeweile leidet: Im Labor wartet ein gutes halbes Dutzend hochaktueller Forschungsthemen auf Bearbeitung. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-18) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-18 bis 2012-06-18 | |
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| Motto: Wissenschaft in die Praxis transferieren | |
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Internistenkongress mit starker Gießener Beteiligung – Symposium zu Ehren von Prof. Hanns-G. Lasch
Gie ßen/Wiesbaden (if). In den Reisinger-Anlagen gegenüber von Innen und Finanzministerium blühen üppig die Magnolien, die »rue« – Wiesbadens Wilhelmstraße – präsentiert sich im Flaggenschmuck: Seit Samstag steht die Landeshauptstadt im Zeichen des 118. Internistenkongresses, zu dem die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin DGIM rund 8000 Teilnehmer erwartet. Mit dem Ziel, den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis voranzutreiben, bringen noch bis einschließlich morgen namhafte Referenten aktuelle Entwicklungen bei über 400 Einzelveranstaltungen zur Sprache. Namhafte Mitglieder des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität bereichern – ungeachtet heimischer Turbulenzen – auch in diesem Jahr wieder wie seit Jahrzehnten das Tagungsprogramm. Noch vor der offiziellen Eröffnung wurde bereits am frühen Samstagvormittag mit einem »Hanns Gotthard Lasch-Symposium« an eine bedeutende Gießener Persönlichkeit erinnert, die als Wissenschaftler und Arzt der medizinischen Fakultät und dem Klinikum der Justus-Liebig-Universität hohes Ansehen und Reputation nicht nur im Vergleich mit der Nachbaruniversität, sondern auch mit traditionell großen forschungsaktiven deutschen Standorten verschaffte. An der Gießener Universität entstand unter Lasch das allererste Gerinnungslabor einer deutschen Universität. Mittelhessen entwickelte sich zu einem blühenden Zentrum der Blutgerinnungsforschung und profitiert davon noch heute. Mit der Wahl zu ihrem Präsidenten, der 1984 auch den Jahreskongress ausrichtete, hatte die DGIM – mit mittlerweile 22000 Mitgliedern größte Medizinische Fachgesellschaft Deutschlands – dem vor zwei JahrenVerstorbenen Respekt und Anerkennung gezollt. Vielfältige Forschungsthemen Unter Vorsitz von Prof. Bettina Kemkes- Matthes – Leiterin des sowohl in Gießen wie in Marburg angesiedelten Interdisziplinären Schwerpunktes für Hämostaseologie – kamen neueste Erkenntnisse der Blutgerinnungsforschung zur Sprache. Prof. Klaus Preissner, Direktor des Biochemischen Instituts der JLU, ging dabei auf die Mechanismen der Thrombusbildung ein. Zuvor schon hatte Prof. Kemkes-Matthes, Leiterin des seit vorigem Jahr offiziell anerkannte »Comprehensive Care Centers « (CCC) für Hämophilie« im Zentrum für Transfusionsmedizin des Uniklinikums sozusagen in Vorfeld des morgigen »Welt-Hämophilietages« über neue Erkennungsmöglichkeiten bei der Bluterkrankheit berichtet. Einen Höhepunkt des ersten Kongresstages bildete dieVorstellung medizinischer Sonderforschungsbereiche. UnterVorsitz von Prof. Jürgen Lohmeyer, Leiter der Abteilung Infektiologie in der Medizinischen Klinik, stellte Professor Norbert Suttorp – Chef der Infektiologie der Berliner Charité und ebenfalls Lasch-Schüler – jüngste Forschungsergebnisse aus dem Sonderforschungsbereich TRR 84 vor, in den bekanntlich auch die Gießener Mediziner eingebunden sind. Parallel dazu behandelte Prof. Andreas Günther, Leiter der gleichnamigen Gießener Forschungsgruppe das Thema Lungenfibrose. Während in der Stadt der maßgeblich von Oberarzt Dr. René Althoff aus der Medizinischen Klinik für dieWiesbadener Bürger organisierte »Patiententag« ausklang, standen am Nachmittag unter Vorsitz der Leiterin der Gießener Forschergruppe Gastroenterologie, der Magen-Darmspezialistin Professor Elke Roeb, Fragen der Therapie von Lebererkrankungen auf dem Programm, indes Prof. Konstantin Mayer aus dem Gießener Exzellenzcluster ECCPS auf die besonderen Probleme der zu Recht gefürchteten Sepsis bei Lungenentzündungen einging. Am Sonntag führte Prof. Richard Schulz, der »Schlafforscher« aus der Gießener »Inneren« dann in einem Fortbildungskurs seine Kollegen in das Thema Schlaf-Apnoe ein. Das zum Abschluss morgen auf dem Programm stehende Klinischen Symposium »Pulmonale Hypertonie« wird Prof. Ardeshir Ghofranie leiten, während Stoffwechselspezialist Prof. Hans-Ulrich Klör – langjähriger Oberarzt in der ehemaligen »MedPoli« über die Bedeutung der Omega-3-Fettsäuren zur Verhinderung von Arteriosklerose berichten wird.Was schließlich den Forschernachwuchs in der Gießener Mediziner angeht: Auf rund einem Dutzend Postern präsentierten die Arbeitsgruppen Ergebnisse ihrer Arbeit. Die Fachwelt soll wissen: In Gießen wird – Probleme hin, Probleme her – auch noch geforscht. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-16) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-16 bis 2012-06-16 | |
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| „Schon zu Lebzeiten ‚Ja‘ zur Organspende“ | |
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Veranstaltung des Lions-Clubs Gießen-Wilhelm Conrad Röntgen befasst sich mit Transplantationen - Erklärungslösung
GIESSEN (fod). Noch bis vor sieben Jahren war das Leben von Ingrid Volke wegen ihrer schweren Lungenerkrankung die reinste Qual. „Wenn ich mal zehn Meter auf der Straße gegangen bin, musste ich schon den nächsten Laternenpfahl anvisieren, um mich daran festzuhalten. Und schlafen konnte ich nur im Sitzen“, schilderte sie ihre damalige Situation. Doch dann sollte sie endlich eine Spenderlunge erhalten, fortan war ihr Leben vollkommen anders. Die Teilnehmer der Veranstaltung des Lions-Clubs Gießen-Wilhelm Conrad Röntgen, die zum Thema Organtransplantation im Konzertsaal des Rathauses stattfand, zeigten sich sehr bewegt vom Schicksal der Leiterin der Regionalgruppe Gießen/Fulda des Bundesverbandes der Organtransplantierten (BDO). Ihr Appell, „schon zu Lebzeiten Ja zur Organspende zu sagen und einen Ausweis auszufüllen“, kam nicht von ungefähr. Denn wie Dr. Wilhelm A. Stertmann, Transplantationsbeauftragter des Gießener Universitätsklinikums, berichtete, würden höchstens 20 Prozent aller Bundesbürger einen Organspendeausweis besitzen. Und 2011 habe es deutschlandweit nur rund 1200 Organspender gegeben - „eine ausgesprochen geringe Zahl“. Ganz anders sieht es aus, wenn es darum geht, wie viele sich in einem eigenen Notfall das Organ eines anderen einsetzen lassen würden, dann nämlich seien es „zirca 80 Prozent“, wie Prof. Konstantin Mayer, ebenfalls Arzt am Uniklinikum, aufgrund einer Umfrage wusste. Doch es ist nicht nur das Fehlen eines Ausweises, sondern auch die Unkenntnis der Angehörigen, wie der Sterbende zum Thema Organspende steht. Weil sie es entweder nicht wussten oder mindestens einer von mehreren Hinterbliebenen eine Organentnahme ablehnte, habe die Ablehnungsquote allein in Gießen im vergangenen Jahr bei 60 Prozent gelegen, so Stertmann. Und das, obwohl die Zahl der potenziellen Spender ohnehin schon sehr begrenzt ist. Denn es würden eigentlich nur zwei Hirnerkrankungen infrage kommen, „ein Schädel-Hirn-Trauma und wenn das Gehirn bei Wiederbelebungsversuchen zu wenig Sauerstoff bekommen hat“. In beiden Fällen müssten die Zustände der nur von Maschinen am Leben gehaltenen Personen irreversibel sein, also zum Tode führen, erklärte der Chirurg. Der Hirntod werde dann im Abstand von 24 Stunden von zwei Ärzten auf verschiedenen Wegen festgestellt. Diese und noch weitere von Eurotransplant, der europaweiten Zentrale zur Registrierung und Zuteilung von Spenderorganen, vorgeschriebenen Regelungen, seien „klar definiert und sehr streng“, um damit auch Organhandel zu verhindern, sagte Mayer. „Und nur vorher im Ausweis freigegebene Organe werden auch entnommen“, beugte Stertmann Befürchtungen vor. Dass die Politik derzeit diskutiere, die bislang geltende erweiterte Zustimmungslösung durch die Erklärungslösung abzulösen, wurde von beiden Medizinern positiv aufgenommen. Zumal der Wille zur Organspende dann auch im Führerschein vermerkt wird, „was wir schon lange vorgeschlagen haben“, so Stertmann, der auch Mitglied der Steuerungsgruppe „Transplantation“ des hessischen Sozialministeriums ist. Die Krankenkassen würden bei Einführung der Neuregelung ihre Mitglieder anschreiben, um von ihnen eine Erklärung für oder gegen eine Spende zu bekommen. Zudem räumte er mit dem Vorurteil auf, dass es eine Altersgrenze gebe. „Unsere älteste Spenderin war 92 Jahre alt“, es sei nämlich „die Funktionsfähigkeit eines Organs entscheidend“. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-14) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-16 bis 2012-06-16 | |
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| Mediatoren: Gespräche zum Uniklinikum »gut angelaufen« | |
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Gießen (pm). »Der Mediationsprozess zum Universitätsklinikum Gießen und Marburg ist gut angelaufen. Die einzelnen Gespräche mit den Beteiligten finden in guter, konstruktiver Atmosphäre statt«, teilten die beiden Mediatoren Friedrich Bohl und Dr. Wolfgang Gerhardt zum aktuellen Stand des Verfahrens am Freitag mit. »Wir sind zuversichtlich, dass die Gespräche zu einer vernünftigen Lösung führen.« Zugleich kritisierten die beiden, dass wiederholt in der Öffentlichkeit Maximalforderungen formuliert würden, die »wenig hilfreich« seien. Es sei sicher weißer und klüger und dem gesamten Mediationsprozess zuträglicher, wenn solche Wasserstandsmeldungen zukünftig auf allen Seiten unterblieben. »Es ist besser, miteinander statt übereinander zu reden«, sagten die Mediatoren. Ziel des Mediationsprozesses sei es, die zwischenzeitlich gestörte Kommunikation unter den Beteiligten wieder in Gang zu setzen und zu einer konstruktiven Zukunftslösung zu kommen. »In den bisherigen Einzelgesprächen ist deutlich geworden, dass daran alle Gesprächspartner interessiert sind«, sagten die beiden Mediatoren. Eine solche Verständigung müsse zuallererst das Wohl der Patienten im Blick haben, ebenso aber auch die Interessen der Beschäftigten – unter Beachtung der wirtschaftlichen Notwendigkeiten – berücksichtigen. »Wir wollen eine Grundlage schaffen für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Land Hessen, den Universitätsleitungen in Gießen und Marburg sowie der Belegschaft und der Führung der Rhönklinikum AG«, so Bohl und Dr. Gerhardt. Alle Partner müssten ihre jeweilige Verantwortung für eine hervorragende medizinische Betreuung sowie die Fortentwicklung von Forschung und Lehre an den beiden Standorten sehen. »Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg ist ein Flaggschiff in der Universitäts- und Kliniklandschaft. Dies muss so bleiben, und wir laden alle Beteiligten ein, dabei mitzuhelfen«, schilderten Bohl und Gerhardt ihren Eindruck von den Gesprächen. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-14) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-16 bis 2012-06-16 | |
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| Patientenwohl muss »Vorrang vor Gewinnerwartung« haben | |
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Evangelische und Katholische Kirche besorgt um Entwicklung am Unikinikum – Gemeinsamer Brief an Rhön-Vorstand
Gießen (pm). Ihre große Sorge davor, dass Behandlung und Pflege der Patienten im Gießener Uni-Klinikum nicht mehr in ausreichendem Maß gewährleistet ist, haben der Evangelische und der katholische Dekan in Gießen zum Ausdruck gebracht. In einem gemeinsamen Brief an den Vorstand der Rhön AG, Träger des Universitätsklinikums Gießen- Marburg (UKGM), mahnen sie, dass das Wohl der Patienten »unbedingten Vorrang« vor der Gewinnerwartung von Aktionären haben müsse. Die Folgen von Einsparungen und Stellenabbau seien bereits jetzt deutlich sichtbar. Der evangelische Dekan Frank-Tilo Becher und der katholische Dekan, Ulrich Neff, berufen sich in ihrer Darstellung auf die Gespräche mit Patienten und Personal sowie Krankenhausseelsorgern und Kirchengemeinden in und um Gießen. Patientinnen und Patienten klagten über die »mangelnde Zeit, die dem Personal für die Behandlung und Pflege zur Verfügung steht«. Arbeitsdruck und Arbeitsbelastung der Beschäftigten seien »bereits jetzt ausgesprochen hoch und werden mit den geplanten Kürzungen die Belastungsgrenze überschreiten«. Die Kirchenvertreter bedauern, dass hoch motivierte Mitarbeiter die aktuelle öffentliche Diskussion als Geringschätzung ihres Engagements verstehen und das Betriebsklima Schaden nehme. Becher und Neff betonen, die finanziellen Anstrengungen und Verbesserungen durch die Neubauten nach der Privatisierung des Klinikums wahrgenommen zu haben. Auch seien sie sich der Herausforderung für Leitung und Mitarbeiterschaft durch gesamtwirtschaftliche Faktoren wie steigenden Patientenzahlen oder wachsendem Kostendruck im Gesundheitswesen bewusst. Doch auch im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaftlichkeit trage eine Aktiengesellschaft Verantwortung für die Anliegen von Patienten und Personal und müsse jetzt »deutliche Signale« setzen, um die »gute Reputation « des Universitätsklinikums langfristig zu sichern. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-13) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-13 bis 2012-06-13 | |
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| Quartalsgewinn niedriger | |
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Probleme mit Uniklinikum belasten »Rhön«-Bilanz
Gießen (si). Die Rhön-Klinikum AG hat gestern erstmals wirtschaftliche Probleme eingeräumt, die ihr durch Entwicklungen am Universitätsklinikum Gießen und Marburg entstanden sind. Der Konzerngewinn in den ersten drei Monaten dieses Jahres werde dadurch etwa fünf bis neun Millionen Euro niedriger ausfallen als erwartet, teilte das Unternehmen mit. Es nannte drei Gründe. Zum einen habe das Uniklinikum die Kosten im Personalbereich nicht so stark senken können wie geplant. Zum anderen hätten die beiden medizinischen Fachbereiche Rechnungen für Leistungen des Uniklinikums, die sie an Anspruch genommen hätten, noch nicht bezahlt. Darüber hinaus hätten sich Vergütungsabschläge durch die Krankenkassen negativ ausgewirkt. Unterm Strich hält Rhön jedoch an seinen Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr fest. So geht die AG insbesondere davon aus, das die beiden Universitäten die offenen Rechnungen im zweiten Quartal voll begleichen werden. Auch bei den Krankenkassen hält es Rhön noch für möglich, dass durch anstehende Budgetverhandlungen zusätzliche Mittel fließen. Keine Prognosen gab der Konzern zur Entwicklung der Personalkosten am Uniklinikum ab. Die Rhön AG verbreitete diese Informationen gestern mit einer ad-hoc-Meldung – eine solche muss immer dann veröffentlicht werden, wenn die Informationen so wichtig sind, dass sie den Börsenkurs eines Unternehmens beeinflussen. Der Kurs der Rhön-Aktie sank daraufhin in einem ansonsten festen Gesamtmarkt um 2,85 Prozent. Sie war damit schwächsterWert im Index MDax, in dem 50 Unternehmen gelistet sind. Aufsichtsrat bestätigt Menger Derweil hat der Aufsichtsrat des Uniklinikums gestern erwartungsgemäß den 52-jährigen Rhön-Manager Martin Menger zum neuen Geschäftsführungsvorsitzenden bestellt. Er löst Irmgard Stippler ab, die erst vor elf Monaten in das Haus gekommen war. Sie scheidet nach Querelen mit Rhön auf eigenenWunsch aus. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-13) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-13 bis 2012-06-13 | |
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| Mahnwache am Uniklinikum | |
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Aufsichtsrat beruft wie erwartet Martin Menger zum Vorsitzenden der Geschäftsführung
(red). Erwartungsgemäß hat gestern der Aufsichtsrat des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) bei seiner Sitzung in Gießen Martin Menger zum Vorsitzenden der Geschäftsführung bestimmt. Das teilte UKGM-Pressesprecher Frank Steibli auf Anfrage des Anzeigers mit. Am Rande der Aufsichtsratssitzung fand vor dem Hintergrund von nach wie vor in Rede stehenden Kürzungsplänen eine gemeinsame Mahnwache der Betriebsräte aus Marburg und Gießen für den Erhalt aller Arbeitsplätze am Klinikum statt. Auf Transparenten war zu lesen „Personalabbau fährt UKGM an die Wand“, „UKGM als Universitätsklinikum kann nicht nur unter wirtschaftlichen Aspekten betrieben werden!“ oder „UKGM ist ein Universitätsklinikum, kein Kreiskrankenhaus“ |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-13) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-13 bis 2012-06-13 | |
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| Von OPs an Ungeborenen bis hin zu erhöhten Leberwerten | |
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Seniorenprogramm des Fachbereichs Medizin startet am 24. April - Insgesamt fünf Vorträge zu ganz unterschiedlichen Gesundheitsthemen
GIESSEN (red). Die medizinischen Themen locken schon seit vielen Jahren regelmäßig Nicht-Studierende an die Justus-Liebig-Universität (JLU). Und keineswegs nur Senioren. Schließlich sind die Vorträge beim Seniorenprogramm des Fachbereiches Medizin allgemeinverständlich und befassen sich stets mit aktuellen Gesundheitsfragen. Und pünktlich zum Semesterstart beginnt nun wieder das Sommerprogramm am Dienstag, 24. April, zur gewohnten Zeit um 17 Uhr im Großen Hörsaal des Institutes für Anatomie und Zellbiologie im Aulweg 123. Dabei stehen diesmal insgesamt fünf Vorträg auf dem Programm, heißt es in einer Pressemitteilung der JLU. Am 24. April macht Prof. Thomas Kohl den Anfang. Kohl leitet das Deutsche Zentrum für Fetalchirurgie und minimal-invasive Therapie (DZFT) am Universitätsklinikum in Gießen und wird über ein junges Spezialgebiet der Medizin sprechen, über „Operationen an Ungeborenen“. Am 8. Mai wird die Vorlesung von Prof. Dr. Eberhard Uhl, dem neuen Direktor der Klinik für Neurochirurgie gehalten. Das Thema lautet: „Operative Behandlung von Hirntumoren - Möglichkeiten und Grenzen der Neurochirurgie“. Zahnersatz Am 22. Mai kommt die Zahnmedizin wieder zu Wort. Prof. Bernd Wöstmann, der Leiter der Poliklinik für zahnärztliche Prothetik, wird dann über die Zusammenhänge von Schäden an den Zähnen und Krankheiten sprechen, die vielen wahrscheinlich nicht bewusst sind. „Zahnersatz und Allgemeingesundheit“ lautet die Vorlesung, heißt es weiter der der JLU-Pressemitteilung. Am 5. Juni setzt Prof. Elke Roeb die Vorlesungsreihe fort. Sie leitet den Schwerpunkt Gastroenterologie am Universitätsklinikum und wird über „Erhöhte Leberwerte“ sprechen. Am 26. Juni ist Prof. Birgit Lorenz zu Gast in der Vorlesungsreihe und markiert den Schlusspunkt im Sommersemester. Die Direktorin der Universitätsaugenklinik wird „Neue Verfahren zur Behandlung von Augenkrankheiten“ vorstellen. Fragen zur Vorlesungsreihe beantwortet Sidrid Ruppel im Sekretariat der Orthopädischen Klinik unter der Rufnummer 0641 /985 42911. Zudem sind unter der E-Mail-Adresse henning.stuerz@ortho.med.uni-giessen.de Auskünfte zu erhalten. Die Teilnahme an den Vorlesungen ist kostenfrei. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-13) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-13 bis 2012-06-13 | |
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| Abbau von 500 Arbeitsplätzen „nicht im Plan“ | |
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Martin Menger, designierter Vorsitzender der UKGM-Geschäftsführung: Forschung und Lehre wie bisher - Umkehr „utopisch“
(hks). An der Fortführung von Forschung und Lehre am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) lässt er „keinen Zweifel“ bestehen. Sie wird nach Aussage von Martin Menger stattfinden wie bisher. Eine Umkehrung des bislang bundesweit einmaligen Prozesses, der vor sechs Jahren zur Privatisierung des Uniklinikums führte - eine Forderung, die zuletzt der Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel formuliert hatte -, hält der designierte Vorsitzende der Geschäftsführung des UKGM schlicht für „utopisch“. Und von einem geplanten Arbeitsplatzabbau in einer Größenordnung von 500 Stellen an den beiden Standorten kann nach den Worten Mengers keine Rede sein. Dieser Aspekt („Ich weiß nicht, woher diese Aussage kommt und wer sie überhaupt getroffen haben soll“) hatte in den vergangenen sechs Wochen für erheblichen Wirbel gesorgt und die Diskussionen um das privatisierte Klinikum wieder neu entfacht. Heute soll Menger vom Aufsichtsrat des Unternehmens zum Sprecher der Geschäftsführung berufen werden. Er habe „Respekt“ vor der neuen Aufgabe. „Angst“ dagegen vor der alles andere als leichten „Herausforderung“ habe er nicht, betont der künftige Vorsitzende im Gespräch mit dem Anzeiger. Bereits in der vergangenen Woche hatte das UKGM mitgeteilt, dass Dr. Irmgard Stippler, die Vorsitzende der Geschäftsführung, und Dr. Doris Benz, Kaufmännische Geschäftsführerin am Standort Marburg, ihr Ausscheiden angekündigt hatten und Menger als neuer Vorsitzender zur Verfügung steht (der Anzeiger berichtete). Der 52-Jährige weist dabei darauf hin, dass in der kaufmännischen Geschäftsführung eine komplett neue Mannschaft aufgestellt werde und man daran arbeiten wolle, „das Vertrauen der Mitarbeiter, der Patienten, der Klinikdirektoren, des Betriebsrates, des Personalrates, der Dekane und Universitätspräsidenten und der niedergelassenen Ärzte zurückzugewinnen“. Dies vor dem Hintergrund der anhaltenden Kritik, die seit Bekanntwerden von Stellenstreichungen an Deutlichkeit zugenommen hat. Menger sieht hier in der Tat ein Vermittlungsproblem. Die Kommunikation nach innen wie nach außen müsse verbessert werden. Menger tritt in diesem Zusammenhang den Spekulationen mit Nachdruck entgegen, Stippler und Benz sowie deren Vorgänger in der Geschäftsführung seien aufgrund des hohen Drucks und der Erwartungshaltung des Gesamtkonzerns Rhön-Klinikum AG aus der UKGM-Führung ausgeschieden. Dies sei mitnichten der Fall. Er hätte beide - Stippler wie Benz - gerne weiterhin in der Geschäftsführung gesehen. Einer der zentralen Vorwürfe lautet, das börsennotierte Unternehmen Rhön AG sei bei der Privatisierung von Anfang an von falschen beziehungsweise zu hohen Renditeerwartungen, die sich aber so nicht eingestellt hätten, ausgegangen. Deshalb werde nun zum Instrument der Stellenstreichung gegriffen zum Nachteil von Forschung und Lehre, zum Nachteil der Beschäftigten, die eine noch größere Arbeitsbelastung und -verdichtung befürchten, und nicht zuletzt zum Nachteil der Patienten. Diese Argumentation will Martin Menger nicht stehen lassen. Von einer zu hohen Renditeerwartung des Konzerns könne nicht die Rede sein. 70 Prozent des erzielten Überschusses würden vom Konzern direkt in alle Kliniken reinvestiert. Mit den restlichen 30 Prozent werde eine zwei- bis dreiprozentige Dividende für die Aktionäre erwirtschaftet. Menger: „Das ist ein Geschäftsmodell, das für alle nachvollziehbar ist.“ Man habe vor sechs Jahren den Beweis antreten wollen, ein Uniklinikum - ohne Abstriche in den Leistungen - auch privatwirtschaftlich führen zu können. Dies sieht Menger als gelungen an. Der designierte Vorsitzende der Geschäftsführung sieht den Erfolg der Privatisierung auch durch Zahlen belegt. Bei den Patienten sei bis Ende 2011 zusammen ein Plus von 12,4 Prozent zu verzeichnen. Und einer internen Befragung zufolge seien davon immerhin rund 90 Prozent mit den Leistungen des UKGM zufrieden. Zum Thema Stellen: Seit Anfang 2009 bis Januar 2012 sind einem Faktenpapier des Unternehmens zufolge mehr als 420 Vollzeitstellen vor allem im patientennahen Bereich neu geschaffen worden, davon über 160 Arztstellen (+14,6 Prozent) und mehr als 190 Stellen in der Pflege (+8,5 Prozent). Dies im Vorgriff auf geplante underwartete Leistungssteigerungen. Menger: „Wir haben jetzt deutlich mehr Personal als vor sechs Jahren.“ Es sei vereinbart worden, wie „Anpassungen“ an einen mit Abschluss der umfangreichen Baumaßnahmen zu erwartenden reduzierten Personalbedarf in den patientenfernen Dienstleistungsbereichen erfolgen sollten. Dies sei Anfang 2011 in Betriebsvereinbarungen für die Standorte Gießen und Marburg festgehalten worden. Bis heute seien nur wenige der ursprünglich benannten bis zu 250 Vollzeitstellen abgebaut. Nachdem die Umzugsphasen abgeschlossen sind, müssten die Ergebnisse der betrieblichen und baulichen Veränderungen jetzt erneut bewertet und die „notwendigen Anpassungen“ eingeleitet werden. Dies sei ein ganz normaler und üblicher Prozess, so Menger. Für alle Kliniken gelte im Übrigen ein ganz bestimmter Personalschlüssel. Und der werde natürlich auch am UKGM eingehalten. Wenn es zu Engpässen oder Verdichtungen komme, dann meist aufgrund kurzfristiger Ausfälle, die auf die Schnelle nicht kompensiert werden könnten. Auch für den Bereich der Forschung und Lehre sei eine positive Bilanz für das UKGM dokumentierbar, heißt es in dem Faktenpapier. „Erfolgreiche Bleibeverhandlungen sowie zahlreiche Neuberufungen von Medizinern konnten geführt und erreicht werden. (...) Um diese Entwicklung weiter fortzuschreiben, haben wir seit 2006 etwa 13 Millionen Euro in die Bereiche Forschung und Lehre reinvestiert. Diese Direktinvestitionen werden auch zukünftig mindestens zwei Millionen Euro pro Jahr betragen. Die Ergebnisse dieser Entwicklung hat der Wissenschaftsrat im Jahr 2010 positiv bewertet.“ Seit 2006 seien rund 400 Millionen Euro investiert worden. 280 Millionen „in Steine“ und 120 Millionen in die Ausstattung. Hinzu kämen 15 Millionen Euro pro Jahr in den laufenden medizintechnischen Betrieb. Menger sieht aber auch nachteilige Entwicklungen, die so nicht vorhersehbar gewesen seien. Die Rhön-Klinikum AG finanziert ihre Investitionen aus Eigenmitteln. Abschreibungen und Zinszahlungen müssten aus dem laufenden Geschäftsbetrieb erwirtschaftet werden. Dies war auch Bestandteil der Vereinbarung mit dem Land Hessen. Nach Fertigstellung der Neubauten bedeute dies, dass ab 2012 aktuell rund 29 Millionen Euro Abschreibungen und rund elf Millionen Euro Zinsen pro Jahr erwirtschaftet werden müssten. Rhön habe bei der Übernahme gegenüber dem Land Hessen einen weiteren Verzicht auf Fördermittel zugesagt. Man sei dabei davon ausgegangen, in das Hochschulbauförderungsprogramm (HBFG-Förderung) aufgenommen zu werden. Dieses wurde allerdings Ende des Jahres 2007 durch den Bund ersatzlos eingestellt. Das Land Hessen habe mit einer Ersatzförderung reagiert, deren Regelungen allerdings nur für „nicht-privatisierte“ Universitätskliniken gelten. Hier sieht man eine Benachteiligung der UKGM GmbH. Dies sei eine politische und keine unternehmerische Entscheidung gewesen. Die Überweisungen der Medizinischen Fakultäten an die beiden Universitätskliniken in Gießen und Marburg für die Übernahme von Aufgaben in den Bereichen Forschung und Lehre würden insgesamt lediglich rund 55 Millionen Euro pro Jahr betragen. Das deutlich kleinere Universitätsklinikum Frankfurt am Main soll dagegen für seine Aufgabenerfüllung in Forschung und Lehre rund 52 Millionen Euro pro Jahr erhalten. Die Landeszuschüsse für die Standorte Gießen und Marburg müssten daher um jeweils zehn Millionen Euro höher ausfallen als heute. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-12) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-12 bis 2012-06-12 | |
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| Expertenrunde zur Organspende | |
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(fod). Sinkende Organspendezahlen und immer mehr Menschen, die sterben, da für sie kein geeignetes Organ gefunden wird. Angesichts der immer dramatischer werdenden Situation in der Organspende lädt der Lionsclub Gießen-Wilhelm Conrad Röntgen heute Abend um 19 Uhr zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung in den Konzertsaal des Rathauses ein. Experten und Diskussionsteilnehmer werden Dr. Wilhelm A. Stertmann (Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie), Transplantationsbeauftragter des Gießener Universitätsklinikums und Mitglied der Steuerungsgruppe „Transplantation“ des hessischen Sozialministeriums, Ingrid Volke, Leiterin der Regionalgruppe Gießen/Fulda des Bundesverbandes der Organtransplantierten (BDO), sowie selbst transplantierte Patienten sein. Im Anschluss an die Vorträge besteht die Möglichkeit, sich mit den Referenten in Kleingruppen auszutauschen.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-12) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-12 bis 2012-06-12 | |
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| „Patientenwohl muss Vorrang haben“ | |
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Evangelische und Katholische Kirche besorgt um Entwicklung des Uniklinikums
(red). Ihre „große Sorge“ davor, dass Behandlung und Pflege der Patienten im Gießener Uniklinikum nicht mehr in ausreichendem Maß gewährleistet sei, weil die Arbeitsbelastung des Personals um der Gewinnoptimierung einer Aktiengesellschaft willen unablässig wachse, haben der Evangelische und der Katholische Dekan in Gießen zum Ausdruck gebracht. In einem gemeinsamen Brief an den Vorstand der Rhön AG, Träger des Universitätsklinikums Gießen-Marburg, mahnen sie, dass das Wohl der Patienten „unbedingten Vorrang“ vor der Gewinnerwartung von Aktionären haben müsse. Die Folgen von Einsparungen und Stellenabbau seien bereits jetzt deutlich sichtbar, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der beiden Kirchen. Der Evangelische Dekan Frank-Tilo Becher und der Katholische Dekan Ulrich Neff berufen sich in ihrer Darstellung auf die Gespräche mit Patienten und Personal sowie Krankenhausseelsorgern und Kirchengemeinden in und um Gießen. Patienten klagten über die „mangelnde Zeit, die dem Personal für die Behandlung und Pflege zur Verfügung steht“. Arbeitsdruck und Arbeitsbelastung der Beschäftigten seien „bereits jetzt ausgesprochen hoch und werden mit den geplanten Kürzungen die Belastungsgrenze überschreiten“. Die Kirchenvertreter bedauern, dass hoch motivierte Mitarbeiter die aktuelle öffentliche Diskussion als Geringschätzung ihres Engagements verstehen und das Betriebsklima Schaden nehme. Becher und Neff betonen, die finanziellen Anstrengungen und Verbesserungen durch die Neubauten nach der Privatisierung des Klinikums wahrgenommen zu haben. Auch seien sie sich der Herausforderung für Leitung und Mitarbeiterschaft durch gesamtwirtschaftliche Faktoren wie steigenden Patientenzahlen oder wachsendem Kostendruck im Gesundheitswesen bewusst. Doch auch im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaftlichkeit trage eine Aktiengesellschaft Verantwortung für die Anliegen von Patienten und Personal und müsse jetzt „deutliche Signale“ setzen, um die „gute Reputation“ des Klinikums langfristig zu sichern. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-12) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-12 bis 2012-06-12 | |
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| Klinikums-Chef sieht auch das Land in der Verantwortung | |
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Gießen (si). Bei der weiteren Entwicklung des Universitätsklinikums Gießen und Marburg sieht der designierte Geschäftsführungsvorsitzende Martin Menger auch die Landesregierung in der Verantwortung. Martin Menger gestern im Redaktionsgespräch bei der Gießener Allgemeinen Zeitung. Die Rhön AG habe ihre Verpflichtungen seit der Übernahme des Hauses 2006 voll erfüllt. Zwar habe der Konzern damals verbindlich erklärt, dass er künftig auf weitere Investitionsmittel des Landes verzichten werde. Inzwischen gebe es jedoch gute Gründe, diese Vereinbarung zu überdenken. Damals seien alle Beteiligten davon ausgegangen, dass das Klinikum über das Hochschulbauprogramm des Bundes weiter gefördert werden könne. Das sei jedoch schon Ende 2007 ersatzlos gestrichen worden. Er sei deshalb für Gespräche mit dem Land, sagte Wenger am Mittwoch bei einem Redaktionsgespräch in den Räumen der Gießener Allgemeinen Zeitung. Stellenabbau »früh angesprochen« In vielen weiteren Fragen zu seinem künftigen Kurs hielt sich der 52-Jährige bedeckt. Er wolle zunächst einmal »zuhören und Ruhe in das Haus bringen«, sagte Menger. Der Krankenhausmanager, der seit elf Jahren bei der Rhön AG tätig ist – seit einem Jahr als Vorstand, dem die 24 Kliniken im Geschäftsbereich Nord/Ost unterstehen – soll bei der UKGM-Aufsichtsratssitzung an diesem Donnerstag offiziell als Geschäftsführer bestellt werden. Er löst seine frühere »Rhön«-Kollegin Irmgard Stippler ab, die nach nur elf Monaten als Geschäftsführungsvorsitzende dem Uniklinikum den Rücken kehrt. Die öffentliche Diskussion über das Haus sei für das Klinikum »nicht förderlich«, räumte Menger ein. Entzündet hatte sie sich vor allem in den angeblichen Plänen der Rhön AG, bis zum Ende nächsten Jahres 500 der jetzt noch 7200 Vollzeitstellen zu streichen. Sicher sei, dass niemals von Kündigungen in dieser Großenordnung gesprochen worden sei, sagte Menger dazu. Er erinnerte jedoch daran, dass die Geschäftsführung und der Betriebsrat schon 2010 eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht hätten, in dem ein möglicher Stellenabbau angesprochen worden sei. In dem Schreiben vom 15. April 2010 – es trägt die Unterschriften des damaligen Geschäftsführungsvorsitzenden Joseph Rohrer sowie der Betriebsräte Dirk Gerke, Klaus Hanschur und Bettina Böttcher – hieß es mit Blick auf die Neubauten in Gießen und Marburg, dass sich die Stellenpläne ändern könnten, da mit kürzeren Wegen und verbesserten bzw. veränderten Abläufen »weniger Mitarbeiter« erforderlich seien. Schon damals sei ein Einsparpotenzial »von bis zu 250 Vollzeitarbeitsplätzen« genannt worden – der Ärztliche Dienst sowie der Pflege- und Funktionsdienst wurden ausdrücklich ausgenommen. Bis heute seien nur wenige der genannten 250 Vollzeitstellen abgebaut worden, sagte Menger. Dass das Klinikum weiter Kosten senken müsse, könne nicht bestritten werden. Das Potenzial sei auch noch nicht ausgeschöpft. Wie das Ziel erreicht werden solle, sei aber noch nicht geklärt. Genauer äußern wollte sich der Betriebswirt nicht, auch nicht in der aktuellen Frage, was aus den Mitarbeitern mit befristeten Verträgen wird. Menger deutete an, dass jeder Einzelfall geprüft werde und dass es weder eine generelle Wiederbesetzungssperre noch eine allgemeine Entfristung geben wird. Gleichzeitig verwies er darauf, dass das Klinikum seit Anfang 2009 mehr als 420 Vollzeitstellen neu geschaffen habe, und zwar vor allem im patientennahen Bereich: Über 160 Arztstellen und 190 in der Pflege. Dies sei teilweise im Vorgriff auf geplante und erwartete Leistungssteigerungen geschehen, sagte Menger. Renditeerwartung bleibt offen Er bestätigte, dass das Universitätsklinikum allein in diesem Jahr rund 40 Millionen Euro für Zinsen und für Abschreibungen auf den Neubau und medizinisches Gerät erwirtschaften muss. Ob das Haus dazu in der Lage ist, ließ der künftige Geschäftsführungsvorsitzende offen. Seiner Ansicht nach muss jedoch auch ein Universitätsklinikum grundsätzlich in der Lage sein, solche Lasten zu stemmen und darüber hinaus schwarze Zahlen zu schreiben. Welche Umsatzrenditen die Rhön AG erwartet, ließ Menger offen. »Zu Margen äußere ich mich nicht«, sagte er auf Frage dieser Zeitung. Menger verneinte auch, dass es einen Zielkonflikt zwischen seinen Funktion als UGKM-Geschäftsführungsvorsitzender und als Mitglied des Rhön-Vorstands geben könne – genau darin hatte sich seine Vorgängerin Irmgard Stippler zerrieben. Er werde die Interessen der Universitätsklinikums Gießen und Marburg GmbH vertreten, die allerdings eine Tochtergesellschaft des Rhön-Konzerns sei. »Ich bin nicht ferngesteuert«, sagte Menger. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-12) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-12 bis 2012-06-12 | |
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| Neue Waffe im Kampf gegen Makuladegeneration? | |
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Dr. Frank Weinand berichtete über Neuheiten bei Diagnose und Behandlung drohender Alterserblindung
Gießen (if). Frage:Was ist das? Es misst zehn auf zehn Zentimeter im Quadrat, ist von einem engen Liniennetz überzogen und trägt in der Mitte der so gebildeten 400 Quadrate einen kleinen Punkt. Es handelt sich um das »Amsler-Gitter«, ersonnen vom Schweizer Augenarzt Marc Amsler, das Hinweise auf Erkrankungen der Netzhaut geben kann. Die derzeit wohl neueste »Alternative « zu diesem Früherkennungsverfahren mithilfe eines Blattes Papier steht seit einiger Zeit in der Gießener Augenklinik in der Friedrichstraße: Ein 150000 Euro teures Gerät, das »multimodal« die Beurteilung der Makula und die Entscheidung über die besten Behandlungsmethode ermöglich. Die Makula ist jene kaum zwei Millimeter große Stelle in der Mitte der Netzhaut, die uns befähigt, »gestochen scharf« zu sehen. Zeigen sich bei der Fixierung durch jeweils ein Auge – Abstand rund 30 Zentimeter – die Linien des Amsler- Gitters verzerrt oder sieht man leere oder verschwommene Stellen, wird es Zeit, einen Termin beim Augenarzt zu vereinbaren. Mit einer eventuell drohenden »Makuladegeneration« ist nicht zu spaßen. Die häufigste Erblindungsursache von über Sechzigjährigen in den Industrieländern nimmt angesichts der gestiegenen Lebenserwartung noch immer zu. Heute weiß man, dass für das Zustandekommen verschiedene Ursachen verantwortlich sind: Zu viel Sonnenlicht und Rauchen beispielsweise, aber auch familiäre Veranlagungen können dazu beitragen, dass die empfindlichsten Sinneszellen der Netzhaut ihre Fähigkeiten einbüßen, Lichtreize in Signale umzuwandeln, die im Gehirn zu Bildern verarbeitet werden können. »Wir haben einige Waffen, um dieser Erkrankung zu begegnen «, versicherte dieser Tage Dr. Frank Weinand im Hörsaal der Augenklinik, als der leitende Oberarzt über neue Entwicklungen berichtete – sowohl was die Diagnose als auch was die Behandlungsmöglickeiten angeht. Trocken oder feucht? Ehe Prof. Birgit Lorenz, die Direktorin der Augenklinik, eine Ausstellung mit Werken einer Wetzlarer Künstlerin eröffnete, beschrieb Weinand mit informativen Dias die Verfahren, mit denen man heute den Zustand der Makula beurteilen und beispielsweise die für die Behandlung so entscheidende Frage klären kann: Handelt es sich um eine »trockene AMD«, bei der Stoffwechselschlacken als Fettablagerungen in sogenannten »Drusen« deponiert sind – oder ist es die gefürchtete »feuchte« Form, bei der neue, vielfach undichte Gefäße aus der Aderhaut in die Netzhaut einsprießen und die Sinneszellen beschädigen? Die schonende, schmerzlose und ungefährliche Messung der Netzhautdicke beispielsweise, die das Verfahren der Optische Kohärenz-Tomographie OCT eröffnet, ist nicht nur die Beurteilung von Art und Ausmaß des Schadens möglich, auch Ergebnis und Verlauf der Therapie lassen sich sehr gut beurteilen. DerWachstumsfaktorVEGF spielt bei der Entwicklung der feuchten Makuladegeneration eine Schlüsselrolle; mit dem Einsatz zweier Wirkstoffe lässt sich dieser Wachstumsfaktor bremsen. Die Augenheilkunde verfügt mittlerweile über Möglichkeiten, die unerwünschte Bildung neuer, durchlässiger Blutgefäße mit Spritzen direkt ins Auge in bestimmten Abständen zu drosseln und damit die Bildung von Ödemen zu bremsen. Erwartungen auf eine weitere medikamentöse Behandlungsmöglichkeit verbinden sich neuerdings mit der bevorstehenden Einführung einer von einem großen deutschen Pharmaunternehmen maßgeblich entwickelten Stoffklasse, die vor wenigen Wochen beim Weltkongress der Augenärzte in Abu Dhabi vorgestellt wurde. In Australien ist »VEGF Trap-Eye« bereits zugelassen, in USA entscheidet die Zulassungsbehörde demnächst darüber, nachdem in einer Phase-III-Studie über die Hälfte der Patienten nach einer Behandlungsdauer von einem Jahr eine bemerkenswerte Besserung der Sehkraft erlebte. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-07) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-10 bis 2012-06-10 | |
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| Uniklinikum baut eigene Werksfeuerwehr auf | |
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Nebenberufliche Einrichtung wird erweitert und erhält hauptamtliche Leitung – Keine Auswirkungen auf Berufsfeuerwehr
Gießen (kw). Am Universitätsklinikum Gießen und Marburg soll eine Werksfeuerwehr entstehen. Damit wird die Hausfeuerwehr vergrößert, die seit 1994 besteht. Erstmals erhält sie einen hauptamtlichen Leiter; die weiteren Einsatzkräfte sind Klinikums-Mitarbeiter mit Ausbildung in der Freiwilligen Feuerwehr, die nebenberuflich bei Bränden und Unfällen tätig werden. Auf die Gießener Berufsfeuerwehr werde die Neuerung keinen Einfluss haben, sagte auf GAZAnfrage Gabriele Fischer, Sprecherin des Regierungspräsidiums. Nötig sei eine solche Werksfeuerwehr, weil sich durch die Neubauten des Universitätsklinikums in Gießen und in Marburg die Zahl der im Brandfall betroffenen Menschen deutlich erhöht habe. Nur durch sofortiges Eingreifen einer Werksfeuerwehr, die mit allen Besonderheiten eines solchen Großkrankenhauses vertraut sei, könne Schaden von den Patienten abgewendet werden, so das RP. Schon mit dem staatlichen Uniklinikum sei über die Einrichtung einer Werksfeuerwehr verhandelt worden; eine Anordnung sei allerdings erst mit der Privatisierung vor sechs Jahren möglich geworden. Das RP als zuständige Behörde habe seitdem Gespräche über die Neuorganisation geführt. Auch die Stadt sei beteiligt gewesen. Unter anderem sei die Aufstockung der Gießener Berufsfeuerwehr mit entsprechender finanzieller Beteiligung des Klinikumsbetreibers diskutiert worden. Stattdessen werde die Uniklinikum-GmbH jetzt selbst ihre Hausfeuerwehr erweitern. Sowohl in Gießen als auch in Marburg werde je ein hauptamtlicher Leiter gebraucht, so Fischer. 18 nebenberufliche Feuerwehrleute pro Standort sollten dafür sorgen, dass rund um die Uhr jeweils sechs Einsatzkräfte verfügbar sind. Formal habe das RP die Einrichtung einer Werksfeuerwehr bisher nicht angeordnet. Die Personalstärke der Gießener Berufsfeuerwehr mit derzeit rund 70 Kräften werde deshalb nicht verändert. Klinikum-Sprecher Frank Steibli konnte auf Anfrage nur bestätigen, dass die Hausfeuerwehr »ertüchtigt« werde. Eine Stellenanzeige für den Leiter oder die Leiterin hat das Uniklinikum kürzlich in den Tageszeitungen aufgegeben. Demnach soll der oder die Hauptamtliche die Werksfeuerwehr aufbauen und fortentwickeln, Einsätze leiten und die Gesamtverantwortung für den Brandschutz übernehmen. Spezialisiert auf Klinikum!Risiken Werksfeuerwehren müssen auf die Risiken in ihren Betrieben spezialisiert sein. Sie sind für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe auf dem Betriebsgelände verantwortlich. Die öffentliche Feuerwehr kommt nur dann hinzu, wenn der Einsatz eine Größe erreicht, die die Werksfeuerwehr alleine nicht mehr bewältigen kann. Der Einsatz einer Werksfeuerwehr außerhalb des Betriebsgeländes ist nur in ganz speziellen Ausnahmefällen möglich. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-05) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-10 bis 2012-06-10 | |
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| Weitere Führungskräfte verlassen das Klinikum | |
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Geschäftsführungsvorsitzende Stippler und Geschäftsführerin Benz wollen nicht bleiben – Menger soll neuer Chef werden
Gießen (si). Das Universitätsklinikum Gießen und Marburg verliert zwei weitere Führungskräfte. Die Geschäftsführungsvorsitzende Irmgard Stippler – erst seit elf Monaten im Amt – und Doris Benz, Kaufmännische Geschäftsführerin am Standort Marburg, werden das Haus verlassen. Das teilten der stellvertretende Geschäftsführungsvorsitzende Werner Seeger und der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Pföhler gestern den Beschäftigten in einem knapp gehaltenenen Infobrief mit. Stippler und Benz hätten »ihr Ausscheiden aus der Geschäftsführung angekündigt«, heißt es dort ohne jede weitere Erklärung und ohne ein Datum zu nennen. Tatsächlich hat sich die Entscheidung der beiden Frauen, dem Haus den Rücken zuzukehren, schon vor Wochen angedeutet (siehe Gießener Allgemeine vom 25. Februar). Hintergrund ist der Konflikt mit dem Haupteigentümer, der Rhön AG, über den strategischen Kurs des Klinikums. Der Konzern, namentlich Vorstandssprecher Pföhler, ist mit den vom UKGM vorgelegten Geschäftszahlen unzufrieden und hat eine höhere Rendite angemahnt – vor allem über weitere Kostensenkungen, das heißt auch über Stellenabbau. Dagegen haben Mitglieder der Klinikumsgeschäftsführung immer wieder vor »unrealistischen « Renditeerwartungen gewarnt. Vor diesem Hintergrund hatte erst vor knapp zwei Wochen der kaufmännische Geschäftsführer am Standort Gießen, Christian Höftberger, seinen Posten zur Verfügung gestellt. Schon der frühere Geschäftsführungsvorsitzende Joseph Rohrer – Stipplers Vorgänger – war im vergangenen Frühjahr nach ständigen Reibereien mit »Rhön« ausgeschieden und zurück in die Schweiz gegangen (einige hochqualifizierte Mitarbeiter aus dem Universitätsklinikum sind ihm inzwischen dorthin gefolgt). Nachfolger von Stippler (47) wird aller Voraussicht nach Martin Menger werden. Der 52-Jährige war erst in der vorletzten Woche als neuer Geschäftsführer für den Bereich »Zentrale Dienste« vorgestellt worden. Vorgänger Peter Mein war von dieser Funktion im vergangenen Frühjahr völlig überraschend entbunden worden und mit einem Auflösungsvertrag ausgeschieden. Über denVorschlag, Menger zum neuen Geschäftsführungsvorsitzenden zu bestellen, werde der Aufsichtsrat in der kommenden Woche entscheiden, hieß es in dem gestern verbreiteten Rundbrief. Wer Doris Benz (34) beerbt – die aus Österreich stammende Ärztin und Ökonomin war mit Rohrer Ende 2008 an das Klinikum gekommen – ist noch unklar. Im Infobrief hieß es dazu nur, dass in der kaufmännischen Geschäftsführung eine »komplett neue Mannschaft aufgestellt« werden solle. Die Klinikdirektoren der beiden Standorte hatten letzten Woche die hohe Fluktuation bei den Führungskräften als ein Symptom für die Krise des Universitätsklinikum genannt. Am UKGM habe es innerhalb von nur sechs Jahren 16 verschiedene Geschäftsführer gegeben, kritisierten die leitenden Ärzte. Erstes Treffen mit Mediatoren Derweil haben sich am Dienstag die Betriebs- und Personalräte der beiden Standorte zum ersten Mal mit den vor der Landesregierung ausgewählten Mediatoren Wolfgang Gerhardt und Friedrich Bohl getroffen, die im Konflikt um den befürchteten Stellenabbau am Klinikum schlichten sollen. An dem Treffen in Marburg hätten mehr als ein Dutzend Mitarbeitervertreter teilgenommen, es sei ein sachliches Gespräch gewesen, sagte das Gießener Betriebsratsmitglied Andreas Schaub der Allgemeinen Zeitung. Gerhardt und Bohl hätten Verständnis für die Forderung der Mitarbeiter gezeigt, dass die Gespräche nur dann Sinn machten, wenn jetzt auslaufende befristeteVerträge grundsätzlich verlängert würden. Dafür habe sich ja auch der hessischen Ministerpräsident Volker Bouffier ausgesprochen. Beide Mediatoren hätten betont, dass schon Ende April ein Schlichtungsergebnis vorliegen solle, sagte Schaub. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-04) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-10 bis 2012-06-10 | |
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| UKGM: Menger steht für Spitze zur Verfügung | |
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(red). Erneuter Wechsel: Nachdem Dr. Irmgard Stippler, die Vorsitzende der Geschäftsführung des UKGM, und Dr. Doris Benz, Kaufmännische Geschäftsführerin am Standort Marburg, ihr Ausscheiden aus der Geschäftsführung angekündigt haben, steht Martin Menger als neuer Vorsitzender der Geschäftsführung des Universitätsklinikums zur Verfügung. Der Aufsichtsrat des Unternehmens wird in der kommenden Woche darüber entscheiden. Das teilte das Klinikum gestern in einer Erklärung mit. Über die Hintergründe des Ausscheidens von Stippler und Benz wurden keine Angaben gemacht. Seit Wochen steht das UKGM im Zentrum anhaltender öffentlicher Diskussionen. Hintergrund ist ein etwaiger Stellenabbau an den Standorten Gießen und Marburg.
„Wir werden nun in der kaufmännischen Geschäftsführung eine komplett neue Mannschaft aufstellen und kontinuierlich weiter daran arbeiten, das Vertrauen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Patienten, der Klinikdirektoren, des Betriebsrates, des Personalrates, der Dekane und Universitätspräsidenten und der niedergelassenen Ärzte zurückzugewinnen“, sagte Menger. Der Prozess der Vertrauensbildung wie auch der verbesserten Kommunikation nach innen und außen sei unter Dr. Irmgard Stippler bereits eingeleitet worden, heißt es in einer Pressemitteilung des UKGM. Sie habe ihre Bereitschaft signalisiert, Menger in seiner Startphase als Vorsitzender zu unterstützen. „Wir bedauern das Ausscheiden von Frau Dr. Stippler und Frau Dr. Benz sehr und wünschen ihnen für ihren weiteren beruflichen und persönlichen Lebensweg alles Gute“, sagte Wolfgang Pföhler, Aufsichtsratsvorsitzender der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH. Für die Rhön-Klinikum AG ist Menger bereits seit über elf Jahren in leitenden Positionen tätig. So war er lange Zeit verantwortlicher Bereichsleiter für die niedersächsischen Einrichtungen des Verbundes und währenddessen auch Geschäftsführer verschiedener Kliniken, unter anderem in Hildesheim und Salzgitter. Unter seiner Führung wurden mehrere große und kleine Krankenhäuser aus schwieriger wirtschaftlicher Lage von zumeist kommunalen Trägern in private Trägerschaft überführt und erfolgreich konsolidiert, heißt es. Dazu organisierte Menger ihre grundlegende personelle und organisatorische Neuausrichtung und er zeichnete für etliche Klinikneubauten verantwortlich. Zum 1.Januar 2011 wurde er in den Vorstand der Rhön AG berufen, wo ihm die Geschäftsbereiche Nord/Ost unterstehen. In seinen gut 25 Jahren im Krankenhauswesen habe sich Menger „in der Branche einen ausgezeichneten Ruf als pragmatischer Chef und Gestalter erworben und gilt auch in Arbeitnehmerkreisen als verlässlich, transparent und dialogbereit“, so UKGM-Sprecher Frank Steibli. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-04) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-10 bis 2012-06-10 | |
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| Krankenpflege hat sich emanzipiert | |
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GIESSEN (fod). Als im April 1962 die allerersten 50 Schwesternschülerinnen ihre Ausbildung an der Krankenpflegeschule des Gießener Uniklinikums aufnahmen, war das dem Hessischen Rundfunk sogar einen Bericht im Fernsehen wert. Handelte es sich doch um die erste staatlich anerkannte Einrichtung ihrer Art in Hessen. Ein halbes Jahrhundert später konnten so nun die neuen Schüler in bewegten Bildern sehen, wie es früheren Generationen bei der Ausbildung erging. Und feststellen, dass sich seitdem eine ganze Menge verändert hat.
Vor allem fiel auf, junge Männer waren in dem Schwarz-Weiß-Film und auf den ausgestellten Fotos überhaupt nicht zu sehen. Der Grund: „Männer wurden erst Mitte der 70er Jahre zur Ausbildung zugelassen“, berichtet der heutige Schulleiter Norbert Weigelt. Inzwischen beträgt das Verhältnis etwa 20 zu 80 zugunsten der Frauen, weiß Angelika Hammes, Leiterin des Bildungszentrums. Auch schon damals überstieg die Zahl der Bewerber die der freien Plätze deutlich. 150 Anmeldungen habe es 1962 gegeben, erfuhr man aus dem Fernsehbeitrag. Doch das ist kein Vergleich zu heute, hätten sich dieses Mal laut Hammes für die 25 Ausbildungsplätze im Kurs Gesundheits- und Krankenpflege sowie die 25 in Gesundheits- und Kinderkrankenpflege insgesamt mehr als 500 Personen beworben. „Die weitaus meisten davon kommen aus Gießen und der Umgebung und sind zwischen 18 und 22 Jahren alt.“ Nicht selten hat man auch Bewerber aus der Rhein-Main-Region, wo die Schulen inzwischen Probleme hätten, ihre Plätze zu besetzen. Außer im Frühjahr starten im Oktober zwei weitere Kurse für Krankenpflege. Und auch am Marburger Klinikum gibt es eine, wenn auch nicht ganz so alte Schule mit demselben Angebot. Rückblickend sind in Gießen in den 50 Jahren über 3000 Krankenschwestern und -pfleger in Gießen ausgebildet worden. Anlass für die damalige Gründung in der Gaffkystraße, auch heute noch Heimat der Schule, war ein enormer Mangel an qualifizierten Kräften. Eine Situation, die sich nun wiederholt, „wir haben heute wieder einen Pflegenotstand, gerade in der Altenpflege“, weiß Norbert Weigelt. Daher hätten alle Absolventen nach der dreijährigen Ausbildung hervorragende Chancen auf einen Arbeitsplatz. Wer am Universitätsklinikum bleibe, werde zunächst auf ein Jahr befristet übernommen. Daneben bilde man aber auch für Sozialstationen aus. Alle Teilnehmer erhalten eine sehr breit gefächerte Ausbildung, die sich in den fünf Jahrzehnten inhaltlich jedoch enorm verändert hat, da es immer wieder eine Anpassung an den medizinischen Fortschritt gibt. „Waren es anfangs noch 1200 Theoriestunden und 3500 in der Praxis, macht heute die Theorie schon 2100 Stunden aus, an Praxisstunden bleiben noch 2500“, erläutert der Schulleiter. Nicht mehr gilt jedoch die Vorschrift, dass die Ausbildung vor allem von Ärzten gemacht wird. Hier sind es inzwischen Experten wie etwa Pflegewissenschaftler Torsten Jäger, der einen der neuen Kurse leitet. „Die Krankenpflege hat sich emanzipiert, auch wenn das manchen Ärzten nicht so gut gefallen hat“, sagt Weigelt. Wie im Film von 1962 gesehen, geht es auch heute noch darum, die angehenden Krankenschwestern und -pfleger in die Lage zu versetzen, „die äußerst komplexen Anweisungen der Ärzte zu verstehen“, so der damalige Kommentator. Doch der Gesangslehrer, die eine Stunde Ruhe am Mittag und das Gebot, ab 22 Uhr auf den Zimmern des Wohnheims in der Gaffkystraße Nachtruhe einhalten zu müssen, gehören der Vergangenheit an. Dafür müssen sich die Auszubildenden heute „viel mehr mit Technik und Dokumentation beschäftigen“, berichtet Angelika Hammes. Und wer sich nach dem Examen weiterbilden möchte, kann dies ebenfalls an der Krankenpflegeschule in Anästhesie und Intensivmedizin tun. Im Übrigen haben hier nicht wenige Ärzte/innen ihre Berufskarriere begonnen und nach dem Pflegeexamen noch ein Studium drangehängt. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-04) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-10 bis 2012-06-10 | |
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| Chronischer Streit ums Uniklinikum | |
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Die privatisierte Gießen-Marburger Einrichtung war und ist Reizthema im Land - Sorgen bei den Beschäftigten
GIESSEN/MARBURG. Wenn es um das privatisierte Uniklinikum Gießen-Marburg geht, steigt bei vielen im Land der Puls. Der Streit um das Krankenhaus ist mittlerweile chronisch geworden. Doch jetzt haben die Proteste einen Höhepunkt erreicht - inklusive der Forderung der Stadt Marburg, die Privatisierung rückgängig zu machen. Für Klaus Hanschur, Betriebsratschef am Klinikstandort in Gießen, ist der Grund für den Widerstand klar: "Der Bogen ist überspannt." Eskaliert ist die Situation Ende Februar. Da wurde publik, dass dem Uniklinikum (UKGM) in diesem Jahr Mehrkosten von zehn Millionen Euro drohen. Gerüchte über den Abbau von 500 Jobs machten die Runde. Seitdem sind UKGM und die Betreiberin, die Rhön-Klinikum AG, heftiger Kritik ausgesetzt. Das Uniklinikum dementierte mehrfach, 500 Menschen einfach auf die Straße setzen zu wollen. Doch die Aufregung blieb. Verdi-Gewerkschaftssekretärin Marita Kruckewitt vermutet, "dass Versäumnisse der Vergangenheit im Zusammenhang mit der Privatisierung alle Beteiligten nun einholen". Entscheidung unter Koch Die Landesregierung unter Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hatte die erste Privatisierung einer Universitätsklinik in Deutschland im Jahr 2006 gegen Widerstände durchgesetzt. Der Verkauf sollte die wirtschaftliche Zukunft der mittelhessischen Kliniken sichern. In der aktuellen Debatte verteidigte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann zwar den Schritt, übte allerdings auch Kritik an der Klinikführung. Auch Ministerpräsident Volker Bouffier meldete sich zu Wort und forderte, zerstörtes Vertrauen müsse zurückgewonnen werden. Alarmiert zeigten sich die Universitäten von Gießen und Marburg, ebenso die Marburger Allgemeinmedizinerin Ulrike Kretschmann. Sie gehört zur Initiative "Notruf 113", die eine kritische Haltung gegenüber dem UKGM einnimmt. Seit der Privatisierung gebe es Klagen ihrer Patienten, die im Klinikum behandelt wurden, erklärte Kretschmann. Etwa darüber, dass das Personal überlastet sei. Die Marburger Betriebsratschefin Bettina Böttcher betont, die Arbeitsdichte sei nicht mehr hinnehmbar. "Die Menschen können nicht mehr." Ein Stellenabbau sei daher genau die falsche Lösung. Ihr Gießener Kollege Hanschur betonte: "Die Belegschaft ist wirklich tief betroffen über die Situation." Es dürfe auch keinen Stellenabbau über die Nichtverlängerung von Verträgen geben. Gegen die Vorwürfe wehrt sich das Klinikum: Forschung, Lehre und Qualität seien nicht in Gefahr. "Wir behandeln unsere Patienten auf höchstem medizinischem Niveau", unterstrich UKGM-Sprecher Frank Steibli. "Das ist unser Credo, dabei bleibt es auch, daran wird es keine Abstriche geben." Es gehe nun darum, aus der finanziell angespannten Situation herauszukommen. "Da gibt es keine einfache Lösung, die von heute auf morgen auf dem Tisch liegt und dann sind alle glücklich. Dafür sind die Problemlagen zu groß." Die Probleme skizziert Hans Ditzel, der Sprecher der hessischen Krankenhausgesellschaft, so: Auf der einen Seiten drückten Kostensteigerungen, auf der anderen Seite gebe es vom Gesetzgeber auferlegte Einnahmebegrenzungen. Die Zeiten seien für alle Häuser schwierig, egal welche Träger sie haben. Nach Ansicht des Krankenhausexperten Wilfried von Eiff spielen bei den Protesten um Gießen-Marburg auch Imageprobleme der privaten Träger eine Rolle. "Es gibt eine gewisse Stimmung gegen die Privaten, gerade in Hessen." Der Professor am Centrum für Krankenhaus-Management an der Uni Münster nennt als ein Symptom, dass es keinen landesweiten Aufschrei gegeben habe, als vor einigen Monaten Stellenabbaupläne des kommunalen Klinikums Offenbach bekannt wurden. "Rhön hat es schwer in dieser aufgeheizten Stimmung. Als privatem Träger unterstellt man dem Unternehmen automatisch, dass es ihm nur ums Kapital und die Aktionäre geht", erklärt von Eiff, der von 1977 bis 1980 Verwaltungsdirektor am Gießener Uniklinikum war. Doch kein Klinikbetreiber könne sich leisten, die Patienten zu vergessen. Bis wieder ruhig Blut am UKGM herrscht, wird es wohl noch dauern. Betriebsratschefin Böttcher betont, dass sich Rhön der Verantwortung gegenüber den Beschäftigten stellen müsse. Sie appelliert zudem an die Politik, gesetzliche Regeln für einen Personalmindeststandard einzuführen. "Es kann nicht sein, dass Träger von Krankenhäusern selbst entscheiden, wie viel Personal vor Ort sein muss." |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-03) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-03 bis 2012-06-03 | |
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| 50 Jahre Krankenpflegeschule am Universitätsklinikum | |
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Gießen (pd). Vor 50 Jahren wurde dier Krankenpflegeschule am Universitätsklinikum eröffnet. Am Montag nutzte die Leitung der Schule die Begrüßung der neuen Auszubildenden zu einem Rückblick auf den Start 1962 sowie auf die Entwicklung der Ausbildung in den vergangenen Jahrzehnten.
Die Ausbildungsstätte wurde damals als Modellschule in der Gaffkystraße eingeweiht, wo sich die Krankenpflegeschule des Universitätsklinikums noch heute befindet. Sie war hessenweit die erste Schule, die die staatliche Anerkennung erhalten hat und wurde unter anderem errichtet, um dem Nachwuchsmangel in den Krankenpflegeberufen entgegenzuwirken, berichtete Schulleiter Norbert Weigelt. Der Bau selbst war für heutige Verhältnisse ein echtes Schnäppchen. 2,2 Millionen Mark musste das Land seinerzeit für die neue Schule zahlen. Schon damals war es nicht ganz einfach, einen Platz zu erhalten. Von 150 Bewerberinnen waren 1962 gerade einmal 50 angenommen worden. Heutzutage ist es noch schwieriger, eine Ausbildung an der Krankenpflegeschule zu bekommen. Auf eine Stelle kommen etwa zehn Bewerbungen. Über 3000 Krankenschwestern und -pfleger (Männer sind erst seit Mitte der siebziger Jahre zur Ausbildung in der Krankenpflegeschule des Klinikums zugelassen) haben in den vergangenen fünf Jahrzehnten ihr Examen an der Gaffkystraße absolviert, berichteten Weigelt und Angelika Hammes als Leiterin des Bildungszentrums. Und auch wenn am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) derzeit viel von Stellenabbau gesprochen wird, haben die Absolventen der Pflegeausbildung sehr gute Berufsaussichten. »Alle, die jetzt ihr Examen gemacht haben, haben befristete Verträge für mindestens ein Jahr erhalten – die meisten am Klinikum«, berichtete Weigelt. Die Schule in Trägerschaft des UKGM bilde auch für andere Einrichtungen aus, etwa für Sozialstationen. Weigelt, der die Schule in der Gaffkystraße seit 1992 leitet, befüchtet für die kommenden Jahre regelrechte Engpässe in der Pflege. Qualifizierte Kräfte seien auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. »Die Leute werden gebraucht ohne Ende.« Die Ausbildungsschwerpunkte haben sich in den vergangenen 50 Jahren stark verändert. 1800 Stunden Theorie und 2400 Stunden Praxis standen 1962 auf dem Stundenplan. Der theoretische Ausbildungsteil hat inzwischen ein deutlich stärkeres Gewicht erhalten, auch technische Anforderungen und Dokumentation spielen eine größere Rolle, berichtete Kursleiter Torsten Jäger, der zudem die stärkere Berücksichtigung pflegewissenschaftlicher Ansätze hervorhob. Währen für krankenpflegerische Tätigkeiten früher die Anleitung von Ärzten unabdingbar gewesen sei, habe sich der Beruf inzwischen längst emanzipiert. Der letzte ärztliche Leiter der Krankenpflegeschule war bis zum Ende der 90er Jahre Prof. Konrad Schwemmle. 80 Prozent der Azubis sind Frauen Hessenweit gibt es etwa 80 Krankenpflegeschulen, so Angelika Hammes. Nach wie vor sind die Absolventinnen mit 80 Prozent deutlich in der Mehrzahl. In Gießen werden pro Jahr (Start ist im Frühjahr und im Herbst) insgesamt 100 Auszubildende aufgenommen, davon im April jeweils 25 Schüler für den Bereich Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Am Montag begrüßten außer Hammes, Weigelt und Jäger auch Pflegedirektor Lothar Zörb und der Leiter der Kinderkrankenpflegeschule, Michael Rostenburg, die neuen Auszubildenden bei einer kleinen Feierstunde. Außer dem nachgespielten Radiointerview, bei dem Hanna Winter den Zuhörern verriet, dass die Schwesternschülerinnen damals sogar eine eigene Ausgehuniform trugen, waren im Foyer Bilder und Zeitungsausschnitte von der Eröffnung 1962 ausgestellt. Weigelt zeigte zudem einen Filmbericht über die Eröffnung der Krankenpflegeschule. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-03) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-03 bis 2012-06-03 | |
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| Schwestern trugen damals sogar Ausgehuniform | |
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50 Jahre Krankenpflegeschule am Klinikum – Erste staatlich anerkannte Einrichtung Hessens – Mehr Bewerber als Plätze
Gießen (pd). »Es versteht sich, dass Herrenbesuche auf den Zimmern strengstens untersagt sind«, flötet Schwesternschülerin Hanna ins Mikrofon. Aus dem Kichern in den Zuschauerreihen lässt sich schließen, dass man solche Anweisungen der »strengen Oberin Thurm und von Schwester Lieselotte« heute nicht mehr allzu ernst nehmen würde. Bei dem Gespräch, das die Pflegerin in der Schwesterntracht von damals mit dem Moderator führt, handelt es sich um ein Radiointerview, das der Hessische Rundfunk vor 50 Jahren zur Eröffnung der Krankenpflegeschule ausgestrahlt hat. Am Montag nutzte die Leitung der Schule die Begrüßung der neuen Auszubildenden zu einem Rückblick auf den Start 1962 sowie auf die Entwicklung der Ausbildung in den vergangenen Jahrzehnten. Die Ausbildungsstätte wurde damals als Modellschule in der Gaffkystraße eingeweiht, wo sich die Krankenpflegeschule des Universitätsklinikums noch heute befindet. Sie war hessenweit die erste Schule, die die staatliche Anerkennung erhalten hat und wurde unter anderem errichtet, um dem Nachwuchsmangel in den Krankenpflegeberufen entgegenzuwirken, berichtete Schulleiter Norbert Weigelt. Der Bau selbst war für heutigeVerhältnisse ein echtes Schnäppchen. 2,2 Millionen Mark musste das Land seinerzeit für die neue Schule zahlen. Schon damals war es nicht ganz einfach, einen Platz zu erhalten. Von 150 Bewerberinnen waren 1962 gerade einmal 50 angenommen worden. Heutzutage ist es noch schwieriger, eine Ausbildung an der Krankenpflegeschule zu bekommen. Auf eine Stelle kommen etwa zehn Bewerbungen. Über 3000 Krankenschwestern und -pfleger (Männer sind erst seit Mitte der siebziger Jahre zur Ausbildung in der Krankenpflegeschule des Klinikums zugelassen) haben in den vergangenen fünf Jahrzehnten ihr Examen an der Gaffkystraße absolviert, berichteten Weigelt und Angelika Hammes als Leiterin des Bildungszentrums. Und auch wenn am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) derzeit viel von Stellenabbau gesprochen wird, haben die Absolventen der Pflegeausbildung sehr gute Berufsaussichten. »Alle, die jetzt ihr Examen gemacht haben, haben befristeteVerträge für mindestens ein Jahr erhalten – die meisten am Klinikum «, berichtete Weigelt. Die Schule in Trägerschaft des UKGM bilde auch für andere Einrichtungen aus, etwa für Sozialstationen. Weigelt, der die Schule in der Gaffkystraße seit 1992 leitet, befüchtet für die kommenden Jahre regelrechte Engpässe in der Pflege. Qualifizierte Kräfte seien auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. »Die Leute werden gebraucht ohne Ende.« Die Ausbildungsschwerpunkte haben sich in den vergangenen 50 Jahren stark verändert. 1800 Stunden Theorie und 2400 Stunden Praxis standen 1962 auf dem Stundenplan. Der theoretische Ausbildungsteil hat inzwischen ein deutlich stärkeres Gewicht erhalten, auch technische Anforderungen und Dokumentation spielen eine größere Rolle, berichtete Kursleiter Torsten Jäger, der zudem die stärkere Berücksichtigung pflegewissenschaftlicher Ansätze hervorhob. Währen für krankenpflegerische Tätigkeiten früher die Anleitung von Ärzten unabdingbar gewesen sei, habe sich der Beruf inzwischen längst emanzipiert. Der letzte ärztliche Leiter der Krankenpflegeschule war bis zum Ende der 90er Jahre Prof. Konrad Schwemmle. 80 Prozent der Azubis sind Frauen Hessenweit gibt es etwa 80 Krankenpflegeschulen, so Angelika Hammes. Nach wie vor sind die Absolventinnen mit 80 Prozent deutlich in der Mehrzahl. In Gießen werden pro Jahr (Start ist im Frühjahr und im Herbst) insgesamt 100 Auszubildende aufgenommen, davon im April jeweils 25 Schüler für den Bereich Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Am Montag begrüßten außer Hammes,Weigelt und Jäger auch Pflegedirektor Lothar Zörb und der Leiter der Kinderkrankenpflegeschule, Michael Rostenburg, die neuen Auszubildenden bei einer kleinen Feierstunde. Außer dem nachgespielten Radiointerview, bei dem Hanna Winter den Zuhörern verriet, dass die Schwesternschülerinnen damals sogar eine eigene Ausgehuniform trugen, waren im Foyer Bilder und Zeitungsausschnitte von der Eröffnung 1962 ausgestellt. Weigelt zeigte zudem einen Filmbericht über die Eröffnung der Krankenpflegeschule. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-03) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-10 bis 2012-06-10 | |
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| Deutsches Zentrum für Lungenforschung bündelt Expertise im Bereich pneumologischer Forschung und Klinik | |
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GIESSEN (red). Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Dr. Helge Braun (CDU), sprach in Berlin anlässlich der Vorstellung erster konkreter Erfolge des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL). „Nur wenn der Mensch im Mittelpunkt der Forschung steht, kann die Wissenschaft langfristig erfolgreich sein. Ich freue mich, dass mit diesem Leitgedanken das Deutsche Zentrum für Lungenforschung als erstes der ,neuen‘ Deutschen Zentren gegründet wurde“, betonte Braun.
Das DZL ist eines von sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung, die sich der Bekämpfung wichtiger Volkskrankheiten wie Diabetes, Infektionen, Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs, neurodegenerative Erkrankungen und eben Lungenerkrankungen widmen. Es bringt über 170 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 18 universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen an fünf Standorten zusammen. „Die Deutschen Zentren sind das Herzstück des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung. Mit der strategischen Zusammenführung der besten Köpfe in Deutschland - unabhängig von Instituts- und Fächergrenzen - sollen neue Ansätze zur Vorbeugung, Diagnose und Behandlung der wichtigsten Volkskrankheiten entwickelt werden und rasch den Patientinnen und Patienten zugutekommen“, so Braun. Acht Krankheiten oder Krankheitsgruppen stehen im wissenschaftlichen Fokus des DZL: Asthma und Allergien, chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD), zystische Fibrose (Mukoviszidose), Lungenentzündung, interstitielle Lungenerkrankungen wie Lungenfibrose, Lungenhochdruck, Atemnotsyndrom und Lungenkrebs. Prof. Werner Seeger, Sprecher des DZL, definiert den unmittelbaren Nutzen für Patienten als eines der Ziele des Zentrums: „Wir haben den Anspruch, qualitativ neue Behandlungsmethoden zu entwickeln, die deutlich über derzeitige Therapieoptionen hinausgehen.“ Um das zu verdeutlichen, wurden die jüngsten Erfolge des DZL vorgestellt: Krebsmedikamente gegen Lungenhochdruck, künstliche Lungen in der Intensivmedizin und das Zusammenspiel von Umwelt und Genen als Ursache kindlichen Asthmas. Das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL) bündelt die deutsche Expertise im Bereich der pneumologischen Forschung und Klinik. Vereinssitz des DZL ist Gießen. Ziel des DZL ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz Antworten auf offene Fragen in der Erforschung von Lungenkrankheiten zu finden und damit einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung von Vorsorge, Diagnose, individualisierter Therapie und optimaler Versorgung von Patienten zu leisten. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-02) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-02 bis 2012-06-02 | |
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| Viel Skepsis zur Klinikum-Privatisierung | |
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48,8 Prozent: „Schlechter“ für Patienten - Mehrheit will sich aber dort behandeln lassen
In der jährlichen Repräsentativumfrage des Gießener Anzeigers wurde 2006 erstmals gefragt, ob ein privatisiertes Klinikum für die Patienten besser oder schlechter als das staatliche ist. Die heiß diskutierte Privatisierung lag da gerade hinter dem Universitäts-Kinikum. Skeptiker hatten auf den ökonomischen Druck verwiesen, der zu negativen Folgen für die Patienten führen kann. Befürworter hatten argumentiert, dass ein großer Konzern viel eher das Geld für anstehende bauliche Sanierungen aufbringen kann als das Land Hessen. Dass ein privatisiertes Klinikum für die Patienten „besser“ als das staatliche ist, sagten damals 18,1 Prozent und „schlechter“ 38,3 Prozent. Keinen Unterschied sahen kurz nach der Privatisierung 20,2 Prozent und 23,4 Prozent antworteten mit „weiß nicht“. Aktuell glauben noch nur 7,6 Prozent, dass das privatisierte Klinikum für die Patienten „besser“ ist. 48,8 Prozent sagen „schlechter“ und 20,3 Prozent sehen keinen Unterschied. 23,3 Prozent antworten mit „weiß nicht“. Das darf man einen Image-Verlust nennen. Allerdings: Gleichzeitig bejahen 55,7 Prozent der Interviewten die Frage, ob sie sich für das Klinikum entscheiden, wenn bei ihnen eine Behandlung ansteht und sie die Chance zur Wahl des Krankenhauses haben. 30,6 Prozent hingegen verneinen dies. Und 13,7 Prozent geben „weiß nicht“ an. Das Klinikum ist also trotz seiner Privatisierung gefragt, sicher aber nicht wegen seiner Privatisierung. Das wird noch klarer, wenn man die Menschen nicht nach den Patienten im Gießener Klinikum fragt, sondern nach den dort Beschäftigten. Bei der Frage nach etwaigen Folgen der Privatisierung für das Personal im Klinikum stimmen gegenwärtig 66,6 Prozent dem Satz zu: „Ja, für die Patienten bleibt nicht mehr so viel Zeit.“ Andererseits stimmen nur fünf Prozent dem Satz zu: „Nein, die Rhön-Klinik AG hat mehr Stellen geschaffen, um so der Arbeitsverdichtung entgegenzuwirken.“ 21,8 Prozent sehen sich allerdings hier nicht zu einer Einschätzung in der Lage und antworteten mit „weiß nicht“. 6,6 Prozent machten gar keine Angaben. Zusammenfassen lässt sich, dass die Privatisierung des Klinikums in Gießen bei der Bevölkerung in Stadt und Kreis insgesamt kritisch gesehen wird. Nicht beantworten lässt sich, die Frage, wie viel von dieser Skepsis sich speziell auf das Klinikum bezieht und wie viel aus einer allgemeinen Ablehnung von Privatisierungen resultiert, mit denen es ja inzwischen auf vielen Gebieten Erfahrungen gibt. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-04-02) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-03 bis 2012-06-03 | |
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| »Wichtig ist es, darüber zu sprechen« | |
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Informationstour »Organpate werden« in Gießen zu Gast – »Dankeschön« für das exzellente Transplantationszentrum.
Gießen (if). Über Nacht aufgeblüht, möchte die wilde Pflaume am Haus diese Aktion am liebsten rückgängig machen: Der Frühling pausiert. Wohin also an diesem Wochenende? Als Ziel praktisch vor der Haustür bietet sich ein Bummel durchs Foyer der neuen Uni-Klinikum an. Gestern – und noch einschließlich bis zum morgigen Sonntag – hat dort die Informationstour »Organpaten werden« Station gemacht: Seit demVorjahr im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Deutschland unterwegs, ist sie erstmals in Gießen zu Gast. Sozusagen ein »Dankeschön« für das Gießener Transplantationszentrum und dessen exzellente Leistungen. Mit insgesamt 35 Nierentransplantationen imVorjahr – darunter 15 Lebendspenden und davon wiederum bekanntlich höchst anspruchsvolle Transplantationen über Blutgruppengrenzen hinweg – nimmt das Zentrum eine führende Position in Hessen ein, berichtete bei der Eröffnung der Ausstellung Prof. Rolf Weimer, Sprecher des Transplantationszentrums und Abteilungsleiter Nephrologie. Mittlerweile insgesamt 50 transplantierte Lungen sprechen für die Spitzenleistungen der Transplantationschirurgen aus dem Team von Prof.Winfried Padberg. Die Gießener Herzchirurgen haben im Vorjahr zehn Herzen eingepflanzt – die meisten davon bei Kindern, eines bei dem elfjährigen Mariusz, für den viele GAZLeser gespendet hatten. Auf diesem Gebiet ist Gießen unangefochten bundesweit Spitze. Was die Kehrseite angeht: Auf den erlösenden Anruf aus Gießen: »Wir haben ein Organ« warten derzeit sieben Herzkranke – wiederum fast alles Kinder –, 122 Nierenkranke und 26 Lungenpatienten. 13 Diabetiker hoffen auf eine Transplantation insulinproduzierender Betazellen, die ebenfalls eine »Gießener Spezialität « darstellt.Wie lange dasWarten dauern kann? Sechs bis sieben Jahre – bis dahin an der Dialyse – sind bei Nierenversagen Durchschnitt. Drei Patienten, die voriges Jahr operiert wurden, hatten elf Jahre warten müssen. Lange Wartezeiten bedeuten bei Herz, Lungen oder Leber akute Lebensbedrohung. Lange Wartezeiten auf eine Niere beeinträchtigen die Erfolgschancen. »Im Interesse unserer Patienten sind wir auf mehr Spenderorgan angewiesen«, konstatieren auch die heimischen Transplantationsmediziner. Viele Angehörige lehnen Spende ab In Deutschland warten derzeit 12000 schwerkranke Menschen auf eine Transplantation, drei von ihnen sterben täglich auf der Warteliste. Zwar sind neuesten Studien zufolge drei Viertel der deutschen Bevölkerung grundsätzlich bereit, Organe und Gewebe zu spenden. Doch nur jeder Vierte besitzt auch einen Organspendeausweis. »Lediglich die Hälfte der deutschen Bevölkerung ist überhaupt ausreichend über das Thema Organspende und deren Abläufe informiert «, konstatierte Dr. Daniela Warzke von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Auftakt der Aktion. Sie solle dazu dienen, »Organpaten« zu gewinnen, die sich nicht nur mit einer Unterschrift unter einem Spenderausweis begnügen, sondern auch das Thema im engsten Familienkreis im Zusammenhang mit der eigenen Entscheidung besprechen. Die relativ hohen Ablehnungsqoten einer Organspende durch Angehörige – in Gießen, so berichtete Transplantationsbeauftragter Oberarzt Dr. Wilhelm Stertmann auf Nachfrage, beläuft sie sich auf 60 Prozent – stütze die Annahme, dass ihnen eine eigentlich positive Entscheidung dafür bei Lebzeiten nicht klar genug verdeutlicht worden war. Oft, so weitere Vermutungen, spielten auch Patientenverfügungen, bei denen das Thema Organspende ausgeklammert ist, eine Rolle. An den Ständen im Foyer können die Besucher noch bis morgen Nachmittag nicht nur im Gespräch mit heimischen Lungen-, Leber-, Herz- und Nierentransplantierten deren Erfahrungen kennenlernen. Eine Informationstafel vermittelt auf Knopfdruck auch Antworten auf alle Fragen zur Organspende und präsentiert andere »Organpaten«. Auf der Aktionsbühne kommen heute gegen 14.30 Uhr unter dem Thema »Leben und Leben geben« Experten und Betroffene aus Gießen und Umgebung zu Wort. Florian Fischer unterhält mit Gesang und Gitarre die Besucher. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-04-02) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-03 bis 2012-06-03 | |
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| Wechseljahre - mit Haut und Haaren | |
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(red). Ein Informationsnachmittag unter dem Motto „Wechseljahre - mit Haut und Haaren“ findet für alle Interessierten am 18. April, 17 Uhr, in der Kongresshalle statt. Veranstalter ist die Deutsche Menopause Gesellschaft e.V. in Kooperation mit der Universitäts-Frauenklinik. Neben einem Vortrag „Was sind Wechseljahre?“ von Frauenärztin Dr. May Ziller wird Hautärztin Dr. Minou S. Hertl-Yazdi über Veränderungen von Haut und Haaren sprechen. Im Anschluss gibt es von „Erdogu, die Friseure“ Tipps und Tricks zu Pflege und Styling reifer Haut und Haare. Der Eintritt ist kostenfrei.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-03-31) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-02 bis 2012-06-02 | |
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| Einmütig Konzernpolitik kritisiert | |
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Stadtparlament warnt Röhn-Klinikum vor Strategie der Gewinnmaximierung
(Äat). „Die Stadtverordnetenversammlung warnt vor einer Konzernstrategie, die sich offensichtlich ausschließlich an betriebswirtschaftlichen Zielen orientiert und deren Ziel es ist, ohne Rücksicht auf die Folgen für Patienten, Beschäftigte, Forschung und Lehre kurzfristig Gewinne zu erwirtschaften.“ Das ist der Kernsatz eines Dringlichkeitsantrages der SPD an die Stadtverordneten, in dem energischem Protest gegen die Konzern-Politik der Rhön AG bei der Führung des Universitätsklinikums Ausdruck verliehen werden soll. Einmütig beschloss das Parlament diesen Antrag. „Offensichtlich hat das Rhön-Klinikum die Politik des konstruktiven Miteinanders aufgegeben“, begründete Gerhard Merz (SPD) diesen Antrag. Da stehe die Zahl von 500 Kündigungen für die Klinikstandorte Gießen und Marburg im Raum, stellte er fest. Er prangerte die „verheerende Informationspolitik des Konzerns“ an. Auch während die sogenannte Mediation laufe, müsse verhindert werden, dass über Kündigungen - das sei bei 1500 befristeten Verträgen leicht möglich - jetzt vollendete Tatsachen geschaffen würden. Generell handele es sich hier um einen Machtkampf der Konzernleitung gegen die Beschäftigten, und hier vor allen diejenigen, die in Forschung und Lehre tätig seien. In vielen Bereichen seien schon jede Menge Stellen abgebaut worden „jetzt kann das nur noch im Pflegebereich der Fall sein.“ Er äußerte die Befürchtung: „Wenn wir nicht alle an einem Strang ziehen, werden wir verlieren.“ „Wir dürfen uns von dem Konzern nicht über den Tisch ziehen lassen“, blies Klaus Peter Möller (CDU) in das gleiche Horn. Er erinnerte aber auch daran, dass der Wunsch nach Privatisierung zuerst aus den Reihen der heimischen Professoren geäußert worden sei. Das alles sei ja auch bisher erfolgreich verlaufen, seien doch 360 Millionen Euro investiert worden, der vorherige Investitionsstau überwunden. Jetzt sei einzufordern, dass Verträge eingehalten werden, die Forschung und Lehre einschließen. Irgendetwas müsse sich in der Führung des Klinikums geändert haben, sei es doch bisher überwiegend ruhig am Klinikum gewesen, letztlich gehe es plötzlich nur noch um Gewinne, die Entlassungen notwendig machten. Er erinnerte daran, dass es an beiden Standorten um 5000 Beschäftigte gehe, um 400 000 Patienten, die hier jährlich behandelt würden. Auch Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz hob den Stellenwert des Klinikums als größten Arbeitgeber der Region hervor, sah in den Investitionen in Baulichkeiten keinen Garanten für Qualität. Klaus-Dieter Grothe (Grüne) diagnostizierte eine Balance im innerbetrieblichen Umgang in der Vergangenheit, die jetzt offensichtlich verloren gegangen sei: Jetzt weht dort ein anderer Wind.“ Dr. Martin Preiß (FDP) ist als Beschäftigter des Klinikums selbst betroffen. Als durchaus sinnvoll habe sich die Privatisierung bislang erwiesen, so Preiß. Doch jetzt müsse der Konzern feststellen, dass in dem „Flaggschiff des Unternehmens, einem Universitätsklinikum, alles ein wenig anders laufe, als in einem Haus der medizinischen Grundversorgung. Hier spiele Forschung und Lehre eine wichtige Rolle, hier sei es dann eben nicht so einfach möglich, Renditen zu erwirtschaften. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-03-31) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-02 bis 2012-06-02 | |
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| „Grundsatzdiskussion verfehlt“ | |
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(red). Eine Grundsatzdiskussion über Privatisierung des Uniklinikums Gießen und Marburg ist nach Ansicht der Jungen Union im Landkreis Gießen derzeit völlig verfehlt. Der Kreisvorsitzende der Jungen Union Gießen, Christopher Lipp, erklärt hierzu: „Die Privatisierung des Uniklinikums Gießen und Marburg im Jahr 2006 war der richtige Schritt, um an beiden Standorten weiterhin eine optimale Versorgung der Patienten sicherzustellen und gute Voraussetzungen für Forschung und Lehre zu schaffen.“ Angesichts der aktuellen Diskussion über einen möglichen Stellenabbau am UKGM schade es den Bemühungen der Landesregierung die Arbeitsplätze zu sichern, wenn einige Beteiligte aus parteipolitischem Kalkül eine Grundsatzdiskussion über die Privatisierung des UKGM neu entfachen, so Lipp.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-03-31) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-02 bis 2012-06-02 | |
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| Transplantat zum Leben | |
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Info-Tour „Organpaten werden“ macht Halt in Gießen
GIESSEN (fod). 122 Nieren, sieben Herzen vor allem für Kinder und Jugendliche, 26 Lungen und 13 Inselzelltransplantate - das sind alleine nur die Zahlen von Patienten des Gießener Universitätsklinikums, die derzeit auf ein Spenderorgan warten. Und das häufig schon viele Jahre. Bundesweit sind es sogar über 12 000 Menschen, deren Weiterleben oftmals davon abhängt, ob für sie ein Transplantat gefunden wird. Tendenz steigend, bei gleichzeitig sinkenden Spenderzahlen. Vor diesem Hintergrund kommt der Informationstour „Organpaten werden“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ganz besondere Bedeutung zu. Seit gestern und noch bis zum morgigen Sonntag macht sie Station am Gießener und Marburger Universitätsklinikum. In Gießen ist sie im Bereich des Haupteingangs in der Klinikstraße zu sehen. Zur Eröffnung berichtete gestern Prof. Rolf Weimer, Sprecher des Transplantationszentrums Gießen und Abteilungsleiter Nephrologie, dass die Weiterführung der Dialyse „mit einer deutlich höheren Sterblichkeit verbunden ist“, als dies nach einer Nierentransplantation der Fall wäre. Zudem würde durch das Warten die Wahrscheinlichkeit von Begleiterkrankungen, etwa des Herzens, anwachsen. Heute wird um 14.30 Uhr eine Talkrunde „Vom Leben und Leben geben“ mit Experten und betroffenen Patienten aus Gießen und Umgebung stattfinden. Für Musik sorgt vorher wie auch am Sonntag um 14 Uhr Florian Fischer mit Gitarre und Gesang. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-03-31) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-02 bis 2012-06-02 | |
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| Stadtpolitik erinnert Rhön AG an »Verpflichtungen« | |
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Gießen (mö). Mit einer einstimmig verabschiedeten Resolution hat das Stadtparlament am Donnerstag ein klares Signal an den Rhön-Konzern gesendet. Er solle im Uniklinikum eine »optimale Krankenversorgung, gute Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre sowie ein Maximum an Beschäftigung« gewährleisten. Als die Universitätskliniken in Gießen und Marburg vor sechs Jahren privatisiert wurden, gab es zu dieser Entscheidung der Landesregierung in der Gießener Stadtpolitik unterschiedliche Auffassungen und eine kontroverse Debatte. Dass sich die Rhön-Klinikum AG als Betreiber an die seinerzeit mit dem Land Hessen eingegangenen Verpflichtungen zu halten hat, darüber indes bestand nun große Einigkeit. Mit der Verabschiedung der von den Koalitionsfraktionen SPD und Grüne formulierten Resolution reagierte die Stadtverordnetenversammlung auf die seit Wochen anhaltende Debatte um einen möglichen Personalabbau am Klinikum. Bemerkenswert einig waren sich die Fraktionssprecher bei der Benennung der Ursache für die Unruhe im Klinikum. SPD-Fraktionschef Gerhard Merz sagte, bei Rhön laufe offensichtlich ein »Machtkampf um die Konzernstrategie«, der auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werde und zudem zu einer Entmachtung der Führungskräfte vor Ort geführt habe. CDU-Vorsitzender Klaus Peter Möller sieht das ähnlich. »Lange Zeit war es überraschend ruhig. Das lag an der früheren Führung hier in Gießen«, sagte Möller. Nachdem die Rhön AG ihren investiven Verpflichtungen nachgekommen sei und den am Standort Gießen bestehenden Investitionsstau beseitigt habe, müsse der Konzern auch den »anderen Teil des Vertrags« mit dem Land, den laufenden Betrieb betreffend, erfüllen, forderte Möller. Unisono kritisierten die Fraktionsspitzen auch den Kommunikationsstil von Rhön gegenüber den Beschäftigten, den beiden Universitäten und der Landesregierung. Da fielen Worte wie »verheerend«, »desaströs« und »chaotisch«. Mehr Arbeit für Patientenfürsprecher Die Rhön AG habe dieses »Flaggschiff« unbedingt haben wollen, nun stehe der Betreiber auch in der Verantwortung, es auf Kurs zu halten, meinte Dr. Martin Preiß (FDP). Nach dem Eindruck von Grünen-Fraktionschef Klaus-Dieter Grothe hätten die Universitätsklinikum Gießen-Marburg GmbH und die Rhön AG lange »die Balance halbwegs gehalten«. Seit einiger Zeit sei das nicht mehr so. Am Klinikum »weht ein anderer Wind«, und zwar »von außen«, so Grothe. Das macht der Grüne unter anderem an einer steigenden Zahl von Beschwerden fest, die den Patientenfürsprechern vorlägen. Eine von ihnen ist Grothes Parteifreundin Stadträtin Edith Nürnberger. Hans Heller (Freie Wähler) führt die Situation des Klinikums auf »gewisse Renditeerwartungen« des Betreibers zurück. Man müsse jetzt abwarten, was bei der Mediation zum Thema Arbeitsplätze herauskomme. Michael Beltz (Linke) hält die ganze Konstruktion für falsch. Bereiche wie Gesundheit und Bildung dürften nicht renditeorientiert gestaltet werden. Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD), die die Resolution im Namen des Magistrats an die UKGM GmbH, die Rhön AG und die Landesregierung weitergeben soll, sagte, die Stadtspitze sei im Gespräch mit den Verantwortlichen des Klinikums und dem Betriebsrat. Bei aller Freude über die getätigten baulichen Investitionen am Standort Gießen dürfe nicht vergessen werden, dass die »wichtigste Ressource die Mitarbeiter sind«. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-03-31) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-02 bis 2012-06-02 | |
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| Klinikdirektoren üben scharfe Kritik an Rhön AG | |
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Zu UKGM Thesenpapier formuliert - Entwicklung mit großer Sorge gesehen - „Scheitern des Projekts steht im Raum“
(tt). Lange haben sie geschwiegen: Jetzt haben sich die Klinikdirektoren des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) in der aktuellen Stellendiskussion an dem Großkrankenhaus zu Wort gemeldet - und scharfe Kritik am Betreiber, der Rhön-Klinikum AG, geübt. „Die Entwicklung am UKGM wird von den Klinikdirektoren beider Standorte mit großer Sorge gesehen, weil schon jetzt eine zunehmende Verunsicherung bei unseren Patienten erkennbar ist. Auch potenzielle Bewerber aus den Reihen der umworbenen jungen Ärzte wenden sich vom UKGM ab. Ferner spüren die Studierenden eine Gefährdung ihrer Ausbildung. Den in Gießen und Marburg Forschenden entzieht sich die solide Basis und Perspektive für ihre wissenschaftliche Tätigkeit“, heißt es in einem 22 Punkte umfassenden Schreiben, dass die Sprecher der Klinikdirektoren in Gießen (Prof. Hans-Peter Howaldt) und Marburg (Prof. Hinnerk Wulf) unterzeichnet haben. Da ein Scheitern des Projektes im Raum stehe, sollte ihrer Meinung nach eine Alternative, zum Beispiel die Rückführung der Privatisierung „sehr rechtzeitig geprüft werden“, heißt es an der anderer Stelle. Das nicht erkennbare Bemühen um eine konstruktive Zusammenarbeit der Rhön AG mit der derzeitigen kaufmännischen Geschäftsführung des UKGM stoße auf absolutes Unverständnis der gesamten Ärzteschaft in Gießen und Marburg. Weiter heißt es in dem Papier: „Es stellt sich die Frage, ob das Projekt der Privatisierung einer Universitätsklinik durch ein börsennotiertes Unternehmen nach guten Anfangserfolgen nunmehr als gescheitert anzusehen ist oder ob eine Veränderung des Geschäftsmodells der Rhön AG, zum Beispiel im Sinne eines Ansatzes erreichbarer Renditevorgaben das gesamte Projekt doch noch auf den Erfolgsweg zurückbringen kann. Die hohe Fluktuation in der kaufmännischen Geschäftsführung des UKGM mit der jetzt erfolgten 15. und 16. Berufung eines Geschäftsführers innerhalb von sechs Jahren ist Ausdruck von nachhaltig unrealistischen Vorgaben hinsichtlich erreichbarer wirtschaftlicher Ergebnisse.“ Die seit Jahresbeginn erlebte Krise des UKGM zeige sich als ein offener Interessenkonflikt zwischen den Renditeerwartungen des privaten Krankenhausbetreibers und dem Bestreben der hier tätigen Mediziner und Pflegenden zu einer qualitätsorientierten Hochleistungsmedizin. Durch die in den vergangenen sechs Jahren praktizierte Arbeitsverdichtung im ärztlich-wissenschaftlichen Bereich sei ein Miteinander von universitärer Krankenversorgung sowie Lehre und Forschung entsprechend der tatsächlichen Mittelzuweisungen und im Sinne des Kooperationsvertrages bereits jetzt sehr stark gefährdet. Einen weiteren Stellenabbau lehnen die Mediziner entschieden ab. Daher bliebe als Ausweg bei einer tatsächlich praktizierten Stellenreduzierung nur die noch stärkere Quersubventionierung von Personalressourcen aus Forschung und Lehre in die Krankenversorgung, was gegen den Geist des Kooperationsvertrages verstoßen und einen Missbrauch hessischer Steuergelder darstellen würde. Schon vor dem Jahreswechsel 2011/2012 habe sich ein Wandel in einem bislang überwiegend konstruktiven Miteinander abgezeichnet, in dem der Konzern eine de facto Stellen- und Investitionssperre verhängt habe, ohne dass eine offene Kommunikation über geänderte Vorgaben seitens der Rhön AG stattgefunden habe. „Ursächlich ist offensichtlich ein Geschäftsmodell der Rhön AG mit einem hohen Finanzierungsbedarf für Zins und Abschreibung aller getätigten Investitionen, der von den Unikliniken durch stetige Erlössteigerung voll selbst finanziert werden muss. Selbst die von der Rhön-Klinikum AG übernommene Verpflichtung, 30 Millionen Euro in Forschung und Lehre zu investieren, soll sich auf diese Weise aus dem Erlös der Krankenversorgung amortisieren. Der hieraus ab dem Jahr 2012 greifende Bedarf an Zinsaufwendungen und Abschreibungen in Höhe von rund 40 Millionen Euro pro Jahr sei nicht im Rahmen eines geordneten Betriebes einer Universitätsklinik zu erwirtschaften, so die Chefärzte. Daneben bestehe ein nicht weiter aufzuschiebender Investitionsstau vor allem in Form von umfangreichen Sanierungsmaßnahmen im ersten Bauabschnitt in Marburg, in der Dermatologie, Augenklinik, theoretisch-klinischen Instituten in Gießen sowie in den Psychiatrien an beiden Standorten. Hieraus ergeben sich weitere Belastungen in Höhe von über 100 Millionen Euro. Der im Kooperationsvertrag zwischen Land und dem privaten Betreiber vorgesehene dauerhafte Verzicht auf eine Bauförderung durch die öffentliche Hand erweist sich als Fehleinschätzung des Rhön-Konzerns, da dieser Wettbewerbsnachteil gegenüber allen anderen Universitätskliniken nicht kompensiert werden könne. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-03-30) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-30 bis 2012-05-30 | |
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| Großes Interesse am Prostatatag | |
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GIESSEN. „Prostatakrebs ist kein Todesurteil“, sagte Prof. Dr. Florian Wagenlehner am Mittwochabend beim Prostatatag im Hörsaal des Institutes für Anatomie des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM). Vor rund 250 Zuhörern gingen Spezialisten auf die wichtigsten Aspekte von „Prostata und Sexualität“ und altersbedingte sexuelle Störungen ein.
Von einer „weltweiten Epidemie an Fettsucht und Übergewicht“ sprach der langjährige Leiter der Gießener Poliklinik, Prof. Reinhard Bretzel. Beim Metabolischen Syndrom, dem gleichzeitigen Auftreten von Übergewicht, veränderten Blutfettwerten, Bluthochdruck und einem gestörten Zuckerstoffwechsel, stehe das im Übermaß vorhandene Bauchfettgewebe „als Giftdepot im Zentrum des Teufelskreises“. Denn ein Testosteronmangel bewirke, dass noch mehr Fettgewebe gebildet wird. Laut Bretzel wurde in sechs von acht Studien nachgewiesen, dass ein zu niedriger Testosteronspiegel (unter 250 Nanogramm pro Milliliter) bei 24 000 Patienten zwischen 40 und 80 Jahren im Laufe von neun Jahren zu mehr Todesfällen geführt hat. Umgekehrt erlitten Männer mit höheren Testosteronspiegeln (? 550 ng/dL) seltener (- 30 Prozent) einen tödlichen oder nicht-tödlichen Herzinfarkt. Für die laborchemische Diagnose wurden auf europäischer Ebene „Leitlinien“ entwickelt, an denen der Leiter der Gießener Klinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie, Prof. Wolfgang Weidner, beteiligt war. Eingehend beschrieb Bretzel die mögliche Substitution von Testosteron durch Pflaster, Gele und intramuskuläre Injektionen und deren positive Auswirkungen bis hin zu verbesserten Leberwerten. Mit Blick auf mangelnde sportliche Betätigung stellte Prof. Weidner in der Diskussion ernüchtert fest: „Die Patienten tragen lieber ein Gel auf als ihre Lebensumstände zu ändern.“ Der Vorsitzende des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS), Günter Feick, plädierte für regelmäßiges Muskeltraining mit Hilfe eines Therabandes und sagte mit Blick auf die Datenlage: „Bei regelmäßigen Testosteron-Tests sinkt die Mortalität.“ Die Wechselwirkung zwischen Altersprostata und Sexualität sowie die Störungen durch moderne operative Verfahren (zum Beispiel Lasertherapie) zur Verkleinerung der Prostata beschrieb Dr. Thomas Bschleipfer. Das benigne Prostatasyndrom (BPS) sei eine gutartige Prostatavergrößerung, die zu häufigen Harndrang, einem schwachen Harnstrahl, Nachträufeln, Restharn und Schmerzen beim Wasserlassen führe. In der Altersgruppe 70 bis 90 seien 15 bis 25 Prozent der Männer davon betroffen. Für die dabei auftretenden sexuellen Störungen spielten auch internistische Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Metabolisches System und Diabetes eine wichtige Rolle. Ausführlich erläuterte Bschleipfer die ganze Bandbreite von medikamentösen und operativen Therapien und sprach von einem „positiven Effekt auf die sexuelle Funktion“ von pflanzlichen Arzneimitteln wie Sägezahnpalme in Medikamenten wie GranuFink und Prostagutt. Für den Oberarzt an der Urologischen Klinik muss jede Therapie „individuell auf den Patienten abgestimmt“ sein und eine umfangreiche Aufklärung über das Risiko der sexuellen Funktíonsstörungen vorausgehen. Deutliche sexuelle Störungen gibt es nach „primär ablativen Verfahren“, die Hitze zur direkten Vaporisation oder Resektion verwenden. Bei dem neuen und erst an 64 Männern erprobten „Urofil“-Verfahren wird ein Anker in den Prostata-Seitenlappen geschossen, der Urinfluss wird verbessert und es kommt zu keiner Verschlechterung der sexuellen Funktion. Dazu sagte der Gießener Urologe Dr. Johannes Rudnick, Vorsitzender des BDU-Landesverbandes Hessen: „Die Krankenkassen werde Urofil nicht bezahlen, so lange nicht signifikant gute Ergebnisse vorliegen.“ Prostatakrebs sei „die häufigste Krebserkrankung beim Mann“, unterstrich Prof. Florian Wagenlehner. Das bedeute aber nicht, dass alles vorbei sei. „Es tun sich auch neue Möglichkeiten auf.“ Die vorhandene Datenlage beweise, dass eine radikale Prostata-OP das Todes-Risiko senke. Allerdings: „Bei jeder Form der Prostata-Therapie ist es wahrscheinlich, dass die Erektionsnerven geschädigt werden.“ Das andrologische Konzept der Impotenz nach einer radikalen Prostata-OP sehe in Gießen eine nerv-erhaltende radikale Prostata-OP vor. Danach können sogenannte PDE 5 Hemmer wie Viagra und andere „drei Mal pro Woche oder bei Bedarf“ verabreicht werden. Im Bedarfsfall kämen auch Vakuumpumpen und eine Penisprothese in Frage, die „in Gießen häufig durchgeführt“ werde. Die davon betroffenen Paare hätten sich „sehr zufrieden“ geäußert. In der Schluss-Diskussion betonte Weidner: „Prostatakrebs kann eindeutig nur mit einer Gewebeprobe diagnostiziert werden.“ Die Zahl von 250 Besuchern belege das hohe Interesse an Erektionsstörungen und den operativen Verfahren bei Altersprostata und Prostatakarzinom. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-03-30) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-30 bis 2012-05-30 | |
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| Rhön AG gibt Zahlen nach | |
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Gießen/Marburg (pm). Angesichts der öffentlichen Diskussion um das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) hat die Rhön Klinikum AG nun als Betreiber des Klinikums einige aktuelle Zahlen seit der Privatisierung des UKGM im Jahr 2006 bekannt gegeben. Demnach seien die Patientenzahlen im ambulanten Bereich (über 334 000 Patienten im Jahr 2011) wie im stationären Bereich (über 91 000 Patienten) seit der Privatisierung gestiegen. Die Mitarbeiterzahl am UKGM sei auf 9700 Personen (darunter auch zahlreiche Teilzeitstellen) angewachsen, womit das Uniklinikum größter Arbeitgeber in Mittelhessen sei. Wie diese Zahlen vor der Privatisierung aussahen und wie viele Beschäftigte aktuell am Standort Gießen bzw. in Marburg tätig sind, legte der Konzern indes in seiner Pressemitteilung nicht offen. Man habe über 367 Millionen Investition in Neubauten und Medizin getätigt; seit 2006 seien rund 13 Millionen Euro in Forschung und Lehre mit dem Schwerpunkt für patientennahe Forschung investiert worden. Weiterhin investiere man jährlich zwei Millionen Euro in diesen Bereich. Nach jährlichen Millionendefiziten in den Jahren 2005 (15 Mio. Euro) und 2006 (7,4 Mio. Euro) sei nun ein erfolgreicher Turn-around aus dem Defizit gelungen, teilte die Rhön AG mit.
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-03-30) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-04-02 bis 2012-06-02 | |
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| Klinikum: Land für Verlängerung befristeter Verträge | |
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Gießen/Wiesbaden (pd). Auch die Landesregierung setzt sich grundsätzlich für die Verlängerung von befristeten Verträgen der Mitarbeiter des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) ein.
Der Gießener UKGM-Betriebsratsvorsitzende wertete diese Aussage von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) als wichtigstes Ergebnis eines zweistündigen Gesprächs mit Vertretern der Landesregierung am Mittwoch. Nach zwei ausgefallenen Sitzungen haben die Arbeitnehmervertreter zudem Bereitschaft signalisiert, bald erstmals Gespräche mit den Mediatoren Friedrich Bohl (CDU) und Wolfgang Gerhardt (FDP) zu führen. Das zweistündige Gespräch wurde von beiden Seiten positiv beurteilt. Für die Arbeitnehmervertreter waren unter anderem der UKGM-Gesamtbetriebsrat sowie die Vorsitzenden der Standorte Gießen und Marburg in Wiesbaden. Für die Landesregierung nahmen außer Bouffier Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann und der Leiter der Staatskanzlei, Axel Wintermeyer, an dem Treffen teil. Regierungssprecher Michael Bußer sagte auf Anfrage der GAZ, der Ministerpräsident habe sich erfreut darüber gezeigt, dass der Betriebsrat nun Gespräch mit den Mediatoren aufnehme. Er bestätigte ferner, dass das Land Hessen die Verlängerung befristeter Verträge durch das Rhön-Klinikum befürworte. Dies sei ein wichtiger Schritt, das zerstörte Vertrauensverhältnis wieder aufzubauen. Hanschur geht davon aus, dass es in Gießen und Marburg 1200 bis 1500 Mitarbeiter mit befristeten Verträgen gibt. »Der Konzern wäre gut beraten, diese Verträge tatsächlich zu verlängern«, sagte er in Richtung Rhön-Klinikum AG. Beim ersten Treffen des Betriebsrats mit den Mediatoren werde es um die Ziele der Arbeitnehmervertretung gehen, danach soll es ein weiteres Gespräch zum geplanten Ablauf der Mediation geben. Erst dann werde der Betriebsrat entscheiden, »ob wir tatsächlich an der Mediation teilnehmen werden«, so Hanschur. Mit der Landesregierung werde man im Gespräch bleiben. »Dem Ministerpräsidenten ist klar, dass das Thema noch nicht vom Tisch ist.« Schließlich gehe der Stellenabbau am Klinikum weiter. Als Teilerfolg des Betriebsrats und als »wichtigen Schritt in die richtige Richtung« haben die SPD-Landtagsabgeordneten Gerhard Merz und Thomas Spies das Gespräch mit der Landesregierung bezeichnet. Das Land müsse nun das Verhandlungsergebnis beim Rhön-Klinikum durchsetzen. Er sei Ministerpräsident Bouffier dankbar, dass er eine Brücke für Gespräche gebaut habe, schreibt Dr. Christean Wagner. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag sprach sich ebenfalls für eine Verlängerung befristeter Verträge aus und lobte die Berufung der »hocherfahrenen« Mediatoren Bohl und Gerhardt. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-03-29) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-30 bis 2012-05-30 | |
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| Rhön AG soll Verpflichtungen nachkommen - Dringlichkeitsantrag gestellt | |
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(tt). Die Rhön-Klinikum AG soll den beim Kauf des fusionierten Uni-Klinikums Gießen und Marburg (UKGM) zugesagten Verpflichtungen nachkommen. Dafür Sorge tragen soll die hessische Landesregierung. Sie soll bei dem privaten Krankenhausbetreiber auf „eine optimale Krankenversorgung, gute Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre sowie ein Maximum an Beschäftigten“ hinwirken.
Das geht aus einem Dringlichkeitsantrag der Koalition von SPD und Grünen hervor, der heute Abend bei der Sitzung der Stadtverordneten (18 Uhr, Rathaus, Berliner Platz) zur Abstimmung gestellt werden soll. Eine Rücknahme der Privatisierung, wie sie der Marburger Magistrat fordert, werde ausdrücklich nicht angestrebt, wie der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Gießener Stadtparlament, Klaus-Dieter Grothe, am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. Dies liege in erster Linie daran, dass jedem bewusst sei, dass der Investitionsbedarf am Standort Gießen deutlich höher ausgefallen sei als in Marburg. Der damalige Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hatte Anfang des vergangenen Jahrzehnts mehrfach unmissverständlich klar gemacht, dass in den Standort Gießen keine Landesmittel mehr investiert werden - im Gegensatz zu Marburg und Frankfurt. Diese Ausgangslage hat für Grothe entscheidend dazu geführt, dass der Protest gegen die Privatisierung in Marburg - dort gab es Bestrebungen, das Gießener Klinikum zu übernehmen und als akademisches Lehrkrankenhaus weiterzuführen - deutlich größer gewesen sei als die Kritik vor Ort. Zugleich räumte Grothe ein, dass frühere Landesregierungen - darunter die von der CDU-geführte Administration von 1987 bis 1991, aber auch das rot-grüne Bündnis mit Ministerpräsident Hans Eichel (SPD) an der Spitze - wenig gegen den Investitionsstau des größten Arbeitgebers in Mittelhessen getan hätten. Jetzt gehe es darum, zu zeigen, dass die Stadt „keinen Spielraum für einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen (in Rede steht eine Zahl von 500) ohne drastische Einbußen bei der Qualität der Patientenversorgung in Behandlung und Pflege und bei der Qualität der wissenschaftlichen Forschung, Lehre und Ausbildung“ sehe, wie es in der Vorlage heißt. Und weiter wollen die Koalitionäre beschließen lassen: „Die Stadtverordnetenversammlung beobachtet mit großer Besorgnis die Vorgänge innerhalb des UKGM. Sie teilt die tiefe Sorge der Beschäftigten, des Betriebsrats, der Leitung des Fachbereichs Humanmedizin und des Präsidiums der Justus-Liebig-Universität Gießen darüber, dass durch die innerhalb des Rhön-Konzerns ausgetragenen Machtkämpfe um die strategische Ausrichtung der Konzernpolitik der Zukunftsfähigkeit des Klinikums als eines Hauses der Maximalversorgung, als eines herausragenden Zentrums für medizinische Forschung und Lehre und als bedeutsamsten Wirtschaftsfaktors der Region nachhaltig Schaden zugefügt werden könnte.“ Damit spielen SPD und Grüne auf unterschiedliche Strömungen innerhalb des Konzerns an. Während nach Einschätzung des Betriebsrats eine Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung des UKGM - deren Vorsitzende Dr. Irmgard Stippler gehört gleichzeitig dem Vorstand der Rhön AG an - durchaus gegeben sei, sei die Zentrale in Bad Neustadt wenig sensibel für die Belange eines Uni-Klinikums. Hinzukämen voneinander abweichende Auffassungen über den Umgang mit dem Großkrankenhaus innerhalb des Konzernvorstands. Nach Auffassung von SPD und Grünen ist es jetzt vor allem wichtig, „zu einer Politik der vertrauensvollen Kooperation mit allen Beteiligten - insbesondere dem Betriebsrat, dem Fachbereich Humanmedizin und der Universität - zurückzukehren und die Weiterentwicklung der UKGM GmbH im Konsens und mit Blick auf die langfristigen und umfassenden Sicherung des Klinikumsstandortes voranzutreiben“. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-03-29) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-30 bis 2012-05-30 | |
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| Von Rhön AG hängt es ab | |
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UKGM: Land will auf Verlängerung von Verträgen dringen
(tt). Die CDU-geführte Landesregierung will sich mit Blick auf die Personalentwicklung am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) bei der Rhön AG dafür einsetzen, dass befristete Arbeitsverträge grundsätzlich bis auf wenige begründete Ausnahmen, die mit dem Betriebsrat abzustimmen sind, verlängert werden. Mit dieser Botschaft kehrten am Mittwochnachmittag Arbeitnehmervertreter des Großkrankenhauses, darunter aus Gießen der Betriebsratsvorsitzende Klaus Hanschur und dessen Kollegin Ulrike Kopmann-Wöber, von einem Treffen mit Ministerpräsident Volker Bouffier und der hessischen Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (beide CDU) zurück. „Wenn Rhön da mitmacht, wäre viel erreicht“, kommentierte Hanschur das Ergebnis der Zusammenkunft. Weiterhin werde der Betriebsrat sich in den kommenden Tagen zwei Mal mit den Mediatoren Friedrich Bohl (CDU) und Dr. Wolfgang Gerhardt (FDP) treffen, um Wünsche und Vorstellungen auszuloten. Danach werde die Arbeitnehmervertretung über einen Einstieg in eine Mediation entscheiden. Zwei bisher vorgesehene Treffen, in deren Mittelpunkt die Stellenplanung des drittgrößten deutschen Universitätsklinikums steht, hatte der Betriebsrat abgesagt, weil der private Krankenhausbetreiber sich bislang geweigert hatte, während der Vermittlung auf den Stellenabbau zu verzichten. Unterdessen hat Ministerpräsident Bouffier über Regierungssprecher Michael Bußer erklären lassen, er freue sich, dass es jetzt zu Gesprächen zwischen Betriebsrat und Mediatoren komme. Derweil haben der Gießener SPD-Landtagsabgeordnete Gerhard Merz und sein Marburger Parteikollege Dr. Thomas Spies den vom Betriebsrat erzielten Verhandlungserfolg mit der Landesregierung als „wichtigen Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnet. „Der Betriebsrat hat das konstruktive Gespräch mit der Landesregierung gesucht und hart verhandelt“, sagte Merz. „Nun muss die Landesregierung liefern und das Verhandlungsergebnis beim Rhönklinikum durchsetzen“, ergänzte Spies. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-03-29) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-30 bis 2012-05-30 | |
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| „Engpass“: In OP-Sälen ruhte alles | |
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Uniklinikum: Krankheitsbedingt große Ausfälle - Betriebsrat spricht von Überlastung
(tt). Am Gießener Universitätsklinikum standen in der vergangenen Woche für zumindest einen Vormittag die Operationssäle still. Frank Steibli, Sprecher des Universitätsklinikums (UKGM) Gießen und Marburg, räumte ein, „dass es in der Tat zu einem kurzfristigen Engpass“ gekommen sei, den man nicht habe planen können. „Krankheitsbedingt“ habe das Haus große Ausfälle zu verzeichnen gehabt. Diese hätten in erster Linie die Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) betroffen. Die Aufgabe der Mitarbeiter besteht unter anderem darin, Medizinprodukte zu reinigen, zu sterilisieren und zu desinfizieren. Auch stellen sie das Operationsbesteck bereit. Wie Steibli betonte, hätte entgegen anderslautenden Meldungen jedoch keine Operation abgesagt werden müssen. „Davon kann man wirklich nicht sprechen“, so der UKGM-Sprecher. Ein Zusammenhang mit der zurzeit laufenden Diskussion über einen Stellenabbau bestehe ausdrücklich nicht, betonte Steibli. Vonseiten des Betriebsrats war indes zu vernehmen, dass die große Zahl der Krankheitsfälle in der ZSVA in erster Linie der Überlastung der Beschäftigten geschuldet sei. Schon heute lasse sich die Krankenversorgung auf dem gegenwärtigen Niveau nur mit Überstunden sicherstellen. Komme es zu einem weiteren Stellenabbau, wäre ein Leistungseinbruch, verbunden mit einer Abwärtsspirale nicht mehr aufzuhalten. Die ZSVA steht neben anderen Abteilungen im Fokus möglicher Einsparüberlegungen der Rhön-Klinikum AG, die das UKGM betreibt. Die Ankündigung des Konzerns, 500 Stellen zu reduzieren, hat in Hessen und darüber hinaus zu großer Empörung geführt. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-03-28) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-30 bis 2012-05-30 | |
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| Mediationsgespräch zweites Mal abgesagt | |
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(tt). Dr. Wolfgang Gerhardt (FDP) und Friedrich Bohl (CDU) warten bisher vergeblich auf ihren Einsatz: Der Betriebsrat des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) hat auch das zweite für gestern vorgesehene Mediationsgespräch über den drohenden Stellenabbau an dem Großkrankenhaus abgesagt, nachdem bereits ein in der vergangenen Woche vorgesehenes Treffen nicht zustande gekommen war. Als Mediatoren hat das Land Gerhardt und Bohl benannt. Solange die wichtigste Forderung der Arbeitnehmervertretung nicht erfüllt sei, werde es zu keinen Gesprächen kommen, betonte am Freitag der Gießener Betriebsratsvorsitzende Klaus Hanschur auf Anfrage. „Als Grundlage für eine Mediation muss zunächst der Stellenabbau gestoppt werden. Es kann nicht sein, dass wir verhandeln und parallel dazu Stellen gestrichen werden“, verdeutlichte Hanschur. Zurzeit prüfe die Arbeitnehmervertretung juristische Schritte gegen den Arbeitgeber, da dieser trotz mehrfacher Aufforderung seiner Informationspflicht über den Stellenplan immer noch nicht nachgekommen sei. Der Betriebsrat gehe nach wie vor davon aus, dass die Rhön-Klinikum AG als Betreiberin des Uni-Klinikums an ihrem Ziel festhalte, rund 500 Stellen abzubauen. Unterdessen hat der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel den Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden der Rhön AG, Wolfgang Pföhler, gefordert. Der Konzern ziehe das Land am Nasenring durch die Arena, sagte er gegenüber der Wetzlarer Neuen Zeitung. Der SPD-Politiker bestritt, dass Rhön seine Pläne aufgegeben habe. „Denen geht es nur um die Finanzen.“ Tatsächlich sei der Stellenabbau bereits in vollem Gange, indem befristete Arbeitsverträge nicht verlängert würden.
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-03-24) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-26 bis 2012-05-26 | |
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| UKGM: Wechsel in Geschäftsführung - Höftberger geht | |
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(hks). Inmitten der anhaltenden Diskussionen um einen etwaigen Stellenabbau am Universitätsklinikum Gießen und Marburg hat es einen Wechsel im Führungsgremium der GmbH gegeben: Der Aufsichtsrat hat einstimmig Dr. Christiane Hinck-Kneip in die Kaufmännische Geschäftsführung am Standort Gießen und Martin Menger in die Geschäftsführung Zentrale Dienste gewählt. Dr. Christian Höftberger, bisheriger Kaufmännischer Geschäftsführer, geht zum 31. März, berät aber das Klinikum weiter. Das teilte Sprecher Frank Steibli mit. Zu den Hintergründen gab es keine Erklärung.
Dr. Hinck-Kneip (49) arbeitet seit Juli 2011 im Stab der Vorsitzenden der UKGM-Geschäftsführung und wird zum 1. April ihre neue Funktion übernehmen. Sie ist Fachärztin für Kinderheilkunde und war zuletzt Dezernatsleiterin Strategisches Controlling am Uniklinikum Schleswig-Holstein, dort von 2003 bis 2007 Mitglied im Aufsichtsrat sowie 2004 bis 2008 Stabsstellenleiterin Medizin- und Pflegecontrolling. Sie wolle gemeinsam mit den Beschäftigten sowie Klinik- und Institutsdirektoren dafür Sorge tragen, „dass am Standort Gießen des UKGM, auch unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, weiterhin eine hochwertige medizinische Versorgung für unsere Patienten angeboten wird“. Martin Menger (52), Vorstand Nord/Ost der Rhön-Klinikum AG, wird - vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrates des Konzerns - ab dem 1. April die Geschäftsführung des UKGM verstärken. Er wird die seit Längerem nicht mehr besetzte Geschäftsführerfunktion „Zentrale Dienste“ übernehmen. Dort soll er als Schnittstelle für alle Personal- und Sachthemen zuständig sein, heißt es. Ihm obliegen die Vertretung der Gesellschaft gegenüber dem Gesamtbetriebsrat sowie in Personal- und Sozialangelegenheiten, beispielsweise gegenüber den Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden. „Die öffentliche Diskussion über das UKGM ist alles andere als konstruktiv und nicht förderlich für das Universitätsklinikum Gießen und Marburg und trifft vor allen Dingen die Mitarbeiter und Patienten. Ob und inwieweit es Kommunikationsprobleme gegeben hat oder gibt, vermag ich von außen nicht zu beurteilen. Mein Ziel ist es, mehr Ruhe und Sachlichkeit in die Diskussion zu bekommen“, wird Menger zitiert. „Wir bedauern das Ausscheiden von Dr. Höftberger und wünschen ihm für seinen weiteren beruflichen und persönlichen Lebensweg alles Gute“, so Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Pföhler. Höftberger habe sich insbesondere bei der Integration des Universitätsklinikums in den Rhön-Verbund und mit dem Einzug in den Gießener Neubau und dessen Inbetriebnahme große Verdienste erworben. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-03-24) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-26 bis 2012-05-26 | |
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| Störungen gut zu therapieren | |
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Prof. Weidner über sexuelle Funktionsstörungen - Am Mittwoch Prostata-Tag
(fm). „Sexuelle Funktionsstörungen betreffen nicht nur die Erektion“, betont Prof. Dr. Wolfgang Weidner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, im Vorfeld des Prostata-Tags, der am kommenden Mittwoch ab 18 Uhr im Hörsaal Anatomie, Aulweg 123, stattfinden wird. Laut Weidner glauben viele Männer, dass eine gesunde Sexualität besonders durch eine nachlassende Erektion im Alter reduziert wird. Diese tritt individuell unterschiedlich auf und beruht auf vielen Faktoren, die unter anderem den Gefäßstatus, die hormonelle Situation, metabolische Risikofaktoren wie Diabetes mellitus und natürlich auch die Psyche betreffen. „Erektionsstörungen sind durch moderne Medikation mit Phosphodiesterasehemmern gut zu therapieren“, betont der Experte. Es treffe sich dabei gut, dass diese Medikamente auch in der Therapie der Blasenentleerungsstörung bei Altersprostata eingesetzt werden und sozusagen „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“. Ejakulationsstörungen können sich als altersbedingte Abnahme der Samenmenge und als „trockene Ejakulation“ bemerkbar machen. Letztere ist laut Weidner ein typisches Symptom einer Prostata-Operation, das sich auch durch moderne, nicht-invasive Verfahren wie eine Laser-Therapie nicht verhindern lasse. Dennoch sei in der Partnerschaft eine erfüllte Sexualität möglich, da der Orgasmus „per se“ nicht betroffen sei. Eine schmerzhafte Ejakulation betreffe vor allem jüngere Männer, die nicht an einer Altersprostata, sondern an einer Entzündung der Drüse leiden. Gerade der Schmerz bei der Ejakulation sei aber ein typisches Symptom und sollte Anlass geben, nach einer Prostata-Entzündung zu fahnden. Darüber hinaus stellt Weidner klar, dass der vorzeitige Samenerguss „fast niemals prostatagebunden“, sondern entweder angeboren oder „ein erworbenes Problem“ sei, das mit modernen Medikamenten gut therapiert werden könne. Zur Sexualität stellt der Urologe fest, „dass im Alter die Steifigkeit des Gliedes abnimmt - bei gleichzeitig notwendiger höherer Penetrationskraft für das Eindringen in die weibliche Scheide“. Diese physiologische Entwicklung könne zu kritischen Situationen führen, die die Partnerschaft negativ beeinflussen können. „Darüber hinaus bestehen bei vielen Paaren gerade im Alter verklärte Vorstellungen über die Dauer des Geschlechtsverkehrs und auch die Zeit bis zum Samenerguss in der Scheide.“ Neue sexualmedizinische Daten zeigten jedoch, „dass ein Großteil älterer Männer durchaus in der Lage ist, eine erfüllte gemeinsame Sexualität in der Partnerschaft zu erleben“. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-03-24) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-26 bis 2012-05-26 | |
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| Zwei neue Mitglieder in Klinikum-Geschäftsführung | |
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Gießen (ta). Das Uniklinikum Gießen und Marburg hat wieder zwei neue Führungskräfte bekommen. Dr. Christiane Hinck-Kneip, seit Juli 2011 im Stab des Vorsitzenden der Geschäftsführung tätig, übernimmt zum 1. April die Kaufmännische Geschäftsführung am Standort Gießen.
Sie tritt damit die Nachfolge von Dr. Christian Höftberger an, der zum Monatsende nach dreijähriger Tätigkeit die fünfköpfige Geschäftsführung verlässt, das Haus aber weiter beraten will. Die Leitung der Zentrale Dienste für beide Standorte innerhalb der Geschäftsführung soll zum 1. April Martin Menger übernehmen. Die Stelle war vakant, seit Vorgänger Dr. Peter Mein nach vier Jahren beim Klinikum im April 2011 praktisch von einem Tag auf den nächsten von seinen Aufgaben entbunden worden war. Dr. Hinck-Kneip (49) ist Fachärztin für Kinderheilkunde und war vor dem Wechsel nach Gießen zuletzt lange am Uniklinikum Schleswig-Holstein, darunter als Aufsichtsratsmitglied sowie Stabsstellenleiterin Medizin- und Pflegecontrolling. Martin Menger (52) verfügt über 20-jährige Klinikerfahrung und ist elf Jahren im Konzern in leitender Stellung tätig, derzeit noch als Vorstand Nord/Ost der Rhön-Klinikum AG. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-03-24) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-26 bis 2012-05-26 | |
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| »Innere Motivation« von Patienten ist verbesserungsfähig | |
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Ehemaliger Weltklasse-Athlet Harald Schmid sprach vor über 100 Ärzten beim »Gießener Diabetes-Symposium«
Gießen (if). Der Umgang mit Diabetes fällt Menschen leichter, die die Zuckerkrankheit verstehen. »Mondiab«, eine Studie von Wissenschaftlern der Universitäten Luxemburg und Metz, hat dies jetzt bestätigt. Allerdings ergab sich dabei, dass jeder dritte der rund 400 befragten Diabetiker die »innere Motivation« vermissen ließ, selbst auf gesunde Blutzuckerwerte zu achten. Eine Lektion, wie man Diabetiker dazu bewegen kann, eine aktive Rolle im Umgang mit der Krankheit zu übernehmen, erfuhren dieser Tage auf höchst unterhaltsame Weise weit über hundert Ärzte im Bürgerhaus Kleinlinden. Zum »Diabetes-Symposium 2012« hatte Gastgeber Dr. Michael Eckhard, Leiter des neu formierten »Universitären Diabeteszentrum Mittelhessen« an der Medizinischen und Poliklinik III Dr. Harald Schmid eingeladen. Während auf dem Bildschirm das Hürden- Finale der Weltmeisterschaft 1987 in Rom ablief, schilderte der heute 54-jährige frühere Weltklasse-Hürdenläufer am eigenen Beispiel sowie anhand einer von ihm geleiteten Diabetiker-Gruppe, aus welchen Quellen Motivation gespeist wird: Er hatte die Gruppe in kurzer Zeit bis zum Halbmarathon geführt. Seine eigene Motivation zur Spitzenleistung hatte er aus dem Vorsatz bezogen: »Ich will das Training jeden Tag genießen«. Eckhard hatte einleitend das neue Zentrum vorgestellt: Es betreut in der Hochschulambulanz Patienten mit komplizierten Krankheitsverläufen oder ist präsent, sofern eine weiterführende Diagnostik erforderlich wird und wenn in hausärztlichen oder in diabetologischen Schwerpunktpraxen die individuellen Ziele nicht erreicht werden. »Wir brauchen eine breite Versorgung«, betonte Dr. Eckardt angesichts der aktuellen Zahlen: 80 bis 90 Prozent der schätzungsweise 100000 Diabetiker allein in Mittelhessen befinden sich in hausärztlicher Betreuung, jede der hessischen Schwerpunktpraxen versorgt überschlägig rund 4000 Patienten. Angesichts der steigenden Erkrankungszahlen gelte es, in Netzwerken verzahnt zu arbeiten. »Wir sind auf gutemWege dazu«. Häufig kommen spritzende Patienten mit unerklärlich scheinenden Blutzuckerschwankungen in Diabetesberatungen und Sprechstunden. Viele dieser Schwankungen, so stellt sich dann heraus, beruhen auf Fehlern bei der Injektionstechnik. Dr. Jutta Liersch, Leiterin des Gießener Diabetes- Schulungszentrums, präsentierte als Mitautorin sozusagen zum »90-jährigen Jubiläum« der Insulin-Therapie einen neuen Leitfaden des Verbandes der Diabetes-Beratungs-und Schulungsberufe VDBD. Die Empfehlungen, so Liersch, sollen dazu beitragen, »ohne erhobenen Zeigefinger« die Angst vor der Injektion zu nehmen und Fehler zu vermeiden. Auf einem völlig neuen Therapieansatz beruht ein kurz vor der Markteinführung stehendes Medikament. Wie Prof. Juris J. Meier von der Ruhr-Universität Bochum bei seinem Überblick über die Therapie des Typ II Diabetes berichtete, hemmt es den Rücktransport der in den Nieren aus dem Primärurin gefilterten Glukose. Damit verschwinde der Zucker aus dem Blut, der über andere Medikamente »in die Zelle gedrückt wird«. Mit der Präsentation zweier interessanter Fälle aus der Praxis bereicherten Dr. Tina Hoffmann, Dr. Britta Fischer und Heike Weber das informative Symposium. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-03-24) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-26 bis 2012-05-26 | |
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| UKGM-Pläne: „Die Wut der Menschen ist ungebrochen“ | |
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(tt). Der Betriebsrat des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) hat seine Forderung an die Rhön-Klinikum AG bekräftigt, endlich das Ausmaß der geplanten Stellenreduzierung an dem Großkrankenhaus zu beziffern. Heute werde sich die Arbeitnehmervertretung mit einer Rechtsanwältin beraten, um juristische Schritte auszuloten, sagte der Betriebsratsvorsitzende am Standort Gießen, Klaus Hanschur, am Abend. „Wir haben den Arbeitgeber aufgefordert, die befristeten Verträge, die nicht verlängert werden, und die freien Stellen, die nicht besetzt werden, zu benennen“, so Hanschur. Unterdessen haben am Donnerstag am Rande der Aufsichtsratssitzung des UKGM wieder bis zu 500 Beschäftigte am Haupteingang in Gießen gegen die Stellenpläne des privaten Krankenhausbetreibers protestiert. „Die Wut der Menschen ist ungebrochen“, sagte Hanschur.
Die Medizin-Fachbereichsräte in Gießen und Marburg haben derweil in einem offenen Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Rhön-Klinikum AG, Wolfgang Pföhler, ihre Besorgnis dargelegt, „dass die Situation des UKGM den Fortbestand des öffentlichen Kooperationsmodells in Mittelhessen und damit die Wissenschaft und die Krankenversorgung gefährdet“. Die derzeitige Entwicklung sei das Ergebnis der von der Rhön AG nicht genutzten Chance, bestehende Probleme frühzeitig und transparent mit den Universitäten und den Fachbereichen zu beraten und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. Um die Konzernleitung ins Bild zu setzen, laden die Fachbereichsräte Pföhler zu ihrer nächsten Sitzung nach Marburg ein. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-03-23) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-26 bis 2012-05-26 | |
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| Diabetes-Symposium von Medizinischer Klinik II und Diabeteszentrum mit über 100 Teilnehmern | |
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GIESSEN-KLEINLINDEN (fod). So gut heutige Medikamente Diabetikern helfen mögen, hängt ihre Wirkung doch auch davon ab, ob sie von Patienten richtig angewandt werden. Wie die Praxis zeigt, ist das häufig nicht der Fall, haben es Ärzte mit unerklärlichen Blutzuckerveränderungen oder einer nicht zufriedenstellenden Stoffwechsellage zu tun. So wusste Dr. Jutta Liersch beim alljährlichen Diabetes-Symposium der Medizinischen Klinik II des Gießener Uniklinikums und des Universitären Diabeteszentrums Mittelhessen (UDZM) zu berichten, dass 33 Prozent vor der Injektion Insulin und Lösungsmittel nicht richtig mischen, „was die Ursache für schwere Blutzucker-Schwankungen sein kann“. 20 Prozent der Patienten würden zudem immer an die gleiche Stelle stechen, was zur Bildung von Lipohypertrophien, einer Umfangvermehrung des Unterhautfettgewebes, führe, „wodurch die Insulinverteilung nicht mehr richtig funktioniert“, so Liersch. Wenn sie Diabetiker nach dem Grund frage, werde ihr gesagt, dass es dort weniger wehtut, erfuhren die über hundert teilnehmenden Ärzte im Bürgerhaus Kleinlinden. „Wir müssen der Injektion mehr Augenmerk widmen, als wir das in den letzten Jahren getan haben“, schloss die Leiterin Diabetes-Schulungszentrums am Gießener Klinikum aus diesen Erfahrungen. Denn neben einem besseren Gesundheitszustand könnten auch enorme Kosten eingespart werden. Bei täglich rund zehn Millionen verabreichten Insulindosen in Deutschland schätzte sie die Einsparung bei einem eigentlich empfohlenen regelmäßigen Wechsel der Einstichstelle pro Fall auf jährlich bis zu 2400 Euro. Noch größere Bedeutung erhält dies vor dem Hintergrund der steigenden Diabetikerzahl. Schon jetzt gebe es alleine in Mittelhessen etwa 100 000 bei 1,064 Millionen Einwohnern, berichtete Dr. Michael Eckhard von der Medizinischen Klinik II. Auch die notwendig gewordenen Amputationen vor allem wegen des Diabetischen Fußes hätten zugenommen, auf hessenweit mittlerweile um die 3300. „Die Zahl der Diabetiker ist immens steigend und wird uns in den nächsten Jahren noch viele Probleme bereiten“, gab der Mediziner zu bedenken. Eine breite Versorgung bei gleichzeitig gesicherter Finanzierung der sich verändernden Bedingungen werde daher nur „bei einer verzahnten Zusammenarbeit von Kliniken, Hausärzten und Schwerpunktpraxen funktionieren“. Mit dem universitären Diabeteszentrum Mittelhessen und weiteren Einrichtungen im Netzwerk seien in unserer Region bereits die Voraussetzungen geschaffen worden, so Eckhard. Aufbauend auf eine basisorientierte Wissenschaft und einen schnellen Transfer der Kenntnisse in die Versorgung, „soll dabei der individuelle Patient im Mittelpunkt stehen“, betonte er. Auf großes Interesse stießen die Forschungsergebnisse, die Prof. Juris Meier vom Uniklinikum Bonn präsentierte. Der Arzt stellte ein neues, demnächst auf den Markt kommendes Medikament für Diabetes Typ II vor, das an der Niere ansetzt und dort diejenigen Transporter-Proteine hemmt, die für die 90-prozentige Rückresorption der Glucose sorgen. „Das führt dazu, dass die Glucose im Harn erscheint“, also aus dem Körper entfernt wird, während sie mit den bisherigen Medikamenten „nur in die Zelle gedrückt wird“. Das Resultat ist neben einem Absinken des Blutzuckerspiegels auch eine Gewichtsreduktion bis zu drei Kilogramm, sagte Meier. Zudem riet der Mediziner, den Arzneistoff Metformin „nicht zu früh abzusetzen“. Dieser sollte auch weiterhin „die Grundlage der Diabetestherapie bilden“, wie er an Studienergebnissen veranschaulichte. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-03-23) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-26 bis 2012-05-26 | |
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| Lungenkrebs: Patienten werden immer jünger | |
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»Aktion Rückenwind« ließ in der Universitäts-Aula heimische Krebsspezialisten zu Wort kommen
Gießen (if). »Früher hatten wir meist 60- oder 70-Jährige. Doch wenn ich über die Stationen gehe, sehe ich zunehmend jüngere Patienten – schon 30- und 40-Jährige«, berichtet Assistenzarzt Nico Lang aus dem Uniklinikum. Eine deutliche Verjüngung seiner Patienten und eine gleichzeitige Zunahme des Anteils der Frauen zum Zeitpunkt der gefürchteten Diagnose »Bronchialkarzinom « registriert auch Dr. Andreas Käbisch aus der Gießener Gemeinschaftspraxis für Hämatologie und Onkologie.Worauf ist diese Entwicklung zurückzuführen? Dr. Käbisch: »Ich denke, die Verjüngung hat mit dem früheren Beginn des Rauchens zu tun.« Während an den Ständen im Foyer ergänzendes Informationsmaterial auslag, bestätigten die beiden Gießener Krebsexperten am Samstagmorgen an einer der »Gesprächsinsel« in der Uni-Aula die nahe liegende Frage, wie es in Gießen um das Bronchialkarzinom, dem 2008 allein in Deutschland 30000 Menschen – und damit mehr, als an Brust-, Prostata- und Darmkrebs zusammen starben – zum Opfer fielen, bestellt ist. Teilnehmer der Infoveranstaltung »Rückenwind bei Lungenkrebs« waren an anderen »Inseln« im angeregten Gespräch mit dem Gießener Thoraxchirurgen Prof. Johannes Bodner, der Strahlentherapeutin Prof. Rita Engenhart-Cabillic, dem Ärztlichen Direktor der Lungenklinik Waldhof-Elgershausen, Prof. Andreas Günther, sowie dem Diplom-Psychologen Christian Rüger und dem Stv. Direktor der Medizinischen KlinikV, Prof. Ulf Sibelius. Zuvor schon hatten sie – komprimiert und sachlich, ohne unangebrachte Schönfärberei –, über das Bronchialkarzinom, seine verschiedenen Formen, über Diagnostik und heutige Behandlungsmöglichkeiten aus ihrer jeweiligen Perspektive berichtet, ehe sozusagen als »Stimme der Angehörigen« Moritz Krebs, Sohn des an Lungenkrebs gestorbenen Schauspielers Diether Krebs, das Mikrofon ergriff: Er erzählte, wie einem zumute ist, wenn man am Kiosk die Schlagzeile »Krebs hat Krebs« lesen muss und Jahre später auch noch die Mutter an den Killer verliert. Barbara Baysal präsentierte anschließend eine bereits vor acht Jahren ins Leben gerufene »Aktion Rückenwind«, die nach eigenen Darstellungen Patienten und Angehörige »beim Umgang mit der Krankheit unterstützen« und helfen will, »nach vorne zu schauen«. Man wolle Möglichkeiten bieten, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen um zu verhindern »der Erkrankung allein ausgeliefert zu sein«. In Gießen müssen Betroffene zusammen mit den jeweiligen Ärzten nicht befürchten, »alleingelassen « zu sein: Im »Gießener Tumor Board« treffen sich jede Woche, meist montags, die erfahrensten Krebsspezialisten der Region. Dabei kommen oft bis zu 15 neu diagnostizierte Tumorerkrankungen oder im Laufe der Behandlung aufgetretene tumorspezifische Nebenwirkungen zur Sprache, wobei die Expertise der unterschiedlichen Disziplinen in die Behandlungsempfehlungen für den Patienten einfließt. Zugleich verfügte in Gießen die Palliativmedizin, die das Ziel hat, den Patienten eine bestmögliche Lebensqualität zu erhalten, noch ehe in den Nachbarstädten Hospize für schwerkranke Patienten mit lebensbegrenzenden Krankheiten errichtet wurden, in der »alten Frauenklinik« bereits über eine vielgelobte eigene Station. Mit dem in Kooperation mit Evangelischer und Katholischer Seelsorge und dem Hospizverein Gießen vom Förderverein »PalliativPro « ergänzend dazu organisierten »Spezialisierten ambulanten Palliativ Care Team« besteht seither in enger Zusammenarbeit mit Pflegediensten und Hausärzten bei medizinischen Notfällen nach der Kliniksentlassung eine 24-Stunden- Erreichbarkeit rund um Gießen. Im Einsatz sind dabei sowohl Ärzte der Medizinischen Klinik V, Pflegekräfte mit Fachpflegeausbildung als auch ehrenamtliche ärztliche Mitarbeiter. Unabhängig davon mehren sich Erwartungen, dass eine neu einzurichtende eigenständige Abteilung Palliativmedizin im Klinikumsneubau bei einer erforderlich werdenden stationären Behandlung auch über die dazu nötigen Betten verfügen wird. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-03-22) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-26 bis 2012-05-26 | |
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| Appell: Unrealistische Gewinnziele aufgeben | |
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Fachbereichsräte Medizin appellieren gemeinsam an Rhön-Vorstand Wolfgang Pföhler – Gespräch angeboten
Gießen (srs). Angesichts möglicher massiver Stellenstreichungen und offenbarer ökonomischer Schwierigkeiten am Uniklinikum wenden sich die Fachbereiche Humanmedizin der Universitäten Gießen und Marburg in einem offenen Brief direkt an den Vorstandsvorsitzenden der Rhön AG. Die beiden Fachbereichsräte fordern Wolfgang Pföhler auf, von »unrealistischen Gewinnerwartungen« Abstand zu nehmen sowie Forschung und Lehre zumindest »auf gleicher Augenhöhe « wie die Krankenversorgung zu betrachten. Sie bitten um Grundsatzentscheidungen in den kommenden Wochen – und unterbreiten Pföhler ein Gesprächsangebot. »Mit großer Sorge« verfolge man die Diskussion um Planungen zum Personalabbau, schreiben die Fachbereichsräte, denen Professoren, Ärzte und Mitarbeiter sowie Studenten der medizinischen Fakultäten in Gießen und Marburg angehören. Eine umfangreiche Stellenreduzierung würde die Krankenversorgung »auf ein inakzeptables Niveau « sinken lassen, warnen sie. »Dies schadet dem einzelnen Patienten, aber auch dem Ruf des Klinikums und damit der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung.« Zudem sei offensichtlich, dass im Fall eines Personalabbaus »die Aufgaben in der Lehre und Forschung zugunsten der Aufgaben in der Krankenversorgung zurücktreten«. Es gebe »deutliche Hinweise, dass schon jetzt vom Fachbereich finanzierte Arztstellen mit Aufgaben in Forschung und Lehre regelwidrig in der Krankenversorgung eingesetzt werden.« Der offene Brief fordert im Besonderen »Klarheit über die finanziellen Belastungen des UKGM« und äußert darüber hinaus den Wunsch, die Fachbereichsräte in die Entwicklung und Zukunftsstrategien einzubinden. Diese bemängeln darüber hinaus den Kommunikationsstil des Klinikbetreibers. Sie laden Pföhler nun zu einer Sitzung am 17. April in Marburg ein. Zwei Stunden lang diskutierten die Fachbereichsräte am Dienstagabend in einem Saal des Biomedizinischen Forschungszentrums über den offenen Brief. Die Dekane Trinad Chakraborty (Gießen) und Matthias Rothmund (Marburg) hatten einen Entwurf vorgelegt. Dieser war den Professoren, Ärzten, Mitarbeitern und Studenten jedoch »nicht offensiv genug.« So erarbeiteten sie noch während des Treffens die Forderungen, die nun im Brief enthalten sind. »Die Argumente sind längst benannt«, erklärte ein Teilnehmer. »Nur wenn wir Forderungen stellen, können wir Antworten erwarten.« Auch die Präsidenten der Justus-Liebigsowie der Philipps-Universität, Joybrato Mukherjee und Katharina Krause, nahmen an der Sitzung teil. Beide betonten, auf baldige Antworten zu drängen. »Jeden Tag geht unser wichtigstes Kapital verloren: das Vertrauen in unsere Institutionen«, sagte Mukherjee. Krause wies auf Unsicherheiten kurz vor Beginn des Sommersemesters zum Beispiel bei Berufungsverfahren neuer Professoren hin. »Welche Verträge werden verlängert? Wer steht uns in Zukunft zur Verfügung?«, fragte sie. Hier erwarte man schleunigst Klärung. Ein Teilnehmer der Sitzung schlug vor, im Brief festzuhalten, »wir wären auch mit einer schwarzen Null in den Bilanzen zufrieden.« Dekan Chakraborty jedoch winkte sofort ab: »Das wäre sinnlos. Da käme als Antwort: Ihr habt doch keine Ahnung.« »Wo ist die ganze Vision geblieben?«, klagte unterdessen ein Marburger Professor während der Sitzung. »Herr Pföhler wollte doch die Uniklinik kaufen. Er hat uns damals gesagt, er will Zugang zu Forschung und Ausbildung. « Noch immer fehle »eine glaubwürdige Konzeption«, merkte Krause an. Zum »Flaggschiff« des Konzerns habe Pföhler im Jahr 2005 das Klinikum in Gießen und Marburg ausgerufen. Dies solle derVorstandsvorsitzende endlich in konkrete Schritte fassen. Privatisierung für viele gescheitert Die Beratung am Dienstag machte deutlich: Aus Sicht vieler Professoren, Mitarbeiter und Studenten in den Fachbereichsräten ist die Privatisierung des Uniklinikums zumindest in der derzeitigen Form gescheitert. »Wir müssen uns auf Plan B vorbereiten – auf eine Rücknahme der Privatisierung«, schlugen mehrere Teilnehmer vor. »Das Land sollte den Anteil am UKGM von jetzt fünf auf 51 Prozent erhöhen, um einen Teil der Bauinvestitionen zu refinanzieren«, brachte ein anderer vor. Für eine zumindest teilweise Rücknahme der Privatisierung fehle indes noch »eine gute Geschichte«, damit die Betreiber und Initiatoren der Privatisierung ihr Gesicht wahren könnten, hielt währenddessen die Marburger Universitätspräsidentin Krause fest. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-03-22) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-26 bis 2012-05-26 | |
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| Künftig koordiniertes Vorgehen gegen multiresistente Erreger | |
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Am Mittwoch Netzwerk-Gründung - Krankenhäuser besonders von dem Problem betroffen
KREIS GIESSEN (red). Multiresistente Erreger, kurz MRE, stellen nach Einschätzung der Europäischen Gesundheitsbehörde die schlimmste Krankheitsbedrohung in Europa dar. Von der Problematik sind insbesondere Krankenhäuser betroffen. Jährlich erleiden circa vier Millionen Menschen in Europa eine Krankenhausinfektion. Dabei kommt es zu etwa 50 000 Todesfällen. Der Kreis Gießen tut jetzt etwas. Zunehmend mehr Infektionen werden durch Erreger verursacht, gegen die Antibiotika kaum noch oder gar nicht mehr wirken. Das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen initiierte deshalb das MRE-Netz Mittelhessen. Am kommenden Mittwoch, 21. März, findet um 14 Uhr die Gründungsveranstaltung des Netzwerks sowie des gleichnamigen Fördervereins mit über 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im großen Saal der Kongresshalle in Gießen statt. „Ziel ist es, die steigende Zahl von Infektionen durch multiresistente Erreger zu bekämpfen und Patienten besser zu schützen, indem die Akteure des Gesundheitswesens in den Regionen sensibilisiert, miteinander verknüpft und Maßnahmen angeregt werden“, sagt Dirk Oßwald, Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent. Die effektive Bekämpfung setze eine koordinierte Vorgehensweise der Akteure im Gesundheits- und Pflegewesen sowie einen zielgerichteten Wissenstransfer voraus. Deshalb arbeiten in dem Netzwerk medizinische Einrichtungen sowie Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege, des Rettungsdienstes und des Krankentransports. Außerdem dabei sind die Landesärztekammer Hessen, Kassenärztliche Vereinigung Hessen, Labore, die Universitäten Gießen und Marburg und die Gesundheitsämter der Landkreise Gießen, Lahn- Dill, Limburg-Weilburg, Marburg-Biedenkopf sowie des Vogelsbergkreises zusammen. „Es sollen möglichst alle Akteure des Gesundheits- und Pflegewesens für die Mitwirkung gewonnen werden“, sagt Dr. Jörg Bremer, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis Gießen. Und weiter: „Wir freuen uns, mit Professor Eikmann, dem Leiter des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin an der JLU Gießen einen kompetenten Fachmann als wissenschaftlichen Organisator des Netzwerkes gewonnen zu haben.“ Für eine einheitliche und verbindliche Verfahrensweise im Umgang mit MRE sollen alle vorhandenen und erforderlichen Maßnahmen zur Erkennung, Behandlung und Bekämpfung optimal genutzt werden. „Das MRE-Netz Mittelhessen ist eine Plattform für Informationsaustausch und Fortbildung und bietet bedarfsgerecht praktische Hilfestellung an“, ergänzt Iskender Isikci, Gesundheitskoordinator des Landkreises Gießen. Für Patienten mit MRE und deren Angehörige stellt das Netzwerk Informationen und praktische Hygieneempfehlungen bereit. „Dadurch können unnötige Ängste und Sorgen abgebaut werden“, versichert Dirk Oßwald. Die Mitgliedschaft im MRE-Netz Mittelhessen ist kostenlos. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-03-19) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-19 bis 2012-05-19 | |
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| Millionen von Männern im höheren Alter betroffen | |
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Fachvortrag zum "Beningnen Prostata-Syndrom" am 28. März
Über einen Spezialbereich der gestörten Sexualität bei der Altersprostata spricht Oberarzt Dr. Dr. Thomas Bschleipfer von der Urologischen Klinik am 28. März im großen Hörsaal Anatomie (Aulweg 123) beim Prostata-Tag der Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie des Berufsverbands der Urologen in Hessen (BDU) und des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS). Im Vorfeld seines Fachvortrags „Benignes (Gutartiges) Prostata- Syndrom – Sexualität bei konservativer und operativer Therapie“ stellt Bschleipfer klar, dass die Altersprostata mit Blasenentleerungsstörungen einhergeht, die in der Medizin als Benignes Prostata-Syndrom (BPS) beschrieben werden. Charakteristisch für das Krankheitsbild seien „sowohl irritative Symptome wie die erschwerte Miktion“ (Wasserlassen). Da die Häufigkeit des BPS mit steigendem Alter zunehme, seien in Deutschland Millionen von Männern im höheren Alter betroffen. Als typische sexuelle Störungen sei mit Libidoverlust, Erektionsstörungen (ED), verringerter Orgasmusfähigkeit und Ejakulationsstörungen zu rechnen. Diese nehmen mit dem Alter zu und hängen vom Ausmaß der Blasenentleerungsstörung ab. Laut Bschleipfer bedeutet das, „dass eine Blasenentleerungsstörung bei Altersprostata häufig mit sexuellen Störungen einhergeht“. Die Therapie der Altersprostata erfolgt primär medikamentös. Neben pflanzlichen Präparaten werden insbesondere Alpha-Blocker oder 5-Alpha-Reduktasehemmer verwendet, die zu zehn bis 15 Prozent der Patienten zu Erektions- und/oder Ejakulationsstörungen führen können. Die operativen Verfahren beinhalten im Wesentlichen die Hobelung der Prostata mit der elektrischen Schlinge (TUR-P) oder Laser-Verfahren (z.B. Laser-TUR-P). Trotz hervorragender Therapieergebnisse für die Blasenentleerung können beide Techniken zu sexuellen Funktionsstörungen führen, wobei laut Bschleipfer bei praktisch allen operativen Verfahren Ejakulationsstörungen eintreten. „Auch ejakulationsprotektive Resektionsverfahren schützen den Patienten nicht ausreichend vor dem Verlust des Samenergusses.“ |
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| Quelle: Giessener Anzeiger (2012-03-17) | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-19 bis 2012-05-19 | |
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| Farbe, Tiefe, Trost | |
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Susanne Stoll stellt im Foyer des Klinikneubaus aus
Kahl und weiß waren bisher die Wände im Foyer des Neubaus des Uni-Klinikums. Eine Ausstellung mit Gemälden der Gießener Künstlerin Susanne Stoll belebt nun die Empfangshalle sowie die Notaufnahme im Untergeschoss mit Farbe und Tiefe. 27 Acrylkunstwerke, balancierend zwischen gegenständlicher und abstrakter Malerei, laden zum Betrachten und Innehalten ein. Mit einer selbst entwickelten Schichttechnik hat die Malerin unter anderem den Blick auf eine südeuropäische Stadt am Wasser sowie flimmernde Nordlichter auf der Leinwand festgehalten. Die Schichttechnik lässt die Motive bisweilen mehrdimensional erscheinen. Gleichzeitig verleihen die Werke dem Betrachter Spielraum, eine eigene Sicht und Interpretation für die Gemälde zu finden. Sie wolle »die Atmosphäre für Patienten, Besucher und Mitarbeiter positiv beleben«, hielt Stoll während der Vernissage fest. »Lebensbejahend, ruhig und besinnlich – ebenso auch spannend, kraftvoll und energiegeladen« seien die Werke, hielt Gisela Kreuzer fest, die in die Ausstellung einführte. Die Balance zwischen Abstraktem und Gegenständlichem passe zum Ort. Denn auch Kranke sowie Ärzte pendelten zwischen Erkennen und Vermuten, zwischen Verstehen und Sicherheit. Einen großen Teil der Gemälde hat Stoll eigens für die Ausstellung entworfen. Während eines Arztbesuchs im November waren ihr die kahlen Wände aufgefallen, daraufhin hatte sie Kontakt mit der Geschäftsführung des Klinikums aufgenommen, die ihr dann zunächst drei Werke abgekauft hatte. Die Gemälde könnten Mitarbeitern sowie Patienten »Ruhe und Trost« spenden, hob Klinikumssprecher Frank Steibli hervor. Auch in Zukunft wolle man weiter Werke regionaler Künstler präsentieren. Die am Donnerstag eröffnete Ausstellung ist in der Klinikstraße 33 noch bis Ende des Jahres zu sehen. |
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| Quelle: Giessener Allgemeine (2012-03-17) | |
| Webseite: http://www.giessener-allgemeine.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-03-19 bis 2012-05-19 | |
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| Besondere Krankheitsbilder im Fokus | |
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Medizinische Gesellschaft Gießen startet am 16. Mai im Biochemischen Hörsaal ins Sommersemester
GIESSEN (red). Die Medizinische Gesellschaft Gießen lädt im Sommersemester zur Vortragsreihe ins Biochemische Institut, Friedrichstraße 24, 35392 Gießen, ein. Am 16. Mai findet die erste Vortragsveranstaltung mit der traditionellen Abfolge von zwei Präsentationen statt: Nach der Demonstration eines besonderen Krankheitsfalles durch Dr. Dirk Faas (Abteilung für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie, Uni-Klinik Gießen) wird der Gastsprecher, Prof. Peter Propping (Institut für Humangenetik, Biomedizinisches Zentrum der Universitätsklinik Bonn) zum Thema „Wird die Schwangerschaft auf Probe zum Normalfall? Die nächste Stufe der genetischen Revolution“ sprechen. Propping war von 1984 bis 2008 Direktor des Instituts für Humangenetik der Universität Bonn, zwischenzeitlich Dekan der Medizinischen Fakultät dortselbst und ist seit 2008 Mitglied des Hochschulrates der Universität Bonn. Er gehört dem Präsidium der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina an und ist Mitglied im Nationalen Ethikrat. Am 13. Juni wird zunächst Dr. Bernd A. Ishaque (Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Uni-Klinik Gießen) die Demonstration eines besonderen Krankheitsfalles vorstellen. Danach wird Prof. Marcus Rickert, neuberufener Direktor derselben Klinik und Nachfolger von Prof. Heenning Stürz, den Hauptvortrag zum Thema „Wenn die Knorpelbeläge schwinden, was dann? Behandlungsoptionen bei Gonarthrose“ halten. Am 11. Juli findet die dritte und letzte Veranstaltung des Sommersemesters statt: Nach der Demonstration eines besonderen Falles aus der Geschichte der Bakteriologie, vorgestellt von Katharina Kreuder-Sonnen, M.A. (Institut für Geschichte der Medizin, JLU Gießen), wird der Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin, Prof. Volker Roelcke, zum Thema „Reduktion und Standardisierung: Zur Entstehung des Konzepts ‚Tiermodell’ und Formen des Tier-Mensch-Übergangs in der medizinischen Forschung“ sprechen. Alle Veranstaltungen finden ab 18.15 Uhr im Ernst-Leitz-Hörsaal des Biochemischen Instituts, Friedrichstraße 24, 35392 Gießen, statt. |
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| Quelle: Giessener Anzeiger | |
| Webseite: http://www.giessener-anzeiger.de/ | |
| veröffentlicht von 2012-05-07 bis 2012-07-07 | |
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